Butscha
{{#if: befasst sich mit der Stadt in der Ukraine. Das gleichnamige Dorf siehe unter Butscha (Dorf), den gleichnamigen Fluss unter Butscha (Fluss).
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Diese Weiterleitung ist grundsätzlich kein Gegenstand von SLA. und {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=ru|SCRIPTING=Cyrl|SERVICE=russisch}}) ist eine ukrainische Stadt, die vor dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 laut der amtlichen Statistik rund 34.000 Einwohner zählte. Sie liegt etwa 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kiew in deren Großraum und als Sitz und Zentrum des Rajons Butscha<ref>Постанова Верховної Ради України Про утворення та ліквідацію районів (Відомості Верховної Ради України (ВВР), 2020, № 33, ст.235)</ref> Teil der Oblast Kiew. Durch das Massaker von Butscha wurde der Ort zu einem Symbol für russische Kriegsverbrechen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Geschichte
Die heutige Stadt entstand als Siedlung um eine Bahnstation, die hier Ende des 19. Jahrhunderts an der heutigen Bahnstrecke Kowel–Kiew erbaut wurde. Der Name bezog sich auf den hier die Bahnstrecke kreuzenden Fluss Butscha. Bis zum 9. Februar 2006 war Butscha eine Siedlung städtischen Typs und der südlich gelegenen Stadt Irpin untergeordnet, danach wurde ihr der Stadtstatus zuerkannt und sie unter Oblastverwaltung gestellt.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 9. Februar 2006 № 3434-IV Про віднесення селища міського типу Буча Ірпінської міської ради Київської області до категорії міст обласного значення</ref><ref>Буча // Облікова картка на офіційному веб-сайті Верховної Ради України.</ref>
Im Rahmen der Verwaltungsreform vom 18. Juli 2020 wurde Butscha Verwaltungssitz eines neu gebildeten, gleichnamigen Rajons.<ref>Верховна Рада України; Постанова від від 17. Juli 2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів</ref>
Massenhafte Ermordung von Zivilisten
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Während des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 wurde Butscha als Teil der Offensive auf Kiew ein Ort von Kriegshandlungen. Am 27. Februar suchte die Ukraine gezielt eine russische Militärkolonne.<ref>Ukrainian Armed Forces looking for column of enemy equipment marked with letter V, these are especially dangerous terrorists – Danilov. Interfax, 27. Februar 2022.</ref> Sie wurde in Butscha gefunden und zerstört;<ref>Ukraine says it destroyed Russian military convoy outside of Kyiv. In: Times of Israel, 27. Februar 2022.</ref> ansonsten erfolgte außer punktuellem Widerstand um den 5. März keine organisierte Verteidigung Butschas,<ref name="Gemeinderätin">«Кто-то перед смертью ехал на велосипеде. Кто-то гулял парой» Буча. Депутат местного совета Катерина Украинцева — о том, как этот город жил под российской оккупацией. Meduza, 3. April 2022.</ref> so dass es von russischen Truppen eingenommen wurde. Eine Gemeinderätin erklärte, dass die Ukraine, obwohl die russischen Truppen von Butscha aus Irpin beschossen hätten, nicht militärisch geantwortet hätte und somit die Zerstörung der Stadt verhindert worden sei.<ref name="Gemeinderätin" /> Nach dem Rückzug der russischen Truppen am 31. März wurden in der Stadt zahlreiche Leichen von Zivilisten gefunden.<ref>Massengräber in Butscha – Bürgermeister von Kiewer Vorort berichtet von fast 300 Toten nach russischem Rückzug. In Der Tagesspiegel. 2. April 2022, abgerufen am 2. April 2022.</ref> Die genaue Zahl der Toten war Anfang April noch unklar. Nach Angaben des Bürgermeisters von Butscha mussten 280 Leichen in Massengräbern beigesetzt werden, weil die drei Friedhöfe der Stadt noch in der Reichweite des russischen Militärs lagen. Nach Aussagen von Einwohnern sollen russische Soldaten ohne erkennbare Provokation auf Zivilisten geschossen haben.<ref>Ukrainische Kleinstadt Bucha: Leichen liegen in den Straßen. In: t-online.de. 4. April 2022, abgerufen am 8. August 2022.</ref><ref>Ukraine meldet Kontrolle über Region Kiew. In: tagesschau.de. 2. April 2022, abgerufen am 3. April 2022.</ref> Augenzeugen berichteten über die gezielte Tötung von Zivilisten durch russische Soldaten.<ref>Was über die Gräuel in Butscha bekannt ist In: tagesschau.de. 2. April 2022, abgerufen am 3. April 2022.</ref> Einige der Opfer wiesen Spuren von Folter auf. Mehrere Frauen wurden vergewaltigt.<ref>Butscha war kein Einzelfall – die brutale Säule der russischen Militärstrategie In Die Welt 16. April 2022, abgerufen am 8. August 2022.</ref> Russland bestreitet die Tötung von Zivilisten.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Butscha wurde zum weltweiten Medienthema.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Constanze von Bullion und Paul-Anton Krüger (SZ): Das Bild des Grauens wird schärfer. (sueddeutsche.de vom 7. April 2022)</ref> Bis August 2022 (Schlussbilanz) wurden 458 Leichen gefunden, von denen 419 Anzeichen dafür trugen, dass die Opfer erschossen, gefoltert oder erschlagen worden waren. 39 scheinen eines natürlichen Todes gestorben zu sein. Fast alle Toten waren Zivilisten.<ref name="WaPo">Accounting of bodies in Bucha nears completion. In: Washington Post, 8. August 2022.</ref><ref name="watson">Die Brutalität des Massakers von Butscha liegt jetzt in konkreten Zahlen vor. In: Watson.ch, 10. August 2022.</ref>
Verwaltungsgliederung
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Butscha (Бучанська міська громада/Butschanska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 2 Siedlungen städtischen Typs Babynzi und Worsel sowie die 11 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 715-р „Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Київської області“</ref>, bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Butscha (Бучанська міська рада/Butschanska miska rada) im Norden des Rajons Kiew-Swjatoschyn, war jedoch kein Teil desselben, sondern direkt der Oblastverwaltung unterstellt.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Butscha<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17. Juli 2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів</ref>.
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Butscha Teil der Gemeinde:
| Name | ||
|---|---|---|
| ukrainisch transkribiert | ukrainisch | russisch |
| Babynzi | Бабинці | Бабинцы (Babinzy) |
| Blystawyzja | Блиставиця | Блиставица (Blistawiza) |
| Buda-Babynezka | Буда-Бабинецька | Буда-Бабинецкая (Buda-Babinezkaja) |
| Hawryliwka | Гаврилівка | Гавриловка (Gawrilowka) |
| Lubjanka | Луб'янка | Лубянка |
| Myrozke | Мироцьке | Мироцкое (Mirozkoje) |
| Rakiwka | Раківка | Раковка (Rakowka) |
| Sdwyschiwka | Здвижівка | Здвижевка (Sdwischewka) |
| Synjak | Синяк | Синяк (Sinjak) |
| Tarassiwschtschyna | Тарасівщина | Тарасовщина (Tarassowschtschina) |
| Tscherwone | Червоне | Червоное (Tscherwonoje) |
| Woronkiwka | Вороньківка | Вороньковка (Woronkowka) |
| Worsel | Ворзель | Ворзель |
Städtepartnerschaften
Quelle:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
- Vorlage:ITA Bergamo, Italien, seit 2022
- Vorlage:GER Bergisch Gladbach, Deutschland, seit 2022
- Vorlage:UKR Bilhorod-Dnistrowskyj, Ukraine, seit 2010
- Vorlage:HUN Bucsa, Ungarn, seit 2004
- Vorlage:POR Cascais, Portugal, seit 2022
- Vorlage:POL Jarocin, Polen, seit 2006
- Vorlage:POL Kattowitz, Polen, seit 2022
- Vorlage:MKD Kavadarci, Nordmazedonien, seit 2022
- Vorlage:UKR Kowel, Ukraine, seit 2001
- Vorlage:ITA Ospedaletto Euganeo, Italien, seit 2000
- Vorlage:LIT Palanga, Litauen, seit 2015
- Vorlage:FRA Pont-de-Chéruy, Frankreich, seit 2004
- Vorlage:POL Pszczyna, Polen, seit 2016
- Vorlage:SLO Škofja Loka, Slowenien, seit 2018
- Vorlage:UKR Tjatschiw, Ukraine, seit 2006
- Vorlage:POL Tuszyn, Polen, seit 2004
Persönlichkeiten
- Michail Bulgakow (1891–1940), Schriftsteller, verbrachte seine Sommerferien in Butscha, wo die Familie seit dem Jahr 1900 eine Datscha besaß.<ref>Elsbeth Wolffheim: Michail Bulgakow, rororo-Monographie, Reinbek, 1996, S. 18.</ref>
- Leonhard Kossuth (1923–2022), deutscher Übersetzer und Verlagslektor
- Oleksandr Kysljuk (1962–2022), mehrsprachiger Übersetzer und Opfer des Massakers von Butscha
- Mychajlo Artjuchow (* 1971), Skilangläufer
- Anna Kowalenko (* 1991), Politikerin, Aktivistin und Journalistin
Literatur
- Galina Kossuth: Butschaer Tagebuch: zum hundertjährigen Jubiläum von Butscha. Herausgegeben von Leonhard Kossuth, NoRa, Berlin 2010, ISBN 978-3-86557-238-7.
Weblinks
Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary
- bucha.com.ua (ukrainisch)
Siehe auch
Einzelnachweise
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