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Braunschweiger Monogrammist

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Große Gastmahl.jpg
Das Große Gastmahl; Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum
Datei:Braunschweiger Monogrammist 001.jpg
Opfer Abrahams; Paris, Louvre

Der Braunschweiger Monogrammist ist ein namentlich nicht bekannter niederländischer Maler der Renaissance der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Benennung und Frage der Identität

Dieser Notname geht auf das monogrammierte Gemälde Das Große Gastmahl oder Speisung der Fünftausend (eigentlich Das Gleichnis vom großen Gastmahl), zurück, das sich im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig befindet und das charakteristische Monogramm „J.v.A.M.S.L.“ (am vorderen Bildrand auf einem Stein) trägt.<ref>rkd.nl</ref> Der erste, der eine Anzahl von Bildern des Künstlers zusammenstellte, war Wilhelm von Bode. Daraus wurde geschlossen, dass der Meister im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts vermutlich in Antwerpen tätig war. Es ist allerdings nicht gelungen, die Identität des Künstlers widerspruchsfrei zu klären, zumal das Monogramm selbst auch nicht mehr eindeutig lesbar ist, so dass der Künstler nur unter seinem Notnamen bekannt ist. Heute tendieren die Meinungen mehrheitlich dazu, dass es sich um Jan van Amstel handeln könnte. Zunächst wurde er von Oskar Eisenmann mit Jan Sanders van Hemessen<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> identifiziert. Gustav Glück bezweifelte dies bereits 1910 in seinem Beitrag zum Allgemeinen Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, auch wenn er diesem eine nahe stilistische Verwandtschaft zusprach. Dies sei aber vermutlich darauf zurückzuführen, dass beide Künstler derselben Antwerpener Schule angehörten. Das Monogramm auf dem Braunschweiger Bild sei zudem oftmals, so unter anderem von Felix Graefe, {{

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}}. Vielmehr vermutete Glück, der Braunschweiger Monogrammist sei mit Jan van Amstel identisch.<ref name="Amstel">Vorlage:ThiemeBecker/core</ref>

Silke Gatenbröcker, Kustodin des Museums, fasst den Erkenntnisstand über das bekannte Œuvre des Monogrammisten mit folgenden Worten zusammen:

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Kunsthistorische Einordnung und Stil

Neben genrehaften Bildthemen stellte der Künstler auch biblische Szenen dar.<ref>Matthias Ubl: Der Braunschweiger Monogrammist. Wegbereiter der niederländischen Genremalerei vor Bruegel. Petersberg 2014.</ref> Als Vorläufer von Pieter Bruegel d. Ä. war er vermutlich von großem Einfluss auf dessen Realismus.

Der Braunschweiger Monogrammist fällt durch kleinfigurige Darstellungen biblischer Stoffe auf, die er in zeitgenössische Volksszenen wandelt. Er bevorzugte für seine Sittenbilder Schilderungen öffentlicher Häusern, Bordellen oder Spielhöllen. Die biblischen Szenen stammen überwiegend aus der Leidensgeschichte Christi. So wurde ihm ein Einzug Christi in Jerusalem, eine Kreuztragung Christi oder ein Ecce homo zugeschrieben. Er ordnete seine kleinen Figuren geschickt zu ungezwungen Gruppen zusammen, zeigte Kenntnisse in der Darstellung der Perspektive und der landschaftlichen Gegebenheiten. Gelobt wurde die naturgetreue Wiedergabe der Bewegung seiner Gestalten. Sein künstlerischer Einfluss wurde neben Cornelis Metsys (Massys) und Herri met de Bles genannt, die eine wichtige Rolle in der Entwicklungsgeschichte der niederländischen Landschafts- und Genremalerei einnahmen.<ref>Vorlage:ThiemeBecker/core</ref>

Monogramm

Silke Gatenbröcker zufolge:

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Das Monogramm wurde von Wilhelm von Bode in seinen Studien zur Geschichte der holländischen Malerei abgedruckt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Gustav Glück beschrieb das Monogramm wie folgt:

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Werke

Datei:1537 Braunschweiger Monogrammist Bordellszene anagoria.JPG
Bordellszene, 1537; Gemäldegalerie, Berlin

Neben dem bereits erwähnten Gemälde Das Große Gastmahl (Speisung der Armen nach dem Gleichnis vom grossen Abendmahle) befindet sich ein weiteres Werk dieses Malers im Herzog-Anton-Ulrich-Museum, Abseits der Kirmes (Juda und Thamar).<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Andere sind im Rijksmuseum in Amsterdam, im Pariser Louvre, im Städel in Frankfurt am Main,<ref>Braunschweiger Monogrammist – Bordellszene im Sammlungsindex des Städels.</ref> in der Gemäldegalerie in Berlin und im Kunstmuseum Basel zu finden.

Die Bordellszene, auch Lockere Gesellschaft genannt, befindet sich in Berlin und entstand ca. um 1540. Vor allem die vielen Anschriften an der Wand sind auffallend und deuten auf die moralisierende Bedeutung des Bildes. Der Satz „Dat dinck dat di dochter dalen“ beispielsweise kann mit „Das Ding, das die Tochter niedersinken lässt“ und spielt auf die verlorene Unschuld der Frauen an.<ref>Matthias Ubl: Der Braunschweiger Monogrammist. Wegbereiter der niederländischen Genremalerei vor Bruegel. Petersberg 2014, S. 323.</ref> Dabei bilden erigierte männliche Geschlechtsorgane die Buchstaben D des Satzes.

Literatur

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  • Simone Bergmans: Le problème du Monogrammiste de Brunswick. In: Königliche Museen der Schönen Künste (Hrsg.): Bulletin. 1965, S. 143–162 (französisch, fine-arts-museum.be PDF).
  • Silke Gatenbröcker, Andreas W. Vetter: Kein Tag wie jeder andere. Fest und Vergnügen in der niederländischen Kunst, ca. 1520–1630. Ausstellung im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, 12. September bis 8. Dezember 2002. Braunschweig 2002, ISBN 3-922279-56-2, S. 11–13.
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  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • Dietrich Schubert: Die Gemälde des Braunschweiger Monogrammisten. Ein Beitrag zur Geschichte der niederländischen Malerei des 16. Jahrhunderts. DuMont-Schauberg, Köln 1970, ISBN 3-7701-0550-8.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • Matthias Ubl: Der Braunschweiger Monogrammist. Wegbereiter der niederländischen Genremalerei vor Bruegel. Imhoff, Petersburg 2014, ISBN 978-3-7319-0030-6.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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