Zum Inhalt springen

Chinesischer Schmuck-Enzian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Chinesischer Schmuck-Enzian
Datei:Gentiana sino-ornata wild.jpg

Chinesischer Schmuck-Enzian (Gentiana sino-ornata)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Enziane (Gentiana)
Art: Chinesischer Schmuck-Enzian
Wissenschaftlicher Name
Gentiana sino-ornata
Balf. f.

Der Chinesische Schmuck-Enzian (Gentiana sino-ornata), auch Chinesischer Herbst-Enzian genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie Enziangewächse (Gentianaceae). Sie kommt in zwei Varietäten in Myanmar, Tibet, Sichuan sowie Yunnan vor.

Beschreibung

Datei:GentianaSino-ornata.jpg
Blüten

Vegetative Merkmale

Der Chinesische Schmuck-Enzian ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 15 Zentimetern erreicht.<ref name="FoC1995" /> Die aufsteigenden, kahlen Stängel sind meist kurz verzweigt, einige Zweige tragen keine Blüten.<ref name="FoC1995" />

Die Laubblätter der Grundrosette sind nur schwach ausgeprägt. Ihre Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 6 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 5 Millimetern schmal-dreieckig mit einer auf einer Länge von 2 bis 4 Millimetern verwachsenen Basis, spitzem oberen Ende und rauen Rand.<ref name="FoC1995" /> Die gegenständig an den Stängeln angeordneten Laubblätter sind nach oben eingebogen und stehen zur Sprossspitze hin dichter und sind größer; ihre Mittelrippe ist deutlich ausgeprägt. Die unteren bis mittleren Stängelblätter sind 7 bis 10 Millimeter lang und 2 bis 2,5 Millimeter breit, darüber sind sie 1 bis 3,5 Zentimeter lang und 2 bis 3 Millimeter breit. Die oberen Stängelblätter sind 2 bis 4 Millimeter lang sowie 2 bis 3 Millimeter breit mit keilförmiger Basis, zugespitztem oberen Ende und rauem Blattrand.<ref name="FoC1995" />

Generative Merkmale

Blüte- und Fruchtreifezeit des Chinesischen Schmuck-Enzians reichen Mai bis Oktober.<ref name="FoC1995" /> Die sitzenden Blüten stehen einzeln und endständig. Die obersten Blätter umhüllen den Blütenkelch.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind verwachsen. Die Kelchröhre ist bei einer Länge von 1,3 bis 1,5 Zentimetern schmal verkehrt-kegelförmig. Die grünen Kelchzipfel sind bei einer Länge von 1,3 bis 1,5 Zentimetern linealisch-lanzettlich bis lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende, rauem Rand und deutlich ausgeprägter Mittelrippe. Die Krone ist blass-blau, an der Basis blass-gelb bis weiß und ist mit dunkel-blauen Streifen oder Punkten versehen. Die Blütenkrone ist bei einem Durchmesser von 5 bis 6 Zentimetern verkehrt-kegelförmig bis verkehrt-kegelförmig-röhrig.<ref name="FoC1995" /> Die Kronzipfel sind bei einer Länge von 7 bis 8 Millimetern eiförmig und ganzrandig. Die Anhängsel in den Falten zwischen den verwachsenen Kronblättern sind bei einer Länge von 2 bis 3 Millimeter eiförmig mit stumpfem oberen Ende und ganzrandig.<ref name="FoC1995" /> Die Staubblätter setzen in der Mitte der Kronröhre an. Die Staubfäden sind 1 bis 1,2 Zentimeter lang. Die Staubbeutel sind bei einer Länge von 3 bis 3,5 Millimetern schmal-elliptisch.<ref name="FoC1995" /> Der 6 bis 7 Millimeter lange Griffel endet in linealischen Narbenlappen.<ref name="FoC1995" />

Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 2,5 bis 2,7 Zentimeter eiförmig-elliptisch.<ref name="FoC1995" /> Das Gynophor ist bis zu 2,5 Zentimeter lang.<ref name="FoC1995" /> Die hell-braunen Samen sind bei einer Länge von 0,8 bis 1 Millimetern elliptisch.<ref name="FoC1995" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Gentiana sino-ornata kommt in Myanmar, im östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen westliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan vor.<ref name="FoC1995" /> In China gedeiht sie in Höhenlagen von 2800 bis 4600 Metern.<ref name="FoC1995" />

Systematik

Die Erstbeschreibung von Gentiana sino-ornata erfolgte 1918 durch Isaac Bayley Balfour in Transactions and Proceedings of the Botanical Society of Edinburgh, Band 27, Seite 253.<ref name="FoC1995" /> Er benannte den unklaren Namen Gentiana ornata von George Forrest um in Gentiana sino-ornata.

Von der Art Gentiana sino-ornata gibt es zwei Varietäten:

  • Gentiana sino-ornata <templatestyles src="Person/styles.css" />Balf. f. var. sino-ornata: Sie gedeiht in Höhenlagen von 2800 bis 4600 Metern im östlichen Tibet und den chinesischen Provinzen nordwestliches Yunnan sowie westliches Sichuan. Die Stängelblätter sind lanzettlich bis lineal-lanzettlich, die Krone ist schmal bis trichterförmig.<ref name="FoC1995" />
  • Gentiana sino-ornata var. gloriosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Marquand: Sie gedeiht auf nassen Auwiesen, alpinen Matten und gebüschreichen Wiesen in Höhenlagen von 3000 bis 4300 Metern im östlichen Tibet und den chinesischen Provinzen nordwestliches Yunnan sowie südwestliches Sichuan. Die Stängelblätter sind elliptisch-lanzettlich, die Krone ist trichter-röhrenförmig.<ref name="FoC1995" />
Datei:Gentiana sinoornata habit.jpg
Sorte ‘Weißer Traum’

Nutzung

Der Chinesische Schmuck-Enzian wird selten als Zierpflanze in Steingärten genutzt. Gentiana sino-ornata ist seit ungefähr 1910 in Kultur. Gentiana sino-ornata ist die Elternteil zahlreicher Hybriden.

Es gibt zahlreiche Sorten (Auswahl):

  • ‘Bellatrix’: Die Krone ist weiß mit blauen Tupfen.
  • ‘Blauer Zwerg’: Niedriger Wuchs.
  • ‘Excelsior’: Sie ist großblütig.
  • ‘Pilatusgeist’: Sie ist reichblütig.

Es gibt auch Sorten mit gefüllten Blüten.

Literatur

  • Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Gentiana sino-ornata, S. 48 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN"> Gentiana sinoornata bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC1995"> Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Gentiana sino-ornata, S. 48 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks