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Burgruine Elsterberg

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Burgruine Elsterberg
Datei:Castle ruin of elsterberg.jpg
Schloss-Ruine Elsterberg

Schloss-Ruine Elsterberg

Staat Deutschland
Ort Elsterberg
Burgentyp Ortslage
Erhaltungszustand Rundtürme, Mauerreste, Kellergewölbe, Brunnen
Ständische Stellung Adlige
Geographische Lage 50° 37′ N, 12° 10′ OKoordinaten: 50° 36′ 34,5″ N, 12° 10′ 14,8″ O
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Burgruine Elsterberg (Sachsen)
Burgruine Elsterberg (Sachsen)
Datei:Elsterberg Burgruine 02.jpg
Ruine der Burg Elsterberg

Die Burgruine Elsterberg in einem Bogen der Weißen Elster und am Nordrand der Altstadt von Elsterberg gelegen,<ref name='WdH 327-329'>Vorlage:Landschaften in Deutschland</ref> ist die größte Ruine einer Burg im Vogtland in Sachsen.

Vorausgegangen war ihr eine andere Burg, etwa 400 Meter von der jetzigen Ruine entfernt, über der Mündung des Tremnitzbachs in die Elster, genannt „das Alte Haus“. In der Zeit von 1200 bis 1225 errichteten die Herren von Lobdeburg eine neue Burganlage, die mit 1,5 Hektar bebautem Areal eine der größten Festungen in Sachsen war. Der Legende nach sollen die beiden Burgen über unterirdische Gänge und eine lederne Brücke (Leiterbrücke) miteinander verbunden gewesen sein.

Das Lehnbuch Friedrich des Strengen (Wettiner) von 1349/1350 weist unter den Herren und Edlen des Osterlandes (terra Orientali) „Hermannus et Hermannus de Elstirberg“ aus<ref>Otto Posse: "Die Urahnen des Fürstlichen und Gräflichen Hauses Schönburg", Dresden 1914, Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch-Stiftung, Lehnbuch Friedrich des Strengen S. 5</ref>. Dabei handelt es sich um Mitglieder der gräflichen Familie Lobdeburg.

Die Burg wurde im Vogtländischen Krieg 1354 zerstört und danach bis 1366 wieder aufgebaut. Sie besitzt eine doppelte Ringmauer von beachtlicher Stärke sowie fünf Wachtürme und war Mittelpunkt der Herrschaft Elsterberg. Drei der Türme sind in guter Erhaltung. Das ehemalige Hauptgebäude hatte einen weit überwölbten Rittersaal mit einer Freitreppe. Ein 1932 freigelegter und einstmals angeblich 26 Meter tiefer Burgbrunnen versorgte die Schlossbewohner mit Wasser.

Den Zustand der gotischen Burg nach dem Wiederaufbau von 1366 zeigt eine erhaltene Abbildung aus der Zeit um 1580. Eine weitere Abbildung von Ort und Burg stammt aus der Zeit um 1725 und belegt den zwar begonnenen Verfall als Folge des Dreißigjährigen Krieges, aber dennoch vorhandene umfangreiche Gebäudesubstanz zu dieser Zeit. Der Elsterberger Burgbesitzer Heinrich von Bünau geriet 1547 während des Schmalkaldischen Krieges nach der Schlacht von Mühlberg in spanische Gefangenschaft und musst für ein Lösegeld von 565 Gulden (rund 50'000 DM) freigekauft werden.<ref>Karl-Heinz Zierdt: Fehden und Kriege im Vogtland, in: "Der Heimatbote. Beiträge aus Greiz und dem Thüringer Vogtland". Nr. 3/94, Förderverein Heimatbote e.V., 1994 Greiz, S. 50-53 mit zwei historischen Abbildungen von Burg Elsterberg, ISSN 0940-1814</ref>

Im Jahre 1395 erwarben die Markgrafen von Meißen die Burganlage, verpfändeten sie aber schon 1402 an die Familie von Wolframsdorf. Schließlich kam die Burg 1437 in den Besitz der Familie von Bünau. Die Herren von Bünau verkauften sie 1636 zusammen mit der Stadt an den mit ihnen verwandten Carol Bose. Da sie unter den nachfolgenden Besitzern seit 1698 nicht mehr bewohnt wurde, verfiel sie im Laufe der Zeit.<ref name='WdH 327-329'/> Am 25. Mai 1909 wurde sie für 13.000 Mark an die Stadtgemeinde Elsterberg verkauft, die sich fortan um den weiteren Erhalt des Bauwerks bemühte.

Das Burggelände ist frei zugänglich. Die sanierten Kellergewölbe werden alljährlich für Festlichkeiten genützt, insbesondere für die seit 1883 gefeierten Heimatfeste. In einem der beiden erhaltenen Rundtürme befindet sich die Elsterberger Heimatstube.

Literatur

  • Hermann Thiele: Geschichte des Schlosses Elsterberg. Theodor Krumm, Elsterberg 1925.
  • Vorlage:Landschaften in Deutschland
  • Paul Reinhard Beierlein: Geschichte der Stadt und Burg Elsterberg, drei Bände, 1928-1934, Band 1 online verfügbar
  • Andreas Hummel: "Von Rittern, Grafen und Bastionen – Forschungsstand zur Burgruine Elsterberg in Westsachsen". In: "Adel, Burg und Herrschaft zwischen Saale und Zwickauer Mulde" (Bd. 9 der Reihe "Beiträge zur Frühgeschichte und zum Mittelalter Ostthüringens" (=BFO)), Hrsg.: Andreas Hummel, Pierre Fütterer, Hans-Jürgen Beier. Verlag Beier & Beran, Langenweißbach 2020. ISBN 978-3-95741-104-4

Weblinks

Commons: Burg Elsterberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />