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Christiana Büsching

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Datei:Christiana Büsching 1769.jpg
Christiana Büsching (Stich von 1769)
Datei:Christiana Büsching Uebungen in der Dichtkunst 1752 Titel.jpg
Titelblatt der Uebungen in der Dichtkunst (1752)

Christiana Büsching (auch Christiane Büsching, geborene Polyxena Christiane Auguste Dilthey; * 11. Dezember 1728 in Köthen, Anhalt; † 22. April 1777 in Berlin<ref>Lebensdaten bei fembio.org</ref>) war eine deutsche Lyrikerin.

Leben

Polyxena Christiane Auguste Dilthey war die Tochter des Stallmeisters Joh. Heinr. Dilthey aus Köthen, ihre Mutter war Agnes Kath. Dilthey, geborene Weidemann.<ref>Nennung in: Wilhelm Michel: Büsching, Anton Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Der Theologe Leopold Friedrich August Dilthey († 1767 in Sankt Petersburg) war ihr Bruder,<ref>DNB 116128224, Leopold Friedrich August Dilthey. In: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref> der Prediger und Liederdichter Isaac Daniel Dilthey (1752–1793) war ihr Neffe.<ref>Isaac Daniel Dilthey im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref>

Sie galt als Frau von Geist und Bildung, spielte Klavier und sprach gut französisch. Von Kindheit an hatte sie Kontakt zu Adligen.<ref name="Mitteilungsblatt 2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteilungsblatt des Förderkreises Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (Memento vom 24. März 2016 im Internet Archive; PDF; 1,2 MB) 2011, S. 46</ref> Ihre Eltern standen in der Gunst der Prinzessin Charlotte Fried. von Nassau-Siegen, die den regierenden Grafen des Hauses Schaumburg-Lippe geheiratet hatte. Diese veranlasste sie, nach Stadthagen zu ziehen, wo sie zusammen mit ihrer Mutter drei der Grafentöchter erzog.<ref name="Supplement">Friedrich Schlichtegroll: Supplement-Band des Nekrologs für die Jahre 1790, 91, 92 und 93, rückständige Biographien, Zusätze und Register enthaltend. Gotha 1798, S. 82–85, Textarchiv – Internet Archive</ref> Zu ihrem Freundeskreis gehörte Christiane Louise von Rochow.<ref name="Mitteilungsblatt"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteilungsblatt des Förderkreises Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (Memento vom 24. März 2016 im Internet Archive; PDF; 1,2 MB) 2011, S. 36–37</ref>

Sie veröffentlichte mehrere Werke. Durch Förderung von Franz Dominikus Häberlin verlieh ihr die Universität Helmstedt 1751 die Dichterkrone. Die Deutsche Gesellschaft zu Göttingen ernannte sie im selben Jahr zum Ehrenmitglied.<ref name="Mitteilungsblatt" /> Sie war das neunte weibliche Ehrenmitglied der Gesellschaft, die Frauen nicht als Mitglieder aufnahm.<ref>Gründung, Praxis und Entwicklung der „Deutschen Gesellschaft“. In: Dieter Cherubim, Ariane Walsdorf: Sprachkritik als Aufklärung. Die Deutsche Gesellschaft in Göttingen im 18. Jahrhundert. (PDF; 2,1 MB) Göttingen 2005, ISBN 3-930457-48-2, S. 148, mit Abbildung des Diploms auf S. 147</ref> Empfohlen hatte sie der Theologe und Geograf Anton Friedrich Büsching, ein Jugendfreund ihres Bruders, mit dem sie seit 1750 verlobt war.<ref name="Supplement" /> Er schrieb am 9. April 1751 an Rudolf Wedekind, den Sekretär der Gesellschaft: „Vielleicht halten Sie die Jungfer Polyxena Christiane Auguste Dilthey in Stadhagen […] vor würdig, Sie unter die Mitglieder Ihrer Deutschen Gesellschaft aufzunehmen. Sie schreibt in ungebundener Rede wie ein gelehrter, und behauptet unter den gelehrten Frauenzimmer einen ansehnlichen Platz […].“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= Außerdem war sie Mitglied der adligen Brunnengesellschaft in Karlsbad.<ref name="Mitteilungsblatt 2" /> Zur Hochzeit ihres Bruders Leopold Friedrich August Dilthey am 15. Juni 1751 in Nürnberg, an der sie nicht teilnehmen konnte, schrieb sie:<ref>Der Jungfer Polyxenen Christianen Augusten Dilthey, Kaiserl. gekrönten Poetin, und Ehrenmitglieds der Königl. deutschen Gesellschaft in Göttingen, Uebungen in der Dichtkunst, S. 42 Digitalisat</ref>

<poem style="margin-left: 2em; font-style: italic;"> Du einziger, der gleiche Blutsverwandschaft mit mir trägt, Mein Bruder! dessen frohes Glücke mein schwesterliches Herz bewegt. Ich sehe dort in fernen Gränzen, Das gröste deiner Feste glänzen, Wie gern, ach gern! wär ich dabey. Allein ein Raum von vielen Meilen, Verhindert mich zu Dir zu eilen, Nur meinem Geist allein steht diese Reise frey. </poem>

Anton Friedrich Büsching gab Gedichte seiner Verlobten 1752 unter dem Titel Uebungen in der Dichtkunst heraus. Am 21. März 1755<ref>Büsching (Anton Friedrich). In: Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber (Hrsg.): Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste. Dreizehnter Theil, Leipzig 1824, S. 385–586; auch als E-Text bei Wikisource</ref> heiratete sie Büsching in Göttingen; nach der Heirat publizierte sie nicht mehr.<ref name="Mitteilungsblatt 2" /> Von 1761 bis 1764 lebten sie in St. Petersburg, wo Christiana Büsching Katharina II kennenlernte.<ref>Ruth P. Dawson: Catherine II, Polyxene Büsching, and Johanna Charlotte Unzer:. In: Writing the Self, Creating Community. 2020, S. 87–115.</ref> Ab 1766 lebten sie in Berlin. Das Ehepaar hatte sieben Kinder, darunter Johann Stephan Gottfried Büsching, langjähriger Oberbürgermeister von Berlin.

Christiana Büsching litt an einer chronischen Krankheit; ihr Mann sorgte liebevoll für sie. Um ihren Wunsch nach Spaziergängen zu erfüllen, kaufte er ein Haus mit Garten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteilungsblatt des Förderkreises Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (Memento vom 24. März 2016 im Internet Archive; PDF; 1,2 MB) 2011, S. 38</ref> Sie starb Anfang 1777 im Alter von 48 Jahren;<ref name="Mitteilungsblatt 2" /> ihr Mann ließ sie im heimischen Garten bei Berlin beisetzen. Nach ihrem Tod schrieb Büsching eine Biografie über seine Frau unter dem Titel Zum Gedächtnis der Frau Polyxene Christiane Auguste Büsching geb. Dilthey, von Ihrem Freund und Ehemann Anton Friedrich Büsching, die in Berlin im Jahr ihres Todes in zweiter Ausgabe erschien.<ref name="Mitteilungsblatt" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteilungsblatt des Förderkreises Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (Memento vom 24. März 2016 im Internet Archive; PDF; 1,2 MB) 2011, S. 51</ref> Er heiratete erneut im Dezember 1777 und hatte mit seiner zweiten Frau sechs weitere Kinder.<ref>Wilhelm Michel: Büsching, Anton Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>

Spätere Rezeption

In seiner „literaturhistorischen Skizze“ Deutschlands Dichterinnen und Schriftstellerinnen von 1882 erwähnt Heinrich Gross, Professor am Deutschen Staatsgymnasium in Triest, Büschings Gedichte und nennt sie „unbedeutend“.<ref>Heinrich Gross: Deutschlands Dichterinnen und Schriftstellerinnen. Eine literarhistorische Skizze. Wien 1882, S. 48 (Digitalisat)</ref>

Werke

  • Proben poetischer Uebungen eines Frauenzimmers. Korte, Altona 1751
  • Der Jungfer Polyxenen Christianen Augusten Dilthey, Kaiserl. gekrönten Poetin, und Ehrenmitglieds der Königl. deutschen Geselschaft in Göttingen, Uebungen in der Dichtkunst. Carl Christian Kümmel, Halle 1752. (urn:nbn:de:gbv:3:1-437095)

Literatur

  • Rochus von LiliencronBüsching, Christiane. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 645.
  • Annedore Prengel: Zum Leben der Dichterin und Haushaltsvorsteherin Polyxene Christiane Auguste Büsching. Im Spiegel der Gedächtnisschrift ihres „Freundes und Ehemannes“. In: Annedore Prengel und Hanno Schmitt (Hrsg.): Tugend Treue Eigenständigkeit. Rochow-Museum, Reckahn 2010, S. 96–103
  • Ruth P. Dawson: Catherine II, Polyxene Büsching, and Johanna Charlotte Unzer: A Literary ‘Community of Practice,’ In Elisabeth Krimmer and Lauren Nossett (Hrsg.): Writing the Self, Creating Community: German Women Authors and the Literary Sphere, 1750–1850. Rochester, New York: Camden House 2020, S. 87–115.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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