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Bronzequoll

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Bronzequoll
Systematik
Unterklasse: Beuteltiere (Marsupialia)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Gattung: Beutelmarder (Dasyurus)
Art: Bronzequoll
Wissenschaftlicher Name
Dasyurus spartacus
Van Dyck, 1988

Der Bronzequoll<ref name="Wrobel" /> (Dasyurus spartacus, Syn.: Satanellus spartacus (Van Dyck, 1987)) ist eine Beuteltierart aus der Gattung der Beutelmarder, die auf Neuguinea endemisch ist. Das Artepitheton spartacus, nach dem römischen Sklaven und Gladiator Spartacus, bezieht sich auf die Wildheit des Raubbeutlers.<ref name="Dictionary" /> Über die scheue Art ist nur wenig bekannt.<ref name="IUCN" />

Beschreibung

Der Bronzequoll ist ein mittelgroßer, jedoch gedrungener Beutelmarder. Von den anderen Dasyurus-Arten unterscheidet er sich unter anderem durch die extrem schmale Schnauze, den verkürzten Großzeh (Hallux) und die kleinen Ohren. Der Bronzequoll ist dunkel goldbraun gefärbt, hat dunkel goldbronzene Füße und einen dunkelbraunen Schwanz, der am basalen Drittel kurz behaart ist und zur Spitze hin buschiger wird. Von der Stirn bis zum Hinterteil trägt er kleine, maximal 6,5 mm durchmessende, zufällig verteilte, weiße Flecken. Unterseits, am Schwanz sowie an den Vorder- und Hinterfüßen fehlen die Flecken.<ref name="Dyck" /> Er erreicht ausgewachsen eine Kopf-Rumpf-Länge von 305 bis 380<ref name="Dyck" /> mm, sein Schwanz erreicht mit etwa 80 % der Kopf-Rumpf-Länge eine Länge von 250 mm und mehr.<ref name="Nowak"/>

Die äußerlichen Unterschiede des Bronzequolls zu den anderen Dasyurus-Arten bestehen unter anderem in der Körpergröße und der Länge des Großzehs. Während dem Tüpfelbeutelmarder (Dasyurus viverrinus) der Hallux fehlt, ist er bei Dasyurus spartacus verkümmert und 58 % kleiner als bei dem Schwarzschwanz-Beutelmarder (Dasyurus geoffroii).<ref name="Dyck" />

Verbreitung

Datei:Bronze Quoll.jpg
Verbreitungsgebiet des Bronzequolls (Dasyurus spartacus)

Das Verbreitungsgebiet des Bronzequolls ist die Trans-Fly-Ökoregion im Süden von Neuguinea. Das Gebiet beinhaltet den Nationalpark Wasur Rawa Biru in der indonesischen Provinz Papua und das Schutzgebiet Tonda Wildlife Management Area (Papua-Neuguinea). Sichtungen aus den Gebieten nördlich des Flusses Fly liegen nicht vor, obwohl dort stellenweise geeigneter Lebensraum vorhanden ist.<ref name="IUCN" /> Die Typlokalität ist Morehead, weitere Sammlungsexemplare stammen aus Mari und Mibini.<ref name="Dyck" />

Lebensweise und Lebensraum

Die Art ist ein nachtaktiver Räuber baumbestandener Savannen. Sie kommt vermutlich bis in Höhen von 200 m vor, es sind allerdings nur Sichtungen bis 60 m Höhe bekannt. Während der Regenzeit wird ein Großteil der tiefer liegenden Gebiete überschwemmt und das Habitat des Bronzequolls und seiner Beutetiere auf kleinere „Inseln“ reduziert. Es wurden Exemplare beim Plündern von Hühnerställen gefangen und es gibt einen Bericht von Einheimischen, die ein weibliches Tier mit Jungen in einer neu ausgegraben, leeren Plumpsklogrube gefunden haben. Ansonsten ist nur wenig über die Art bekannt.<ref name="IUCN" />

