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Brotenaubach

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Vorlage:Infobox Fluss

Der Brotenaubach ist ein gut 7 km langer Bach im Nordschwarzwald im Landkreis Rastatt und an dessen Ostgrenze zum Landkreis Calw, der sich etwas östlich des Wohnplatzes Dürreych von Gernsbach von rechts und Südwesten mit dem linken und kleineren Dürreychbach zur Eyach vereint. Sein Tal ist die Brotenau.

Etymologie

Der Name des Bachs ist von dem des Tals abgeleitet, der in alten Landkarten als Breitenau eingetragen ist. Dessen Name ist gebildet aus dem adjektivischen Bestimmungswort breit, das im Schwäbischen der Gegend als [[[:Vorlage:IPA]]] ausgesprochen wird, und dem Grundwort Au, es bezeichnet also eine breite Aue.

Geographie

Verlauf

Der Brotenaubach entsteht im westlichen Staatswald Kaltenbronn dicht an der Wasserscheide zum Tal des Reichenbachs im Westen zwischen dem Hohloh (Vorlage:Höhe) im Südwesten und dem Langmartskopf (Vorlage:Höhe) im Norden am Sattel Teufelsgrab auf etwa Vorlage:Höhe bei der Kreuzlehütte auf der Gemarkung Reichental der Stadt Gernsbach.

Die ersten etwa 800 Meter läuft er ostwärts und tieft seine anfängliche Laufmulde zu einem Tal ein, bis er bei der ersten Tallichtung auf etwa Vorlage:Höhe seinen rechten Oberlauf Rossstallgraben aufnimmt, der selbst aus dem Moor Mannsloh ausfließt, aber mit seinem rechten Zufluss Seegraben auch noch den Wildsee und das umgebende große Hochmoor zum Teil entwässert. Danach wendet der Brotenaubach seinen Lauf auf Nordosten. Weiter abwärts in der nächsten, länglichen Tallichtung passiert er den ehemaligen Wohnplatz Brotenau an seinem Ufer. Danach fließt wiederum von rechts das Rotwasser aus dem Südsüdwesten zu, es entwässert das Wildseemoor an dessen Ostseite. Ab der Rotwassermündung bildet der Brotenaubach die Grenze zwischen Gernsbach und dem östlich gelegenen Bad Wildbad im Landkreis Calw.

Der letzte große Zufluss Lehenbächle, mit 2,2 km der längste und mit 2,2 km² auch der einzugsgebietsreichste, mündet wiederum von rechts schon gegenüber der Großen Wiese, an deren Nordostspitze der Brotenaubach weniger als einen halben Kilometer weiter abwärts auf etwa Vorlage:Höhe mit dem aus dem Westsüdwesten heranziehenden Dürreychbach zur Eyach zusammenläuft.

Der Brotenaubach ist 7,1 km lang und hat auf dem Hauptstrang ein Gefälle von etwa 326 m (ca. 45 ‰). Die oberen Zuläufe entstehen auf bis zu Vorlage:Höhe.

Einzugsgebiet

Das 15,1 km² große Einzugsgebiet des Brotenaubachs erstreckt sich von etwas südlich des Brotenaubachursprungs bis zu seiner Mündung etwa sechs Kilometer weit und erreicht quer dazu eine Breite von bis etwa zweidreiviertel Kilometer. Es ein bis auf wenige kleine Lichtungen geschlossenes Waldgebiet.

An der gesamten nordwestlichen Wasserscheide grenzt das Einzugsgebiet des Dürreychbachs an. An der östlichen, südöstlichen und südlichen fließen jenseits nacheinander deren Nebenflüsse Rennbächle, Güterbächle, Rollwasserbach ungefähr ostwärts und von links zur Großen Enz, zuletzt noch der Kegelbach. Alle diese Konkurrenten entwässern also ebenfalls letztlich in die Enz. Nur hinter der westlichen Wasserscheide entwässert der Reichenbach westwärts zur Murg, weshalb sie hier ein Abschnitt der größeren Wasserscheide zwischen Rhein im Westen und Neckar im Osten ist. Nahe dem Einzugsgebietsdreieck von Reichenbach, Dürreychbach und Brotenaubach liegt auch der mit etwa Vorlage:Höhe höchste Punkt des Brotenaubach-Einzugsgebiets.

Das Einzugsgebiet liegt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Es umfasst Teile des Natur- und Waldschutzgebietes Kaltenbronn mit Bann- und Schonwäldern sowie Teilen des Naturschutzgebietes um das Wildseemoor. Der obere Teil des Naturschutzgebietes Eyach- und Rotenbachtal verläuft als Band entlang dem Brotenaubach. Die Landschaftsschutzgebiete Mittleres Murgtal auf Gernsbacher und Großes und Kleines Enztal mit Seitentälern auf Bad Wildbader Seite nehmen gesamthaft die nicht unter Naturschutz stehenden Flächen ein und überschneiden sich mit den Waldschutzgebieten. Weitere Überschneidungen gibt es mit dem FFH-Gebiet Kaltenbronner Enzhöhen und dem Vogelschutzgebiet Nordschwarzwald. Bis auf kleine Randbereiche liegt das Einzugsgebiet auch im Wasserschutzgebiet Eyachspeicher.<ref name="Schutzgebiete" group="LUBW" />

Das ganze Gebiet zählt naturräumlich zum Unterraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen des Schwarzwaldes.<ref name="BfL-170" />

Zuflüsse

Tabelle der Zuflüsse auch höherer Ordnung und zusätzlich einiger wichtiger Teilstränge. Stationierung und Gewässerlänge<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW" />, Einzugsgebiet<ref name="TK-abgemessen-EZG" group="LUBW" /> und Höhe<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW" /> nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Zum Vergleich wurden auch die Daten des Brotenaubachs selbst mit aufgenommen.

