Zum Inhalt springen

Bieberstein (Reinsberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bieberstein
Gemeinde Reinsberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Bieberstein 51° 0′ N, 13° 20′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 0′ 25″ N, 13° 20′ 25″ O
 {{#coordinates:51,006944444444|13,340277777778|primary
dim=10000 globe= name=Bieberstein region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 09629
Vorwahl: 037324
Bieberstein (Sachsen)
Bieberstein (Sachsen)
Lage von Bieberstein in Sachsen

Bieberstein ist ein Ortsteil der Gemeinde Reinsberg im Landkreis Mittelsachsen (Freistaat Sachsen). Er wurde am 1. März 1994 eingemeindet. Seitdem bildet er mit seinen Ortsteilen Burkersdorf und Gotthelffriedrichsgrund eine von neun Ortschaften der Gemeinde Reinsberg.

Bieberstein ist der Stammort des Adelsgeschlechts von Bieberstein, das seinen Stammsitz auf der Burg Bieberstein hatte.

Geografie

Lage

Bieberstein liegt im östlichen Ausläufer des Erzgebirgsvorlandes, zwischen der Freiberger Mulde im Westen und der Bobritzsch im Osten. Letztere mündet im Norden des Orts in die Freiberger Mulde. Der Aussichtspunkt der „Buche“ bietet einen herrlichen Blick auf das Tal der Freiberger Mulde. Dort führt ein etwa 5 km langer Wanderweg bis nach Nossen. Bieberstein hat eine eigene Gemarkung (Nr. 3601 – Flurgröße 1900: 405 Hektar) innerhalb der Gemeinde Reinsberg.<ref name="atlas">Sachsenatlas</ref>

Nachbarorte

Obergruna
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Reinsberg
Burkersdorf

Geschichte

Datei:Bieberstein Church.jpg
Kirche Bieberstein
Datei:19891022320NR Bieberstein Neues Schloß.jpg
Schloss Bieberstein 1989. Jugendherberge Edgar André.
Datei:20150317635DR Bieberstein (Reinsberg) Eremitorium.jpg
Eremitorium auf den Grundmauern einer abgerissen mittelalterlichen Burg

Die genaue Gründungszeit des Orts Bieberstein ist nicht genau zu bestimmen. Der Ortsname wurde im Jahr 1156 im Zusammenhang mit der Ersterwähnung des Nachbarorts Krummenhennersdorf genannt, dessen westlicher Teil damals zum Besitz der Burg Bieberstein zählte. Die erste urkundliche Erwähnung eines sich nach dieser Burg nennenden Adligen, Günther von Bieberstein, findet sich im Jahr 1218. Zur Grundherrschaft der ebenfalls 1218 erstmals erwähnten Burg Bieberstein, die zeitweise in einen oberen und unteren Teil getrennt war, gehörte das Gebiet zwischen der Freiberger Mulde im Westen und der Bobritzsch im Osten mit den Orten Bieberstein, Burkersdorf, Gotthelffriedrichsgrund (1670 gegründet), Hohentanne, Rothenfurth und dem Westen von Krummenhennersdorf. Die Grundherrschaft war der südwestlichste Teil des Kreisamts Meißen.

Im 14. und 15. Jahrhundert gehörten Burg, Ort und Herrschaft Bieberstein den Marschällen von Bieberstein, welche nicht mit dem Adelsgeschlecht von Bieberstein verwandt waren. Der sächsische Kurfürst August erlaubte ihnen im Jahre 1559, von den Benutzern der Brücke über die Bobritzsch Zoll zu erheben.<ref>Historie der Zollhausbrücke. Abgerufen am 20. April 2026.</ref> Als Gegenleistung mussten sie die Brücke und die Straße nach Bieberstein instand halten, welche zu dieser Zeit die wichtigste Verbindung zwischen Meißen und Freiberg war. Bieberstein blieb bis 1602 im Besitz dieser Familie. Das neue Schloss wurde um 1600 mit dem mittelalterlichen Bergfried zu einer geschlossenen Baugruppe zusammengezogen. Anfang des 17. Jahrhunderts gehörten die beiden Biebersteiner Güter den Familien Alnpeck und Hartitzsch. Zwischen 1630 und 1807 waren Schloss, Herrschaft und Ort Bieberstein im Besitz der Familie von Schönberg, welche auch das benachbarte Schloss Reinsberg besaßen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Webseite der Familie von Schönberg (Memento vom 12. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref> Gotthelf Friedrich von Schönberg (1631–1708) ließ 1666 den größten Teil des Gebäudes bis auf die Grundmauern abbrechen und in seiner heutigen Grundform neu errichten. Die Kirche in Bieberstein wurde 1676 nach einem Umbau durch Hans Stecher geweiht.

Bieberstein gehörte bis 1836 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Meißen.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 46 f.</ref> Ab 1836 gehörte der Ort mit der Grundherrschaft Bieberstein kurzzeitig zum Kreisamt Freiberg.<ref>Bieberstein als Ort im Kreisamt Freiberg, Buch "Handbuch der Geographie", S. 595f.</ref>

1856 wurde Bieberstein dem Gerichtsamt Nossen und 1875 der Amtshauptmannschaft Meißen angegliedert.<ref>Die Amtshauptmannschaft Meißen im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. März 2023; abgerufen am 16. August 2025.</ref> Am 1. Juli 1950 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Burkersdorf mit ihrem Ortsteil Gotthelffriedrichsgrund nach Bieberstein.<ref>Burkersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Bieberstein im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde. Zu DDR-Zeiten wurde im Ort das Kinder-Ferienlager „Rudolf Marek“ errichtet und unterhalten.<ref>Facebook-Eintrag</ref> Bis 1992 war das Schloss Bieberstein eine beliebte Jugendherberge.

Die Gemeinde Bieberstein (mit ihren Ortsteilen Burkersdorf und Gotthelffriedrichsgrund; als Burkersdorf A und B bezeichnet) schloss sich am 1. März 1994 zusammen mit den Gemeinden Dittmannsdorf, Hirschfeld, Neukirchen (mit OT Steinbach) und Reinsberg zur neuen Gemeinde Reinsberg<ref name="RR">Regionalregister Sachsen</ref> zusammen.<ref>Bieberstein im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Sie bildet seitdem eine von fünf Ortschaften der Gemeinde Reinsberg. Seit 2008 gehört Bieberstein zum Landkreis Mittelsachsen.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahl<ref>Vgl. Bieberstein im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>
1551 18 besessene Mann, 10 Inwohner
17641 10 besessene Mann, 47 Häusler, 7½  Hufen
1834 385
1871 522
Jahr Einwohnerzahl
1890 461
1910 412
1925 389
1939 373
Jahr Einwohnerzahl
1946 541
19502 972
19642 775
19902 566

1 mit Gotthelffriedrichsgrund
1 mit Burkersdorf

Verkehr

Datei:Bahnhof Obergruna–Bieberstein (1).jpg
Ehemaliger Bahnhof Obergruna–Bieberstein mit BHG-Gebäude rechts (2017)

Von 1899 bis 1972 existierte im nahen Tal der Freiberger Mulde der Bahnhof Obergruna–Bieberstein der Schmalspurbahn Freital-Potschappel–Nossen, mit Bahnanschluss nach Nossen und Wilsdruff.<ref>Der Bahnhof Obergruna–Bieberstein auf www.sachsenschiene.net</ref>

Persönlichkeiten

Literatur

  • Cornelius Gurlitt: Bieberstein. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 52.

Weblinks

Commons: Bieberstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein