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Blå Jungfrun

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Nationalpark Blå Jungfrun

Gesamtansicht der Insel von Norden
Gesamtansicht der Insel von Norden
Gesamtansicht der Insel von Norden
Blå Jungfrun (Schweden)
Blå Jungfrun (Schweden)
Koordinaten: 57° 15′ 23″ N, 16° 47′ 41″ O
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Lage: Kalmar län, Schweden
Nächste Stadt: Kalmar
Fläche: 1,98 km²
Gründung: 05.02.1926, erweitert 1988

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Die unbewohnte schwedische Insel Blå Jungfrun („Blaue Jungfrau“) liegt im nördlichen Kalmarsund, zwischen der Ostseeküste Schwedens und der Nordspitze der Insel Öland. Die Insel hat eine Fläche von 0,66 km². Ihr höchster Punkt liegt 86 Meter über dem Meeresspiegel. Während der nördliche Teil schroff und kahl ist, ist der südliche Bereich flacher und mit Laubwald bewachsen. Die Insel besteht aus großen, verblockten Gebieten und vom Eis polierten Granitklippen.

Der Granit

Datei:Jättegryta, Blå jungfrun.jpg
Gletschertöpfe auf Blå Jungfrun

Blå-Jungfrun-Granit ist Schwedens südlicher Rapakiwi. Er zeichnet sich durch rotbraune große Alkalifeldspäte in einem pyterlitischen Gefüge aus. Das geographisch und geologisch nächstliegende Gestein, das ein vergleichbares Gefüge hat, ist der Götemaren-Granit. Davon abgesehen finden sich derart deutliche Pyterlitgefüge im Osten der Ålandinseln und auf dem finnischen Festland. Bei den eindrucksvollen Granithöhlen auf Blå Jungfrun handelt es sich um Gletschertöpfe, die als jättegrytor („Riesentöpfe“) bezeichnet werden.

Fauna und Flora

Auf der Insel gab es nie eine sesshafte Bevölkerung. An landbewohnenden Säugetieren sind Feldhasen (seit 1956) und Fledermäuse erwähnenswert. Die ehemalige dort um die Jahrhundertwende ausgesetzte Population an Wildkaninchen starb infolge des kalten Winters 1939/1940 aus. Für die Insel typische Vogelarten sind Gryllteiste, Eiderente und Strandpieper. Eine artenreiche Flechtenflora macht die Inselvegetation interessant.

Volksglaube

Datei:Labyrinth-at-bla-jungfrun.JPG
Labyrinth auf der Insel Blå Jungfrun

Die Insel hatte im südschwedischen Volksglauben eine dem Blocksberg (Brocken) in Deutschland ähnliche Bedeutung, weshalb sie den Beinamen Blåkulla (blå in der Bedeutung von „schwarz“, „dunkel“) erhielt. Im Gegensatz zur deutschen Vorstellung soll der Hexensabbat nicht in der Walpurgisnacht, sondern am Gründonnerstag stattfinden. Die Seefahrer mieden den Platz deshalb lange Zeit.

An der Südspitze der Insel befindet sich ein Labyrinth in Form einer Steinsetzung (trojeborgen, Trojaburg). Die Anlage weist fünfzehn Ringe auf. Sie wurde bereits von Carl von Linné beschrieben. Ihre Bedeutung ist nicht bekannt.

Nationalpark

Die Insel liegt im gleichnamigen Nationalpark Blå Jungfrun, der bei einer Gesamtfläche von 1,98 km² zu 1,32 km² aus Wasser besteht. Das Gebiet konnte mit Hilfe von Spenden des Industriemagnaten Torsten Kreuger erworben und am 5. Februar 1926<ref name="Kartverktyg Skyddat natur">Kartverktyg Skyddat natur. Abgerufen am 24. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> als Nationalpark ausgewiesen werden. 1988 fand eine Erweiterung des Nationalparks statt. Das Gebiet ist auch als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen.<ref>Bevarandeplan för Natura 2000-området Blå Jungfrun (schwedisch; PDF; 187 kB), Länsstyrelsen Kalmar län, 2005.</ref>

Verkehr

Die Insel ist im Sommer mit Ausflugsschiffen von Oskarshamn auf dem Festland oder von Byxelkrok auf Öland aus erreichbar.

Weblinks

Commons: Blå Jungfrun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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