Christine Holstein
Christine Holstein, Pseudonym von Margarete Jähne (geboren 29. Juni 1883 in Schönbach (Sachsen); gestorben 16. Juni 1939 in Weimar) war eine deutsche Schriftstellerin.
Leben und Wirken
Margarete Jähne war das älteste von neun Kindern und wuchs auf einem Bauernhof in der Lausitz auf. Im Gegensatz zu ihren Brüdern, denen ein Studium ermöglicht wurde, absolvierten sie und ihre Schwestern nur die Pflichtschuljahre. Sie musste von klein auf im Haushalt und in der Landwirtschaft mithelfen; in ihrer freien Zeit bildete sie sich autodidaktisch fort<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und veröffentlichte Kindergeschichten.<ref name=":1">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Jähne machte eine Ausbildung zur Erzieherin in einem Fröbelschen Kindergarten<ref name=":1" /> in Berlin und arbeitete von 1902 bis 1906 als Hortnerin.<ref name=":2" /> Von 1910 bis 1913 besuchte sie Im Winter, wenn die Landwirtschaft ruhte, als Gasthörerin Vorlesungen in Philosophie und Psychologie an der Universität Leipzig.<ref name=":2">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Ab 1914 lebte sie zeitweise in Berlin, wo sie ihre Freundin Emma Sauerland, eine Lehrerin und Schriftstellerin, kennenlernte. Mitte der zwanziger Jahre, als nach dem Tod der Eltern ihre Unterstützung auf dem Hof nicht mehr benötigt wurde, siedelte sie ganz nach Berlin zu ihrer Freundin über.
Unter dem Pseudonym Christine Holstein veröffentlichte sie 1920 ihren autobiographisch gefärbten Roman Von der Pflugschar in den Hörsaal, in dem sie die Problematik studierender Frauen vom Lande thematisierte. Zahlreiche weitere Bücher, deren Protagonistinnen nach Unabhängigkeit und Wissen strebten, erschienen in der Zeit der Weimarer Republik.<ref name=":0" /> Mit Beginn des Nationalsozialismus passte sie sich der Parteilinie der NSDAP an, trat in den Reichsverband Deutscher Schriftsteller ein<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und stellte anpassungs- und opferbereite Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt ihrer Romane.<ref name=":0" />
1938 zog sie mit Emma Sauerland von Berlin nach Weimar, wo sie im Jahr darauf starb.<ref name=":0" />
Literatur
Holstein, Christine (Ps. für Margarete Jähne) in: Deutsches Literatur-Lexikon: biographisch-bibliographisches Handbuch. Begr. von Wilhelm Kosch. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Bd. 8, Sp. 57–58. Francke, Bern/München 1981, ISBN 3-7720-1537-9.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Unter dem Namen Margarete Jähne
Der kleine Naturfreund. Schönbach 1909.
Unter dem Namen Christine Holstein
- Von der Pflugschar in den Hörsaal: Schicksale eines deutschen Landmädchens. Könitz in Thüringen, 1920.
- Heckenrose. Leipzig [1920].
- Die Noten des Herrn Kantor und andere Kindergeschichten. 2. Auflage. Berlin 1922.
- Frau Irmela und ihre Kinder. Berlin [1922].
- Wie Fritz auf die Fürstenschule kam. Berlin [1923].
- Die Kinder Eisentraut. Berlin [1924].
- Baumeister Gottes. Berlin [1926].
- Das Herz des jungen Johann Sebastian. Berlin [1928].
- Deutsche Frau in Südwest. Leipzig 1932.
- Kleine Hitlermädel. Reutlingen [19]34.
- Dora im Arbeitsdienst. Reutlingen [1935].
- Die Passion des Johann Sebastian Bach. Leipzig 1935.
- Annemarie und Peter. Berlin [1936].
- Das Haus im Urwald. Dresden 1937.
- Verpflanzte Menschen. Leipzig 1939.
Als Herausgeberin
Ottilie Wildermuth: Kordulas erste Reise: ausgewählte Erzählungen. Bearbeitet und herausgegeben von Christine Holstein. Union, Stuttgart [1937].
Weblinks
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}}
- Margarete Jähne im Autorenlexikon des Thüringer Literaturrat e.V.
Einzelnachweise
<references />
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- Autor
- Literatur (20. Jahrhundert)
- Literatur (Deutsch)
- Mitglied der Reichsschrifttumskammer
- Kinder- und Jugendliteratur
- Pseudonym
- Deutscher
- Geboren 1883
- Gestorben 1939
- Frau