Schweizer Franken
{{#if: CHF
| Vorlage:Hinweisbaustein | {{#ifeq: 0 | 0 | }}}}
Vorlage:Infobox Währungseinheit
- Banknoten der neunten Serie von 2016
-
CHF 10
-
CHF 20
-
CHF 50
-
CHF 100
-
CHF 200
-
CHF 1000
Der Schweizer Franken, schweizerhochdeutsch auch Schweizerfranken geschrieben, ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=gsw-CH|SCRIPTING=Latn|SERVICE=schweizerdeutsch}}, Vorlage:RmS) ist die Währung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird von der Schweizerischen Nationalbank herausgegeben und wird in 100 Rappen (französisch centimes, italienisch centesimi, rätoromanisch raps) unterteilt. Seine Abkürzung nach ISO 4217 ist CHF, nach Vorlage:Art. MünzV auf Deutsch Fr., in den anderen Sprachen fr., für Rappenbeträge wird das Kürzel Rp. (französisch c., italienisch ct., rätoromanisch rp.) benutzt.
Seit 8. März 2026 ist der Erhalt des Schweizer Franken in Form von Bargeld in der Schweizer Bundesverfassung durch Abstimmung beschlossen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
In der Schweiz ist das Dezimaltrennzeichen in einer Währungsangabe ein Punkt, das Währungskürzel wird vorangesetzt, dies nicht nur für den Schweizer Franken, sondern generell (z. B. Fr. 12.35 oder CHF 12.35).<ref group="anm">So verbindlich in amtlichen Dokumenten des Bundes gemäss den Weisungen der Bundeskanzlei.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Ausserdem ist der Schweizer Franken die amtliche Währung in der italienischen Exklave Campione d’Italia. In Büsingen am Hochrhein, der deutschen Exklave in der Schweiz, wird überwiegend mit Schweizer Franken gezahlt, obwohl der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist.<ref name="Büsingen" />
Geschichte
Vorgeschichte
Bis zur Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 war die Ausgabe von Münzen Sache der Kantone (Orte), Städte, Abteien und einzelner Herrschaften. 1798 wurde von den Franzosen eine einheitliche Frankenwährung (französisch: «franc de Suisse») eingeführt. Ein Franken entsprach 10 bernischen Batzen oder 6,614 Gramm reinem Silber oder 1,4597 französischen Franken. Unterteilt war die Währung in 10 Batzen oder 100 Rappen. Die bisher als Rechnungswährung z. B. in Bern geführte Krone entsprach 25 Batzen.
Mit der Mediation von 1803 ging die Münzhoheit an die Kantone zurück. Die Tagsatzung legte allerdings den Schweizer Franken (nun auf 6,77025 Gramm Feinsilber oder 1,5 französische Francs festgesetzt) als einheitliche Währung fest. Die Kurantmünzen der Kantone orientierten sich an dieser Einheit, während die Scheidemünzen oft noch in den alten Einheiten geprägt wurden.
Die Situation war besonders komplex. 72 verschiedene Einrichtungen gaben Geld aus. Die täglichen Zahlungen wurden mit Kleingeld getätigt, die Münzen variierten von Kanton zu Kanton und wurden nicht unbedingt überall akzeptiert. Es gab kein einheitliches System, um die verschiedenen Währungen miteinander zu vergleichen. Transaktionen mit hohen Beträgen wurden mit Gold- und Silbermünzen durchgeführt, die oft aus dem Ausland stammten. Ihr Wert konnte im Laufe der Zeit und auch von Kanton zu Kanton schwanken.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Einführung 1850
Nachdem 1848 die Schweiz als Bundesstaat geschaffen worden war, wurde der Bund für die Währung zuständig. Mit dem «Bundesgesetz über das eidgenössische Münzwesen» vom 7. Mai 1850 wurde der Franken, der sich nun am französischen (Silber-)Franc orientierte, als Währung der Schweiz eingeführt. Dabei ging der Einführung eine grosse Debatte um die Anbindung an das französische System des Franc oder das süddeutsche System des Gulden voraus<ref>Andrej Abplanalp: Der erste Schweizer Franken im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 29. November 2021</ref>, wobei sich die französischsprachige Schweiz und Basel für die Anbindung an Frankreich und der Rest der Deutschschweiz für das süddeutsche Modell aussprachen.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Ab 1850 wurden neue Münzen geprägt und im Jahr darauf herausgegeben. Am Rand des Münzbildes der Schweizer Franken von 1850 und 1851 befindet sich die Signatur des bedeutenden Schweizer Bildhauers, Münzgraveurs und Medailleurs Antoine Bovy (A. BOVY).
Lateinische Münzunion (1865–1927) und Weltwirtschaftskrise
Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Die Bestimmungen der Münzunion legten fest, dass die Einheit der jeweiligen Landeswährung 4,5 Gramm Silber oder 0,290322 Gramm Gold entsprach. Sogar nachdem die Union in den 1910er Jahren bedeutungslos geworden war und 1927 offiziell endete, blieb die Goldparität für den Schweizer Franken erhalten, bis dieser 1936 als Folge der Weltwirtschaftskrise um 30 Prozent abgewertet werden musste.
Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs<ref>Vgl. Liste der Wechselkurse (Goldstandard).</ref> gegenüber der Mark betrug 1912<ref>Carl Otto: Der Haussekretär. Berlin 1913, S. 485, 3. Umschlagseite.</ref> 0,81 und war 1932<ref>Von A–Z: Das Konversationslexikon. Berlin 1932, Sp. 417 ff.</ref> noch unverändert.
Bretton-Woods-System (1949–1973)
Von 1945 bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 war der Schweizer Franken an den US-Dollar gekoppelt. Der Kurs betrug von 1945 bis 1949 4,30521 Franken pro Dollar, von 1949 bis 1973 4,375 Franken pro Dollar bzw. 0,203125 g Gold pro Franken. Seither verlor der Dollar stets an Wert.
1973–2011
Der Schweizer Franken gilt seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems als stabile und krisensichere Währung, die von der Entwicklung der schweizerischen Volkswirtschaft profitierte. Das Vertrauen der Anleger in die Schweiz als Finanzplatz und in die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes machte den Schweizer Franken zu einer begehrten international verbreiteten Anlagewährung. In der Vergangenheit hatte sich der Schweizer Franken für internationale Investoren als «sicherer Hafen» erwiesen, wenn die Welt von politischen oder wirtschaftlichen Katastrophen erschüttert wurde. Dieses Vertrauen äusserte sich im Aufwertungsdruck auf den Wechselkurs des Frankens durch steigende Nachfrage auf den internationalen Finanzmärkten.
Festgesetzter Mindestkurs (2011–2015)
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte aufgrund einer lang anhaltenden Überbewertung des Schweizer Frankens im September 2011 einen Mindestkurs von EUR 1.– = CHF 1.20 festgelegt.<ref name="snbsep2011">Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest. Schweizerische Nationalbank (SNB), 6. September 2011 (Medienmitteilung; PDF; 55 kB).</ref><ref name="video">SNB-Präsident Hildebrand äussert sich zu den Massnahmen der Nationalbank. In: SRF News. 6. September 2011 (Video; 2 min).</ref> Am 15. Januar 2015 hob sie diesen Mindestkurs per sofort auf.<ref name="snb_150115" />
Ursachen und Festsetzung (2011)
Veranlasst durch den Ausbruch der Eurokrise in den PIIGS-Staaten (ab Mai 2010) und die hohe Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten wurde der Schweizer Franken von internationalen Anlegern sehr stark nachgefragt. Allein von Mai 2010 bis Anfang August 2011 stieg der Wechselkurs des Schweizer Frankens um über 30 % gegenüber dem Euro bzw. um über 25 % gegenüber dem US-Dollar. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versuchte durch verschiedene Massnahmen die Überbewertung des Schweizer Frankens zu stoppen, da die zunehmend höher bewertete Landeswährung die exportorientierte Wirtschaft belastete und das Risiko einer Deflation barg.<ref>Hanno Mußler: Nationalbank stemmt sich gegen Aufwertung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. August 2011.</ref> 2009 und 2010 wurden ausländische Wertpapiere aufgekauft, dann 2011 der Leitzins gesenkt und die Geldmenge erhöht.<ref>Alexander Künzle: Die Gratwanderung der Nationalbank. In: Swissinfo. 4. August 2011.</ref> Im September 2011 kündigte die SNB schliesslich unlimitierte Deviseneinkäufe zur Durchsetzung des Kursziels von mindestens 1.20 Franken je Euro an.<ref name="snbsep2011" /><ref name="video" /><ref>Nationalbank legt Euro-Mindestkurs fest. In: Neue Zürcher Zeitung. 6. September 2011.</ref>
Aufhebung des Mindestkurses (2015)
Am 15. Januar 2015 wurde der im September 2011 eingeführte Mindestkurs von 1.20 Schweizer Franken pro Euro von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aufgehoben.<ref name="snb_150115">Nationalbank hebt Mindestkurs auf und senkt Zins auf −0,75 %. Weitere Verschiebung des Zielbandes in den negativen Bereich. SNB, 15. Januar 2015 (Medienmitteilung; PDF; 85 kB).</ref> Gleichzeitig wurde der Negativzins für Guthaben auf Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf −0,75 % erhöht.<ref name="snb_150115" /> Das Zielband für den Dreimonats-Libor verschob die Schweizer Zentralbank damit ab 15. Januar 2015 ganz in den negativen Bereich von bisher −0,75 % bis 0,25 % auf −1,25 % bis −0,25 %.<ref name="snb_150115" /> Die Einführung von Negativzinsen hatte die SNB bereits im Dezember 2014 angekündigt.<ref name="tagesanzeiger_150115_11:51">SNB hebt Euro-Mindestkurs auf. In: Tages-Anzeiger. 15. Januar 2015.</ref>
Gründe der Aufhebung
Die SNB begründete die Aufhebung des seit mehr als drei Jahren geltenden Mindestkurses mit der deutlichen Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, die verbunden war mit einer Schwächung des Schweizer Frankens gegenüber der US-Währung.<ref name="snb_150115" /> Angesichts der Entwicklung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten und im Euroraum war die Schweizerische Nationalbank zu dem Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und Aufrechterhaltung des Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt ist.<ref name="snb_150115" />
Hintergrund der Entscheidung der SNB waren das Anstehen der ersten Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten seit der Finanzkrise und die erwartete Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB).<ref name="sz_160115" /> Bekannt war, dass die EZB am 22. Januar 2015 über ein Programm zum breit angelegten Kauf von Staatsanleihen nach amerikanischem Vorbild entscheiden würde.<ref name="sz_160115">Schweizer lassen den Euro fallen. In: Sächsische Zeitung. 16. Januar 2015.</ref><ref name="tagesanzeiger _150115_12:40">Was ist nur in die SNB gefahren? In: Tages-Anzeiger. 15. Januar 2015.</ref> Es war zu befürchten, dass die bewusste Schwächung des Euro durch eine Geldpolitik der quantitativen Lockerung (QE) seitens der EZB zu einem Zufluss grosser Mengen an Liquidität in das Finanzsystem – mit dem Franken als «natürliches Ablaufbecken»<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> – führen wird.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09">Simon Schmid: «Die Presse war voller Spekulationen». In: Tages-Anzeiger. 26. Januar 2015 (Interview mit dem Vizepräsidenten der SNB Jean-Pierre Danthine).</ref> Speziell der festgeschriebene Wechselkurs von 1.20 Schweizer Franken pro Euro liess hohe Zuflüsse an Liquidität erwarten.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" />
Nachdem der Euro im Dezember 2014 noch zum Preis von 1.25 US-Dollar am Geldmarkt gehandelt worden war, sanken die Inflationserwartungen in Europa, und der Euro verlor immer mehr an Wert.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Ein schwacher Euro aber ist in Anbetracht sinkender Inflationserwartungen und zunehmender Abwertung als Referenzwährung für den Schweizer Franken ungeeignet.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Da dies am Geldmarkt nicht unbemerkt blieb, waren im Dezember 2014 seit langem wieder Interventionen der SNB in die Schweizer Währung notwendig.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Im Extremfall wäre die SNB gezwungen gewesen, Schweizer Franken weit über das geldpolitisch verantwortbare Mass auf den Markt zu bringen.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Darüber hinaus würden Verluste auf den Devisenbeständen auch bedeuten, dass kein Geld mehr an Bund und Kantone der Schweiz hätte ausgeschüttet werden können.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" />
In Anbetracht dieser Risiken, die der SNB zu gross im Vergleich zu den volkswirtschaftlichen Vorteilen eines fixen Wechselkurses erschienen, entschloss sich die Schweizer Zentralbank, den Euro-Wechselkurs freizugeben.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Letztlich machten die zunehmenden Geldflüsse auf dem Devisenmarkt, die im Dezember 2014 angefangen hatten, diese Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank notwendig.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> In den Tagen vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses verging kein Tag mehr ohne grosse Interventionen.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Im Januar hätten hochgerechnet 100 Milliarden Franken ausgegeben werden müssen, um den Mindestkurs zu halten.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" /> Dieser Betrag wurde durch Extrapolation ermittelt und basierend auf den ansteigenden Summen der Interventionen der SNB in den Tagen vor der Aufhebung.<ref name="tagesanzeiger_260115_23:09" />
Die SNB selbst hatte die Aufhebung des Mindestkurses in einer Medienmitteilung zunächst mit folgenden Worten begründet: Vorlage:Zitat
Am Nachmittag desselben Tages verteidigte SNB-Präsident Thomas Jordan persönlich Gründe und Vorgehensweise der Schweizerischen Nationalbank in einer Pressekonferenz.<ref>Vorlage:Webarchiv. SNB, 15. Januar 2015 (Web-TV: Archiv der SNB-Anlässe).</ref> SNB-Direktor Fritz Zurbrügg rechtfertigte beides nochmals ausführlich in einem Interview, das er der Schweizer Zeitung «Blick» am 22. Januar 2015 gab.<ref name="blick_220115">Fritz Zurbrügg ist der Mann, der den Mindestkurs kappte. «Täglich gingen Milliarden raus!» In: Blick.ch. 22. Januar 2015.</ref> Als Grund für die plötzliche Freigabe des Wechselkurses nannte er das Auseinanderdriften der Wirtschaft der Europäischen Union und der Wirtschaft der Vereinigten Staaten.<ref name="blick_220115" /> Die starke Aufwertung des US-Dollars hatte zu einer entsprechend starken Abwertung des Schweizer Frankens gegenüber der US-Währung geführt.<ref name="blick_220115" /> Grund für die Abwertung der Schweizer Währung war die Kopplung des Mindestkurses des Schweizer Frankens an den Wechselkurs Euro/US-Dollar.<ref name="blick_220115" />«Vor diesem Hintergrund war der Mindestkurs nicht mehr gerechtfertigt. Er wäre nur noch mit sehr hohen Interventionen aufrechtzuerhalten gewesen», so Fritz Zurbrügg wörtlich.<ref name="blick_220115" /> Die notwendigen Interventionsbeträge zur Aufrechterhaltung des Mindestkurses in den Tagen vor der Entscheidung des Direktoriums der SNB wurden immer grösser.<ref name="blick_220115" /> Hochgerechnet auf einen Monat, wäre allein im Januar ein Betrag von 100 Milliarden Schweizer Franken notwendig gewesen.<ref name="blick_220115" /> Derartige Interventionen der Zentralbanken führen zu grossen weltwirtschaftlichen Verzerrungen.<ref name="blick_220115" /> Ein Festhalten der SNB am Mindestkurs hätte zu einer so starken Erhöhung der Zentralbankbilanz der Schweizer Zentralbank geführt, dass diese langfristig Gefahr gelaufen wäre, die Kontrolle über ihre Geldpolitik zu verlieren.<ref name="blick_220115" /> → Weiterführendes unter: Weblinks
Folgen der Aufhebung
Globaler Devisenmarkt
Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses stürzte der Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken sofort ab. Zeitweise lag der Kurs des Euro unter einem Franken. Um 11 Uhr wurde 1 Euro zu 1.05 Franken am Devisenmarkt gehandelt.<ref name="tagesanzeiger_150115_11:51" /> Der Preis des US-Dollar verbilligte sich. Mussten vor Freigabe des Wechselkurses noch 1.02 Schweizer Franken (CHF) pro US-Dollar (USD) gezahlt werden, waren es danach nur noch CHF –.86 per USD.<ref name="tagesanzeiger_150115_11:51" /> Unmittelbar nach der Kursfreigabe gingen mindestens zwei Währungshändler in Insolvenz: der neuseeländische Devisenhändler Global Brokers am 15. Januar 2015 und der britische Devisenhändler Alpari am 16. Januar 2015.<ref name="sz_170115">Schweizer-Hammer: Erste Pleiten gemeldet. In: Sächsische Zeitung. 17./18. Januar 2015.</ref> Nach Auskunft von Alpari hat die Entscheidung der SNB zu extremen Kursschwankungen und «zum Austrocknen jeglicher Liquidität»<ref name="sz_170115" /> geführt und in der Folge bei der Mehrheit der Firmenkunden zu Verlusten, die ihr Einlagenkapital überstiegen.<ref name="sz_170115" /> Für vom Kunden nicht abgedeckte Verluste musste der Devisenhändler einstehen.<ref name="sz_170115" /> Der in gleicher Weise betroffene Devisenhändler Global Brokers teilte mit, durch Verluste und Liquiditätsprobleme den Anforderungen der Finanzaufsicht nicht mehr zu genügen, versicherte seinen Kunden aber, dass deren Einlagen sicher seien.<ref name="sz_170115" /> Der grösste US-amerikanische Devisenhändler und Onlinebroker für Kleinanleger FXCM meldete Kundenverluste von 225 Millionen, andere Händler von mehreren zehn Millionen US-Dollar.<ref name="sz_170115" /> Nachdem der Kurs der Aktie von FXCM um mehr als 70 % gefallen war, wurde die Firma mit einem Notkredit in Höhe von 300 Millionen US-Dollar gerettet.<ref name="sz_190115">Deutsche Bank soll 130 Millionen Euro verloren haben. In: Sächsische Zeitung. 19. Januar 2015.</ref> Devisenhändler müssen in den Vereinigten Staaten nur zwei Prozent der gehandelten Währungssumme abdecken, da Währungen üblicherweise nicht so stark schwanken wie Aktien.<ref name="sz_170115" /> Kundenverluste, die über Einlagen der Kunden hinausgehen, müssen auch in den Vereinigten Staaten vom Devisenhändler ausgeglichen werden.<ref name="sz_170115" /> Das Wall Street Journal berichtete in der Nacht vom 16./17. Januar 2015 unter Bezug auf eingeweihte Kreise, dass auch die Deutsche Bank mit massiven Verlusten in Höhe von etwa 150 Millionen US-Dollar rechnen muss, ebenso wie die US-Grossbank Citigroup in gleicher Grössenordnung.<ref name="sz_190115" /> Auch die britische Grossbank Barclays und einige Hedgefonds sollen erhebliche Verluste erlitten haben.<ref name="sz_190115" />
In der Schweiz brach nach der abrupten Aufhebung des Mindestkurses CHF/Euro der Aktienmarkt sofort ein, während andere europäische Aktienmärkte zwar in Turbulenzen gerieten, sich dann aber wieder beruhigten.<ref name="sz_160115" /> Viele Anleger erlitten an der Schweizer Börse innerhalb von zwei Tagen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe.<ref name="Rrasch_desaster">Michael Rasch: Ein Desaster für Schweizer Anleger. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. Januar 2015</ref> Einzelne Aktien verloren vorübergehend über 20 Prozent ihres Wertes.<ref name="tagesanzeiger_150115_11:42">Panik an Börsen und Devisenmärkten. In: Tages-Anzeiger. 15. Januar 2015.</ref>
Schweiz
Nach Kursfreigabe des Frankens sank im März 2015 die Zahl von Übernachtungen in Schweizer Hotels um 7,4 Prozent. Von den europäischen Besuchern übernachteten 14,5 Prozent, von den deutschen Touristen 15,9 Prozent weniger in den Hotels des Landes.<ref name="sz_080515">Ein Bogen um die Schweiz. In: Sächsische Zeitung. 8. Mai 2015.</ref>
Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz schrumpfte im dritten Quartal 2015 um 0,1 Prozent und wuchs im Folgequartal um 0,4 Prozent.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Deutschland
Deutsche Privatpersonen waren per November 2014 mit insgesamt 7,2 Milliarden Schweizer Franken verschuldet, Unternehmen mit 5,2 Milliarden,<ref name="faz1">Auch deutsche Kommunen leiden unter Franken-Krediten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. Januar 2015.</ref> öffentliche Haushalte insgesamt mit ca. 1,78 Milliarden Schweizer Franken.<ref name="t-online1">Hohe Millionen-Verluste für deutsche Städte wegen Franken-Aufwertung. In: T-online.de. 20. Januar 2015.</ref> Dabei wurde ein ungesicherter Fremdwährungskredit trotz der unvermeidbaren Währungsspekulation den Kommunen sogar von der Gemeindeprüfungsanstalt empfohlen.<ref name="taz1">Anja Krüger: Hochriskante Spekulationen. In: taz. 25. Januar 2015.</ref>
| Gebietskörperschaft | Kreditsumme | Mehrbelastung in Euro |
|---|---|---|
| Stadt Bochum | EUR 180 Mio.<ref name="t-online1" /> | 30 Mio.<ref name="fr1">Deutsche Städte verzocken sich. In: Frankfurter Rundschau. 22. Januar 2015.</ref> |
| Stadt Burglengenfeld (Kommunalbetriebe) | > CHF 30 Mio.<ref name="tz1">Kommunen verzocken sich mit Franken. In: tz. 30. Januar 2015.</ref> | 3,7 Mio.<ref name="tz1" /> |
| Stadt Essen | CHF 450 Mio.<ref name="taz1" /> | 75 Mio. gegenüber Jahresanfang,<ref name="taz1" /> 160 Mio. seit Kreditaufnahme<ref name="faz1" /> |
| Stadt Gladbeck | EUR 64 Mio.<ref name="Gladbeck">Wir zocken nicht. Stadt Gladbeck, 11. September 2014.</ref> | |
| Stadt Ingolstadt | CHF 33 Mio.<ref name="tz1" /> | hat für den Ausstieg 1,2 Mio. bezahlt<ref name="tz1" /> |
| Stadt Lünen | 21 Mio.<ref name="wdr1">Frankenkurs belastet Kommunen. In: Westdeutscher Rundfunk Köln. 20. Januar 2015.</ref> | |
| Stadt Münster | CHF 102 Mio.<ref name="münster_260115">Kredite in Höhe von 102 Mio. Schweizer Franken. Presse- und Informationsamt Münster, 26. Januar 2015 (Pressemitteilung).</ref> | 0,5 Mio. Euro jährlich<ref name="münster_260115" /> |
| Landkreis Osnabrück | EUR 19,6 Mio.<ref name="ndr1">Vorlage:Webarchiv. In: NDR. 21. Januar 2015.</ref> | |
| Stadt Osnabrück | CHF 49,4 Mio.<ref name="fr1" /> | 7,3 Mio. gegenüber Jahresanfang<ref name="t-online1" /> |
| Rheingau-Taunus-Kreis | EUR 185 Mio.<ref name="fr1" /> | |
| Stadt Waltrop | 5 Mio.<ref name="wdr1" /> |
Gründe für die Kreditaufnahme in Fremdwährung:
- Die Stadt Münster wollte das Zinsrisiko u. a. durch Aufnahme ihrer Kredite in unterschiedlichen Währungen minimieren.<ref name="münster_260115" /> Fünfzehn Prozent der städtischen Kredite durften in Schweizer Franken aufgenommen werden, einer Währung, die bis zur Freigabe des Wechselkurses bis zu zwei Prozent Zinsvorteil bot und als langfristig stabil beurteilt wurde.<ref name="münster_260115" />
Österreich
Private Haushalte und Unternehmen halten Kredite in Schweizer Franken von über 29 Milliarden Euro. Das Land Salzburg haftet für einen Franken-Kredit der örtlichen Messegesellschaft durch den Kursanstieg des Frankens nun mit 27 statt 15 Millionen Euro.<ref name="faz1" />
Osteuropa
Durch die plötzliche Freigabe des Wechselkurses haben sich für zehntausende Osteuropäer in Schweizer Franken aufgenommene Immobilienkredite um fast ein Fünftel verteuert. Vielen droht der Verlust ihres Eigenheims. Schon vor Aufhebung des Mindestkurses führten hohe Kursverluste osteuropäischer Währungen gegenüber dem Schweizer Franken bei der Rückzahlung der Kredite zu höheren Zinsraten als von den Kreditnehmern geplant. Vielen drohte deshalb schon vor Aufgabe des Mindestkurses die Zahlungsunfähigkeit.<ref name="sz_210115">Thomas Roser, Paul Flückiger (SZ-Korrespondenten in Belgrad und Warschau): Panik im Schatten des Matterhorns. In: Sächsische Zeitung. 21. Januar 2015.</ref>
Bosnien und Herzegowina
Obwohl in Bosnien und Herzegowina nur 9000 Hausbesitzer verschuldet sind, fürchten diese ebenfalls, fällige Ratenzahlungen nicht rechtzeitig leisten zu können. Die Zahlungsschwierigkeiten der Kreditnehmer hier sind nach Meinung des Ökonomieprofessors Goran Radivojac aus Banja Luka schon vor der Festschreibung des Mindestkurses eskaliert, weil viele der Kreditnehmer die Kosten geringer einschätzten, als sich später herausstellte.<ref name="sz_210115" />
Kroatien
In Kroatien haben rund 60'000 Immobilienbesitzer ihre Kredite in Schweizer Franken aufgenommen. Kroatiens Parlament beschloss zwischenzeitlich auf Vorschlag der Regierung Erleichterungen für Franken-Kreditnehmer.<ref name="nzz_230115_16:20" /> Im Konsumentenkreditgesetz wurde ein fester Wechselkurs des Schweizer Frankens zur kroatischen Kuna von 6.38 Kuna pro Schweizer Franken fixiert.<ref name="nzz_230115_16:20">Kroatien fixiert den Franken-Wechselkurs. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. Januar 2015.</ref>
Polen
Ab 2004 hatten hunderttausende Polen Hypothekenkredite und Konsumkredite in Schweizer Franken aufgenommen. Nach offiziellen Angaben haben sich 700'000, nach pessimistischen Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Polen durch derartige Kredite verschuldet, davon 566'000 durch Hypothekenkredite. Bei einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 3800 Złoty müssen die Kreditnehmer als Zinsrate nun statt 2000 Złoty etwas über 2400 Złoty pro Monat an die Kreditgeber zurückzahlen. Nach Angabe von Finanzexperten waren schon 2014 sieben Prozent der Hypothekenkredite gefährdet. Am 15. Januar 2015 änderte sich der Wechselkurs innerhalb weniger Minuten von 3.55 Złoty auf 5.19 Złoty pro Schweizer Franken; der Wechselkurs hatte im Juli 2008 mit 1.98 Złoty pro Schweizer Franken seinen historischen Tiefpunkt erreicht. Erst am Vortag hatte die polnische Finanzaufsicht einen Wechselkurs von fünf Złoty pro Schweizer Franken als ungefährlich für die Stabilität des polnischen Bankensystems eingeschätzt. Dennoch brachen die Börsenkurse der polnischen Banken Getin Noble und Millennium an der Warschauer Börse nach Freigabe des Wechselkurses massiv ein. Diese hatten bis zu 40 % ihrer Kredite in Schweizer Franken vergeben.<ref name="sz_210115" />
Rumänien
In Rumänien wurden an Hausbesitzer kaum scheinbar günstige, aber risikoreiche Kredite in Schweizer Währung vergeben. So beträgt der Anteil derartiger Kredite am gesamten Kreditvolumen in Rumänien nur 5 %.<ref name="sz_210115" />
Serbien
In Serbien befürchten 22'000 Kreditnehmer Offenbarungseid und Zwangsversteigerung ihres Besitzes. Der serbische Bankkundenverband Efektiva berechnete, dass jeder, der 2008 einen Kredit in Höhe von 43'000 Schweizer Franken aufnahm, heute mit 60'000 Euro verschuldet ist. Serbiens früherer Nationalbankchef Radovan Jelašić hatte schon 2007 vergeblich vor einer Subventionierung von Immobilienkrediten in Schweizer Franken gewarnt, da er befürchtete, dass diese die Kreditnehmer einem erhöhten Risiko aussetzen würden.<ref name="sz_210115" />
Tschechien
Auch in Tschechien wurden kaum Kredite in Schweizer Währung vergeben.<ref name="sz_210115" /> Der Anteil am gesamten Kreditvolumen beträgt nur 0,02 %.<ref name="sz_210115" />
Ungarn
Im Gegensatz zu den Kreditnehmern anderer osteuropäischer Länder waren Kreditnehmer in Ungarn vom geänderten Wechselkurs des Forint zum Schweizer Franken nicht betroffen. Die Regierung von Premierminister Viktor Orbán hatte dort noch im November 2014 die Zwangsumwandlung aller in Fremdwährung aufgenommenen Immobilienkredite angeordnet.<ref name="sz_210115" />
Goldpreis
Nachdem der Schweizer Franken ohne Mindestkurs zum Euro gehandelt wurde, stieg der Goldpreis um 35 US-Dollar auf bis zu 1264 US-Dollar je Feinunze Gold, dem höchsten Stand seit September 2014. Ursache dafür können nach Händlerangaben zwei Gründe sein. Da der Dollar nicht nur gegenüber dem Schweizer Franken, sondern auch gegenüber anderen Währungen nach Wegfall des Euro-Mindestkurses an Wert verloren hat und Gold in der US-Währung gehandelt wird, ist der Erwerb für Anleger tendenziell günstiger als davor. Zusätzlich wird durch die Erwartung einer anhaltend lockeren Geldpolitik vieler Zentralbanken die Nachfrage nach dem Edelmetall beflügelt. Bedingt durch die damit verbundenen niedrigen Zinsen, ist Gold für Anleger attraktiv, obwohl das Edelmetall keine Zinsen abwirft.<ref name="tagesanzeiger_150115_11:42" />
-
Wechselkurs des US-Dollar zum Schweizer Franken seit 1971
-
Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken seit 1999
Schweizer Franken ausserhalb der Schweiz
1924 wurde der Schweizer Franken auch in Liechtenstein eingeführt, wo er die Österreichische Krone und das Liechtensteiner Notgeld ablöste. Einen offiziellen Währungsvertrag mit der Schweiz schloss Liechtenstein jedoch erst am 19. Juni 1980 ab («Währungsvertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein»).<ref name="Währungsvertrag_CH/LI">Vorlage:Internetquelle</ref> Vorlage:Siehe auch
Die amtliche Währung der italienischen Exklave Campione d’Italia ist der Schweizer Franken. Die deutsche Exklave Büsingen am Hochrhein benutzt den Euro als amtliche Währung; gehandelt wird jedoch meist mit dem Schweizer Franken.
Als Reservewährung spielt der Schweizer Franken eine eher untergeordnete Rolle.
Da mehrere internationale Sportverbände ihren Hauptsitz in der Schweiz haben, werden in vielen Sportarten Preisgelder in Schweizer Franken ausgezahlt bzw. Geldstrafen in Schweizer Franken verhängt.
Münzen
Umlaufmünzen
Die Schweizer Münzen werden von der offiziellen Swissmint (ehemals Eidgenössische Münzstätte) hergestellt.
Die Nennwerte, der Durchmesser, das Gewicht, die Randprägung wie auch die Legierung werden durch den Bundesrat bestimmt (Vorlage:Art. MünzV), das EFD definiert die Toleranzgrenzen bezüglich Abmessungen und der Legierungen.
Folgende Münzen werden bis heute geprägt:
| Betrag | Bild | Motiv | Kranz | Metall | Durchmesser | Dicke | Masse | Randprägung | Herstellungskosten<ref name="13.5177 Fragestunde">Roland Rino Büchel: Wie viel kostet die Herstellung der Schweizer Münzen und Banknoten? In: parlament.ch (Antwort des Bundesrates vom 10. Juni 2013).</ref> | Spitznamen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 Rappen | Datei:Fünfrappen.jpg | Libertas-Kopf (oft als Helvetia gedeutet) |
Weinranke | 92 % Cu, 6 % Al, 2 % Ni | 17,15 mm | 1,25 mm | 1,8 g | glatt | 4,22 Rp. | Fünferli, Halbbatzen, Füfi |
| 10 Rappen | Datei:Zehnrappen.jpg | Libertas-Kopf | Eichenlaub | 75 % Cu, 25 % Ni | 19,15 mm | 1,45 mm | 3 g | glatt | 6,63 Rp. | Zehnerli, Batzen, Zähni |
| 20 Rappen | Datei:Zwanzigrappen.jpg | Libertas-Kopf | Alpenrosen | 75 % Cu, 25 % Ni | 21,05 mm | 1,65 mm | 4 g | glatt | 8,47 Rp. | Zwanzigerli, Zwänzgerli, Zweibätzler, Zwänzgi |
| ½ Franken | Datei:Fünfzigrappen.jpg | Stehende Helvetia | links: Eichenlaub rechts: Alpenrosen | 75 % Cu, 25 % Ni | 18,20 mm | 1,25 mm | 2,2 g | gerippt | 7,10 Rp. | Fufzgerli, Füfzgerli, Füfzgi |
| 1 Franken | Datei:Einfranken.jpg | Stehende Helvetia | links: Eichenlaub rechts: Alpenrosen | 75 % Cu, 25 % Ni | 23,20 mm | 1,55 mm | 4,4 g | gerippt | 9,93 Rp. | Ei(n)fränkler |
| 2 Franken | Datei:Zweifranken.jpg | Stehende Helvetia | links: Eichenlaub rechts: Alpenrosen | 75 % Cu, 25 % Ni | 27,40 mm | 2,15 mm | 8,8 g | gerippt | 19,40 Rp. | Zweifränkler |
| 5 Franken | Datei:Fünffranken.jpg | Alphirt (oft als Wilhelm Tell gedeutet) |
links: Edelweiss rechts: Blauer Enzian | 75 % Cu, 25 % Ni | 31,45 mm | 2,35 mm | 13,2 g | ★★★ DOMINUS PROVIDEBIT ★★★★★★★★★★
(von 1985 bis 1993 vertieft geprägt, sonst hervorstehend) |
36,30 Rp. | Fünfliber, Fünffränkler, Göttibatzen, Schnägg |
Der Rand ist bei 5, 10 und 20 Rappen glatt, bei ½, 1 und 2 Franken gerippt und bei 5 Franken mit Sternen und der Aufschrift «DOMINUS PROVIDEBIT» versehen. Die deutsche Übersetzung der lateinischen Aufschrift lautet: Der Herr wird vorsorgen. Es handelt sich dabei um ein biblisches Zitat aus der Geschichte von der Opferung Isaaks.<ref>(Vorlage:B)</ref>
Ausser Kurs gesetzt und nicht mehr geprägt werden der Ein- und Zweiräppler.
Die Landesbezeichnung ist auf allen Münzen mit «Confoederatio Helvetica», dem lateinischen Namen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, oder «Helvetia» angegeben.
Die ältesten heute noch gültigen Münzen sind die 10-Rappen-Münzen aus dem Jahre 1879. Unter allen Kursmünzen weltweit sind sie mit Abstand die ältesten, die bis heute mit gleichem Motiv und gleicher Legierung hergestellt werden.
Die 2-Franken-Münzen werden – als älteste – seit 1874 bis heute im gleichen Motiv geprägt. Die Ausgaben bis 1967 wurden jedoch auf Grund ihrer Silberlegierung (heute: Kupfernickel) zurückgezogen, da die Silberlegierung den Nominalwert überstieg. Dasselbe geschah gleichzeitig mit allen Münzwerten ab ½ Franken aufwärts (Ausnahme: 1969 gab es noch einmal 5-Franken-Münzen aus Silber). Münzen im Wert von ca. 350 Millionen Franken wurden in dieser Zeit im In- und Ausland eingeschmolzen.<ref>Jürg Lehmann: «Systematische Raubzüge» auf Schweizer Münzen. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. März 2020.</ref> Seit 2004 wurden zudem die aus Reinnickel bestehenden Münzen zu 10 (1932–1939) und 20 Rappen (1881–1938) aus dem Verkehr gezogen, da Automaten diese nicht erkennen können.
Heute sind alle Münzen mit Ausnahme der 5-Rappen-Münze (seit 1981 Aluminiumbronze) in Kupfernickel legiert.
Das Einrappenstück, das im Zahlungsverkehr schon lange keine Rolle mehr spielte und dessen Herstellungskosten zuletzt 11 Rappen betrug, wurde per 1. Januar 2007 ausser Kurs gesetzt. Das bis 1974 geprägte Zweirappenstück wurde bereits 1978 aus dem Zahlungsverkehr genommen. Gleichzeitig mit der Abschaffung des Einräpplers wurde auch die Abschaffung des Fünfräpplers diskutiert. Da die Reaktionen darauf mehrheitlich negativ waren und unter anderem ein Preisanstieg befürchtet wurde, liess man diese Pläne fallen.
Gedenkmünzen
Die Schweiz gibt seit 1936 gelegentlich und seit 1974 jährlich Gedenkmünzen heraus. Bis 1991 handelte es sich dabei um Fünffrankenmünzen, die in ihren technischen Daten mit den Kursmünzen identisch und kursgültig waren, auch wenn sie selten im Zahlungsverkehr anzutreffen waren. Heute werden Nominale zu 10 Franken (Bimetall), 20 Franken (20 g Silber-Kupfer-Legierung) und 50 Franken (11,29 g Gold-Kupfer-Legierung, wird nur über dem Nennwert verkauft) geprägt. Ihr Nennwert ist gesetzlich garantiert, für den allgemeinen Zahlungsverkehr sind sie jedoch nicht zugelassen.
Der «Währungsvertrag Schweiz – Liechtenstein»<ref name="Währungsvertrag_CH/LI" /> von 1981 erlaubt es Liechtenstein mit Genehmigung des Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD), eigene Münzen zu prägen und diese in Umlauf zu setzen. Dies ermöglicht Liechtenstein, Gedenkmünzen zu besonderen Anlässen zu prägen. So wurden für das 200-jährige Jubiläum der Souveränität des Fürstentums 2006 zwei Münztypen im Nominalwert von 10 und 50 Franken geprägt. Als Zahlungsmittel sind diese jedoch nur in Liechtenstein gültig.
Banknoten
Banknoten wurden zuerst von Geschäfts- und Kantonalbanken herausgegeben; 1907 erhielt die neu gegründete Schweizerische Nationalbank (SNB) als Zentralbank das alleinige Recht zur Banknotenausgabe (Notenmonopol). Die umgehend eingeführte erste Serie (Interimsnoten) basierte noch auf Entwürfen aus dem Ausland, ergänzt durch Schweizer Hoheitszeichen. 1909 druckte Orell Füssli probeweise Banknoten für die SNB, die basierend auf inländischen Entwürfen von mehreren Druckereien hergestellt und ab 1911 von der SNB als zweite Serie eingeführt wurden. In den 1970er-Jahren wurde mit der sechsten Serie die Sicherheitsdruck-Abteilung von Orell Füssli alleinige Druckerei für sämtliche Schweizer Banknoten. Die Herstellungskosten der 8. Serie beliefen sich auf rund 30 Rappen pro Banknote.<ref name="13.5177 Fragestunde" />
Liechtenstein hat nie Banknoten in Schweizer Franken ausgegeben und hat nach dem aktuellen schweizerisch-liechtensteinischen Währungsvertrag kein Recht dazu.
Tabellarischer Überblick
| Serie | Einführung | Rückruf | umtauschbar bis | Designer | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | 1907 | 01.07.1925 | 01.07.1945 | Josef Storck und Albert Walch | Übergangsnoten |
| 2. | 1911 | 01.10.1958 | 01.10.1978 | Eugène Burnand, Ferdinand Hodler und S. Balzer | die 5-Franken-Note wurde erst 1980 zurückgerufen und verlor 2000 ihre Gültigkeit<ref>Zweite Banknotenserie (1911). SNB.</ref> |
| 3. | 1918–1930 | 1925/1956 | 1945/1976 | Orell Füssli | sogenannte Kriegsnoten, nur 2 Noten ausgegeben |
| 4. | (1938) | — | — | Victor Surbek und Hans Erni | Reserveserie, nie im Umlauf gewesen |
| 5. | 1956–1957 | 01.05.1980 | 01.05.2000 | Pierre Gauchat und Hermann Eidenbenz | |
| 6. | 1976–1979 | 01.05.2000 | unbefristet | Ernst und Ursula Hiestand | |
| 7. | (1984) | — | — | Elisabeth und Roger Pfund | Reserveserie, nie im Umlauf gewesen<ref>Thomas Weibel: Banknoten für den Notfall Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseum vom 18. August 2021</ref> |
| 8. | 1995–1998 | 30.04.2021<ref name="8SerieRuckruf">Rückruf der 8. Banknotenserie. SNB, 28. April 2021, abgerufen am 15. Februar 2024 (PDF; 147 kB).</ref> | unbefristet | Jörg Zintzmeyer | abgelöst durch die 9. Serie |
| 9. | 2016–2019 | unbefristet | Manuela Pfrunder | im Umlauf |
Die Banknoten sind jeweils bis zu ihrem Rückruf als gesetzliches Zahlungsmittel gültig, danach können sie zu ihrem Nennwert bei der Schweizerischen Nationalbank umgetauscht werden.<ref>Zurückgerufene, aber noch umtauschbare Banknoten. SNB, abgerufen am 4. März 2020.</ref> Dafür gab es unterschiedliche Fristen. 1921 wurde eine Frist von 20 Jahren ab dem Rückruf eingeführt. Ab der 6. Serie verlieren die Banknoten nicht mehr ihren Wert, sondern können zeitlich unbefristet umgetauscht werden.<ref name="srf_2019">Ständerat hat eingelenkt. Alte Banknoten werden künftig nicht mehr verfallen. In: SRF News. 5. Juni 2019.</ref>
Gültigkeitsdauer der Banknoten
Seit 2020 können ab der sechsten Banknotenserie von 1976 alle Banknoten auch nach deren Rückruf zeitlich unbegrenzt bei der Nationalbank zum Nennwert umgetauscht werden. Bis Ende 2019 galt die Regelung, dass nach der Emission des letzten Notenwerts einer neuen Serie die Schweizerische Nationalbank jeweils den Rückruf der alten Serie ankündigte. Danach konnten die Banknoten noch während zwanzig Jahren bei der Nationalbank zum Nennwert umgetauscht werden, nach dieser Frist waren die Noten wertlos.<ref>Thomas Fuster: Geld mit Ablaufdatum. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. April 2016.</ref>
Im April 2017 schlug der Schweizer Bundesrat im Einvernehmen mit der Schweizerischen Nationalbank vor, die Umtauschfrist für alte Banknoten aufzuheben.<ref>Umtauschfrist für Schweizer Geld: Banknoten sollen unbeschränkt gültig sein. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. April 2017.</ref><ref>Bundesrat will Umtauschfrist für alte Banknotenserien aufheben. Eidgenössisches Finanzdepartement, 5. April 2017 (Medienmitteilung).</ref> Der Schweizer Ständerat folgte diesem Vorschlag zunächst nicht, da die Kantone damit auf Einnahmen hätten verzichten müssen. Bis dahin zahlte die Nationalbank den Gegenwert der nicht umgetauschten Noten in den schweizerischen Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden (Fondssuisse) ein. Der Ständerat schlug jedoch vor, dass nur noch ein Fünftel davon an den Fonds gehen und der Rest zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone verteilt werden sollte.<ref>Umtauschfrist von 20 Jahren für Banknoten soll weiterhin gelten. In: Nau. 10. Oktober 2018.</ref> Im Juni 2019 lenkte der Ständerat ein, so dass seitdem Banknoten ab der sechsten Serie für eine unbegrenzte Zeit eingetauscht werden können.<ref name="srf_2019" /><ref>Ständeratskommission will Umtauschfrist für Banknoten abschaffen. In: Aargauer Zeitung. 10. April 2019.</ref><ref>Banknoten ohne Verfalldatum. Die «Ameise» behält ihren Wert. In: SRF News. 24. Dezember 2019, abgerufen am 26. Dezember 2019.</ref> Die Gesetzesrevision trat zum 1. Januar 2020 in Kraft (Vorlage:Art. Abs. 3 und 4 WZG).
Banknotenserien
Alle untenstehenden Notenabbildungen aller Serien sind massstabgetreu zueinander.
Erste Serie von 1907
Die erste Serie bestand aus den Noten: 50, 100, 500 und 1000 Franken. Die Banknote zu 1000 Franken war für damalige Verhältnisse ein sehr hoher Wert. Sie entspräche nach heutiger Kaufkraft einer Banknote im Wert von Vorlage:FormatZahl Franken. Die Noten wurden 1907 bei der Gründung der Nationalbank als «Interimsnoten» (zwischenzeitliche Noten) herausgegeben, da zwischen Gründung der Nationalbank und der Notenausgabe zu wenig Zeit war, um neue Noten zu schaffen. 1. Ausgabe: 20. Juni 1907, Rückruf: 1. Juli 1925, gültig bis: 30. Juni 1945.
Die Kupferplatten stammen von der Bradbury Wilkinson and Company in London, der Buchdruck und die Nummerierung erfolgten bei der Stämpfli & Co., der Kupferdruck fand bei Benziger in Einsiedeln statt.<ref>Erste Banknotenserie (1907). SNB.</ref>
| Betrag | Vorderseite | Rückseite | Porträt | Motiv | Format in Millimetern |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr. 50 | Datei:CHF50 1 front horizontal.jpg | Datei:CHF50 1 back horizontal.jpg | Helvetia | Ornamente | 103 × 166 | 20. Juni 1907 |
| Fr. 100 | Datei:CHF100 1 front horizontal.jpg | Datei:CHF100 1 back horizontal.jpg | Helvetia | Ornamente | 116 × 183 | 20. Juni 1907 |
| Fr. 500 | Datei:CHF500 1 front horizontal.jpg | Datei:CHF500 1 back horizontal.jpg | Helvetia | Ornamente | 126 × 199 | 20. Juni 1907 |
| Fr. 1000 | Datei:CHF1000 1 front horizontal.jpg | Datei:CHF1000 1 back horizontal.jpg | Helvetia | Ornamente | 132 × 215 | 20. Juni 1907 |
Zweite Serie von 1911
Die zweite Serie von 1911 bestand aus den Noten 5, 10, 20, 40, 50, 100, 500 und 1000 Franken. Die Serie war mehr als 67 Jahre gültig, die 10er- und 40er-Noten waren jedoch nie im Umlauf. 1. Ausgabe: 16. September 1911, Rückruf: 1. Oktober 1958, gültig bis: 30. September 1978. Die 5er-Note wurde erst am 1. Mai 1980 zurückgerufen und war bis 30. April 2000 gültig.
Der Druck der 1000er-, 500er-, 100er-, 50er- und der 10er-Note erfolgte bei Waterlow in London. Die 40er-, 20er- und 5er-Note wurde bei Orell Füssli gedruckt.
Dritte Serie von 1918
Die dritte Serie bestand aus mehreren Noten, die während der Jahre 1918 bis 1930 als «Kriegsnoten» entstanden. Sie besteht aus drei verschiedenen 20er-Noten und zwei verschiedenen 100er-Noten, von denen jeweils nur eine ausgegeben wurde.
Die ausgegebene 100er-Note wurde bereits am 1. Juli 1925 zurückgerufen und am 1. Juli 1945 wertlos. Die 20er-Note wurde am 1. April 1956 zurückgerufen und am 1. April 1976 wertlos.
| Betrag | Vorderseite | Rückseite | Porträt | Motiv | Format in Millimetern |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr. 20 | Datei:CHF20 3 front horizontal.jpg | Datei:CHF20 3 back horizontal.jpg | Johann Heinrich Pestalozzi | Schweizer Kreuz | 86 × 143 | 15. Juli 1930 |
| Fr. 20 | Datei:CHF20 3b front horizontal.jpg | Datei:CHF20 3b back horizontal.jpg | Johann Heinrich Pestalozzi | Schweizer Kreuz | 86 × 143 | – (Reservenote) |
| Fr. 20 | Datei:CHF20 3c front horizontal.jpg | Datei:CHF20 3c back horizontal.jpg | Freiburgerin | Ornamente und Rosette | 88 × 141 | – (Reservenote) |
| Fr. 100 | Datei:CHF100 3 front horizontal.jpg | Datei:CHF100 3 back horizontal.jpg | Wilhelm Tell | Ornamente, Rosette und Jungfraumassiv | 115 × 180 | 27. September 1918 |
| Fr. 100 | Datei:CHF100 3a front horizontal.jpg | Datei:CHF100 3a back horizontal.jpg | Wilhelm Tell | Ornamente, Rosette und Jungfraumassiv | 115 × 180 | – (Reservenote) |
Vierte Serie von 1938
Die vierte Serie bestand aus den Noten 50, 100, 500 und 1000 Franken. Es handelte sich um eine Reserveserie, die bei Orell Füssli gedruckt wurde. Sie wurde nie ausgegeben. Bei der 500er-Note blieb es bei einem Probeabzug. Die 50er-, 500er- und 1000er-Note wurden von Hans Erni gestaltet, die 100er von Victor Surbek.<ref>Vierte Banknotenserie (1938). SNB.</ref>
| Betrag | Vorderseite | Rückseite | Porträt | Motiv | Format in Millimetern |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr. 50 | Datei:CHF50 4 front horizontal.jpg | Datei:CHF50 4 back horizontal.jpg | Frauenkopf im Medaillon | Stier | 96 × 167 | – |
| Fr. 100 | Datei:CHF100 4 front horizontal.jpg | Datei:CHF100 4 back horizontal.jpg | Haslitalerin im Medaillon | Guillochen und Wertziffer | 106 × 190 | – |
| Fr. 500 | Datei:CHF500 4 front horizontal.jpg | Datei:CHF500 4 back horizontal.jpg | Frauenkopf im Medaillon | Chemie | 116 × 210 | – |
| Fr. 1000 | Datei:CHF1000 4 front horizontal.jpg | Datei:CHF1000 4 back horizontal.jpg | Frauenkopf im Medaillon | Turbine | 125 × 228 | – |
Fünfte Serie von 1956
Die fünfte Serie bestand aus den Noten 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Franken. 1. Ausgabe: gestaffelt ab 29. März 1956, Rückruf: 1. Mai 1980, gültig bis: 30. April 2000.
Die 10er- und die 20er-Note wurden von Hermann Eidenbenz gestaltet und bei Orell Füssli in Zürich gedruckt, die höherwertigen Noten wurden von Pierre Gauchat gestaltet und bei Waterlow bzw. De La Rue gedruckt.<ref>Fünfte Banknotenserie (1956). SNB.</ref>
| Betrag | Vorderseite | Rückseite | Porträt | Motiv | Format in Millimetern |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr. 10 | Datei:CHF10 5 front horizontal.jpg | Datei:CHF10 5 back horizontal.jpg | Gottfried Keller | Nelkenwurz | 75 × 137 | 1. Oktober 1956 |
| Fr. 20 | Datei:CHF20 5 front horizontal.jpg | Datei:CHF20 5 back horizontal.jpg | Henri Dufour | Silberdistel | 85 × 155 | 29. März 1956 |
| Fr. 50 | Datei:CHF50 5 front horizontal.jpg | Datei:CHF50 5 back horizontal.jpg | Mädchenkopf | Apfelernte | 95 × 173 | 14. Juni 1957 |
| Fr. 100 | Datei:CHF100 5 front horizontal.jpg | Datei:CHF100 5 back horizontal.jpg | Knabenkopf | St. Martin | 105 × 191 | 14. Juni 1957 |
| Fr. 500 | Datei:CHF500 5 front horizontal.jpg | Datei:CHF500 5 back horizontal.jpg | Frauenkopf | Jungbrunnen | 115 × 210 | 14. Juni 1957 |
| Fr. 1000 | Datei:CHF1000 5 front horizontal.jpg | Datei:CHF1000 5 back horizontal.jpg | Frauenkopf | Totentanz | 125 × 228 | 14. Juni 1957 |
Sechste Serie von 1976
Die sechste Serie wurde von Ernst und Ursula Hiestand gestaltet und von Orell Füssli in Zürich gedruckt. Sie bestand aus den Notenwerten 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Schweizer Franken. Die Banknoten wurden gestaffelt ab 4. Oktober 1976 ausgegeben und wurden zum 1. Mai 2000 zurückgerufen. Die Noten können unbeschränkt bei der Schweizerischen Nationalbank zum vollen Nennwert umgetauscht werden.<ref>Merkblatt zum Umtausch von zurückgerufenen Banknoten. SNB, 14. November 2019 (PDF; 0,8 MB).</ref>
Siebte Serie von 1984
Sie wurde in den 1980er-Jahren entworfen und bildete die Reserveserie. Das Aussehen und die Daten dieser Banknoten waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt (sogenannte Geheimreserve). Die Noten dieser Serie wären eingesetzt worden, falls die sich aktuell im Umlauf befindenden Noten massenhaft gefälscht worden wären. Es handelte sich um die letzte Reserveserie. Anstelle einer Reserveserie wurde bei der achten Serie das Sicherheitssystem laufend weiterentwickelt. Inzwischen wurde auch das Aussehen der siebten Serie veröffentlicht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Auf dieser Serie sind die gleichen Personen (allerdings nach anderen Vorlagen) abgebildet wie in der sechsten Serie, mit Ausnahme von Auguste Forel, der durch Louis Agassiz ersetzt wurde.
Achte Serie von 1995
Die achte Banknotenserie, die ab 1995 eingeführt wurde, umfasst sechs Stückelungen (Nennwerte) mit Porträts von Schweizer Kulturschaffenden, die zu einem bedeutenden Teil im Ausland gewirkt hatten. Dabei wurde auf die Ausgabe einer 500-Franken-Banknote verzichtet, jedoch neu eine Banknote im Wert von 200 Franken eingeführt. Die Noten wurden zwischen 1995 und 1998 ausgegeben und per 30. April 2021 zurückgerufen. Die Noten können unbeschränkt bei der Schweizerischen Nationalbank zum vollen Nennwert umgetauscht werden.<ref name="8SerieRuckruf" />
| Betrag | Vorderseite | Rückseite | Porträt | Motiv | Format in Millimetern |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr. 10 | Datei:CHF10 8 front.jpg | Datei:CHF10 8 back.jpg | Le Corbusier (Architekt) | Grundriss des Regierungsviertels der indischen Stadt Chandigarh | 74 × 126 | 8. April 1997 |
| Fr. 20 | Datei:CHF20 8 front.jpg | Datei:CHF20 8 back.jpg | Arthur Honegger (Komponist) | Pacific 231 | 74 × 137 | 1. Oktober 1996 |
| Fr. 50 | Datei:CHF50 8 front vertical.jpg | Datei:CHF50 8 back vertical.jpg | Sophie Taeuber-Arp (Bildende Künstlerin) | Tête Dada, 1919 | 74 × 148 | 3. Oktober 1995 |
| Fr. 100 | Datei:CHF100 8 front.jpg | Datei:CHF100 8 back.jpg | Alberto Giacometti (Bildender Künstler) | L’Homme qui marche I | 74 × 159 | 1. Oktober 1998 |
| Fr. 200 | Datei:CHF200 8 front.jpg | Datei:CHF200 8 back.jpg | Charles-Ferdinand Ramuz (Schriftsteller) | Lac de Derborence/Diablerets, Lavaux | 74 × 170 | 1. Oktober 1997 |
| Fr. 1000 | Datei:CHF1000 8 front.jpg | Datei:CHF1000 8 back.jpg | Jacob Burckhardt (Kunsthistoriker) | Palazzo Strozzi, Florenz (Ausschnitt aus der Fassade) | 74 × 181 | 1. April 1998 |
Neunte Serie von 2016
Die neunte Banknotenserie wurde von April 2016 bis September 2019 schrittweise eingeführt. Den Designwettbewerb gewann Manuel Krebs, allerdings wurde die Zweitplatzierte Manuela Pfrunder beauftragt, ihren Entwurf weiterzuführen.<ref>Vorbereitung einer neuen Banknotenserie. SNB, 26. Februar 2007 (Medienmitteilung; PDF; 50 kB).</ref> Als Datum für die Einführung war ursprünglich der Herbst 2010 geplant. Um mehr Zeit für die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien zu haben, wurde der Termin zunächst auf 2012 verschoben, da bei der aktuellen Banknotenserie noch kein Sicherheitsmangel bestehe. Im Februar 2012 kündigte die Schweizerische Nationalbank wegen technischer Probleme eine weitere Verzögerung von mindestens einem Jahr an.<ref>Emission der neuen Banknotenserie verzögert sich. SNB, 9. Februar 2012 (Medienmitteilung; PDF; 51 kB).</ref>
Ende 2012 wurde der Ausgabetermin abermals geändert; die Einführung sollte nunmehr in der Zeit von April 2016 bis 2019 stattfinden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Als erste wurde die neue 50er-Note am 6. April 2016 anlässlich einer Medienkonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt, die Ausgabe erfolgte ab dem 12. April 2016. Sie wurde von der Internationalen Banknotengesellschaft zur schönsten Note 2016 gewählt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die übrigen Noten wurden im Abstand von einem halben oder ganzen Jahr in Umlauf gebracht.<ref>Mediengespräch mit Fritz Zurbrügg, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank. SNB, 10. Dezember 2015 (PDF; 65 kB).</ref>
| Betrag | Vorderseite | Rückseite | Motiv<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> | Format in Millimetern |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|---|---|
| Fr. 10 | Datei:CHF 10 9 front.jpg | Datei:CHF 10 9 back.jpg | Zeit, die organisierende Seite der Schweiz: Vorderseite: Ein weibliches Händepaar mit Taktstock dirigiert den Takt; Kaleidoskopmuster: Zifferblätter; der Globus um die Datumsgrenze herum: Tagesende (Pazifik, Beringstrasse), Zeitzonen sind eingezeichnet; Sicherheitsstreifen: Auf dem Sicherheitsstreifen ist das Schweizer Bahnnetz abgebildet, ebenso sind die längsten Eisenbahntunnel der Schweiz in Kilometern aufgeführt. Rückseite: Zusammenführung zweier Geleise mittels einer Spaltweiche im Lötschberg-Basistunnel;<ref>Andreas Gerber, Ramona Tiefenthal: Vorlage:Webarchiv. In: Schweizerische Südostbahn, Schriftzug. Oktober 2017.</ref> Uhrwerk: steht für eine gut funktionierende Organisation; die Linien sind Skizzen des schweizerischen, des österreichischen und Teilen des ungarischen Eisenbahnnetzes. |
70 × 123 | 18. Oktober 2017<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| Fr. 20 | Datei:CHF 20 9 front.jpg | Datei:CHF 20 9 back.jpg | Licht, die kreative Seite der Schweiz: Vorderseite: Eine knabenhafte, rechte Hand hält ein Prisma in einen Lichtstrahl, so dass das Licht in verschiedene Farben aufgefächert wird; Kaleidoskopmuster: Der Hintergrund der Note erinnert an einen Blick durch ein Kaleidoskop, bei dem bunte Effekte durch die Spiegelung von Licht entstehen; Globus vier Stunden früher (Pazifik, Nordamerika), über dem sich das Licht in Sternenbildern wiederfindet; Sicherheitsstreifen: Auf der Karte der Schweiz und der umliegenden Regionen sind die Lichtemissionen bei Nacht dargestellt, und die Entfernung verschiedener Himmelskörper zur Erde ist in Lichtsekunden aufgelistet. Rückseite: Eine Lichtprojektion auf die grosse Filmleinwand auf der Piazza Grande in Locarno während des Filmfestivals Locarno; Schmetterling: Das Licht macht die Farben des Schmetterlings und den Facettenreichtum der Natur erlebbar; die Linien zeigen eine Iris, die den Lichteinfall ins menschliche Auge regelt. |