Gefährdung

Nach lokalen Berichten soll die Art in Teilen der Trans-Fly-Ökoregion häufig sein, bekannt ist sie nur durch 12 Museumsexemplare. Vier Exemplare wurden 1991 von P. A. Woolley gesammelt. Sieben Wochen Nachstellen mit 100 bis 150 Fallen je Nacht in der Trans-Fly Region 2006 erbrachten nur 12 Tiere. Acht davon wurden in Fallen und vier durch lokale Jäger gefangen.<ref name="IUCN" />

Aufgrund der eingeschränkten Verbreitung über etwa 26.600 km² und obwohl wenig über den Bronzequoll bekannt ist, scheint sicher, dass es weniger als 10.000 geschlechtsreife Exemplare gibt. Durch Rückschlüsse auf Dasyurus-Arten in Australien scheint ein Rückgang der Bestandsgröße plausibel. Allerdings gibt es nicht genügend Informationen um die Art als gefährdet einzustufen, sie wird deshalb auf von IUCN auf der Vorwarnliste (Near Threatened, NT) geführt.<ref name="IUCN" />

Taxonomie

Bis 1979 galt der Fleckenbeutelmarder (Dasyurus albopunctatus) als einziger Beutelmarder Papua-Neuguineas. In diesem Jahr wurden die Ergebnisse einer Bestandsaufnahme von Säugetieren von 1972 bis 1973 in der Trans-Fly veröffentlicht, bei der fünf Beutelmarder, damals noch dem Schwarzschwanz-Beutelmarder (Dasyurus geoffroii) zugeordnet, gesammelt wurden. Zum ersten Mal untersucht und als eigene Art anerkannt, wurde sie allerdings erst im Jahre 1988 durch den Zoologen Stephen Van Dyck, der im Queensland Museum arbeitete.<ref name="Shuker" /><ref name="Wilson & Reeder 2005" /> Ihm standen zur Beschreibung dieser Art fünf Exemplare zur Verfügung: Zwei adulte Männchen, ein adultes Weibchen sowie ein männliches und ein weibliches Jungtier.<ref name="Dyck" /> Genetisch scheinen Dasyurus spartacus und Dasyurus albopunctatus am nächsten mit Dasyurus geoffroii verwandt zu sein. Die Verwandtschaft erschließt sich nicht intuitiv, Plattentektonik sowie steigende und fallende Meeresspiegel könnten aber helfen, diese Beziehung zu erklären.<ref name="Firestone" />

Weblinks

Commons: Dasyurus spartacus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Colin Groves In: D. E. Wilson, D. M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  • Karl Shuker: The Lost Ark: New and Rediscovered Animals of the 20th Century. HarperCollins Publishers, 1993, ISBN 0-00-219943-2.
  • T. F. Flannery: Mammals of New Guinea. Reed Bücher, Chatswood, New South Wales 1995, ISBN 0-7301-0411-7.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dyck">Stephen van Dyck: The Bronze Quoll, Dasyurus spartacus (Marsupialia: Dasyuridae), a new species from the savannahs of Papua New Guinea. In: Australian Mammalogy. 11, 1987, S. 145–156.</ref> <ref name="Dictionary">Ronald Strahan, Pamela Conder: Dictionary of Australian and New Guinean Mammals. Csiro Publishing, 2007, ISBN 978-0-643-10006-0.</ref> <ref name="Wrobel">Murray Wrobel: Elsevier's Dictionary of Mammals. Elsevier Science, 2006, ISBN 0-444-51877-0, S. 138.</ref> <ref name="Shuker">Karl Shuker: The Lost Ark: New and Rediscovered Animals of the 20th Century. HarperCollins Publishers, 1993, ISBN 0-00-219943-2, S. 91.</ref> <ref name="Firestone">Karen Firestone: Population genetics of New Guinean quolls. University of New South Wales. Version im Internet Archive, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 18. September 2006 im Internet Archive), abgerufen am 6. August 2013.</ref> <ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2014.3. Eingestellt von: T. Leary et al., 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Nowak">Ronald M. Nowak: Walker's Marsupials of the World. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 978-0-801-88222-7, S. 112.</ref> <ref name="Wilson & Reeder 2005">Dasyurus spartacusi. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive). 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.</ref> </references>