BitLocker
| BitLocker
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| Basisdaten
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| Maintainer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Entwickler | Microsoft |
| Erscheinungsjahr | 2007 |
| Aktuelle Version | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Aktuelle Vorabversion | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Betriebssystem | Windows |
| Programmiersprache | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Kategorie | Festplattenverschlüsselung |
| Lizenz | EULA (proprietär) |
| Microsoft Docs: BitLocker | |
BitLocker ist eine proprietäre<ref>Ian Paul: A beginner's guide to BitLocker, Windows' built-in encryption tool. In: PC World. 1. August 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. März 2020; abgerufen am 4. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Festplattenverschlüsselung des Unternehmens Microsoft, die zu den Features von Windows gehört. Nach dem Prinzip der vollständigen Festplattenverschlüsselung werden mit dieser Software Daten geschützt.
In der Standardeinstellung verwendet BitLocker AES im Cipher Block Chaining (CBC) oder im XTS-Modus<ref name="Win10New">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig What's new in Windows 10, versions 1507 and 1511.] In: TechNet. Microsoft, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> mit einem 128 Bit oder 256 Bit langen Schlüssel. CBC wird nicht über das gesamte Laufwerk angewendet, sondern auf den einzelnen Sektoren.
Geschichte
BitLocker entstand als ein Teil von Microsofts Next-Generation Secure Computing Base-Architektur im Jahr 2004 als ein Feature, das zunächst mit dem Codename „Cornerstone“ bezeichnet wurde und dessen Zweck es war, Informationen auf Speichergeräten zu schützen, besonders vor dem Diebstahl oder dem Verlust des Speichergeräts. Ein anderes Feature mit dem Namen „Code Integrity Rooting“ sollte die Integrität der Windows-Boot- und Systemdateien validieren. Zusammen mit einem kompatiblen Trusted Platform Module (TPM) eingesetzt, kann BitLocker die Integrität von Booting- und Systemdateien validieren, bevor ein geschütztes Laufwerk entschlüsselt wird – eine fehlgeschlagene Validierung wird den Zugriff auf das geschützte System verweigern.<ref name="TechnicalOverview2">[[Microsoft|Vorlage:Cite book/Name]]Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Secure Startup–Full Volume Encryption: Technical Overview.] (DOC) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="ExecutiveOverview2">[[Microsoft|Vorlage:Cite book/Name]]Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Secure Startup – Full Volume Encryption: Executive Overview.] (DOC) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. März 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
BitLocker ist ab Windows Vista zwar grundsätzlich in allen Editionen von Windows enthalten, kann allerdings neben den Server-Versionen ab Windows Server 2008 nur in den Ultimate- und Enterprise-Versionen von Windows Vista und Windows 7 sowie den Pro- und Enterprise-Versionen von Windows 8, Windows 8.1, Windows 10 und Windows 11 zur Verschlüsselung, u. a. des Systemlaufwerks, verwendet werden.<ref>BitLocker-Laufwerkverschlüsselung – Microsoft Windows. Abgerufen am 12. Juli 2015.</ref><ref>Schützen von Dateien mit BitLocker – Hilfe zu Microsoft Windows. Abgerufen am 12. Juli 2015.</ref><ref>Jan Schüßler: Tipps & Tricks – BitLocker mit Home-Windows? In: c’t. Nr. 10/2016. Verlag Heinz Heise, 30. April 2016, ISSN 0724-8679, S. 166 (online [abgerufen am 6. Februar 2024]): „Die BitLocker-Komponenten sind zwar auch in den Windows-Home-Ausgaben enthalten, also in Windows 7 Home Premium, 8.1 Core, 10 Home und so weiter. Uns ist aber kein Weg bekannt, um sie zum Verschlüsseln eines internen Festplattenlaufwerks zu überreden.“</ref> Eine Ausnahme dazu ist „BitLocker to Go“, mit dem eine Nutzung bereits verschlüsselter (USB-)Datenträger ab Windows XP möglich ist,<ref name="heiseonline_4572663">Marvin Strathmann: Windows: Festplatten mit Bordmitteln verschlüsseln. In: Heise online. 11. Juli 2019. S. 5: Bitlocker für Vista und XP.Vorlage:Abrufdatum; Zitat: „Auch ältere Systeme können mit USB-Sticks arbeiten, die per Bitlocker To Go verschlüsselt wurden. Dafür hat Microsoft ein Lesetool veröffentlicht, das die gewünschten Entschlüsselungs-Funktionen nachinstalliert.“.</ref> sowie die auf BitLocker basierende eingeschränkte „Geräteverschlüsselung“ in Windows 10 und 11 Home.<ref name="heiseonline_7467041">Jan Schüßler: Laufwerksverschlüsselung per BitLocker: Das sollten Sie beachten. In: Heise online. 29. Januar 2023.Vorlage:Abrufdatum; Zitat: „…BitLocker steckt technisch auch in der Home-Edition von Windows, darf dort nur nicht so heißen. Stattdessen nennt Microsoft die Funktion dort ‚Geräteverschlüsselung‘.“.</ref>
Seit Windows Server 2012 und Windows 8 unterstützt BitLocker die Microsoft-Encrypted-Hard-Drive-Spezifikation. Festplatten, die diese Spezifikation erfüllen, können die kryptografischen Operationen von BitLocker und damit vom Hauptsystem übernehmen und auf dem Speichergerät ausführen.
Funktionsweise
Ursprünglich konnte die Benutzeroberfläche von BitLocker in Windows Vista nur das Systemlaufwerk verschlüsseln. Ab Service Pack 1 für Vista und Windows Server 2008 konnten auch andere Laufwerke verschlüsselt werden. Einige Funktionen von BitLocker, wie das automatische Sperren, mussten trotzdem über ein Kommandozeilenprogramm bedient werden.
Um das Systemlaufwerk verschlüsseln zu können, benötigte BitLocker unter Windows 7 eine eigene Partition der Festplatte, welche bei Bedarf automatisch erstellt wurde.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Getting Started with BitLocker Drive Encryption.] Microsoft, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. April 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Es startet vor dem Betriebssystem und greift standardmäßig auf ein Trusted Platform Module (TPM) zu, um zu prüfen, ob die Hardware unverändert und somit vertrauenswürdig ist. Microsoft empfiehlt, zusätzlich die Eingabe einer PIN zu erzwingen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig How Strong Do You Want the BitLocker Protection?] Microsoft, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. April 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Allerdings war bei Auswahl der PIN darauf zu achten, dass diese bei der Startroutine zu einem Zeitpunkt abgefragt wird, bei dem länderspezifische Einstellungen der Tastatur noch nicht geladen waren, also die Tastatur immer dem US-englischen Standard entspricht. Damit sind Y und Z gegenüber der deutschen Tastatur vertauscht, Sonderzeichen liegen vielfach auf anderen Tasten, Umlaute können nicht per Tastatur eingegeben werden. Alternativ oder zusätzlich zur PIN kann das Starten des Systems davon abhängig gemacht werden, ob ein USB-Stick mit einer Schlüsseldatei eingesteckt ist. Wenn keines von beidem konfiguriert wird, tritt BitLocker nicht in Erscheinung, solange die Umgebung der Festplatte unverändert bleibt. Bei Computern ohne TPM kann alternativ eine Schlüsseldatei auf einem USB-Stick zum Einsatz kommen oder die Eingabe eines Passwortes vorgesehen werden.
Gegenüber Windows Vista unterstützt BitLocker ab Windows 7 auch die Verschlüsselung von USB-Medien („BitLocker to Go“), welche auch unter Windows Vista und Windows XP gelesen werden können.<ref>PC Magazin, BitLocker To Go unter Vista und XP, http://www.pc-magazin.de/ratgeber/bitlocker-to-go-unter-vista-und-xp-1054748.html</ref>
Es ist grundsätzlich auch möglich, die Systempartition gänzlich ohne TPM zu verschlüsseln und stattdessen eine Passwort-Eingabe zu verwenden. Andersherum lässt sich zur Standard-Methode, bei der die Entschlüsselung transparent per TPM erledigt wird, zusätzlich die Eingabe einer PIN konfigurieren.
Recovery-Funktionalität
BitLocker speichert die Recovery-Daten zur Entschlüsselung der Partition ohne Passwort während des Verschlüsselungsprozesses im Klartext auf einem Datenträger und in gemanagten Umgebungen zusätzlich in das Active Directory. Hier wird pro Partition ein Key angelegt. Wenn ein TPM-Chip verwendet wird, so wird dessen Recovery-Passwort ebenfalls abgelegt. Für eine Entschlüsselung ist entweder das ursprüngliche Passwort oder das TPM-Passwort notwendig, eine Challenge-Response-Authentifizierung ist derzeit nicht vorgesehen.
Interoperabilität
Als proprietäres System von Microsoft steht BitLocker grundsätzlich ausschließlich unter Windows zur Verfügung. Es gibt jedoch einige Open-Source-Alternativen, die auch auf anderen Betriebssystemen (meist Linux und *BSD, aber auch macOS<ref>BitLocker-Laufwerk auf dem Mac öffnen und entsperren – wie geht das? (Internetforum) In: Microsoft Community Hub. 23. Dezember 2025, abgerufen am 8. März 2026: „Dislocker ist eine der effektivsten kostenlosen Open-Source-Methoden, um auf einem Mac auf ein BitLocker-verschlüsseltes Laufwerk zuzugreifen.“</ref>) existierende BitLocker-{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) öffnen können. Das Dateisystem muss dann jedoch vom jeweiligen System ebenfalls unterstützt werden, beispielsweise VFAT, exFAT oder NTFS. Ein solches Open-Source-Projekt ist Vorlage:Monospace von Joachim Metz<ref>Joachim Metz: [[:Vorlage:Monospace]]. (Manpage) In: FreeBSD Manual Pages. 29. August 2011, abgerufen am 8. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), erstmals in FreeBSD 9.1 Ports enthalten).</ref> mit dem enthaltenen Kommandozeilen-Werkzeug bdemount,<ref>Joachim Metz: [[:Vorlage:Monospace]]. (Manpage) In: FreeBSD Manual Pages. 12. Januar 2014, abgerufen am 8. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Joachim Metz: debian / buster / libbde-utils / bdemount(1). (Manpage) 31. August 2014, abgerufen am 8. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Debian 10 „Buster“, 6. Juli 2019).</ref> ein weiteres Dislocker, das auf vielen Linux-Systemrettungs-Live-Systemen vorhanden ist, um auf Windows-Laufwerke zugreifen zu können.<ref>Susanne Nolte: Linux kommt zur Rettung: SystemRescueCd heißt jetzt SystemRescue. In: Heise online. 23. Oktober 2020.Vorlage:Abrufdatum; Zitat: „Neu ist unter anderem … Dislocker für den Zugriff auf mit BitLocker verschlüsselte Datenträger.“.</ref> Auch in cryptsetup-Version 2.3.0 von 2020 ist experimentelle Unterstützung für BitLocker integriert, die auf die Masterarbeit von Red-Hat-Mitarbeiter Vojtech Trefny zurückgeht.<ref>Oliver Müller: Linux-Verschlüsselungswerkzeug Cryptsetup unterstützt nun BitLocker. In: Heise online. 10. Februar 2020.Vorlage:Abrufdatum</ref> All diesen Lösungen ist gemein, dass nur existierende BitLocker-Laufwerke mit einem Passwort oder dem Wiederherstellungspasswort nutzbar sind; die im TPM vorgehaltenen Passwörter sind prinzipbedingt nicht nutzbar. Auch das Erstellen neuer BitLocker-Laufwerke wird nicht unterstützt.<ref>Oliver Müller: Linux-Verschlüsselungswerkzeug Cryptsetup unterstützt nun BitLocker. In: Heise online. 10. Februar 2020.Vorlage:Abrufdatum; Zitat: „Bei TPM befürchten die Entwickler, dass die Unterstützung auch künftig nicht umsetzbar sei. Denn prinzipbedingt kann ein Betriebssystem (hier Linux) die im TPM durch ein anderes Betriebysstem (Windows) geschützt hinterlegten Daten schlicht nicht auslesen.“.</ref>
Potenzielle Sicherheitsprobleme
TPM alleine ist nicht genug
Wird BitLocker ohne zusätzliche PIN (nur Trusted Platform Module (TPM)) eingesetzt, ist BitLocker transparent für den User. Beim Starten des verschlüsselten Geräts wird die eingebaute TPM-Hardware verwendet, um zu erkennen, ob nicht autorisierte Änderungen an der Pre-Boot-Umgebung, einschließlich BIOS und MBR, vorgenommen wurden. Wenn nicht autorisierte Änderungen erkannt werden, fordert BitLocker einen Wiederherstellungsschlüssel an. Ansonsten startet das Gerät, ohne dass weitere Interaktion nötig ist.<ref>Archiveddocs: Security: Keys to Protecting Data with BitLocker Drive Encryption. 7. September 2016, abgerufen am 13. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dadurch ist es beispielsweise nicht möglich, von einem alternativen Betriebssystem zu booten und auf Daten im durch BitLocker gesicherten Betriebssystem zuzugreifen. Es gibt allerdings mehrere mögliche Angriffe auf diese Konfiguration von BitLocker:
- Bei der Kaltstartattacke (englisch cold boot attack) handelt es sich um einen Angriff, bei dem der Arbeitsspeicher des Systems ausgelesen wird, nachdem das System abgeschaltet wurde. Sie basiert auf der Datenremanenz in gängigen RAM-Modulen, da sich die Daten nicht innerhalb von Millisekunden, sondern erst nach und nach langsam über Sekunden bis Minuten verflüchtigen.<ref>Lest We Remember: Cold Boot Attacks on Encryption Keys. In: Center for Information Technology Policy. Abgerufen am 13. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Werden die Speichermodule gekühlt, verlängert sich diese Remanenzzeit drastisch. In der Praxis wird die Kühlung oft mit Kältespray durchgeführt. Als Gegenmaßnahme sollte immer eine BitLocker-PIN gesetzt sein. Zusätzlich sollten Systeme möglichst immer heruntergefahren werden und selbst beim Aufwachen aus dem Standby eine BitLocker-PIN-Eingabe erzwungen werden.<ref>Adam Pilkey: The Chilling Reality of Cold Boot Attacks. 13. September 2018, abgerufen am 13. Juni 2024.</ref>
- Es gibt außerdem mehrere Angriffe auf die Kommunikation zwischen dem Trusted Platform Module und der CPU. Dabei wird direkt auf dieser Verbindung mitgelesen und so der BitLocker-Schlüssel ausgelesen.<ref>stacksmashing: Breaking Bitlocker - Bypassing the Windows Disk Encryption. 3. Februar 2024, abgerufen am 13. Juni 2024.</ref> Dieser Angriff funktioniert nur, wenn keine BitLocker-PIN vergeben ist, da die Kommunikation zwischen TPM und CPU erst startet, sobald die korrekte PIN eingegeben wurde.
