Hämatom
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Ein Hämatom (von Vorlage:GrcS und Vorlage:GrcS) ist ein Blutaustritt aus verletzten Blutgefäßen im Körpergewebe oder eine Blutansammlung in einer vorbestehenden Körperhöhle.<ref>A. Hirner u. a.: Chirurgie. Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-13-130841-9, S. 388 ({{#if: -rGliXwkjkwC
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Die Suffusion oder Blutunterlaufung ist eine flächenhafte Haut- oder Schleimhautblutung nach Verletzung oder bei hämorrhagischer Diathese.<ref>Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 255. Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 1986, ISBN 3-11-007916-X, S. 1621.</ref>
Der meist dasselbe in geringerem Umfang bezeichnende Begriff Sugillation wird auch als flächenhafter und bis zu 30 mm großer Austritt von Blut aus den Kapillargefäßen (Diapedese) in die Haut (Hautblutung) definiert.<ref name="fuessel">H. S. Füeßl, M. Middeke: Anamnese und Klinische Untersuchung. Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 3-13-126884-0, S. 369. {{#if: Ss-1p4eYrmwC
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Als Folgen der Einwirkung stumpfer Gewalt auf den Körper mit länglichen Gegenständen ohne scharfe Kanten auf die Haut entstehen Striemen.
Ein sogenannter Knutschfleck ist eine hypobare (durch Unterdruck erzeugte) Sugillation.<ref name="fuessel" />
Ursache und Verlauf
Hämatome sind meist Blutungsereignisse im subkutanen Bereich, die durch Gewalteinwirkung von außen entstehen, z. B. Stoß, Schlag, Sturz oder nach einer Operation. Sie können stark anschwellen und sehr schmerzhaft sein. Sie können jedoch auch im Falle einer Hämophilie ohne direktes Trauma auftreten. Im Regelfall heilt ein Bluterguss von selbst im Laufe von zwei bis drei Wochen ab. Im Laufe der Heilung treten verschiedene Farben auf, weil die Blutrückstände vom Körper abgebaut werden. Die Phasen sind folgendermaßen zu erklären:<ref>F. Horn: Biochemie des Menschen, Lehrbuch für Medizinstudenten. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005.</ref>
- Rot: die kleinen Gefäße (Kapillaren) platzen auf und das Blut (rot durch Hämoglobin) tritt ins Gewebe.
- Dunkelrot-Blau: das Blut gerinnt.
- Braun-Schwarz: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Choleglobin/Verdoglobin (Gallenfarbstoff).
- Dunkelgrün: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Biliverdin (Gallenfarbstoff) durch die Hämoxygenase (NADPH/H-abhängig).
- Gelb-Braun: enzymatischer Abbau des Hämoglobins zu Bilirubin (Gallenfarbstoff) durch die Biliverdin-Reduktase (NADP/H-abhängig).
Durch sofortiges Kühlen der verletzten Stelle lassen sich der Schmerz und die Ausbreitung eindämmen, weil sich die Blutgefäße dabei zusammenziehen und somit weniger Blut austritt.
Stark anschwellende Hämatome bedürfen schneller ärztlicher, meist operativer Behandlung, um Nekrosen und Hautverlust zu vermeiden.
Hämatome kann man nach ihrer Lage unterscheiden:
- direkt unter der Haut (subkutaner Bluterguss)
- im Muskelgewebe (intramuskulärer Bluterguss)
- in bzw. unter der Knochenhaut (periostaler Bluterguss)
- in bestimmten Körperteilen (etwa in Gelenken oder im Gehirn)
- unter einem Finger- oder Zehennagel (subunguales Hämatom, Nagelhämatom<ref>Peter Altmeyer: Altmeyers Enzyklopädie (Springer-Verlag; Internet): „Unterschiedlich stark ausgeprägte subunguale Blutung. Der Begriff "Nagelhämatom" ist aus ätiopathologischer Sicht unrichtig, da es sich nicht um eine Einblutung in die Nagelplatte handelt, sondern um eine unter der Nagelplatte gelegene (also subunguale) unterschiedlich alte Einblutung. Nagelhämatome haben vor allem eine differenzialdiagnostische Bedeutung, da sie eindeutig von einem subungualen malignen Melanom abgegrenzt werden müssen.“</ref>)
Ein Hämatom unter der Knochenhaut geht mit einem heftigen Schmerz einher; mittelfristig kann es zu druckempfindlichen, u. U. dauerhaft bestehen bleibenden, tastbaren Verhärtungen kommen. Für die Erstversorgung ist die PECH-Regel (Pause – Eis – Compression – Hochlagern) zu beachten; evtl. ist eine gerinnungshemmende Salbe einzusetzen.<ref>Rolf Haaker: Sportverletzungen – was tun? Prophylaxe und sportphysiotherapeutische Behandlung. Springer, 1998, ISBN 978-3-642-58917-1, S. 39 ({{#if: akTJcYbH_R4C
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Gefährlich werden Hämatome im Gehirnbereich (siehe Hirnblutung) sowie innere Hämatome, ebenso bei der Bluterkrankheit oder bei Einnahme von gerinnungshemmenden („blutverdünnenden“) Medikamenten (z. B. Marcumar). In letzterem Falle können Hämatome bereits durch ein Bagatelltrauma bzw. eine Läsion ausgelöst werden. Auch in den (tragenden) Gelenken wie Knie, Sprunggelenk, Hüfte können blutige Gelenkergüsse entstehen und bei wiederholtem Auftreten die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Hämatome in Muskellogen, verursacht z. B. durch einen „Pferdekuss“, können zu einem Kompartmentsyndrom führen und im Extremfall eine Fasziotomie erforderlich machen.<ref>Notoperation bei Nationalspieler Christian Ziege. In: FAZ, 29. Dezember 2002, Sport.</ref>
Beim Krankheitsverlauf des Myelodysplastischen Syndroms treten am ganzen Körper immer mehr Hämatome auf.
Rechtsmedizin
In der Rechtsmedizin sind Suffusionen aus drei Gründen von Bedeutung:
Altersbestimmung
Die Blutunterlaufung verfärbt sich im Laufe der Zeit und nimmt die folgenden Farben an: dunkel-blauviolett (1.–5. Tag), grünlich (6.–8. Tag), gelblich (ab 8. Tag).<ref>Spuren und Merkmale von Gewalt am menschlichen Körper. Powerpoint-Präsentation von Steffen Heide, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; [1], abgerufen am 24. Februar 2022</ref>
Vitale oder postmortale Entstehung
Suffusionen können auch postmortal entstehen, liegen dann jedoch meist an Stellen mit lockerem Zellverband und äußerst selten in festem Muskelgewebe. Farbveränderungen wie oben beschrieben deuten immer auf eine vitale Reaktion hin. Auf diese Weise können in der Rechtsmedizin die Lage des Opfers bzw. Unfallkinematik festgestellt werden.
Rückschluss auf das Tatwerkzeug
Manchmal kann es durch Blutverschiebungen in das umliegende Gewebe zu Abdrücken des Tatwerkzeuges kommen, so z. B. bei Stockhieben (helle Aussparung zwischen den parallel verlaufenden Streifen).<ref>Bleich S. (Herausgeber): Ökologisches Stoffgebiet; F. K. Schattauer Verlagsgesellschaft mbH, 2000, Bildanhang S. 332, ISBN 3-7945-2035-1</ref><ref>Birngruber C.G., Lasczkowski G., Dettmeyer R.B. (2020) Kindesmisshandlung. In: Forensische Verletzungskunde. Springer, Berlin, Heidelberg. doi:10.1007/978-3-642-54279-4_16.</ref>
Siehe auch
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />
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