70 × 130 | 17. Mai 2017<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| Fr. 50 | Datei:CHF 50 9 front.jpg | Datei:CHF 50 9 back.jpg | Wind, die erlebnisreiche Seite der Schweiz: Vorderseite: Eine linke Hand hält eine reife Löwenzahnblüte in den Wind, und dieser bläst Achänen weg; Hintergrundmuster: Windpfeile; Globus weitere vier Stunden früher (Atlantik, Nord- und Südamerika), und die Windpfeile auf dem Globus zeigen die Richtungen der Winde, welche die Schweiz mit anderen Regionen und Kontinenten verbinden; Sicherheitsstreifen: Auf dem Sicherheitsstreifen ist das Alpenmassiv dargestellt, und die Hauptgipfel der Schweizer Alpen mit einer Höhe von über Vorlage:Höhe sind namentlich aufgelistet, von A wie Aletschhorn bis Z wie Zumsteinspitze. Rückseite: Luftströme umfliessen glaziale Alpengipfel und führen zu Auf- oder Abwinden; Gleitschirmflieger; Höhenkurven illustrieren die abwechslungsreiche Landschaft der Schweiz. |
70 × 137 | 12. April 2016<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| Fr. 100 | Datei:CHF 100 9 front.jpg | Datei:CHF 100 9 back.jpg | Wasser, die humanitäre Seite der Schweiz: Vorderseite: Ein Händepaar hält, eine hohle Hand machend, Wasser hin; Globus weitere vier Stunden früher (Atlantik, Europa, Afrika, Naher Osten). Etliche Flüsse sind mit ihrer Länge aufgeführt. Rückseite: Wasser fliesst entlang einer senkrechten, aber trotzdem vegetativ bewachsenen Felswand im trockenen Wallis; Suonen. |
70 × 144 | 12. September 2019<ref name="SNB1000">Nationalbank gibt neue 1000-Franken-Note heraus. SNB, 5. März 2019 (Medienmitteilung; PDF; 55 kB).</ref> |
| Fr. 200 | Datei:CHF 200 9 front.jpg | Datei:CHF 200 9 back.jpg | Materie, die wissenschaftliche Seite der Schweiz: Vorderseite: Eine rechte Hand zeigt mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger die drei Dimensionen an (siehe Drei-Finger-Regel); Globus weitere vier Stunden früher (Indischer Ozean, Afrika, Europa, Naher Osten, Russland, Asien). Die Darstellung über dem Globus zeigt die Verteilung der Landmassen in der späten Kreidezeit. Rückseite: Partikel durchströmen einen Teilchendetektor des LHCs des CERNs in Genf; Partikelkollisionsgraphik. |
70 × 151 | 22. August 2018<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| Fr. 1000 | Datei:CHF 1000 9 front.jpg | Datei:CHF 1000 9 back.jpg | Sprache, die kommunikative Seite der Schweiz: Vorderseite: Zwei zum Gruss gereichte Hände; Globus weitere vier Stunden früher: Tagesbeginn (Indischer Ozean, Asien, Australien, Pazifik). Über dem Globus sind phonetische Zeichen abgebildet. Rückseite: Während der Vereinigten Bundesversammlung der eidgenössischen Räte im Bundeshaus in Bern werden in einer der Landessprachen Reden gehalten; Graphik eines Beziehungsnetzes. |
70 × 158 | 13. März 2019<ref name="SNB1000" /><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
Zehnte Banknotenserie
In Planung: Frühestens Anfang der 2030er-Jahre.
2024 wurde der Gestaltungswettbewerb zur zehnten Banknotenserie angekündigt, welche frühestens Anfang der 2030er-Jahre erscheinen soll. Im August 2025 veröffentlichte die SNB zwölf Konzepte und startete zusammen mit einem Meinungsforschungsinstitut eine Umfrage, in der die Bevölkerung die Entwürfe bewerten kann.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Am 4. März 2026 wurde die Emphase GmbH als Gewinnerin des Gestaltungswettbewerbs bekanntgegeben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Vorlage:Achtung
| Betrag | Infos | Format in
Millimeter (voraussichtlich) |
Ausgabedatum |
|---|---|---|---|
| Fr. 10 | Relativ gelb.
Vorderseite: Abildung einer Pflanze, einer Breitwegerich. Rückseite: CERN und eine Eisenbahn. |
70 × 123 | früh. 2030 |
| Fr. 20 | Relativ pink.
Vorderseite: Die Note zeigt vorne eine Erbse. Rückseite: Hinten ist die Aare-Böötlen und das NEST Empa Building. |
70 × 130 | früh. 2030 |
| Fr. 50 | Relativ grün.
Vorderseite: Vorne ist eine Rotbuche dargestellt. Rückseite: Eine Trockensteinmauer und die La Dôle |
70 × 137 | früh. 2030 |
| Fr. 100 | Bläulich.
Vorderseite: Es wird eine Goldhafer dargestellt. Rückseite: Hinten wird ein Wanderweg und eine Kuh dargestellt. Es deuetet auf den Alpentourismus. |
70 × 144 | früh. 2030 |
| Fr. 200 | Etwas braun.
Vorderseite: Vorne ist ein Heidelbeerstrauch zu sehen. Rückseite: Hinten ist der Glacier-Express und eine Gondel. Ebenfalls ist eine Staumauer abgebildet. |
70 × 151 | früh. 2030 |
| Fr. 1000 | Violett.
Vorderseite: Gletscher-Hahnenfuss. Rückseite: Hier ist das Jungfraujoch und Monte Rosa Hut abgebildet. |
70 × 158 | früh. 2030 |
Fälschungssicherheit
Die aktuellen Banknoten der neunten Serie gehören zu den fälschungssichersten der Welt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Sie haben bis zu 18 verschiedene Sicherheitsmerkmale, um Fälschungen nahezu unmöglich zu machen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> In der maschinellen Banknotenbearbeitung der SNB und der sonstigen Akteure im Geldkreislauf wird laufend die Echtheit der umlaufenden Banknoten überprüft.
Das von Landqart hergestellte Substrat mit der Bezeichnung Durasafe<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> wurde erstmals für die neunte Serie verwendet. Es ist hybrid aufgebaut und besteht aus einer Polymerfolie im Inneren und einer Deckschicht aus Baumwolle, die aus Nebenprodukten der Baumwollverarbeitung (sogenannten Lintern) gewonnen wird. Es ist etwas dicker als das früher verwendete Substrat und verbindet die Vorteile von Papier, insbesondere die haptischen Sicherheitsmerkmale, mit Kunststoff für verbesserte Haltbarkeit und komplexe Durchsichtfenster.
Die SNB stellt eine kostenlose Mobile App SwissBanknotes zur Verfügung, um das Banknotendesign und die vom Menschen erkennbaren Sicherheitsmerkmale interaktiv zu erklären und spielerisch anhand einer vorgelegten Banknote zu animieren.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die App unterstützt keine Echtheitsprüfung, so dass sie auch mit Bildschirmanzeigen oder einfachen Drucken funktioniert.
Specimen
Werden Schweizer Banknoten reproduziert, zum Beispiel zur Verwendung als Prüfmuster, Spielgeld oder zu Werbezwecken, so ist der Aufdruck «SPECIMEN» (deutsch: «Probe»/«Muster») auf den Noten der Schweizer Franken zwingend, dabei muss die Länge des Wortes mindestens 75 % und die Breite 15 % der Banknote ausmachen. Der Aufdruck kann weggelassen werden, sofern sie durch andere Merkmale (wie Grösse etc.) klar von echten Noten unterschieden werden kann.<ref>Merkblatt über die Reproduktion von Banknoten. SNB, 30. August 2017, abgerufen am 16. Februar 2024 (PDF; 39 kB).</ref>
Die 1000-Franken-Note als «teuerste Note»
Die 1000-Franken-Banknote wird von der Schweizerischen Nationalbank bereits seit der ersten Serie (1907) ausgegeben. Dabei handelte es sich seit je um eine Banknote von ausserordentlich hohem Wert. So hatte 1907 die 1000-Franken-Note einen heutigen teuerungsbereinigten Wert von Vorlage:FormatZahl Franken.
Von den bekannteren Währungen resp. den Leitwährungen ist die 1000-Franken-Note weltweit mit Abstand die im regulären Umlauf befindliche Banknote mit dem höchsten Wert bzw. der höchsten Kaufkraft, gemessen am Wechselkurs zu anderen Währungen.<ref name="bitoun">Vorlage:Internetquelle</ref> So beträgt z. B. der aktuelle Wert der höchsten regulär noch im Umlauf befindlichen Euro-Banknote EUR 500.– (= ca. CHF Vorlage:Wechselkurs.–), der höchsten regulär noch im Umlauf befindlichen US-Dollar-Note 100.– US$ (= ca. CHF Vorlage:Wechselkurs.–), der höchsten von der Bank of England herausgegebenen Pfund-Sterling-Note GBP 50.– (= ca. CHF Vorlage:Wechselkurs.–) oder der höchsten japanischen Yen-Note JPY 10'000.– (= ca. CHF Vorlage:Wechselkurs.–).
Unter Berücksichtigung sämtlicher Währungen ist die 1000-Franken-Note weltweit die im regulären Umlauf befindliche Banknote mit dem höchsten Wert bzw. der höchsten Kaufkraft, die noch ausgegeben wird. Werden nicht mehr ausgegebene oder nicht mehr im regulären Umlauf befindliche, aber noch gültige Banknoten mitberücksichtigt, gibt es in mehreren anderen Währungen «teurere» Banknoten, so existiert z. B. eine 10'000-Brunei-Dollar-Note (ca. Vorlage:Wechselkurs Franken), die seit 2020 nicht mehr ausgegeben wird<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>, oder eine 10'000-Singapur-Dollar-Note, die seit 2014 nicht mehr ausgegeben wird. Beim US-Dollar wurden bis 1945 Banknoten mit den Werten von 1'000 US$, 5'000 US$ und 10'000 US$ ausgegeben und 1967 zurückgerufen, sie bleiben jedoch legales Zahlungsmittel. Gedruckt, nie im Umlauf gewesen, aber legales Zahlungsmittel ist ferner eine Note mit dem Wert von 100'000 US$.