- Eine weitere Möglichkeit, über die mit BitLocker verschlüsselte Systeme angegriffen werden können, ist Direct Memory Access. Dabei wird nicht direkt BitLocker angegriffen, sondern das dadurch geschützte System. Wird BitLocker ohne PIN eingesetzt, basiert die weitere Sicherheit auf dem Anmeldebildschirm bzw. sicheren Passwörtern. Angreifer können über Direct Memory Access aber direkt auf den Arbeitsspeicher zugreifen und so beispielsweise Kommandos mit lokalen Adminrechten ausführen. Dieser direkte Speicherzugriff funktioniert beispielsweise über Thunderbolt. Als Gegenmaßnahme gibt es die Einstellung "Kernel DMA Protection". Ist diese Einstellung aktiv, wird ein unbekanntes Thunderbolt-Gerät nur dann erlaubt, wenn das Gerät entsperrt ist.<ref>vinaypamnani-msft: Kernel DMA Protection - Windows Security. 9. Januar 2024, abgerufen am 13. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein weiterer, neuerer Angriff funktioniert über PCI Express. PCI-Express-Geräte können auch direkt auf den Speicher zugreifen. Ein Angreifer simuliert ein PCI-Express-Gerät (beispielsweise eine Grafikkarte) und kann darüber Befehle ausführen.<ref>Ulf Frisk: ufrisk/pcileech. 12. Juni 2024, abgerufen am 13. Juni 2024.</ref> Als Gegenmaßnahme dagegen gibt es die Einstellung "Virtualization Based Security". Ist diese Einstellung aktiv, werden sicherheitskritische Bereiche virtualisiert und isoliert und können daher nicht mehr von dem PCI-Express-Gerät aus zugegriffen werden.<ref>windows-driver-content: Virtualization-based Security (VBS). 20. März 2023, abgerufen am 13. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>BitLocker absichern: Initiales Setup und Absicherung gegen Angriffe. 15. März 2024, abgerufen am 13. Juni 2024.</ref> Auch gegen diese Angriffe hilft das Setzen einer PIN.
Alle diese Angriffe erfordern einen physischen Zugang zum System und werden durch einen sekundären Schutz wie einen USB-Stick oder einen PIN-Code vereitelt.
Implementierung in kommerzieller Software
Verschiedene Unternehmen wie Elcomsoft mit System Recovery ab Version 7.05 bieten Software<ref>Elcomsoft führt BitLocker-Unterstützung ein und ermöglicht sofortigen Zugriff auf gesperrte Konten, 30. Juni 2020, abgerufen am 28. Juli 2020</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cop2Cop Aktuelles zur Inneren Sicherheit, Polizei, Security, Justiz, Feuerwehr und deren Interessenvertretungen ( vom 1. Juli 2010 im Internet Archive): „…eine Lösung auf den Markt zu bringen, die der Polizei, Kriminalbeamten und Privatdetektiven die Möglichkeit bietet, sowohl BitLocker- und nun auch TrueCrypt-Verschlüsselung auf beschlagnahmten Computern zu umgehen.“</ref> an, um die Bitlocker-Verschlüsselung aufzuheben, indem bei einem gemounteten BitLocker-Laufwerk der Arbeitsspeicher ausgelesen wird.<ref>PR Newswire: Passware Kit Forensic entschlüsselt TrueCrypt-Festplatten innerhalb von Minuten</ref> Dazu überträgt ein Programm Inhalte des RAM beispielsweise über den FireWire-Port.<ref>Passware, Inc.: Acquiring Memory Image Using Passware FireWire Memory Imager</ref> Anschließend kann auf einem anderen PC im Speicherabbild der enthaltene Schlüssel angezeigt werden. Damit sind Zugriffe auf geschützte Daten des angegriffenen Rechners sofort oder später möglich. Ein Speicherabbild und damit das Auslesen des Schlüssels ist nur auf einem eingeschalteten Computer möglich, bei dem das Passwort bereits eingegeben wurde.<ref>golem.de: Truecrypt- und Bitlocker-Festplatten schnell entschlüsseln</ref> Diese Angriffsmöglichkeit besteht auch für vergleichbare Programme wie TrueCrypt. Um diesen Angriff bei gesperrten PCs zu verhindern, bietet Microsoft eine Gruppenrichtlinie „Neue DMA-Geräte deaktivieren, wenn dieser Computer gesperrt wird“. Durch Aktivierung ist ein Zugriff auf den Arbeitsspeicherinhalt für hotplugfähige Geräte nur möglich, wenn der Computer nach dem Anschließen entsperrt wurde. TrueCrypt als auch Bitlocker löschen das eingegebene Passwort wieder aus dem RAM, nur der Schlüssel bleibt prinzipbedingt im Speicher.
Probleme
Eine zwar offensichtliche Folge eines Austauschs systemrelevanter Komponenten, wie beispielsweise der Hauptplatine (auf der sich üblicherweise auch das TPM befindet), ist die notwendige Eingabe des Wiederherstellungsschlüssels.<ref>BitLocker fordert nach Austausch der Hauptplatine zur Eingabe des Wiederherstellungsschlüssels auf. In: Support. Dell, 17. Juli 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref> Hat diesen aber ein Benutzer nirgends notiert und ist der Schlüssel auch nicht im Microsoft-Konto hinterlegt, sind die eigenen Daten nicht mehr zugänglich. Weit weniger offensichtlich ist hingegen, dass sich BitLocker in Form der auch in der Home-Variante von Windows 10 und 11 verfügbaren „Geräteverschlüsselung“ teils selbständig aktiviert.<ref>Jan Schüßler: Laufwerksverschlüsselung per BitLocker: Das sollten Sie beachten. In: Heise online. 29. Januar 2023.Vorlage:Abrufdatum; Zitat: „… BitLocker steckt technisch auch in der Home-Edition von Windows, darf dort nur nicht so heißen. Stattdessen nennt Microsoft die Funktion dort ‚Geräteverschlüsselung‘. … Wir erleben immer wieder Systeme, bei denen die Verschlüsselung fürs Systemlaufwerk nach einer sauberen Neuinstallation sofort aktiv ist. Das ist einer der Gründe, warum Microsoft Ihnen bei der Ersteinrichtung so penetrant ein Microsoft-Konto aufs Auge drücken will: Sobald Sie sich mit einem solchen an Windows 10 oder 11 anmelden, landet der Wiederherstellungsschlüssel automatisch in Ihrem Konto …“.</ref> Dabei ließe sich der Wiederherstellungsschlüssel im Vorfeld, während das System noch normal startet, mit wenig Aufwand z. B. auf einem sicher verwahrten externen Medium für genau solche Fälle sichern.<ref>Axel Vahldiek: BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel sichern – so geht’s. In: Heise online. 9. Mai 2025.Vorlage:Abrufdatum</ref>
Vertrauenskrise hardwaregestützte SSD-Verschlüsselung
Sicherheitsfachleute fanden 2018 heraus, dass hardwaregestützte Verschlüsselung eines Solid-State-Drive (SSD) bei vielen Herstellern nicht korrekt implementiert ist.<ref name="heise-2018-11-06" /> Einige Hersteller waren nicht bereit, Firmware-Aktualisierungen für ältere SSDs bereitzustellen, insbesondere nicht bei der populären Samsung-Evo-Reihe.<ref name="c't 2019-23"/> Die Hersteller gaben stattdessen den Hinweis, auf Softwareverschlüsselung umzusteigen, auch da diese bei Fehlern leichter korrigierbar sei. Microsoft zog daraus die Konsequenz und aktiviert BitLocker bei Windows-Neuinstallationen automatisch und meidet die Hardwareverschlüsselung ab Werk bei Windows 10 Version 1903.<ref name="c't 2019-23"/> Laut der Zeitschrift c’t sind die Leistungseinbußen selbst bei fehlender AES-Beschleunigung „eher messbar als spürbar“.<ref name="c't 2019-23"/>
Weblinks
- FAQ von Microsoft
- BitLocker Drive Encryption im mobilen und stationären Unternehmenseinsatz von Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (PDF; 4,99 MB)
- „Verschlüsseln mit Bitlocker“, PCTipp
Einzelnachweise
<references>
<ref name="heise-2018-11-06">Dennis Schirrmacher: Daten von einigen selbstverschlüsselnden SSDs ohne Passwort einsehbar. In: heise online. 6. November 2018, abgerufen am 3. November 2019.</ref>
<ref name="c't 2019-23">Jan Schüßler: Vertrauen verspielt. BitLocker meidet hardwaregestützte SSD-Verschlüsselung. In: c’t. Nr. 23, 2019, S. 156–157 (heise.de [abgerufen am 3. November 2019]).</ref> </references>