Direkte und indirekte Zuflüsse des Brotenaubachs
Stat.<ref group="Z">Stationierung, die Entfernung von der Mündung des aufnehmenden Gewässers aufwärts bis zu diesem Zufluss.</ref>
[m]
Name GKZ<ref group="Z">Gewässerkennzahl, in Deutschland die amtliche Fließgewässerkennziffer; mit eingefügtem Trenner hinter dem Präfix, das einheitlich für den allen gemeinsamen Vorfluter steht.</ref> von Vorfluter Länge
[km]
EZG
[km²]
Mündung Quelle
Lage
 
Höhe
[m ü. NHN]
Lage
 
Höhe
[m ü. NHN]
5.789 Brotenaubach bis Rossstallgraben 23842Vorlage:0 n. a. = Brotenaubach 1,4 Vorlage:01,5 Kreuzlehütte 894Vorlage:0
5.789 Rossstallgraben<ref group="Z">Der StrangBrotenaubach→Rossstallgraben→Seegraben ist 7,2 km lang</ref> 23842-12Vorlage:0 rechts → Brotenaubach 1,3 Vorlage:01,1 Salmannsloh/Rossstall/Lehklinge 778Vorlage:0 Mannsloh 926Vorlage:0
Vorlage:0398     Rossstallgraben bis Seegraben 23842-12Vorlage:0 n. a. = Rosstalgraben 0,9 Vorlage:00,5 Mannsloh 926Vorlage:0
Vorlage:0398 Seegraben 23842-122 rechts → Rosstalgraben 1,1 Vorlage:00,4 Rossstallloch 815Vorlage:0 Wildsee 909Vorlage:0
2.911 Rotwasser<ref group="Z">Länge ab Moorauslauf</ref> 23842-14Vorlage:0 rechts → Brotenaubach 2,0 Vorlage:02,4 Rotwasserhütte 660Vorlage:0 Weißenstein-
hütte
884Vorlage:0
Vorlage:0336 (Bach von Altlochquelle) 23842-142 links → Rotwasser 0,7 Vorlage:00,3 ggü. Rotwasser 700Vorlage:0 Osthang Hornberg 830Vorlage:0
1.841 (Bach aus dem Gewann Lochbrunnen) 23842-16Vorlage:0 links → Brotenaubach 0,9 Vorlage:00,9 ggü. Brotenau 617Vorlage:0 Osthang Häuserberg 760Vorlage:0
Vorlage:0466 Lehenbächle 23842-18Vorlage:0 rechts → Brotenaubach 2,2 Vorlage:02,2 Große Wiese 578Vorlage:0 Lehenbrückle 822Vorlage:0
Vorlage:00 Brotenaubach<ref name="BEZG-EZG" group="LUBW" /> 23842Vorlage:0 n. a. → Eyach 7,1 15,1 Große Wiese 568Vorlage:0 Kreuzlehütte 894Vorlage:0

<references group="Z" />

Brotenau

Datei:Ausblick vom Hohlohturm (Kaiser-Wilhelm-Turm) - panoramio (3).jpg
Blick vom Hohlohturm über das Hochplateau des Hohloh mit dem Einschnitt der Brotenau am Horizont
Datei:Kaltenbronn (Gernsbach), Blick nach Dobel.JPG
Die Brotenau von oberhalb der Rotwasser-Einmündung gesehen, Blick bis ins Eyachtal und nach Dobel

Das Brotenau genannte Kerbtal des Brotenaubachs liegt überwiegend im Mittleren Buntsandstein, im Mündungsbereich tritt Rotliegend zu Tage. Eiszeitliche Karbildungen prägen die nord- bis ostgerichteten Talhänge. Die bei den Zuflüssen genannten Bäche von der Altlochquelle und aus dem Gewann Lochbrunnen entwässern etwa solche Karmulden. Der Bach wurde im 18. und 19. Jahrhundert für die Scheiterholzflößerei genutzt; der Zufluss über den Seegraben vom Wildsee diente hierzu als Schwallwasser.

Der Wohnplatz Brotenau von Gernsbach, ein 2011 abgerissenes Einzelanwesen im mittleren Tal, war der einzige Siedlungsplatz darin.

Einzelnachweise

LUBW

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet des Brotenaubachs
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Vorlage:GeoQuelle <references group="LUBW"> Höhe:

   <ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW">Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>

Länge:

   <ref name="GeNe-Länge" group="LUBW">Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN).</ref>

EZG:

   <ref name="BEZG-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).</ref>
   <ref name="TK-abgemessen-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>

Sonstige:

   <ref name="Schutzgebiete" group="LUBW">Schutzgebiete nach den einschlägigen Layern, Natur teilweise nach dem Layer Biotop.</ref>

</references>

Andere Belege

<references>

   <ref name="BfL-170">Vorlage:GeoQuelle</ref>

</references>

Literatur

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7216 Gernsbach

Weblinks