Mit dem Aufkommen des elektronischen Zahlungsverkehrs sank der wirtschaftliche Bedarf an Banknoten mit sehr hohem Wert / Kaufkraft. Trotzdem stieg die Verbreitung der 1000-Franken-Note in den letzten Jahren stetig an: Waren im Jahr 2004 noch 20 Millionen «Tausender» im Umlauf, waren es 2014 bereits 38 Millionen.<ref name="bitoun" /> Vermutlich wird die 1000-Franken-Note vermehrt zur physischen Aufbewahrung von Vermögen in Bankschliessfächern oder ausserhalb von Geldinstituten verwendet von Personen, die gegenüber Banken Misstrauen hegen, Negativzinsen vermeiden wollen oder die – illegalerweise – ihr Vermögen nicht versteuern möchten. Auch im kriminellen Umfeld, insbesondere bei organisierter Kriminalität, wird Bargeld bevorzugt sowohl zur Abwicklung von mitunter äusserst kostspieligen Transaktionen (z. B. beim Drogenhandel) wie auch als Geldanlage, wofür die 1000-Franken-Note besonders geeignet erscheint. Da der Schweizer Franken zudem als sichere Währung gilt, ist die Note auch für ausländische (nicht schweizerische) Kriminelle attraktiv. Zwecks Bekämpfung namentlich von Geldwäscherei, Terrorfinanzierung und Drogenhandel wurde im April 2019 der 500-Euro-Schein abgeschafft.<ref>Saskia Littmann, Mark Fehr: Aus für den 500-Euro-Schein – die richtige Entscheidung? In: WirtschaftsWoche. 26. April 2019.</ref> Auch in der Schweiz gab es vereinzelt entsprechende Forderungen. Da die Schweizer jedoch als besonders bargeldaffin gelten und die Wirksamkeit der Kriminalitätsbekämpfung fraglich ist, bestehen keine konkreten Absichten zur Abschaffung der 1000-Franken-Note, im Gegenteil: Am 13. März 2019, nur zwei Monate vor der Abschaffung des 500-Euro-Scheins, gab die Schweizerische Nationalbank die 1000-Franken-Note in der aktuellen, 9. Banknotenserie erstmals aus.<ref>Michael Rasch: Das Ende des grossen Geldes. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. April 2016.</ref><ref>Isabel Pfaff: Die Schweiz bekommt einen neuen Tausender. In: Süddeutsche Zeitung. 5. März 2019.</ref>
Parallel zur 1000-Franken-Note als «teuerster» Banknote handelt es sich beim Fünffrankenstück um eine der «teuersten» Kursmünzen.
Banknotenumlauf
Im Jahr 2017 betrug der durchschnittliche Banknotenumlauf<ref>Der Notenumlauf. SNB.</ref> 76'507'131'570 Franken. Diese Summe war auf insgesamt 449'531'533 Banknoten verteilt. Den höchsten wertmässigen Anteil machte die 1000-Franken-Note mit 47'313'516'000 Franken (61,8 %) aus. Daraus lässt sich schliessen, dass ein grosser Anteil des Bargeldes ausserhalb des Zahlungsverkehrs als Wertaufbewahrungsmittel genutzt wird. Bezogen auf die Stückzahl war die 100-Franken-Note am häufigsten anzutreffen: Es zirkulierten 125'486'986 Banknoten zu 100 Franken, was einen Anteil von 27,9 % an der Anzahl aller Schweizer Banknoten bedeutet.
Umgangssprachliche Bezeichnungen
Der Franken wird in der Umgangssprache, den Dialekten der deutschsprachigen Schweiz, oft auch Stutz genannt. Dazu gibt es verschiedene Erklärungen; beispielsweise hiess ein aus der Schweiz stammender, im Mittelalter berühmter Münzmeister im fränkischen Fürth Conrad Stutz (1582–1662).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle Im FürthWiki ist eine Liste der Autoren verfügbar.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Einer anderen Interpretation zufolge soll früher Stutz, stutzen oder verstutzen «Tausch», «handeln» oder «verprassen» bedeutet haben, was allerdings nur aus dem nord- und ostdeutschen Sprachgebiet belegt ist.<ref>Siehe Stutz im Deutschen Wörterbuch (Band 20, Sp. 735). Im Schweizerischen Idiotikon wird die fragliche Bedeutung ohne weitere etymologische Erläuterung im Artikel Stutz (Band XI, Sp. 1885) als Bedeutung 3 aufgeführt.</ref> Ein weiteres saloppes Wort ist Stein (schweizerdeutsch Stei).<ref>Stein, Bed. 4. In: Schweizerisches Idiotikon. Band XI, Sp. 787.</ref> Das Fünffrankenstück ist allgemein als Fünfliber (Füfliber, Föifliber) bekannt, wobei das Grundwort auf die französischen Livre zurückgeht;<ref>Schweizerisches Idiotikon. Band III, Spalte 982 (Digitalisat).</ref> salopp heisst es auch Schnägg «Schnecke».<ref>Domenico Blass: Züri-Slängikon. Neus Gschmeus! Wörterseh, Lachen 2023, S. 119. Unbekannter Herkunft, im einschlägen Artikel des Schweizerischen Idiotikons (Band IX, Spalten 1183–1194, publiziert 1925) noch fehlend.</ref> Die 1000-Franken-Note wird umgangssprachlich auch «Ameise» genannt, da auf der sechsten Serie von 1976 auf dieser Note drei Ameisen abgebildet waren.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Im französischen Sprachraum ist für den Franken umgangssprachlich die Bezeichnung balle (Plural: balles), die auch in Frankreich für den französischen Franc verbreitet war, üblich.<ref>Catherine Cossy: Der Stutz. In: Le Temps. 27. Juli 2012, abgerufen am 19. Januar 2015 (französisch).</ref>
Zu den umgangssprachlichen Bezeichnungen für die Münzen siehe die Tabelle im Abschnitt Umlaufmünzen.
Siehe auch
Literatur
- Vorlage:HLS
- Ernst Baltensperger: Der Schweizer Franken. Eine Erfolgsgeschichte. Die Währung der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. NZZ Libro, Zürich 2012, ISBN 978-3-03823-793-8.<ref>Daniel Hug: Vorlage:Webarchiv. In: NZZ am Sonntag. 23. September 2012.</ref>
Weblinks
- Bundesgesetz vom 22. Dezember 1999 über die Währung und die Zahlungsmittel (WZG)
- Münzverordnung vom 12. April 2000 (MünzV)
- Währungsvertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein
- Umlaufmünzen. Swissmint
- Prägeliste – Prägezahlen der Schweizer Münzen ab 1850. Swissmint
- Alle Banknotenserien der SNB auf der Website der Schweizerischen Nationalbank
- Kurze Dokumentation aller 100-Franken-Noten mit Interview (PDF; 631 kB)Vorlage:Toter Link
- Schweizer-Münzen-Katalog mit Abbildungen
- Wertbestimmung aller Schweizer Münzen aller Jahrgänge und Erhaltungsgrade
Audio
- Klaus Ammann: Geschichte des Frankens: Wirrwarr, Schwächling, Superstar (1/3) In: Geschichte auf Schweizer Radio und Fernsehen vom 19. August 2025
- Klaus Ammann: Geschichte des Frankens: Wirrwarr, Schwächling, Superstar (2/3) In: Geschichte auf Schweizer Radio und Fernsehen vom 2. September 2025
- Klaus Ammann: Geschichte des Frankens: Wirrwarr, Schwächling, Superstar (3/3) In: Geschichte auf Schweizer Radio und Fernsehen vom 16. September 2025
zum Thema Aufhebung des Mindestkurses (2015)
- SNB-Doyen will neue Untergrenze. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Januar 2015 (Interview mit dem Doyen der SNB Ernst Baltensperger).
- Kommentare zum Interview:
- Ökonom Ernst Baltensperger empfiehlt Ablösung des Mindestkurses. In: Swissinfo. 11. Januar 2015.
- Hans Geiger: Das Ende der Euro-Kursbindung. In: Inside Paradeplatz. 12. Januar 2015.
- Nationalbank hebt Mindestkurs auf und senkt Zins auf −0,75 %. Weitere Verschiebung des Zielbandes in den negativen Bereich. Schweizerische Nationalbank, 15. Januar 2015 (Medienmitteilung; PDF; 85 kB).
- Vorlage:Webarchiv. Schweizerische Nationalbank, 15. Januar 2015 (Web-TV: Archiv der SNB-Anlässe).
- Fritz Zurbrügg ist der Mann, der den Mindestkurs kappte. «Täglich gingen Milliarden raus!» In: Blick.ch. 22. Januar 2015.
- Simon Schmid: «Die Presse war voller Spekulationen». In: Tages-Anzeiger. 26. Januar 2015–23:09 Uhr (Interview mit dem Vizepräsidenten der SNB Jean-Pierre Danthine).
Pressestimmen vom 15. Januar 2015:
- Franken-Freigabe. Schweizer Börse stürzt ab. In: Spiegel Online. 15. Januar 2015.
- Hohe Buchverluste für die SNB. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. Januar 2015.
- Schweiz kippt den Euro-Mindestkurs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Januar 2015.
- Warum die Schweizer Zentralbank handeln musste. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Januar 2015.
- Die meisten wollen keine Hilfe für die Wirtschaft. In: Tages-Anzeiger. 16. Januar 2015 (mit Fotoserie zu Reaktionen auf die Wechselkursfreigabe).
- Schweizer Ärger über Franken-Freigabe. «Was ist nur in die Zentralbank gefahren?» In: Spiegel Online. 15. Januar 2015.
Siehe auch:
- Vorlage:DNB-Portal
- Publikationen der SNB (mit Medienmitteilungen, Referate, Terminkalender, Dossiers, Empfohlene Seiten, Service für die Medien).
- Glossar der SNB (eine Sammlung erklärungsbedürftiger Begriffe).
- Vorlage:Webarchiv (Schwerpunkt Münzen; PDF; 241 kB).
Anmerkungen
<references group="anm" />
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit nicht-numerischen formatnum-Argumenten
- Seiten, die ignorierte Vorlagenparameter enthalten
- Seiten, in denen die maximale Größe eingebundener Vorlagen überschritten ist
- Seiten mit defekten Dateilinks
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Mehrdeutigkeitshinweis
- Währungseinheit (Europa)
- Finanzwesen (Schweiz)
- Wirtschaft (Liechtenstein)
- Liechtensteinisch-schweizerische Beziehungen