Carl Hartlaub
| Datei:Carl Hartlaub Breslau 1912 XVIII. Kongreß des Deutschen Schachbundes-3.jpg | |
| Carl Hartlaub, Breslau 1912 | |
| Name | Carl Otto Hartlaub |
| Verband | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Deutschland |
| Geboren | 12. Oktober 1869 Bremerhaven, Norddeutscher Bund |
| Gestorben | 15. Mai 1929 Bremen |
| Beste Elo‑Zahl | 2237 (1914) (historische Elo-Zahl) |
Carl<ref>Während er in Einklang mit dem Geburtsregistereintrag (Geburts-, Copulations- und Sterberegister für das Jahr 1869. Bremerhaven, Registernummer 307; Stadtarchiv Bremerhaven) seinen ersten Vornamen stets Carl schrieb, findet sich oft und insbesondere in behördlichen Dokumenten die (falsche) Schreibweise Karl, so z. B. in den Immatrikulationsnachweisen aus Freiburg (Universitätsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735) und Göttingen (Universitätsarchiv Göttingen, Matrikel 233 vom 3. November 1893).</ref> Otto Hartlaub (* 12. Oktober 1869 in Bremerhaven; † 15. Mai 1929 in Bremen) war Rechtsanwalt und ein bekannter deutscher Schachspieler. Er verdankt seine gewisse Berühmtheit als Schachspieler nicht so sehr seiner Spielstärke als vielmehr seinem Stil, der der sogenannten 'romantischen' Epoche des Schachs verpflichtet war. Er besaß ein „feines Gespür für frühzeitige rasche und überraschende Attacken“ (Robert Hübner<ref>Robert Hübner: Abfall Nr. 40, in: ChessBase Magazin 71 vom 12. August 1999, S. 32 (wiederveröffentlicht in ders: Der Bremer Schachmeister Carl Carls, in: Die Jahrhundert-Meisterschaft im Schach. Die Deutsche Einzelmeisterschaft 1998 in Bremen und zur Schachgeschichte der Hansestadt. Hg. von Claus Dieter Meyer und Till Schelz-Brandenburg. Bremen: Schünemann 2001, dort S. 270f.)</ref>) und war ein kühner „Spieler von außerordentlicher Fantasie“ (Emanuel Lasker<ref>zit. n. Helmut Wieteck: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. Zum 135. Geburtstag und 75. Todestag des Bremer Meisters, in: Rochade Europa Nr. 2, Februar 2004, S. 70</ref>) und kombinatorischer Tiefe, wovon insbesondere seine 1919 erschienene Partiensammlung Dr. Hartlaub's Glanzpartien Zeugnis ablegt.
Leben
Carl Otto Hartlaub wurde am 12. Oktober 1869 „morgens zwölf drei Viertel Uhr“<ref>Geburts-, Copulations- und Sterberegister für das Jahr 1869. Bremerhaven, Registernummer 307; Stadtarchiv Bremerhaven.</ref> in Bremerhaven geboren. Sein Vater (1839–1894) war ein damaliger Obergerichtsanwalt und Notar gleichen ersten Vornamens, dessen Vater ebenfalls schon Carl hieß und zunächst Landwirt in Holstein und später ein Fabrikant in Dänemark war.<ref>Immatrikulationsnachweis für Carl Heinrich Gustav Hartlaub: Matrikelnummer 159 vom 6. November 1860 der Universität Göttingen, Universitätsarchiv Göttingen</ref> Hartlaubs Mutter war eine 26-jährige Hausfrau (* 1843), deren Verwandter, ein praktischer Arzt und Geburtshelfer, zusammen mit einer Hebamme bei der Geburt halfen.<ref>Geburts-, Copulations- und Sterberegister für das Jahr 1869. Bremerhaven, Registernummer 307; Stadtarchiv Bremerhaven; Adreß-Buch der freien Hansestadt Bremen und der Hafenstädte Vegesack, Bremerhaven, Geestemünde. Heinrich Stack, Bremen 1869, S. 30 und S. 12.</ref> Hartlaub hatte drei Geschwister, darunter eine zwei Jahre jüngere Schwester (1871–1960), die seit ihrer Heirat einen Doppelnachnamen trug. Sie wurde Pianistin und Gründerin des Freiburger Richard-Wagner-Verbandes<ref>Vgl. nik.: Mit Wagner durch die Welt. Josef Lienhart – Bäcker und langjähriger Präsident des Richard-Wagner-Verbandes International, in: Freiburg persönlich. Eine Sonderbeilage des Stadtkurier, Ausgabe 4, November 2012, S. 14.</ref> und war die Mutter des Psychologen Hans Bender.
Aus beruflichen Gründen des Vaters, der in Bremen Richter geworden war, zog die Familie 1874 dorthin. Hier besuchte Hartlaub von 1876 bis 1881 zunächst die Ober- und danach die Obererweiterungsschule. 1882 zog die Familie erneut um, da der Vater krankheitsbedingt das Richteramt nieder- und den Wohnort der Familie nach Freiburg im Breisgau verlegte.<ref>Carl Hartlaub: Lebenslauf, enthalten in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735</ref> Dort besuchte Hartlaub das Großherzogliche Gymnasium,<ref>Vgl. Großherzogliches Gymnasium Freiburg i. B.: Jahres-Bericht über das Schuljahr 1884/85 zugleich Einladung zu der öffentlichen Prüfung am 29. und 30. Juli und zu dem Schlussakte am 31. desselben Monats. Mit einer wissenschaftlichen Beilage von Professor Keller: 'Johann Kaspar Schillers Jugend und militärische Dienstjahre'. Universitäts-Buchdruckerei, Freiburg i. B. 1885, S. 21, wo „Karl [sic] Hartlaub von Bremerhaven“ als Schüler der Obertertia A gelistet wird.</ref> an dem er 1889 das Abitur ablegte.<ref>Carl Hartlaub: Lebenslauf, enthalten in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735</ref> Nachdem er von 1889 bis 1894 in Freiburg, Straßburg, München und Göttingen Jura studiert hatte,<ref>In seinem in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg enthaltenen Lebenslauf (Signatur B 4/735) schreibt Hartlaub, dass er ab dem Wintersemester 1890 "der Reihe nach" in Straßburg, München, Freiburg und Göttingen studiert habe; in zwei kleinen Details stimmt dies nicht mit der Dokumentenlage überein: laut den dort ebenfalls enthaltenen Immatrikulationsnachweisen war er zum einen nicht nur für die von ihm erwähnten Semester von 1891 bis 1893, sondern auch schon zuvor von 1889 bis 1890 an der Universität in Freiburg eingeschrieben; und zum anderen studierte er laut Lebenslauf bis zum SS 1895 in Göttingen, während die dortigen Immatrikulationsbescheinigungen inklusive des Abschlusszeugnisses lediglich bis zum SS 1894 gehen.</ref> ergriff er in Bremen den Beruf des Rechtsanwalts. Nebenher promovierte er von 1899 bis 1902 an der Universität Freiburg.<ref>Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735</ref><ref>Carl Hartlaub: Der Solutionsgedanke bei der Kompensation. Freiburg, Univ., Jur. Diss. Hauschild, Bremen 1902.</ref> Schließlich ist er 1904 auch zum Notar ernannt worden.<ref>Dokumente zur Ernennung zum Notar in der Senatsregistratur des Staatsarchivs Bremen, StAB 3-N.4.Nr.32.</ref>
Hartlaub war Teilinhaber der Patentrechte der in Hamburg ansässigen Deutschen Reklame-Automaten-GmbH, deren Gesellschaftsvertrag am 17. August 1905 abgeschlossen wurde. Sein Anteil betrug <math> \tfrac{10}{180} </math>, für den er ℳ 10.000 in die Gesellschaft eingezahlt hatte.<ref>Hamburgischer Correspondent und neue hamburgische Börsen-Halle sowie Hamburger Nachrichten jeweils vom 25. August 1905.</ref>
Seit seiner Jugend litt Hartlaub an Gelenkrheumatismus und an einem Herzleiden.<ref>Carl Hartlaub: Lebenslauf, enthalten in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735</ref> Letzteres verschlimmerte sich insbesondere in den 1920er Jahren.<ref>P.Krüger: Schachwettkampf Bremen gegen Amsterdam, in: Hamburger Nachrichten vom 17. Oktober 1926: "Dr. Hartlaub erkrankte vor einigen Monaten an einem Herzleiden. Sein Befinden hat sich zu unserer Freude ausgezeichnet gebessert, doch muß er sich noch Schonung auferlegen."</ref><ref>Friedrich Michéls: Dr. Carl Hartlaub (Bremen) †, in: Altonaer Nachrichten / Hamburger neueste Zeitung vom 8. Juni 1929: "Dr. Carl Hartlaub ist seinem langen schweren Leiden erlegen. (…) Als wir Dr. Hartlaub (…) im Herbst vorigen Jahres sahen, war er schon vom Tod gezeichnet".</ref> Er starb am 15. Mai 1929<ref>Personenstandsregister, Staatsarchiv Bremen, Signatur 4,60/5-1929-1745; häufig wird das falsche Todesdatum 17. Mai genannt, z. B. bei Hübner 1998, S. 31 oder auch bei der von Ron Edwards berechneten historischen Elo-Zahl. Womöglich liegt hierbei eine Verwechslung mit dem Datum vor, an welchem der Eintrag in das Personenstandsregister vorgenommen wurde.</ref> in Bremen.
Schach
Laut dem von Friedrich Michéls verfassten Vorwort des Buches Dr. Hartlaub's Glanzpartien hat Hartlaub das Schachspielen von seinem Vater gelernt, dem er bereits als 15-Jähriger einen Turm habe vorgeben können.<ref>Friedrich Michels: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. Mit Bildnis des Verfassers, einem Anhang (Schachscherze und Probleme) und zahlreiche Diagramme. 2., völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923, S. IV.</ref> Schon als junger Mann verfasste er auch gerne Schachkompositionen. Bereits im August, September und Oktober 1887 – und somit noch als 17-Jähriger – veröffentlichte er einige Aufgaben in der Südwestdeutschen Schachzeitung.<ref>Südwestdeutsche Schachzeitung II. Jg., Nr. 33 vom 14. August 1887, S. 1; ebd., II. Jg., Nr. 39 vom 25. September 1887, S. 1; ebd., II. Jg., Nr. 40 vom 2. Oktober 1887, S. 1; Friedrich Michéls (Hrsg.): Dr. Hartlaub's Glanzpartien. Mit Bildnis des Verfassers, einem Anhang (Schachscherze und Probleme) und zahlreiche Diagramme. Zweite, völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923, S. 154 führt als Quelle die nicht ganz korrekte Angabe "IX. 1887" an, womit die Ausgabe vom 25.9. gemeint sein dürfte.</ref> Diesen folgten zahlreiche weitere Publikationen, zumal er dem Komponieren von Problemen sein Leben lang treu blieb. Er war Mitglied im Freiburger Schach-Club<ref>Pekka Kauppala und Peter Bolt: 100 Jahre Schach in Freiburg. Die Geschichte des Freiburger Schach-Clubs. Festschrift aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der ‚Freiburger Schachfreunde 1887 e.V.‘ Freiburg i. Br. 1987, S. 12.</ref>, dessen erstes Klubturnier er 1887 gewann<ref>Friedrich Michéls schreibt im Vorwort der Glanzpartien, dass Hartlaub das Turnier als "Siebzehnjähriger" gewonnen habe (Friedrich Michels: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. 2., völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923, S.IV). Stimmt dies, dann muss dies spätestens 1887 und somit im Gründungsjahr des Vereins gewesen sein. Leider sind die älteren Unterlagen des Vereins, die Michéls' Behauptung untermauern könnten, im Zweiten Weltkrieg zerstört worden (Pekka Kauppala und Peter Bolt: 100 Jahre Schach in Freiburg. Die Geschichte des Freiburger Schach-Clubs. Festschrift aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der ‚Freiburger Schachfreunde 1887 e.V.‘ Freiburg i. Br. 1987, S. 9).</ref> und als dessen stärkster Spieler er in jener Zeit galt.<ref>Pekka Kauppala und Peter Bolt: 100 Jahre Schach in Freiburg. Die Geschichte des Freiburger Schach-Clubs. Festschrift aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der ‚Freiburger Schachfreunde 1887 e.V.‘ Freiburg i. Br. 1987, S. 9.</ref> Außerdem trat er 1891 in den Akademischen Schachklub München ein,<ref>Akademisches Monatsheft für Schach, No. 20, Mai 1891, S. 4; siehe auch Carl Hartlaub: Ausgewählte Partien von Dr. C. Hartlaub, in: Der Akademische Schach-Klub München: Festschrift zur Feier des zwanzigjährigen Bestehens unter Mitwirkung hervorragender Mitglieder herausgegeben. München 1906, S. 89–94.</ref> bei dessen als Sommerturnier durchgeführte Vereinsmeisterschaft er im selben Jahr den geteilten 3.–5. Platz belegte.<ref>Akademisches Monatsheft für Schach, No.22 & 23, Juli und August 1891, S. 8 – beim anschließenden Stichkampf um die Platzpreise unterlag er Karstens, während der ebenfalls punktgleiche Dusel nicht mitstach.</ref> 1896 wurde er auch Mitglied der Bremer Schachgesellschaft von 1877 (BSG),<ref>Bremer Schachgesellschaft von 1877: Jahresbericht für 1896 (unveröffentlicht), o. S., Blatt 2, wo es fälschlicherweise "Hartaub" [sic] heißt.</ref> deren Präsident er 1923 wurde,<ref>Hartlaub ist in Abwesenheit als erster Vorsitzender vorgeschlagen und gewählt worden; als er später kam, nahm er das Amt an. Siehe Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 189. – Den von Hanno Keller ausgewerteten Dokumenten der Bremer Schachgesellschaft lässt sich nicht entnehmen, ob Hartlaub den Vorsitz für ein oder zwei Jahre innehatte; spätestens 1925 gab er den Vorstandsposten wieder ab. Bereits zuvor, nämlich 1914, ist er zum 2. Vorsitzenden gewählt worden; vgl. ebd., S. 143.</ref> deren Klubtitel er zwischen 1907 und 1916 viermal gewann<ref>1907/08, 1911/12, 1913/14 (wobei er alle Partien gewann) und 1915/16, wo er sich den 1. Platz mit Carl Carls teilte, den er in dem doppelrundigen Turnier in beiden Partien schlug; siehe Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 155 und S. 480.</ref> und deren Mitgliedschaft er bis zu seinem Lebensende 1929 innehatte.<ref>Max Hogrefe: Schachspalte, in: Bremer Nachrichten vom 19. Mai 1929, zitiert nach Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 273.</ref> Auch war er ein starker Blitzspieler. „Wie nicht anders zu erwarten war“, heißt es anlässlich des ersten Blitzturnier der BSG überhaupt, „holte sich dabei der Angriffsspieler par excellence Dr. Hartlaub den ersten Preis.“<ref>Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945, Bremen 1987, unveröffentlichtes Manuskript, S. 181</ref> Darüber hinaus wurde er 1927 „wegen seiner Verdienste um die Schachsache“<ref>Max Hogrefe: Schachspalte, in: Bremer Nachrichten vom 19. Oktober 1927, zitiert nach Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Bremen 1987. Unveröffentlichtes Manuskript, S. 256.</ref> Ehrenmitglied des Wiesbadener Schachklubs. Im Rahmen dieser Ehrung ist ihm eine besondere Auszeichnung widerfahren: Als krönender Abschluss der im August 1927 in Wiesbaden veranstalteten Schachfestwoche wurde Hartlaubs Partie gegen Hans Fahrni (Nürnberg 1906) im kleinen Saal des Kurhauses als lebende Schachpartie aufgeführt, und zwar unter Mitwirkung des Statistenpersonals des Wiesbadener Staatstheaters.<ref>Wiesbadener Tagblatt vom 6. August 1927.</ref>
Simultanpartien gegen Lasker
Überregionale Aufmerksamkeit erregte sein Sieg gegen den Simultan spielenden Weltmeister Lasker am 28. Januar 1904 in Bremen. Bemerkenswert dabei war neben dem Ergebnis nicht nur die Kürze der Partie, sondern vor allem auch die Art und Weise, in der der Weltmeister verlor:
Hartlaub-Lasker, Bremen 1904, Simultan
1. e2–e4 e7–e5 2. Lf1–c4 Sb8–c6 3. Sg1–f3 Sg8–f6 4. d2–d4 e5xd4 5. 0–0 Sf6xe4 6. Tf1–e1 d7–d5 7. Lc4xd5 Dd8xd5 8. Sb1–c3 Dd5–d8 9. Te1xe4+ Lc8–e6 10. Sf3xd4 Sc6xd4 11. Te4xd4 Dd8–c8 12. Lc1–f4 Lf8–e7 13. Sc3–b5 Le7–d8 14. Td4xd8+ Dc8xd8 15. Sb5xc7+ Ke8–e7 (siehe Diagramm) 16. Dd1–e1 Dd8–c8 17. De1–b4+ Ke7–f6 18. Db4–c3+ Kf6–e7 19. Dc4–c5+ Ke7–d8 20. Ta1–d1+ Le6–d7 21. Sc7–e6+ und in Anbetracht von 21. … Ke8 22. Sxg7+ Kd8 23. Lg5+ f6 24. Lxf6# gab Lasker auf 1:0<ref>Friedrich Michels: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. 2., völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923, S. 81–83; siehe auch Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 70–72.</ref>
Diese Partie ist erstmals veröffentlicht worden in der Schachspalte der Bremer Nachrichten, die vom damaligen Präsidenten der Bremer Schachgesellschaft, Rudolph Presuhn, geleitet wurde. Er kommentiert: „Der Führer der Weißen hat die Partie von Anfang bis zu Ende geradezu meisterhaft gespielt. Da demselben 33 mal so viel Zeit zu Gebote stand, wie seinem Gegner, dem Simultanspieler, so wird er es sich wohl gefallen lassen, wenn aus Anlaß dieses für ihn vorteilhaften Umstandes dem Ruhmeskranze des Siegers – einige Lorbeerblätter entnommen werden sollten.“<ref>Bremer Nachrichten vom 14. Februar 1904, zitiert nach Friedrich Michels: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. 2., völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923, S. 83 (dort ohne Datumsangabe der Zeitung).</ref>
Vier Jahre später gab Lasker erneut ein Simultan in Bremen. Auch diesmal spielte er gegen Hartlaub, der den Weltmeister ein zweites Mal schlug, diesmal sogar noch kürzer und spektakulärer als zuvor:
Hartlaub-Lasker, Bremen 1908, Simultan
1. e2–e4 e7–e5 2. Lf1–c4 Sg8–f6 3. Sg1–f3 Sf6xe4 4. Sb1–c3 Se4xc3 5. d2xc3 f7–f6 6. 0–0 c7–c6 7. Sf3xe5 (siehe Diagramm) d7–d5 8. Dd1–h5+ g7–g6 9. Se5xg6 h7xg6 10. Dh5xh8 d5xc4 11. Lc1–h6 Lc8–e6 12. Dh8xf8+ Ke8–d7 13. Ta1–d1+ Le6–d5 14. Tf1–e1 Sb8–a6 15. Df8–f7+ Kd7–d6 16. Td1xd5+ c6xd5 17. Te1–e6+ 1:0<ref>Friedrich Michels: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. 2., völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923, S. 83f.</ref>
Erst ab etwa 1905 machte er im Nahschach auf sich aufmerksam. Er gewann in freien Partien gegen starke Meister wie etwa Curt von Bardeleben (Köln 1905), Richard Teichmann (Hamburg 1909) und Paul Saladin Leonhardt (Hamburg 1910), allerdings verlor er auch gegen viele schwächere Spieler. Dies lag an seinem riskanten Angriffsspiel, was ihm manche sehenswerte Siege erlaubte, was aber auch oft widerlegt wurde. Wegen seines Stils wurde er auch „Opferkönig von Bremen“ genannt.
Hartlaubs höchste historische Elo-Zahl beträgt 2237; dieser Berechnung liegen vier Turniere (plus zwei Stichkämpfe) mit insgesamt 22 Partien aus den Jahren 1912–1914 zugrunde.<ref>Die Berechnung sowie deren Kriterien finden sich bei Ron Edwards.</ref>
Schachkompositionen
Süddeutsche Schach-Zeitung vom 14. August 1887
(erste publizierte Komposition Hartlaubs)
Lösung:
1. Kb4xc3 (droht 2. Kc3–d3 matt)
1. ... L beliebig außer e4, 1. ... S beliebig, 1. ... B beliebig, 1. … Ke5–e4 2. Da1–e1 matt, 1. ... K beliebig 2. Kc3–d3 matt
1. … Lc6–e4+ 2. Kc3–b4 matt
Hartlaub war ein äußerst produktiver Schachkomponist,<ref>"A. Kohlrausch, Dr. von Rohden, die verstorbenen Rechtsanwälte Dr. Hartlaub und Dr. Hogrefe waren die produktivsten Problemkomponisten der traditionsreichen Bremer Schachgesellschaft" schrieb Hermann Heemsoth in der von ihm geleiteten Schachecke des Weserkuriers; siehe Hermann Heemsoth: August Kohlrausch 80 Jahre, in: Weserkurier vom 30./31. März 1974.</ref> dessen Schaffensdauer von 1887 bis zum Ende der 1920er reichte und somit nahezu 40 Jahre umfasste. Bereits als 17-Jähriger veröffentlichte er seine ersten Probleme, denen weitere Publikationen sowohl in den Schachecken diverser Tageszeitungen als auch in zahlreichen Schachzeitschriften folgten. Bei Problemturnieren belegte er gelegentlich vordere Plätze,<ref>So belegte er z. B. 1924 den geteilten 2. Platz beim Problemlösungsturnier des 23. Kongreß des Niederelbischen Schachbundes (der 1. Preis ist nicht verliehen worden). Die Vorgabe beinhaltete einen bauernlosen Zweizüger, die Hartlaub mit folgender Stellung erfüllte: W: Ka2, Dc4, Td6, La3, Sh5 – S: Ke8, Td8, Te8, Lc1, Lg4, Sd2, der Lösungszug lautet 1. Td7; siehe Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945.Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 207. - vgl. hierzu Deutsches Wochenschach 1924, S. 131: "Im Problemturnier (bauernlose 2er) wurden die drei Preise gleichwertig zuerkannt den Herren Dr. Hartlaub, Dr. Peter und Dr. Hogrefe, sämtlich in Bremen."</ref> doch erst 1926 erhielt er eine besondere Auszeichnung: er errang den 1. Preis im internationalen Problematikusturnier der angesehenen Schachspalte Dr. Birgfelds im Chemnitzer Tageblatt. Preisrichter dieses Turniers, bei dem über 400 Kompositionen eingereicht wurden, waren die bekannten Schachkomponisten Ackermann, Birgfeld, Havel, Pauly und Sackmann.
Chemnitzer Tageblatt 1926, 1. Preis
Lösung:
1. Da2–f7! (droht 2. Sf4–d3)
1. … La6–b7 2. c5xd6 L beliebig 3. Df7–a7 matt
1. … La6–c8 2. Sf4–h3 Lc8xh3 3. Df7–f3 matt
1. … La6–b5 2. Sf4–d3 beliebig 3. Df7–f3 matt
1. … La6–c4 2. Sf4–d5+ Lc4xd5 3. Df7–f3 matt
1. … La6–e2 2. Sf4xe2 Ke3–d3 3. Df7–b3 matt
1. ... d6–d5 2. Df7–f6 La6xe2 3. Tb2xe2 matt
In der Preisbegründung hieß es: „Die Idee des Problems, das von außerordentlicher Gestaltungskraft seines Schöpfers bei sparsamster Ökonomie der Mittel zeugt, liegt in der Vielgestaltung von Angriff und Verteidigung auf die verschiedenen Läuferzüge.“<ref>Max Hogrefe: Schachspalte, in: Bremer Nachrichten vom 1. Januar 1927, zitiert nach: Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 221.</ref>
Hartlaub hat gelegentlich auch erfolgreich an Problemlösungsturnieren teilgenommen. So gewann er den 1. Preis beim 6. Kongreß des Niederelbischen Schachbundes, indem er als Erster in 18 Minuten den von Prof. Kissling vorgelegten Dreizüger korrekt gelöst hat.<ref>Deutsche Schachzeitung, Nr. 11, 57. Jg., 1902, S. 357; siehe auch Deutsches Wochenschach und Berliner Schachzeitung, 18. Jg., No. 43 vom 26. Oktober 1902, S. 355.</ref>
Eröffnungstheorie
Nach Carl Hartlaub wurde das Hartlaub-Gambit benannt, welches durch folgende Züge charakterisiert wird: 1. d2–d4 e7–e5 2. d4xe5 und nun 2. … d7–d6, wie in von Schmidt-Hartlaub, Freiburg 1899.<ref>Die Partie ist am 5. März 1899 gespielt worden; sie ist nicht zu verwechseln mit weiteren Partien derselben Gegner im selben Jahr.</ref> Laut Hartlaub verschafft „[d]ieses von der Theorie bisher unbeachtet gelassene Gambit […] dem Nachziehenden, bei rapider Entwicklung des Damenflügels, ein nachhaltiges Angriffsspiel“;<ref>Deutsche Schachzeitung, 54.Jg., Nr.5, 1899, S. 140.</ref> nach dem Stand der heutigen Theorie wird dieses Bauernopfer hingegen als zweifelhaft angesehen.
Unter derselben Bezeichnung Hartlaub-Gambit findet sich insbesondere im englischen Sprachraum<ref>Siehe z. B. Eric Schiller: Unorthodox Chess Openings, Cardoza Publishing, New York 1998, S. 123.</ref> auch folgende Variante der Englischen Verteidigung: 1. c2–c4 b7–b6 2. d2–d4 Lc8–b7 3. Sb1–c3 e7–e6 4. e2–e4 und nun 4. … f7–f5, wie in Carls-Hartlaub, Bremen 1920.<ref>Die Partie zum Nachspielen findet sich z. B. hier</ref> In seinen Anmerkungen zu dieser Partie schreibt Robert Hübner: Der Aufbau, den Schwarz in dieser Partie gewählt hat, kam den damaligen Zeitgenossen ganz absurd und fehlerhaft vor; aber in jüngster Zeit ist er sogar von namhaften Spielern wiederholt angewandt worden.<ref>Hübner selbst musste 1977 in seiner Partie gegen Anthony Miles in Bad Lauterberg gegen diesen schwarzen Aufbau spielen.</ref> Hier wird jedoch stets 4. … Lb4 gespielt […]. Die Idee zu diesem Bauernopfer fand Dr. Hartlaubs feines Gespür für frühzeitige rasche und überraschende Attacken schon in der vorliegenden Partie; aber er verfehlt die richtige Art der Durchführung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der Vorstoß des f-Bauern verfrüht.<ref>Robert Hübner: Abfall Nr. 40, in: ChessBase Magazin 71 vom 12. August 1999, S. 32 (wiederveröffentlicht in ders: Der Bremer Schachmeister Carl Carls, in: Die Jahrhundert-Meisterschaft im Schach. Die Deutsche Einzelmeisterschaft 1998 in Bremen und zur Schachgeschichte der Hansestadt. Hg. von Claus Dieter Meyer und Till Schelz-Brandenburg. Bremen: Schünemann 2001, dort S. 270f.)</ref>
Außerdem wird bisweilen innerhalb des Zweispringerspiels im Nachzuge folgendes Abspiel als „Hartlaub-Variante“ bezeichnet:<ref>Lev Gutman: Mit Offensivgeist gegen 5. … Sxe4, in: Kaissiber 28, S. 22–51, zur Hartlaub-Variante siehe S. 38–43.</ref> 1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 Sb8–c6 3. Lf1–c4 Sg8–f6 4. d2–d4 e5xd4 5. 0–0 Sf6xe4 6. Tf1–e1 d7–d5 7. Lc4xd5 Dd8xd5 8. Sb1–c3 Dd5–d8 9. Te1xe4+ Lf8–e7 10. Sf3xd4 f7–f5 und nun – wie zum ersten Mal in der Partie Hartlaub-Rodatz, Hamburg 1920 – 11. Lc1–h6.<ref>Dieselbe Idee an ähnlicher Stelle gibt es auch innerhalb der Canal-Variante des Zweispringerspiels: 1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 Sb8–c6 3. Lf1–c4 Sg8–f6 4. d2–d4 e5xd4 5. 0–0 Sf6xe4 6. Tf1–e1 d7–d5 7. Sb1–c3; nach den weiteren Zügen 7. … d5xc4 8. Te1xe4+ Lf8–e7 9. Sf3xd4 f7–f5 kann wiederum 10. Lc1–h6 folgen, was Keres als „interessantes, von Hartlaub empfohlenes Opfer“ und Pálkövi als „extravagante[n]Zug, durch den Weiß ungeheure Verwicklungen hervorruft“ bezeichnen; beide Zitate bei Lev Gutman: Esteban Canals Springerzug, in: Kaissiber 34, 2009, S. 28–49, hier: S. 32, demzufolge „dieser Zug hier nicht gut funktioniert“.</ref>
Schließlich wird auch eine bestimmte Angriffsidee innerhalb der Tarrasch-Verteidigung mit seinem Namen assoziiert, welche er zum ersten Mal in der mit einem Schönheitspreis ausgezeichneten Partie Hartlaub – Benary, München 1911 angewendet hat: 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 e7–e6 3. Sg1–f3 c7–c5 4. e2–e3 Sb8–c6 5. Sb1–c3 Sg8–f6 6. a3 Lf8–d6 7. d4xc5 Ld6xc5 8. b2–b4 Lc5–d6 9. Lc1–b2 0–0 und nun 10. Dd1–c2. Anlässlich der Partie Tal – Aronin, Moskau 1957, in welcher der Zug wieder zur Anwendung kam, wies Ernst Grünfeld auf diesen „alten, halb vergessenen, aber starken“ Damenzug hin, der ein Angriffsspiel einleite, welches die Verteidigung vor eine nicht leichte Aufgabe stelle.<ref>Ernst Grünfeld: Dr. Hartlaubs Angriffszug in der Tarraschverteidigung wieder turnierfähig!, in: Schach-Echo, Bd.15 (1957) Heft 11, S. 173.</ref>
Liste der Turnierergebnisse
| Turnier | Ort | Ergebnis/Punktezahl | Rang |
|---|---|---|---|
| 1898 | |||
| Allgemeines Turnier für Mitglieder und Nichtmitglieder (Ersatzturnier anstelle des VII. Kongreß des Nordwestdeutschen Schachbundes), Meisterturnier<ref>Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 5.</ref> | Bremen | 1. Platz | |
| 1902 | |||
| 6. Kongreß des Niederelbischen Schachbundes, Problemlösungsturnier | Bremen | 1. Platz | |
| 1906 | |||
| 20. Stiftungsfest des Akademischen Schachklubs zu München, Hauptturnier | München | 2. Platz | |
| 20. Stiftungsfest des Akademischen Schachklubs zu München, Problemlösungsturnier für Zweizüger | München | 1. Platz | |
| 1908 | |||
| Winterturnier der Bremer Schachgesellschaft | Bremen | 13,5/16 | 1. Platz |
| Problemlösungsturnier für Dreizüger der Bremer Schachgesellschaft | Bremen | 1. Platz | |
| 1911 | |||
| 3. Kongreß des Bayrischen Schachbundes, Hauptturnier A<ref>Siehe Deutsche Schachzeitung 1911, S. 284.</ref> | München | 4/7 (+2 =4 −1) | 4.–5. Platz (geteilt mit Stang – für seine Partie gegen Benary erhielt er den 1. Schönheitspreis) |
| 1912 | |||
| 18. Kongreß des Deutschen Schachbundes, Hauptturnier B3<ref>XVIII. Kongreß des Deutschen Schachbundes, e.V. Breslau 1912. (ohne Autorenangabe). E. Riemann’sche Hofbuchhandlung, Coburg 1913, Foto S. II, Tabelle S. 18–19 und Partien S. 181ff.</ref> | Breslau | 2,5/7 (+2 =1 −4) | 7. Platz |
| 1913 | |||
| 16. Kongreß des Niederelbischen Schachbundes, Meisterturnier | Hamburg | 0/3 (+0 =0 −3) | 4. Platz |
| 2. Kongreß des Ostfriesisch-Oldenburgischen Schachverbandes, Meisterturnier | Wilhelmshaven | 4/5 (+4 =5 −1) | 1. Platz |
| 1914 | |||
| 3. Kongreß des Ostfriesisch-Oldenburgischen Schachverbandes, Meisterturnier | Oldenburg | 3/4 (+3 =0 −1) (Stichkämpfe: +2 =0 −0) | 1.–3. Platz (geteilt mit Carl Carls und Nagel; bei den Stichkämpfen schlug Hartlaub beide und wurde somit alleiniger Erster<ref>Die Stichpartien sind am 3. Mai 1914 in Bremen gespielt worden; diese sowie die Turnierangaben bei Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 144; siehe auch Neue Hamburger Zeitung (Beilage) vom 9. Mai 1914.</ref>) |
| 17. Bundesfest des Niederelbischen Schachbundes, Meisterschaftsturnier | Bremen | 2. Platz | |
| 1920 | |||
| 19. Kongreß des Niederelbischen Schachbundes, Meisterturnier B | Hamburg | 1.–2. Platz (geteilt mit Brinckmann)<ref>Deutsche Schachzeitung, 75. Jg., Nr. 8/9, August-September, 1920, S. 192; Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945.Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 177 gibt hingegen als Co-Sieger fälschlich Woehl an; vermutlich ist der Autor in der Zeile verrutscht, denn direkt darunter wird Woehl als Sieger des Meisterschaftsturniers angeführt</ref> | |
| 1924 | |||
| 23. Kongreß des Niederelbischen Schachbundes, Problemlösungsturnier für bauernlose Zweizüger | Bremen | 2. Platz (geteilt mit Arno Peter und Max Hogrefe)<ref>Der erste Preis ist nicht verliehen worden; siehe Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945.Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987, S. 207</ref> | |
Werke
- Carl Hartlaub: Der Solutionsgedanke bei der Kompensation. Freiburg, Univ., Jur. Diss. Hauschild, Bremen 1902.
- Carl Hartlaub: Ausgewählte Partien von Dr. C. Hartlaub, in: Der akademische Schach-Klub München: Festschrift zur Feier des zwanzigjährigen Bestehens unter Mitwirkung hervorragender Mitglieder herausgegeben. München 1906, S. 89–94.
- Carl Hartlaub: Die Bremer Lloydkahnschiffer vor der Strafkammer in Hamburg. Unterschlagung. Freisprechung im Wiederaufnahmeverfahren, in: Max Alsberg: Justizirrtum und Wiederaufnahme. Mit Beiträgen der Rechtsanwälte Buhr (Köln), Dr. Drucker (Leipzig), Giese (Dresden), Dr. Hartlaub (Bremen), Dr. K. Liebknecht (Berlin), Dr. Siegfried Löwenstein (Berlin), Dr. Luetgebrune (Göttingen), Justizrat Dr. Mamroth (Breslau), Dr. Mengel (Gera), Justizrat Dr. Niemeyer (Essen), Dr. Robert (Braunschweig), Dr. Werthauer (Berlin) und Dr. Westhaus (Düsseldorf). Langenscheidt, Berlin 1913, S. 350–357 (Digitalisat).
Literatur
- Andreas Calic: Mein Name - der thut nichts zur Sache. Zum 150. Geburtstag des Bremer Schachkünstlers Carl Hartlaub. In: Karl 36 (2019),1, S. 50–54
- Ernst Grünfeld: Dr. Hartlaubs Angriffszug in der Tarraschverteidigung wieder turnierfähig!, in: Schach-Echo, Bd.15 (1957) Heft 11, S. 173–174.
- Lev Gutman: Abspiel 5: Hartlaub-Variante 11. Lh6, in: ders.: Mit Offensivgeist gegen 5. … Sxe4, in: Kaissiber, 28, 2007, S. 22–51, hier: S. 38–43.
- Robert Hübner: Abfall Nr. 40, in: ChessBase Magazin 71 vom 12. August 1999, S. 30–36 (wiederveröffentlicht in: ders: Der Bremer Schachmeister Carl Carls. In: Die Jahrhundert-Meisterschaft im Schach. Die Deutsche Einzelmeisterschaft 1998 in Bremen und zur Schachgeschichte der Hansestadt. Hrsg. von Claus Dieter Meyer und Till Schelz-Brandenburg. Schünemann, Bremen 2001, S. 237–306, dort S. 270–276).
- B. Kagan (Hrsg.): 11 kurze Glanzpartien von Dr. Hartlaub Rechtsanwalt in Bremen. In: ders.: 300 kurze Glanzpartien von erstklassigen Meistern und Amateuren glossiert von C. v. Bardeleben. Heft Nr. 6. 60 kurze Glanzpartien von verschiedenen Meistern, S. 121–126.
- Hanno Keller: Schach in Bremen. Teil 1: Die Geschichte der Bremer Schachgesellschaft mit Berücksichtigung des übrigen Schachlebens in Bremen von 1877 bis 1945. Unveröffentlichtes Manuskript, Bremen 1987.
- Hanno Keller: Zur Geschichte des Bremer Schachlebens, in: Die Jahrhundert-Meisterschaft im Schach. Die Deutsche Einzelmeisterschaft 1998 in Bremen und zur Schachgeschichte der Hansestadt. Hg. von Claus Dieter Meyer und Till Schelz-Brandenburg. Schünemann, Bremen 2001, S. 135–236; zu Hartlaub siehe insbesondere S. 118 und S. 212.
- Friedrich Michéls (Hrsg.): Dr. Hartlaub's Glanzpartien. Mit Bildnis des Verfassers, einem Anhang (Schachscherze und Probleme) und zahlreiche Diagramme. Zweite, völlig umgearbeitete und um mehr als 40 Partien vermehrte Auflage. Ronniger, Leipzig 1923 (1. Aufl. E.Stein, Potsdam 1919).
- Helmut Wieteck: Dr. Hartlaubs Glanzpartien. Zum 135. Geburtstag und 75. Todestag des Bremer Meisters, in: Rochade Europa, 2, Februar 2004, S. 70–72.
Weblinks
- Nachspielbare Schachpartien von Carl Hartlaub auf chessgames.com (englisch)
- Kompositionen von Carl Hartlaub auf dem PDB-Server der Schwalbe
- Historische Elo-Zahl Hartlaubs
- Das Carl Hartlaub-Projekt der Bremer Schachgesellschaft von 1877
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hartlaub, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Hartlaub, Carl Otto (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schachspieler |
| GEBURTSDATUM | 12. Oktober 1869 |
| GEBURTSORT | Bremerhaven |
| STERBEDATUM | 15. Mai 1929 |
| STERBEORT | Bremen |
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- Schachkomponist
- Schachspieler
- Rechtsanwalt (Deutschland)
- Person (Bremen)
- Deutscher
- Geboren 1869
- Gestorben 1929
- Mann