Burg Burglengenfeld
| Burglengenfeld | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Burganlage | ||||||
| Alternativname(n) | Burg Lengenfeld | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Burglengenfeld | |||||
| Entstehungszeit | 11. Jahrhundert | |||||
| Burgentyp | Höhenburg | |||||
| Erhaltungszustand | in wesentlichen Teilen erhalten | |||||
| Geographische Lage | 49° 13′ N, 12° 3′ O
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| Höhenlage | 427 m ü. NN | |||||
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Die Burg Burglengenfeld oder historisch Burg Lengenfeld ist eine Höhenburg auf 427 m ü. NN oberhalb der heutigen Stadt Burglengenfeld in der Oberpfalz. Sie ist „Bayerns besterhaltene Burganlage“<ref name="zeune227">Joachim Zeune: Burgen in Bayern in Horst Wolfgang Böhme: Burgen der Salierzeit, Teil 2: In den südlichen Landschaften des Reiches (Siehe Literatur), S. 227</ref> der Salierzeit. In der in Privatbesitz befindlichen Anlage ist heute ein „heilpraktisches Zentrum“ untergebracht. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6738-0206 im Bayernatlas als „archäologische Befunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Bereich der Burganlage Burglengenfeld“ geführt. Ebenso ist sie unter der Aktennummer D-3-76-119-1 als denkmalgeschütztes Baudenkmal von Burglengenfeld verzeichnet.
Geschichte der Burg
Der heute sichtbaren steinernen Burg ging vermutlich ein Erdwerk aus Wällen und Palisaden voraus.<ref name="zeune230">Joachim Zeune: Burgen in Bayern in Horst Wolfgang Böhme: Burgen der Salierzeit, Teil 2: In den südlichen Landschaften des Reiches (Siehe Literatur), S. 230</ref><ref name="stadtburglengenfeld"/> Erste Hinweise auf die Herren von Lengenfeld, bzw. auf die nach aktueller Terminologie sogenannten Herren von Pettendorf, Lengenfeld und Hopfenohe, sind für das 9. und 10. Jahrhundert noch ungesichert, urkundlich nachgewiesen sind diese für die Zeit ab 1050.<ref> siehe zu den Herren von Lengenfeld Wilhelm Störmer: Lengenfeld, Herren von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Unter ihnen dürften um 1100 zunächst der zentrale Rundturm und die Ringmauer mit Toranlage erbaut worden sein. 1119/1120 starb Graf Friedrich III. von Lengenfeld, woraufhin die Burg an die Wittelsbacher fiel. Insbesondere Pfalzgraf Otto V. von Bayern ließ kurz nach dem Erwerb die Burg weiter verstärken und dürfte somit auch den Bau des Sinzenhofer Turms zur Sicherung der Toranlage veranlasst haben.<ref name="zeune217">Joachim Zeune: Burgen in Bayern in Horst Wolfgang Böhme: Burgen der Salierzeit, Teil 2: In den südlichen Landschaften des Reiches (Siehe Literatur), S. 217</ref>
Nachdem die Burg 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg beschädigt worden war, wurde sie dem dann neu geschaffenen Wittelsbacher Herzogtum Pfalz-Neuburg zugeschlagen. 1777 beerbte die Linie Pfalz-Neuburg die bayerische Linie des Hauses Wittelsbach, die Burg war damit im Besitz des bayerischen Herzogs. 1806 wurde nach dem Verkauf der Anlage mit deren Abriss begonnen, dem unter anderem die Kernburg zum Opfer fiel.<ref name="pfistermeister"/> 1814 wurde dieser allerdings auf Veranlassung des Kronprinzen Ludwigs I. wieder gestoppt. 1967 kaufte Erich Heuser die Burg und richtete dort ein „heilpädagogisches Zentrum“ ein.
Beschreibung
Die Burganlage liegt auf einem Bergrücken. Die gesamte Anlage umfasst etwa 1,8 bis 2,36 Hektar<ref name="zeune227"/><ref name="stadtburglengenfeld">Homepage der Stadt Burglengenfeld</ref>. Die erhaltenen Teile dieser Anlage umfassen zum einen zwei Wohntürme, einen zentralen Rundturm, den so genannten „hohen, runden Turm“ sowie den rechteckigen, „Sinzenhofer Turm“, beide vermutlich aus salischer Zeit, damit wären sie Bayerns besterhaltene Türme dieser Epoche<ref name="zeune215_219">Joachim Zeune: Burgen in Bayern in Horst Wolfgang Böhme: Burgen der Salierzeit, Teil 2: In den südlichen Landschaften des Reiches (Siehe Literatur), S. 219 bzw. S. 215</ref>. Der Sinzenhofer Turm steht dabei direkt neben der östlichen Toranlage. Daneben hat sich auch die 800 Meter lange Ringmauer erhalten. Toranlage und Ringmauer sind ebenfalls salischen Ursprungs. Im Süden findet sich der kleinere „Pulverturm“ aus staufischer Zeit. Daneben sind der später erbaute „Getreidekasten“ und andere Wirtschaftsgebäude erhalten. Von weiteren Bauten aus späterer Zeit existieren teils noch Fundamente und Keller.<ref name="pfistermeister">Ursula Pfistermeister, Burgen und Schlösser der Oberpfalz (siehe Literatur), S. 118</ref>
Literatur
- Horst Wolfgang Böhme: Burgen der Salierzeit, Teil 2: In den südlichen Landschaften des Reiches. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1992, ISBN 3-7995-4134-9, S. 212 ff.
- Silvia Condreanu-Windauer, Uta Kirpal, Andreas Boos, u. a.: Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 44: Amberg und das Land an Naab und Vils. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1877-3, S. 111–114.
- Ursula Pfistermeister: Burgen und Schlösser der Oberpfalz. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1988, ISBN 3-7917-0876-7, S. 118.
- Ursula Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1974, ISBN 3-7917-0394-3, S. 84.
- Alois Schmid: Die Herren von Pettendorf – Lengenfeld – Hopfenohe. In Ferdinand Kramer; Wilhelm Störmer (Hrsg.), Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2005. ISBN 376966874X, S. 319–340.
- Wilhelm Störmer: Lengenfeld, Herren von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Burglengenfeld auf der Seite des Hauses der bayerischen Geschichte
- teilweise erhaltene Burg Burglengenfeld, Lengenfeld in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum
- Geschichte der Burg auf der Seite der Stadt Burglengenfeld
- Burglengenfeld auf der Seite des in der Burg untergebrachten heilpädagogischen Instituts "die Burg"
Einzelnachweise
<references />
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