Chantal Galladé
Chantal Juliane Galladé (* 17. Dezember 1972 in Winterthur; heimatberechtigt in Isérables) ist eine Schweizer Politikerin (GLP, zuvor SP). Von 2003 bis 2018 war sie SP-Nationalrätin, seit 2023 ist sie Zürcher Kantonsrätin für die GLP.
Biografie
Galladé ist in Winterthur aufgewachsen. Als sie elf Jahre alt war, brachte sich ihr Vater mit seiner Armeewaffe um.<ref>«Mein Vater nahm sich das Leben mit Armeewaffe». In: Blick vom 23. März 2007.</ref> 1989 bis 1992 machte Galladé eine KV-Lehre, darauf besuchte sie eine Gymnastikberufsschule. Auf dem zweiten Bildungsweg holte sie an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene 1993 bis 1996 die Maturität nach. Von 1997 bis 2008 studierte sie Pädagogik und Politikwissenschaft. Seit ihrem Studium arbeitet sie als Berufsschullehrerin. Als Erziehungswissenschaftlerin bildet sie als Dozentin Berufsschullehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule Zürich aus. Auf Radio 1 hatte sie während acht Jahren am Freitagmorgen eine Kolumne.<ref>Chantal Galladé wird wieder Morgenkolumnistin Auf: persönlich.com, 22. August 2019, abgerufen am 22. August 2019.</ref><ref>Chantal Galladé und Tochter Amélie: Mutter-Tochter-Gespräch über Politik, Familie und ADHS. Abgerufen am 12. März 2024.</ref>
Galladé ist Mutter zweier Töchter. Amélie (* 2004) ist ebenfalls politisch aktiv und Mitglied der GLP; sie war von 2018 bis 2021 im Vorstand des Jugendparlaments Winterthur und von 2021 bis 2022 war sie Co-Präsidentin des Jugendparlaments des Kantons Zürich.<ref>Amélie Galladé gründet ein Jugendparlament mit. 10. Februar 2024 (nzz.ch [abgerufen am 8. März 2024]).</ref><ref>Tochter von Chantal Galladé erwägt Nationalrats-Kandidatur. Abgerufen am 8. März 2024.</ref> Chantal Galladé betreibt mit ihr den «Galladé Podcast».<ref>Galladé Podcast. Abgerufen am 8. März 2024.</ref> Chantal Galladé war mehrere Jahre mit dem damaligen SP-Nationalrat Daniel Jositsch liiert.<ref>Andreas Käsermann: Jositsch und Galladé: Liebes-Aus! In: Blick.ch vom 8. Februar 2014.</ref>
Galladés Bruder Nicolas Galladé (* 1975) ist ebenfalls Politiker. Er wirkt seit 2010 als Winterthurer Stadtrat und gehört der SP an.<ref>Der Bruder der Schwester. In: NZZ Folio, Dezember 2008.</ref>
Politik
Das erste Mal politisch tätig wurde sie als Mitinitiantin des Jugendparlaments in Winterthur. 1990 trat Galladé der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz bei und wurde 1997 in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2003 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Bei den Wahlen 2007 kandidierte sie für beide Ratskammern. In der Ständeratswahl erzielte sie im ersten Wahlgang das beste Resultat aller Mitte-/Links-Kandidaten.<ref>Offizielle Wahlresultate</ref> Am 26. Oktober 2007 zog sie ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang jedoch zu Gunsten von Verena Diener zurück und blieb somit Nationalrätin.<ref>Chantal Galladé verzichtet. In: NZZ Online vom 26. Oktober 2007</ref> Bei den Wahlen vom 23. Oktober 2011 und bei den Wahlen vom 18. Oktober 2015 wurde sie wiedergewählt. Nachdem sie im Juni 2018 zur Präsidentin der Kreisschulpflege Winterthur Stadt-Töss für die Amtsdauer von vier Jahren gewählt worden war, trat sie auf den 6. Dezember 2018 als Nationalrätin zurück.<ref>Matthias Bärlocher: Chantal Galladé schaut auf Nationalratskarriere zurück. In: nau.ch vom 6. Dezember 2018.</ref> 2021 gab sie im Vorfeld der Abstimmungen um die neue Gemeindeverordnung ihren Rücktritt als Kreisschulpflegepräsidentin bekannt.<ref>Chantal Galladé im Winterthur Glossar. Abgerufen am 13. November 2022.</ref>
Inhaltlich lagen ihre Schwerpunkte in der Bildungs- und in der Sicherheitspolitik. 2007 erregte ein von ihr gemeinsam mit Daniel Jositsch veröffentlichter 12-Punkte-Plan zur Lösung von Jugendgewalt und Schulproblemen grosses Aufsehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />12-Punkte-Plan zur Lösung von Jugendgewalt und Schulproblemen. ( vom 18. Oktober 2010 im Internet Archive) (PDF; 84 kB)</ref>
Im Februar 2019 gab sie ihren Wechsel von der SP zur Grünliberalen Partei bekannt; dabei kritisierte sie die veränderte Europapolitik der SP, insbesondere die Ablehnung des Rahmenabkommens mit der Europäischen Union.<ref>Ruedi Baumann: Chantal Galladé wechselt die Partei. In: www.tagesanzeiger.ch. 26. Februar 2019, abgerufen am 26. Februar 2019.</ref>
Bei den Wahlen im Kanton Zürich 2023 wurde sie für die GLP in den Zürcher Kantonsrat gewählt.<ref>Galladé rein, Landmann raus: Das sind die grossen Gewinner und Verlierer. In: Zueritoday.ch, 12. Februar 2023 (Archiv).</ref> Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 kandidierte sie für den Nationalrat, wurde aber nicht gewählt. Im April 2026 gab sie ihren Rückzug aus der Politik bekannt, sie werde bei den Kantonsratswahlen im Frühling 2027 nicht mehr antreten.<ref>Chantal Galladé beendet nach 30 Jahren ihre politische Karriere. In: swissinfo.ch. 12. April 2026, abgerufen am 12. April 2026.</ref>
Weblinks
- Website von Chantal Galladé
- Chantal Galladé auf der Website der Bundesversammlung
- Chantal Galladé im Winterthur Glossar.
- Sendung «Schawinski». Roger Schawinski im Gespräch mit Chantal Galladé. Video in: Schweizer Fernsehen vom 29. Oktober 2012 (online) und vom 11. März 2019 (online).
Einzelnachweise
<references />
Nationalräte: Jacqueline Badran | Martin Bäumle | Max Binder | Toni Bortoluzzi | Hans Egloff | Hans Fehr | Jacqueline Fehr | Doris Fiala | Balthasar Glättli | Chantal Galladé | Bastien Girod | Andreas Gross | Thomas Hardegger | Alfred Heer | Markus Hutter | Maja Ingold | Daniel Jositsch | Hans Kaufmann | Filippo Leutenegger | Thomas Maier | Thomas Matter | Christoph Mörgeli | Tiana Angelina Moser | Martin Naef | Ruedi Noser | Hans-Peter Portmann | Rosmarie Quadranti | Natalie Rickli | Kathy Riklin | Gregor Rutz | Ernst Schibli | Barbara Schmid-Federer | Jürg Stahl | Daniel Vischer | Beat Walti | Thomas Weibel | Rudolf Winkler
Ständeräte: Verena Diener | Felix Gutzwiller
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 49. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 49. Legislaturperiode
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Nationalräte: Jacqueline Badran | Angelo Barrile | Martin Bäumle | Hans-Ulrich Bigler | Hans Egloff | Doris Fiala | Daniel Frei (ab Dez. 2018) | Chantal Galladé (bis Dez. 2018) | Bastien Girod | Balthasar Glättli | Nik Gugger (ab Nov. 2017) | Tim Guldimann (bis März 2018) | Martin Haab (ab Juni 2019) | Thomas Hardegger | Alfred Heer | Maja Ingold (bis Nov. 2017) | Roger Köppel | Philipp Kutter (ab Juni 2018) | Min Li Marti | Thomas Matter | Mattea Meyer | Fabian Molina (ab März 2018) | Tiana Angelina Moser | Martin Naef | Hans-Peter Portmann | Rosmarie Quadranti | Natalie Rickli (bis Juni 2019) | Kathy Riklin | Gregor Rutz | Regine Sauter | Therese Schläpfer (ab Juni 2019) | Barbara Schmid-Federer (bis Juni 2018) | Priska Seiler Graf | Jürg Stahl (bis Juni 2019) | Barbara Steinemann | Mauro Tuena | Hans-Ueli Vogt | Bruno Walliser | Beat Walti | Thomas Weibel | Claudio Zanetti
Ständeräte: Daniel Jositsch | Ruedi Noser
Liste der Mitglieder des Schweizer Nationalrats in der 50. Legislaturperiode | Liste der Mitglieder des Schweizer Ständerats in der 50. Legislaturperiode
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Galladé, Chantal |
| ALTERNATIVNAMEN | Galladé, Chantal Juliane (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 17. Dezember 1972 |
| GEBURTSORT | Winterthur, Schweiz |