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Butschatsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

{{#if: Buczacz

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Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Butschatsch (Vorlage:UkS-Cyrl und {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=ru|SCRIPTING=Cyrl|SERVICE=russisch}}; {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=pl|SCRIPTING=Latn|SERVICE=polnisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}, türkisch Bucaş) ist eine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 12.500 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Ternopil 65 km südlich der Oblasthauptstadt Ternopil an beiden Ufern des Flusses Strypa auf der Podolischen Platte.

Geschichte

Datei:Бучач - панорама Західна сторона. Андрій Л..jpg
Blick über den Ort
Datei:Бучач. Міст на Стрипі - Buczacz. Most na Strypie.jpg
Stadt vor dem Ersten Weltkrieg

Butschatsch wurde im 13. Jahrhundert gegründet und war ab 1349 ein Teil des Fürstentums Halytsch-Wolodymyr.

Am Ende des 14. Jahrhunderts,<ref>Butschatsch. In: Enzyklopädie der modernen Ukraine. Vol. 3 : Біо — Бя, Kiew 2004. ISBN 966-02-2682-9, S. 674. (ukrainisch)</ref> eine polnische Quelle nennt das Jahr 1393,<ref>Adam Smulski: Mój Buczacz. Światowid, Kielce 2014, ISBN 978-83-62509-03-4, S. 5 (polnisch).</ref> erhielt die Ortschaft das Magdeburger Stadtrecht.

Spätestens seit dem Jahr 1500 siedelten sich Juden an, die Anfang des 20. Jahrhunderts mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellten. Daneben gab es starke ukrainische, polnische und armenische Minderheiten.

Die Stadt wurde 1260 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Sie gehörte zunächst zum Halitscher Land in der Woiwodschaft Ruthenien im Königreich Polen.<ref>Aleksander Jabłonowski: Vorlage:Webarchiv In: Polska XVI wieku pod względem geograficzno-statystycznym, drukarnia Piotra Laskanera i S-ki, Warszawa 1903, vol. XVIII Vorlage:Webarchiv, S. 75, Vorlage:Webarchiv. (polnisch)</ref> Nach der Union von Lublin befand sich die Stadt von 1569 bis 1772 in der Woiwodschaft Ruthenien,<ref>Aleksander Jabłonowski. Vorlage:Webarchiv In Polska XVI wieku pod względem geograficzno-statystycznym, drukarnia Piotra Laskanera i S-ki, Warszawa 1903, T. XVIII Vorlage:Webarchiv, S. 201. (polnisch)</ref><ref>manchmal – in der Woiwodschaft Podolien → sehen: Rizzi Zannoni,

Karta Podola, znaczney części Wołynia, płynienie Dniestru od Uścia, aż do Chocima y Ładowa, Bogu od swego zrzodła, aż do Ładyczyna, pogranicze Mołdawy, Woiewodztw Bełzkiego, Ruskiego, Kiiowskiego y Bracławskiego.; 1772 (polnisch)</ref> einer administrativen Einheit der Adelsrepublik Polen-Litauen, wo sie bis zur Ersten Teilung Polens verblieb.

Im 17. Jahrhundert kämpften Polen, Türken und ukrainische Kosaken um die Stadt. 1672 und 1675 wurde die Stadt vom osmanischen Heer erobert, was aber nicht von Dauer war. Die jüdische Bevölkerung schloss sich den Polen an. Von 1772 bis 1918 gehörte Butschatsch, wie das Großherzogtum Krakau und die Herzogtümer Auschwitz und Zator zum Königreich Galizien und Lodomerien innerhalb der Habsburgermonarchie.

Der Pädagoge Naftali Herz Homberg<ref>Vorlage:Literatur</ref> gründete ein von 1788 bis 1806 bestehendes jüdisches Lehrerseminar. Für die Juden im Ort war Butschatsch ein Schtetl. Die Haskala verbreitete sich unter ihnen. Väter, die ihrerseits meist noch Jiddisch sprachen, schickten ihre Söhne zum weiteren Studium nach Wien, damit sie dort nicht Österreicher, sondern „Deutsche“ würden.<ref name=":0" />

Unter dem polnischen Namen Buczacz gehörte sie bis 1918 zum österreichischen Galizien und war von 1850/1854 bis 1918 Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirks Buczacz,<ref>Reichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, Seite 1741</ref><ref>Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1854, XXXIX. Stück, Nr. 111: „Verordnung der Minister des Innern, der Justiz und der Finanzen vom 24. April 1854“</ref> ab 1867 zudem der Sitz eines Bezirksgerichtes. Zwischen Polen und Ukrainern herrschte oft Abneigung. Die Bauern im Umland waren überwiegend Analphabeten, viele Antisemiten.<ref name=":0" />

Datei:Вступление войск Российской империи в Бучач (1916).jpg
Russische Truppen im zerstörten Butschatsch, 1916

1884 bekam die Stadt durch die Eröffnung der Bahnstrecke StanislauHusiatyn (heute noch verkürzt als Bahnstrecke Butschatsch–Jarmolynzi erhalten) unter der Führung der Galizischen Transversalbahn einen Bahnanschluss. 1891 wurde ein modernes Krankenhaus unter Leitung von Dr. Fabius Nacht<ref name=":0" /> eröffnet, einem Mitglied der Polnischen Sozialistischen Partei. Buczacz erhielt ein Gymnasium im Stil des Habsburgerreiches. 1905 wurde das Haus des polnischen Sport- und Kulturverbandes Sokół<ref name=":0" /> errichtet. Butschatsch galt auch seit einiger Zeit als „eine Stadt der Sozialisten“. Anselm Mosler<ref name=":0" /> führte die jüdische sozialistische Bewegung an und versuchte auch die Polen und Ukrainer zu mobilisieren, musste jedoch enttäuscht aufgeben.

Im Ersten Weltkrieg lag die Stadt im Bereich der Ostfront. Etwa die Hälfte der Häuser wurde bei Kämpfen zerstört oder schwer beschädigt. Bei Kriegsende im November 1918 war die Stadt nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie kurzzeitig Teil der Westukrainischen Volksrepublik. Im Polnisch-Ukrainischen Krieg besetzte Polen im Juli 1919 auch die letzten Teile der Westukrainischen Volksrepublik. Am 21. November 1919 sprach der Hohe Rat der Pariser Friedenskonferenz für die Dauer von 25 Jahren<ref>Vorlage:Literatur</ref> Ostgalizien Polen zu.

Datei:Tarnopolskie1939.jpg
Woiwodschaft Tarnopol bis 1939, Lage der Stadt Buczacz südlich von Tarnopol

Nach der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit lag der Ort von 1921 bis September 1939 in der Woiwodschaft Tarnopol. Infolge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes und des geheimen Zusatzprotokolls wurde Butschatsch im September 1939 von sowjetischen Truppen besetzt und lag daraufhin von 1939 bis 1941 in der Oblast Ternopol in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Im Juli 1941 besetzten deutsche Truppen den Ort. Die Sowjets sprengten beim Rückzug den Eisenbahntunnel,<ref name=":0" /> den jüdische Zwangsarbeiter unter deutscher Besatzung wieder aufbauen mussten. Zwei Dutzend Deutsche, unterstützt von 300 ukrainischen Polizisten und dem jüdischen Ordnungsdienst, deportierten etwa 5000 Juden in das Vernichtungslager Belzec und ermordeten bei Massenerschießungen etwa genauso viele direkt in der Stadt und Umgebung.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die mehrheitlich nicht gekennzeichneten Massengräber befinden sich auf dem nahen Berg Fedor, wo die Massenerschießungen durchgeführt wurden. Ein Mitte der 1940er Jahre aufgestellter Gedenkstein nennt 450 am 27. August 1941 an dieser Stelle ermordete Juden. Die Deutschen deportierten die Patienten im jüdischen Krankenhaus ins KZ Belzec, wer zu krank war, um deportiert zu werden, wurde im Krankenbett erschossen.<ref name=":0">Vorlage:Literatur</ref>

Als die Rote Armee im März 1944 die Stadt befreite, waren noch etwa 800 Juden am Leben, die die deutsche Besetzung in Verstecken und mit Hilfe nichtjüdischer Bewohner überstanden hatten. Etwa 700 von ihnen wurden ermordet, als die Deutschen Butschatsch kurz darauf zurückeroberten. Mánko Świerszczak,<ref name=":0" /> ein Friedhofsarbeiter, konnte vier Juden retten, indem er sie fast zwei Jahre lang bei sich versteckte.

Die Männer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA)<ref name=":0" /> beteiligten sich zu einem großen Teil an den Morden an Juden und der ethnischen Säuberung gegen Polen, bevor sie vergeblich dem Vormarsch der Roten Armee Widerstand leisteten. Endgültig von der deutschen Besatzung befreit wurde die Stadt erst im Juli 1944.

Die Sowjetmacht errichtete auf dem Berg Fedor ihr Heldengedenken. Nach dem Zerfall der Sowjetunion liegt Butschatsch seit 1991 in der Oblast Ternopil in der unabhängigen Ukraine. Der UPA gedenkt heute ein großes Kreuz auf dem Berg Fedor und ein ihr gewidmetes Museum, das Oresta Synenka<ref name=":0" /> Anfang der 1990er Jahre in den ehemaligen Räumen der sowjetischen Geheimpolizei eingerichtet hat. Auch dem Holodomor gedenkt inzwischen ein Mahnmal.

Mit einer allgemeinen Spendensammlung wurde ein Denkmal für Stepan Bandera,<ref name=":0" /> ein Politiker der OUN-B, errichtet, auch wenn sich dieser an den Morden an Juden in Ostgalizien aktiv beteiligt hatte, und im Januar 2006 sein Andenken in einer öffentlichen Veranstaltung gefeiert. Die Stadtverwaltung hat zugleich kulturelle Initiativen für das Gedenken an den jüdischen Schriftsteller Samuel Agnon<ref name=":0" /> unterstützt und eine Straße nach ihm benannt.

Stadtgliederung

Die Stadt wird gegliedert in die Stadtteile Harwonez, Jurydyka, Koroliwka, Muljarka, Nahirjanka (ukrainisch Нагірянка, polnisch Nagórzanka – ehemaliges Dorf seit 1934 eingemeindet) und Piwdennyj.

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Butschatsch (Vorlage:Lang), zu dieser zählen auch noch die 36 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer,<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 724-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Тернопільської області"</ref> bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Butschatsch (Бучацька міська рада/Butschazka miska rada) im Zentrum des Rajons Butschatsch.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Tschortkiw.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"</ref>

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Butschatsch Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch
Barysch Бариш Барыш Barysz
Beremjany Берем'яни Беремяны Beremiany
Biljawynzi Білявинці Белявинцы (Beljawinzy) Bielawińce
Bobulynzi Бобулинці Бобулинцы (Bobulinzy) Bobulińce
Browari Броварі Бровары (Browary) Browary
Dobropole Доброполе Доброполе Dobropole
Duliby Дуліби Дулибы Duliby
Jaslowez Язловець Язловец Jazłowiec
Kurdybaniwka Курдибанівка Курдыбановка (Kurdybanowka) Kurdwanówka
Kydaniw Киданів Киданов (Kidanow) Kujdanów
Lischtschanzi Ліщанці Лещанцы (Leschtschanzy) Leszczańce
Mateuschiwka Матеушівка Матеушовка (Mateuschowka) Mateuszówka
Nowi Petlykiwzi Нові Петликівці Новые Петликовцы (Nowyje Petlikowzy) Petlikowce Nowe
Nowosilka Новосілка Новосёлка (Nowosjolka) Nowosiółka Jazłowiecka
Oserjany Озеряни Озеряны Jezierzany
Ossiwzi Осівці Осовцы (Ossowzy) Osowce
Peredmistja Передмістя Предместье (Predmestje) Przedmieście
Perewoloka Переволока Переволока Przewłoka
Pidlissja Підлісся Подлесье (Podlessje) Podlesie
Pidsamotschok Підзамочок Подзамочек (Podsamotschek) Podzameczek
Pomirzi Помірці Помирцы (Pomirzy) Pomorce
Porochowa Порохова Порохова Porchowa
Poschescha Пожежа Пожежа Pożeże
Puschkari Пушкарі Пушкари Puszkary
Ripynzi Ріпинці Репинцы (Repnizy) Rzepińce
Rukomysch Рукомиш Рукомыш Rukomysz
Salischtschyky Заліщики Залещики (Saleschtschiki) Zaleszczyki Małe
Sarywynzi Заривинці Зарывинцы (Sarywinzy) Żurawińce
Schnyborody Жнибороди Жнибороды (Schniborody) Żnibrody
Schysnomyr Жизномир Жизномир (Schisnomir) Żyźnomierz
Selena Зелена Зелёная (Seljonaja) Zielona
Soroky Сороки Сороки (Soroki) Soroki
Stari Petlykiwzi Старі Петликівці Старые Петликовцы (Staryje Petlikowzy) Petlikowce Stare
Subrez Зубрець Зубрец Zubrzec
Swenyhorod Звенигород Звенигород (Swenigorod) Dźwinogród
Werbjatyn Верб'ятин Вербятин (Werbjatin) Wierzbiatyn

Wissenschaft und Bildung

Datei:Buchach-Shkilna-4-15088743.jpg
Wolodymyr-Hnatjuk-Gymnasium
  • Wolodymyr-Hnatjuk-Gymnasium
  • Collegium des hl. Josaphat
  • Liceum
  • Agro-College
  • Berufsbildende Schule
  • Weiterführende Schulen (Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3)
  • Kindermusikschule
  • Kinderkunstschule
  • Kindersportschule

Kultur

Datei:Buchach Town Hall (Panorama).jpg
Rathaus von Butschatsch aus dem 18. Jahrhundert
Datei:61-212-9001 Buchach Monastery RB 24.jpg
Das Kloster des Mönchsordens der Basilianer
Datei:Й.-Г.Пінзель. Придорожній пам'ятник Непорочного Зачаття ПДМ Бучач.jpg
Marienstatue

Bauwerke

Ehemalige

  • Heilig-Kreuz-Kirche (römisch-katholisch)
  • Dreifaltigkeitskirche (etwa 1610, orthodoxe Kirche, von 1652 bis 1808 römisch-katholische Verklärung-des-Herrn-Kirche)
  • Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche (etwa 1700, hölzern)
  • Mariä-Geburt-Kirche (hölzern)
  • Die 1728 errichtete und im Zweiten Weltkrieg beschädigte Große Synagoge (Groyse Schul) wurde in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre abgerissen. Um Platz für ein neues Einkaufszentrum zu schaffen, wurde 2001 das jüdische Studienhaus (Beit Hamidrash) niedergerissen.
  • Schloss der Potocki<ref>Leon Potocki: Urywek ze wspomnień pierwszej mojej młodości, Posen 1876, S. 36–43. (polnisch)</ref>

Erhaltene

In Butschatsch sind trotz der Kriege des 20. Jahrhunderts einige ältere Gebäude erhalten geblieben. Dazu gehören:

Monumente

Sport

In der Stadt gibt es zwei Stadien, von denen eines verfallen ist. Die Stadt ist bekannt für ihre Fußballmannschaft Kolos, die 8 Mal in Folge zum Sieger der Oblast Ternopil wurde (1966–1973).

Friedhöfe

Ehrenbürger

Ehrenbürger (Österreich-Ungarn)

Datei:E.Schutt tomb. Buchach.jpg
Bild des Grabsteins von Emil Schutt
  • Emil Schutt (1845–1922)<ref>Vorlage:Webarchiv. drukarnia Wł. Łozińskiego, Lemberg 1907, S. 30. (polnisch)</ref>

Ehrenbürger (Ukraine)

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten der Stadt

Städtepartnerschaften

Butschatsch unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Butschatsch in der Literatur

Buczacz ist der Herkunftsort der jüdischen Familien Forlani und Karubiner in Maxim Billers Roman Biografie.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Oblast Ternopil

Vorlage:Normdaten