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Chirel

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Vorlage:Infobox Fluss

Vorlage:Positionskarte+

Der Chirel, auch Kirel, ist ein gut zwölf Kilometer langer Gebirgsbach im Diemtigtal und im Kanton Bern. Er ist ein südlicher und rechter Zufluss der Simme.

Name

Der Name erscheint erstmals im Jahr 1352 als an Kirle. Er stammt wahrscheinlich aus dem Keltischen und bedeutet wohl «dunkler Bach» (britannisch *kēro- «dunkel»).<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geographie

Verlauf

Der Chirel entspringt auf einer Höhe von Vorlage:Höhe bei einem Schiessplatz in der Hintersten Chirel zwischen dem Vorlage:Höhe hohen Chirelschafberg im Westen und der Vorlage:Höhe Wyssi Flue im Osten.

Er fliesst in Richtung Norden durch das zum grössten Teil bewaldete Diemtigtal zunächst am östlichen Fusse des Vorlage:Höhe hohen Schwarzebergs entlang und wird dort auf seiner rechten Seite von dem aus dem Südosten kommenden Pletschebächli gespeist. Bei Horboden fliesst ihm dann von links der dort wasserreichere Fildrich zu.

Der Chirel zwängt sich nun zwischen dem Soumewald auf der linken Seite und dem Wattfluewald durch ein enges Tal und nimmt dort von rechts den Goldbach auf und mündet schliesslich in Oey-Diemtigen auf einer Höhe von Vorlage:Höhe von rechts in die Simme.

Sein etwa 12,2 km langer Lauf endet ungefähr 845 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von 69 ‰.

Einzugsgebiet

Das 128,7 km² grosse Einzugsgebiet des Chirels liegt im Diemtigtal und wird über die Simme, die Kander, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt

Das Einzugsgebiet besteht zu 29,0 % aus bestockter Fläche, 49,0 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 1,4 % aus Siedlungsfläche, zu 0,2 % aus Gewässerfläche und zu 20,4 % aus unproduktiven Flächen. <timeline> ImageSize = width:500 height:160 PlotArea = width:90% height:66% bottom:20% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:1 columnwidth:250 left:12% top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0 ScaleMinor = unit:year increment:5 start:0

  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)

Colors =

 id:Wald  value:teal         legend:29,0_%_Bestockte_Fläche
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Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt Vorlage:Höhe, die minimale Höhe liegt bei Vorlage:Höhe und die maximale Höhe bei Vorlage:Höhe<ref name="Daten" />

Zuflüsse

Zuflüsse des Chirel werden von der Quelle zur Mündung mit Länge in km, Einzugsgebiet in km² und Mittleren Abfluss (MQ) in m³/s aufgeführt. Die Namen der Zuflüsse stammen vom Geoportal Kanton Bern und die Daten kommen vom Geosystem Swisstopo.

  • Ramsegräbli (links), 2,4 km, 2,99 km²
  • Schryendgrabe (rechts), 2,8 km, 2,93 km²
  • Zigerbodebächli (rechts), 1,1 km
  • Pletschebächli (rechts), 3,5 km, 2,19 km²
  • Jungsgrabe (rechts), 0,5 km
  • Portbächli (rechts), 0,2 km
  • Chlosebächli (rechts), 3,3 km, 3,12 km²
  • Fildrich (links), 17,4 km, 86,77 km², 2,54 m³/s
  • Teuffebach (rechts), 3,8 km, 3,06 km²
  • Rütigrabe (rechts), 1,1 km, 1,75 km²
  • Schmittegräbli (rechts), 0,3 km
  • Brüggbach (rechts), 1,0 km
  • Wattfluegräbli (rechts), 0,2 km
  • Goldbach (rechts), 3,3 km, 3,75 km², 0,11 m³/s
  • Rossgrabe (rechts), 0,4 km

Hydrologie

Hydrologischer Hauptstrang

Direkter Vergleich der beiden Oberläufe am Zusammenfluss:

Name Länge

[in km]

EZG

[in km²]

MQ

[in m³/s]

Chirel<ref>Vorlage:Toter Link</ref> Vorlage:08,0 28,61 0,88
Fildrich<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> 17,4 86,77 2,54

Der längere Fildrich hat auch des grössere Einzugsgebiet und ist wasserreicher. Er ist somit der hydrologische Hauptstrang des Flusssystems Chirel. Die Gesamtlänge des Strangs Chirel-Fildrich beträgt 21,3 km.

Abflussdaten

An der Mündung des Chirels in die Simme beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 3,75 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist nival alpin<ref>«Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes, S. 7.</ref>, und seine Abflussvariabilität<ref>Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.</ref> beträgt 18.

Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Chirels in m³/s<ref name="Daten" />

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 text: ─
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 text: Mittlerer Jahresabfluss
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 text: ▬ 
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 text: Mittlerer monatlicher Abfluss

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Hochwasser 2005

Datei:Diemtigen1.jpg
Diemtigen nach dem Hochwasser des Chirel im August 2005

Während des Hochwasser 2005 wurde aus dem eigentlich harmlosen Bergbach ein zerstörerischer Fluss: Nach 48 Stunden ununterbrochenen Dauerregens stieg der Pegel des Bergbaches im August 2005 so hoch an, dass das Dorf Oey zerstört wurde. Es wurde viereinhalb Tage lang überschwemmt, da der Bachlauf auf der gesamten Länge des Dorfes mit Schwemmholz und Geschiebematerial verstopft war. Die Verbindungsstrasse ins hintere Diemtigtal wurde grösstenteils weggespült. Nach diesem Ereignis wurde der Bach neu verbaut, neue Dämme errichtet und der Bachlauf verbreitert. Genau 100 Tage nach dem Ereignis konnte die Verbindungsstrasse zwischen Oey und Horboden wiedereröffnet werden, noch 2009 allerdings wurde eine Brücke in Oey erneuert.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Es entstanden Schäden von rund drei Milliarden Schweizer Franken.<ref>Vorlage:Webarchiv Als die Schweiz den Atem anhielt: Das Jahrhundert-Hochwasser im Berner Oberland – SRF. Abgerufen am 21. Dezember 2014.</ref>

Ökologie

Der Fluss weist eine weitgehend natürliche oder naturnahe Ökomorphologie auf, nur im letzten Kilometer vor der Mündung in die Simme sind grössere Verbauungen zur Hochwasservorsorge für das Kulturland und das Dorf Oey vorhanden. Die Wasserqualität ist weitgehend sehr gut, der Chirel gilt als unbelastet.<ref>Vorlage:Toter Link</ref>

Als Vertreter der Fischfauna leben im Chirel hauptsächlich Bachforellen; selten auch Regenbogenforellen und andere Salmoniden, im Unterlauf vereinzelte Groppen.

Nutzung

Datei:Wehrsteg über den Chirel, Horboden BE 20231108-jag9889.jpg
Entnahmestelle-Steg bei Riedere

Wie viele Schweizer Gewässer wird auch der Chirel zur Energiegewinnung genutzt; in seinem Verlauf gibt es zwei Wasserentnahmestellen, an einer von ihr wird über 50 % der mittleren Wassermenge entnommen: Diese Entnahmestelle liegt im Oberlauf bei Riedere auf Vorlage:Höhe, von dort wird das Wasser durch ein Stollensystem über den Ägelsee in die Simme bei Wimmis geleitet. Durch das Ableiten des Wassers entsteht eine sogenannte Restwasserstrecke, die über die Hälfte des Flusslaufs umfasst. Eine kleinere Entnahmestelle liegt unterhalb von Horbode auf rund Vorlage:Höhe im Unterlauf.

Darüber hinaus wird der Chirel zur Angelfischerei genutzt.

Brücken

Datei:Emmit-Brücke über den Chirel, Horboden BE 20231108-jag9889.jpg
Die Horbodenbrücke wurde 2017/18 gebaut.

Vorlage:Hauptartikel

Der Gebirgsbach wird von rund 30 Brücken überquert.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

  • [[[:Vorlage:GeoQuelle]] Verlauf des Chirels] auf dem Geoportal des Kantons Bern

Einzelnachweise

<references />