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Billots Streifenfarn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Billots Streifenfarn
Datei:Asplenium billotii 002.jpg

Billots Streifenfarn (Asplenium obovatum subsp billotii)

Systematik
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
Gattung: Streifenfarne (Asplenium)
Art: Asplenium obovatum
Unterart: Billots Streifenfarn
Wissenschaftlicher Name
Asplenium obovatum subsp billotii
(F.W.Schultz) O.Bolòs, Vigo, Masalles & Ninot

Billots Streifenfarn (Asplenium obovatum subsp. billotii <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schultz) O.Bolòs, Vigo, Masalles & Ninot) ist eine Unterart der Pflanzenart Asplenium obovatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv. aus der Gattung der Streifenfarne (Asplenium) innerhalb der Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae).

Beschreibung

Datei:Asplenium billotii 001.jpg
Billots Streifenfarn in der Normandie
Datei:Neuchâtel Herbarium - Asplenium billotii - NEU000002627.tiff
Herbarbelege

Billots Streifenfarn ais eine ausdauernde Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern. Sein Rhizom ist kriechend und oberwärts dicht mit lanzettlichen, borstenförmig zugespitzten, braunen Spreuschuppen besetzt.<ref name="Reichstein1984" /> Die Wedel sind doppelt bis dreifach gefiedert. Sie sind 15 bis 25 (bis 40) Zentimeter lang.<ref name="Reichstein1984" /> Der Wedelumriss ist länglich bis eiförmig-lanzettlich. Zum Grund hin ist er kaum oder gar nicht verschmälert. Der Blattstiel ist 4 bis 10 (bis 20) Zentimeter lang, 2 bis 2,5 Millimeter dick und kürzer als die Spreite.<ref name="Reichstein1984" /> Der Stiel und ein Teil der Unterseite der Rhachis ist braun. Das untere Fiederpaar steht im rechten Winkel ab und ist häufig kürzer als das nächstfolgende. Die Blattspreite besteht auf jeder Seite aus 12 bis 20 Fiedern.<ref name="Reichstein1984" /> Die Blattfiederchen sind rundlich bis länglich-verkehrt-eiförmig und scharf gesägt.<ref name="Reichstein1984" /> Die Sori sind länglich bis eiförmig und stehen dem Blattrand genähert. Die Sporen reifen im August bis September.<ref name="Reichstein1984" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 144.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Billots Streifenfarn ist in Europa, Nordafrika, auf den Kanaren, Azoren und Madeira verbreitet.<ref name="Hassler2020" /> Er hat Vorkommen auf den Azoren, auf Madeira und den Kanaren, in Marokko, Algerien und Tunesien, Spanien, Portugal, Frankreich, Irland, Großbritannien, in Deutschland, der Schweiz, Italien, auf den Balearen, Korsika, Sardinien und Sizilien und auf der Krim.<ref name="Euro+Med" /> Auf der Iberischen Halbinsel kommt er in Höhenlagen zwischen 0 und 1000 Meter Meereshöhe vor.<ref name="FloraVascular" />

Er hat in Mitteleuropa die Ostgrenze seines Verbreitungsgebietes und ist in Mitteleuropa sehr selten. Er kommt hier in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Belgien, in der Schweiz, im Elsass und Luxemburg vor. In den Niederlanden kommt er eingebürgert vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In Deutschland wird er als extrem selten eingestuft und gesetzlich geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In der Schweiz gilt die Art als „vom Aussterben bedroht“.<ref name="InfoFlora" /> Die Vorkommen im Nordschwarzwald wurden 1981 von H.Reinhard entdeckt.<ref name="Reichstein1984" />

Er wächst auf feuchten, beschatteten Felsen der montanen Höhenstufe auf Silikatgestein (Granit, Gneis, Lava, Buntsandstein).<ref name="Reichstein1984" /> Er ist pflanzensoziologisch eine Assoziationscharakterart des Crocynio-Asplenietum billotii und des Asplenietum septentrionali-adianti-nigri.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 1 (ozeanisch), Salztoleranz: 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung unter dem Namen (Basionym) Asplenium billotii <templatestyles src="Person/styles.css" />F.W.Schultz erfolgte 1845 durch Friedrich Wilhelm Schultz in der Zeitschrift Flora (Regensburg), Band 28, Seite 738.<ref name="Tropicos" /> Oriol de Bolòs i Capdevila, Vigo, Masalles & Ninot stellten 1990 die Sippe als Unterart zu Asplenium obovatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv. in Flora Manual dels Països Catalans, Seite 1213.<ref name="Euro+Med" /> Der Name billotii ehrt den elsässischen Botaniker Paul Constant Billot, Pädagoge in Haguenau.<ref name="Zander2008" /> Weitere Synonyme für Asplenium obovatum subsp. billotii <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schultz) O.Bolòs & al. sind: Asplenium obovatum subsp. lanceolatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fiori) P.Silva, Asplenium lanceolatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Huds. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Forssk. 1775.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Tropicos">Asplenium billotii bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. November 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tropicos.org</ref> <ref name="Euro+Med"> M. Christenhusz, E. von Raab-Straube (2013+): Polypodiopsida.: Datenblatt Asplenium obovatum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.</ref> <ref name="Hassler2020">Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns. - Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 12.10 vom Februar 2022.</ref> <ref name="InfoFlora"> Asplenium billotii F.W.Schultz In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Asplenium. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 136.</ref> <ref name="Reichstein1984">Tadeus Reichstein: Asplenium. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. Seite 226–228.</ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt bei Flora Vascular. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Billots Streifenfarn (Asplenium obovatum subsp. billotii) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien