Zum Inhalt springen

Cethromycin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Chemikalie

Cethromycin ist ein Glycosid und Antibiotikum aus der Gruppe der Ketolide. Ketolide zählen zu der 3. Generation von Markolid-Antibiotika, die sich von Erythromycin ableiten. Es inhibiert die Proteinbiosynthese von Bakterien.

Geschichte

Ketolide wie Cethromycin wurden entwickelt, um Resistenzen bei Staphylococcus aureus zu überwinden.<ref name="activity">Vorlage:Literatur</ref> Im Gegensatz anderer Ketolide trägt Cethromycin eine Seitenkette an der C6-Position.<ref name="nurtures">Vorlage:Literatur</ref> Im Vergleich zum Vorgänger Telithromycin soll es eine höhere Wirksamkeit entfalten.<ref name="activity" />

Cethromycin wurde in klinischen Prüfungen gegen Gram-positive und Gram-negative Pathogene getestet, zunächst durch das Pharmaunternehmen Abbott, dann wurde es an Advanced Life Sciences lizenziert. In einer Phase-III-Studie wurde es gegen schwerwiegende Infektionen des Respirationstraktes eingesetzt, zeigte aber keine ausreichende Wirkung.<ref name="nurtures" /> Zur Behandlung von einfacher ambulant erworbener Lungenentzündung wurde die Zulassung nicht erteilt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Abbott, aber auch andere Firmen wie MSD, Johnson & Johnson oder Pfizer, haben die weitere Forschung bei Ketoliden mittlerweile beendet.<ref name="nurtures" />

Seit 2016 versucht ein Hersteller,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> die Substanz gegen Malaria zu entwickeln; zuletzt 2023 erhielt er dafür ein Patent.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Studien an Menschen mit Malaria gibt es bisher nicht.

Pharmakologie

Cethromycin hemmt die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S Untereinheit der Ribosomen. Es interferiert mit der 23S-rRNA dieser Untereinheit durch Bindung an Domäne II und V. Zusätzlich wird die Bildung der 30S- und 50S-Untereinheit gehemmt.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Literatur

  • R. R. Reinert: Clinical efficacy of ketolides in the treatment of respiratory tract infections. In: The Journal of antimicrobial chemotherapy, Juni 2004, Band 53, Nummer 6, S. 918–927; doi:10.1093/jac/dkh169, PMID 15117934 (Review).
  • J. E. Conte, J. A. Golden, J. Kipps, E. Zurlinden: Steady-state plasma and intrapulmonary pharmacokinetics and pharmacodynamics of cethromycin. In: Antimicrobial agents and chemotherapy, September 2004, Band 48, Nummer 9, S. 3508–3515; doi:10.1128/AAC.48.9.3508-3515.2004, PMID 15328118, Vorlage:PMC.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Gesundheitshinweis