Zum Inhalt springen

Bilwis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bilwis (auch Bilwiß, Bilwiz (mittelhochdeutsch), Belewitte (mittelniederdeutsch), Bihlweise, Bilweis, Willeweis, Bulwechs (männlich), Bulwechsin (weiblich), Bilmesschnitter, Pilwiz, Pilwis, Pilewis, Pilwihten, Pilfas etc.) ist die Bezeichnung für ein mythisches Wesen, das je nach geografischen und historischen Gegebenheiten mal als Naturgeist, mal als Hausgeist und mal als Dämon beschrieben wurde.

Etymologie

In Deutsche Mythologie (Jacob Grimm) werden auf sechs Seiten Variationen des Namens und Interpretationen des Begriffes von verschiedenen Autoren aufgelistet – und wiederum in Frage gestellt. Mehrere Autoren vermuten – besonders für den Südostteil Deutschlands und im Zusammenhang von bilweichs, bilweichszopf und Weichselzopf – ein „plagendes, schreckendes, Haar und Bart wirrendes, getraide zerschneides Gespenst, meist in weiblicher gestalt“.<ref name="Grimm-Mythologie" />
Noch weiter östlich, in Polen, bezeichnet bialowieszczka eine weise Zauberin, weshalb auch Vermutungen über einen slawischen Ursprung angestellt wurden.<ref name="Grimm-Mythologie" />

Beginnend mit den frühesten Erwähnungen erfolgt bei Grimm bereits die Feststellung, dass „... die wechselnde Form verräth, dass man das wort schon im 13. 14. jh. nicht mehr verstand;...“ (S. 441).<ref name="Grimm-Mythologie">Jacob Grimm Deutsche Mythologie 1. Band (2. Ausgabe), Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen (1844), Seite 441-446</ref>

Varianten

Geografische und zeitliche Variationen sind (alphabetisch):
Beeldwit,<ref name="Schwenck1853">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if: | {{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool | Vorlage:Toter Link/archivebot | Vorlage:Webarchiv/archiv-bot }}

  }}{{#invoke:TemplatePar|check

|all = title= |opt = vauthors= author= author-link= authorlink= author1= author-link1= author1-link= first= last= first1= last1= first2= last2= author2= first3= last3= author3= first4= last4= author4= first5= last5= author5= first6= last6= author6= first7= last7= author7= first8= last8= author8= others= coauthors= script-title= trans-title= orig-date= orig-year= chapter= chapter-url= editor= editor-first= editor-last= editor-first1= editor-last1= editor-first2= editor-last2= editor-first3= editor-last3= editor-link= editor-link1= language= format= others= series= issue= number= edition= volume= publisher= location= date= year= isbn= page= at= pages= arxiv= doi= jstor= bibcode= pmc= pmid= lccn= oclc= id= url= url-status= access-date= accessdate= archive-url= archiveurl= archive-date= archivedate= quote= url-access= ref= coauthors= origyear= archivebot= offline= |cat = Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Cite book |errNS = 0 |template = Vorlage:Cite book |format = |preview = 1

  }}Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool

| Vorlage:Cite book/Meldung

  }}{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool

| Vorlage:Cite book/Meldung

  }}{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool
     | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool

| Vorlage:Cite book/Meldung

  }}{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool

| Vorlage:Cite book/Meldung

  }}{{#if: Vorlage:Cite book/ParamBool

| Vorlage:Cite book/Meldung

  }}{{#if:  Vorlage:Cite book/ParamBool
     | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#ifexpr: {{#ifeq:^^|^^|0|1}}{{#ifeq:^^|^^||+1}}{{#ifeq:Konrad Schwenck|^^||+1}}{{#ifeq:^^|^^||+1}} > 1
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#ifexpr: {{#ifeq:^^|^^|0|1}}{{#ifeq:^^|^^||+1}} > 1
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#ifexpr: {{#ifeq:^^|^^|0|1}}{{#ifeq:85|^^||+1}} > 1
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#ifexpr: {{#ifeq:^^|^^|0|1}}{{#ifeq:^^|^^||+1}} > 1
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#ifexpr: {{#ifeq:^^|^^|0|1}}{{#ifeq:^^|^^||+1}} > 1
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}{{#ifexpr: {{#ifeq:^^|^^|0|1}}{{#ifeq:^^|^^||+1}} > 1
    | Vorlage:Cite book/Meldung
  }}</ref> Belewitte (mittelniederdeutsch),<ref name="Grimm-Mythologie" /> Belewitten (niedersächsisch),<ref name="Schwenck1853"/> Bihlweise (Plural: Bihlweisen; Mark Brandenburg),<ref name="Schwenck1853"/> Bilmesschnitter (erweitert; Korndämon), Bilweichs,<ref name="Grimm-Mythologie" /> Bilwechs,<ref name="Grimm-Mythologie" /> Bilweis, Bilwicht,<ref name="Grimm-Mythologie" /> Bilwiht,<ref name="Grimm-Mythologie"/> Bilbze,<ref name="Grimm-Mythologie"/> Bilwis, Bilwiß, Bilwitz (mittelhochdeutsch),<ref name="Schwenck1853"/> Bilwiz,<ref name="Schwenck1853"/> Bulwechs (männlich),<ref name="Schwenck1853"/> Bulwechsin (weiblich), Pelewysen (Plural; 15. Jahrh.),<ref name="Grimm-Mythologie" /><ref name="Schwenck1853"/> Pelwit,<ref name="Schwenck1853" /> Pilbis,<ref name="Schwenck1853"/> Pilbiszote (erweitert, eine Art Nachtmahr),<ref name="Schwenck1853"/> Pilbiz,<ref name="Grimm-Mythologie" /> Pilewis, Pilfas, Pilnitis,<ref name="Schwenck1853"/> Pilnihts,<ref name="Schwenck1853"/> Pilweise,<ref name="Sauermann" /> Pilwith,<ref name="Grimm-Mythologie" /> Pilwis, Pilwit,<ref name="Schwenck1853"/> Pilwiz<ref name="Schwenck1853"/>, Willeweis, Wilwis<ref name="Grimm-Mythologie" />.

Elbisches Wesen

Bei Wolfram von Eschenbach ist der Wilwis ein elfisches Wesen, das Menschen mit einem magischen Pfeil, dem „Bilwizschuß“, lähmen kann. An anderer Stelle<ref name="Grimm-Mythologie"/> ist Pilbis/Pilwiz ein elbisches Wesen, das – wie Waldgeister – einen Baum (pilbisbawm) bewohnt und dem man Opfer bringen muss.

Auch diskutiert wurde,<ref name="Grimm-Mythologie"/> dass der Bilwis eine volkstümliche Variante eines älteren germanischen Fruchtbarkeitswesens sei und er wird auch mit den schadenbringenden Kräften des abnehmenden Mondes in Verbindung gebracht. Der Name Bilwis könnte mit Bil zusammenhängen, die ursprünglich eine alte nordische Mondgöttin war.

Korndämon

In Nordostdeutschland stellt der Bilwis einen wohltätigen Korndämonen der Kornfelder dar, in Bayern hingegen ist er als Bilwes- oder Bilmesschnitter (Vogtland: bilverschnitter) ein schädigender Erntedämon.<ref>Unter den vielen Varianten gibt es auch die, dass es sich dabei um missgünstige Menschen handelt, die sich gelegentlich in diesen Dämon verwandeln, um anderen Menschen zu schaden.</ref><ref name=":1" /> Durch Rituale (mit Sicheln oder sichelförmigen Werkzeug) konnte der Wirker des Zaubers das betroffene Getreide in seine eigene Scheune leiten und somit dem Besitzer des Feldes erheblichen Schaden zufügen.<ref name=":2" />

Richard Beitl sieht im Bilwis eine volksätiologische Erklärung für die Schneisen und Gänge im Getreidefeld, die durch Wildfraß (Hasen / Rehe) entstehen.<ref name=":1" /><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Der Bilwis schneidet dabei die Gänge mit Sicheln, die er an den Füßen trägt.<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Eine solche Schneise wird deshalb als bilbez-/bilwetz-/bilfezschnitt bezeichnet.<ref name="Grimm-Mythologie" /> In Kärnten wird der Bilwis auch als Personifikation des Wirbelwindes angesehen. In einigen Beschreibungen zeigen sich Ähnlichkeiten zur Kinderschreckfigur der Roggenmuhme<ref name="Grimm-Mythologie" />, um „das meist barfuß gehende Dorfkind vor dem Betreten des Kornfeldes zu warnen“:<ref name=":0" /> Der Bilwis schneide den Kindern die Füße ab, oder die Fußsehnen durch.<ref name=":0" />

Hexe oder Teufelswesen

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erscheint Pelewysen (Plural) als Synonym für Hexen.<ref name="Grimm-Mythologie"/> Auch in schlesischen Sagen in diesem Zeitraum<ref name="Sauermann">Dietmar Sauermann (Hrsg.): Legenden und Sagen aus der Grafschaft Glatz. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, S. 39 (Hexen in Habelschwerdt, 16. Mai, 1579)</ref> wird Pilweise gleichbedeutend mit Hexe verwendet und in den gesammelten Sagen aus dem Orlagau von Wilhelm Börner (1788–1855) ist die Bezeichnung Bilbze<ref name="Grimm-Mythologie"/> und im Hausbuch des Colerus (Mainz 1656) Bihlweisen für Hexe(n) zu finden.<ref name="Grimm-Mythologie"/>

In Martin von Ambergs Gewissensspiegel, einem Beichtspiegel (1382) wird pilbis in der Bedeutung Teufel verwendet.<ref name="Grimm-Mythologie"/>

Im thüringischen Volksglauben wurde dem Bilmesschnitter ein tödlicher Blick zugeschrieben. Allerdings war sein Blick auch für ihn selbst tödlich, sodass er mit Hilfe eines Spiegels, ähnlich wie Medusa, zu Tode gebracht werden konnte.<ref name=":1">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Eine weitere Art, wie der Bilmesschnitter zu Tode gebracht werden konnte, war die folgende: Eine durch den Bilmesschnitter geschnittene Ähre musste, in vollkommenem schweigen und ohne, dass diese mit dem Träger in Berührung kommt, in ein neuausgehobenes Grab gelegt werden. Würden die eben genannten Bedingungen missachtet, so würde der Träger der Ähre sterben, sobald die Ähren im Boden vergangen wäre.<ref name=":2">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Hausgeist

Voetius – und auch andere Autoren – verwenden die Begriffe beeldwit, belwit, pilewiz, bilvitra, bilehvit für gutartige Hausgeister.<ref name="Grimm-Mythologie"/>

Literatur

  • Claude Lecouteux: Der Bilwiz. Überlegungen zu seiner Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte. In: Euphorion. Band 82, 1988, S. 238–250 (wieder in: Claude Lecouteux: Eine Welt im Abseits. Zur niederen Mythologie und Glaubenswelt des Mittelalters (= Quellen und Forschungen zur europäischen Ethnologie. Band 22). Dettelbach 2000, S. 75–90).
  • Lutz Mackensen: Bilwis. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 1, 1927, Sp. 1308–1324.
  • Leander Petzoldt: Bilwis. In: Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Auflage. München 1990, S. 41–43 (nach Lecouteux 1988 und Schmidt 1952).
  • Leopold Schmidt: Gestaltheiligkeit im bäuerlichen Arbeitsmythos (= Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde. Band 1). Wien 1952, S. 130 ff.
  • Richard Beitl: Untersuchungen zur Mythologie des Kindes. Hrsg. von Bernd Rieken und Michael Simon. Waxmann, Münster / New York / München / Berlin 1933/2007, S. 68–75.
  • Paul Herrmann Deutsche Mythologie; AtV Verlag 1991 // S. 84–86

Einzelnachweise

<references />

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 12407311527995240 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 124073115 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 124073115 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 27995240 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 27995240 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung