Burg Oberaufseß
Die Burg Oberaufseß ist eine Höhenburg über dem Tal der Aufseß im Gemeindeteil Oberaufseß der oberfränkischen Gemeinde Aufseß.<ref name="BOöaSiT">Burg Oberaufseß öffnet am Sonntag ihre Tore</ref>
Geografie
Oberaufseß befindet sich im Westen des Landkreises Bayreuth, etwa einen halben Kilometer nordnordwestlich von Aufseß. Die Burg liegt am westlichen Rand des Aufseßtals auf einer Höhe von 429 Metern.
Baubeschreibung
Die Burg besteht aus einem als Schloss bezeichneten Wohngebäude an der südöstlichen Ecke und ehemaligen Wirtschaftsgebäuden. Die gesamte Anlage ist von einer Außenmauer umgeben, die an den Ecken durch vier Rundtürme verstärkt ist. Das Torhaus liegt an der Nordseite der Anlage. An der stumpfwinkligen Südseite befindet sich ein weiterer, bastionsartig ausgebauter Turm.
Geschichte
Der Name Oberaufseß wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1326 erwähnt. Dabei bezieht sich der Name jedoch nicht auf eine Burg, sondern nur auf das Gebiet.
Im Jahr 1676 kam die Burg Aufseß, später auch Unteraufseß genannt, an die Brüder Friedrich und Karl Heinrich von Aufseß. Aufgrund von Streitigkeiten unter diesen beiden – die Familie hatte sich im 17. Jahrhundert in eine evangelische und eine katholische Linie aufgespalten – ließ Karl Heinrich ab 1690 die Burg Oberaufseß erbauen. Zunächst wurde die stark befestigte Anlage als Carolsburg bezeichnet. Zwischen den Mitgliedern der beiden Linien kam es zu Schusswechseln; 1692 versuchten katholische Bamberger Truppen vergeblich, die Carolsburg zu erobern. Im 19. Jahrhundert starb die katholische Linie der von Aufseß aus, und der Familienbesitz wurde wiedervereinigt.<ref>Herbert Liedel, Thomas Hutz: Fränkische Schweiz erleben. 1. Auflage. Elmar Hahn, Veitshöchheim 2007, ISBN 978-3-928645-40-9, S. 105.</ref> Die Burg ist nach wie vor Eigentum der Freiherren von und zu Aufseß und dient der Familie als Wohnsitz.
Bekannte Bewohner
- Friedrich Wilhelm von Aufseß, Regierungsrat
- Hans von und zu Aufseß, Altertumsforscher und Gründer des Germanischen Museums (heute Germanisches Nationalmuseum) in Nürnberg.
- Hans Max von Aufseß, Schriftsteller
-
Burgmauer, 2006
-
Burg Oberaufseß von Süden, 2011
-
Weg in der ehemaligen Parkanlage, 2011
-
Lindenallee zum Hugoturm, 2017
Literatur
- Kai Kellermann: Herrschaftliche Gärten in der Fränkischen Schweiz – Eine Spurensuche. Verlag Palm & Enke, Erlangen/Jena 2008, ISBN 978-3-7896-0683-0, S. 138–149.
- Toni Eckert, Susanne Fischer, Renate Freitag, Rainer Hofmann, Walter Tausendpfund: Die Burgen der Fränkischen Schweiz – Ein Kulturführer. Gürtler Druck, Forchheim 1997, ISBN 3-9803276-5-5, S. 108–110.
- Gustav Voit, Walter Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz – Auf den Spuren des Zeichners A. F. Thomas Ostertag. 2. Auflage. Verlag Palm & Enke, Erlangen 1991, ISBN 3-7896-0064-4, S. 136–138.
- Hellmut Kunstmann: Die Burgen der nordwestlichen und nördlichen Fränkischen Schweiz. Nachdruck der Auflage von 1972. Kommissionsverlag Degener & Co, Neustadt an der Aisch 2000, ISBN 3-7686-9265-5, S. 78–85.
- Hans Max von Aufseß: Don Quijote in Franken. Romantik und Wirklichkeit der fränkischen Schlösser. Illustrationen von Prof. Hanns Erich Köhler. Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 1965, DNB 57206814X.
- Hans Max Freiherr von und zu Aufseß, Erna Lendvai-Dircksen: Burg Aufseß. Lebensbild einer fränkischen Ritterburg. Eigenverlag der Familie von Aufseß, 1956, OCLC 260054766.
- Ernst Freiherr von und zu Aufseß: Geschichte von Oberaufseß. o. O. 1890, DNB 579116654.
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website Schloss Oberaufseß ( vom 24. März 2018 im Internet Archive)
- Lage von Oberaufseß im BayernAtlas (Abgerufen am 1. Juni 2017)
- Oberaufseß bei fraenki-schweiz.jimdofree.com
Fußnoten
<references />
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