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Charp

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Vorlage:Infobox Ort in Russland Charp (Vorlage:YrkS und Vorlage:RuS) ist eine Siedlung städtischen Typs im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen (Russland) mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" />

Geografie

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Charp

Die Siedlung liegt am Ostrand des Polaren Ural nördlich des Polarkreises, knapp 50 km Luftlinie nordwestlich der Republikhauptstadt Salechard und 30 km nordwestlich der Stadt Labytnangi. Sie befindet sich am linken Ufer des linken Ob-Nebenfluss Sob gegenüber der Einmündung des Zuflusses Jenga-Ju.

Charp gehört zum Rajon Priuralski und ist von dessen Verwaltungszentrum Aksarka knapp 100 km in westnordwestlicher Richtung entfernt.

Geschichte

Der Ort entstand Anfang der 1960er-Jahre am 1955 in den regulären Betrieb gegangenen Westteil der Polarkreiseisenbahn von Tschum südlich Workuta über den Ural nach Labytnangi am Ob, im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Erschließung. Zuerst trug er den russischen Namen Sewernoje Sijanije (‚Polarlicht‘), später wurde die nenzische Entsprechung Charp offiziell. In den 1980er-Jahren wurde der Status einer Siedlung städtischen Typs verliehen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1989 5381
2002 7278
2010 6413

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur

Bei Charp baut die Aktiengesellschaft Kongor-Chrom ein Chromit-Vorkommen ab. In der Siedlung gibt es eine Zementfabrik der Jamalneftegas-schelesobeton, die vorrangig die von Gazprom ausgebeuteten Erdgaslagerstätten auf der Jamal-Halbinsel versorgt, sowie ein erdgasbetriebenes Wärmekraftwerk mit einer Leistung von 10 Megawatt für die lokale Versorgung.

Charp liegt an der Polarkreiseisenbahn (Station Charp – Sewernoje Sijanije, Streckenkilometer 153 ab Tschum). Straßenverbindung besteht nach Labytnangi am Ob.

Strafgefangenenlager in Charp

Der Ort ist außerdem für die dort befindlichen Straflager Schneeeule (Vorlage:Lang, auch als ‚Polareule‘ übersetzt) bekannt, darunter eines von insgesamt fünf in Russland für zu lebenslanger Haft Verurteilte. Dort sitzt unter anderem der Serienmörder Alexander Pitschuschkin ein. In einem weiteren Lager verbüßte der Unternehmer Platon Lebedew, ehemaliger Vize-Vorstandsvorsitzender des Ölkonzerns Yukos, ab 2005 einen Teil seiner Haftstrafe. Auch Nurpaschi Kulajew, der tschetschenische Terrorist und einzige Überlebende der Geiselnahme von Beslan im September 2004, sitzt seit 2006 zu lebenslanger Haft verurteilt in Charp ein.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Im Dezember 2023 wurde der Oppositionelle Alexei Nawalny als Häftling in die Strafkolonie Nr. 3 „Schneeeule“ verlegt,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Wochenlang verschollener Putin-Gegner Alexej Nawalny in Strafkolonie aufgetaucht. In: Spiegel online, 25. Dezember 2023.</ref> wo er am 16. Februar 2024 zu Tode kam; die Todesursache ist unklar.<ref>Wie und wann starb Alexej Nawalny? In: Spiegel online, 19. Februar 2024.</ref>

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Orte im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen