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Coity Castle

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Datei:Coity Castle (geograph 2656247).jpg
Ruine von Coity Castle, Ansicht von Westen

Coity Castle ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=cy|SCRIPTING=Latn|SERVICE=walisisch}}) ist eine Burgruine in der walisischen Ortschaft Coity Higher etwa zwei Kilometer nordöstlich von Bridgend in Südwales. Sie geht auf einen einfach Ringwall aus der Zeit des frühen 12. Jahrhunderts zurück und wurde durch verschiedene Adelsfamilien in vier folgenden Bauphasen zu einer zweiteiligen Burganlage aus Stein ausgebaut. Im 17. Jahrhundert als Wohnsitz aufgegeben, verfiel sie allmählich zu einer Ruine, die heute in der Obhut des Cadw ist.

Die Anlage steht als Grade-I-Listed Building unter Denkmalschutz und ist zugleich ein Scheduled Monument.<ref name="cadw1" /><ref name="cadw2" /> Sie kann das ganze Jahr hindurch täglich unentgeltlich besichtigt werden. In direkter Nachbarschaft zur Burg steht mit der befestigten St Mary’s Church aus dem 14. Jahrhundert ein weiteres Baudenkmal.

Geschichte

Coity Castle ist eine Gründung des frühen 12. Jahrhunderts und wurde in fünf Bauphasen zu der Anlage erweitert um umgebaut, deren Reste heute sichtbar sind. Sie wurde vor 1106<ref name="inventory226" /> durch den aus der Normandie stammenden Payn I de Turberville, einem der legendären zwölf Ritter von Glamorgan, als Ringwall mit Holzpalisade errichtet. Die Anlage diente als Grenzfeste und zur Unterstützung der normannischen Besiedlung des westlichen Glamorgans. Payn II de Turberville ersetzte die Erde-Holz-Konstruktion in den 1180er Jahren<ref name="inventory226" /> durch einen steinernen Keep, den er von einer Ringmauer umgeben ließ. Im 14. Jahrhundert erfolgte eine Umgestaltung des Wohnturms in seinem Inneren sowie ein mehrgeschossiger Anbau an dessen Nordseite. Südlich wurde ihm ein Torbau angefügt, der ein älteres, einfaches Tor zur nordwestlich gelegenen Vorburg ersetzte. Diese wurde mit einer eigenen, mit drei Viereckstürmen verstärkten Ringmauer eingefriedet und mit der Hauptburg verbunden. An der Südseite der Kernburg, angelehnt an deren Ringmauer, wurde ein weiteres Gebäude mit einem Saal im Erdgeschoss errichtet, dem sich im Osten Wirtschaftsräume wie Küchen und Vorratsräume anschlossen. Ein an der Außenseite der südlichen Ringmauer errichteter Rundturm mit Verbindung zum Südbau bot in jedem seiner Geschosse eine Latrine.

Datei:Coity Castle Engraving Buck 1740.jpg
Ansicht der Burgruine auf einem Stich der Brüder Samuel und Nathaniel Buck von 1740

Die Turbervilles starben um 1367 mit Richard II de Turberville im Mannesstamm aus. Von ihm kam die Burg an seinen Neffen Lawrence Berkrolles, dessen Vater Roger Richard Turbervilles Erbtochter Catherine geheiratet hatte.<ref name="nicholas64" /> In die Zeit Lawrence Berkrolles als Burgbesitzer fiel der walisische Aufstand für die Unabhängigkeit Wales’ von England. Im Laufe dieser Rebellion belagerte Owain Glyndŵr Coity Castle von 1404 bis 1405, aber im Gegensatz zu seinen sonstigen militärischen Unternehmungen war er im Fall Coitys nicht erfolgreich. Die Burgbesatzung konnte seiner Belagerung erfolgreich widerstehen, allerdings wurde die Anlage dabei stark mitgenommen. Die Schäden wurden anschließend durch Lawrence beseitigt, indem zum Beispiel den Nordteil der Kernburgringmauer komplett erneuerte. Möglicherweise ließ er auch das Nordost-Tor der Kernburg errichten.<ref name="inventory228" />

Als Sir Lawrence im Jahr 1419 starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, stritten mehrere Parteien um seinen Nachlass. Burg und Herrschaft Coity kamen schließlich an Sir William Gamage. Er war der Enkel eines weiteren William Gamage, der eine Tochter von Payn III. de Turberville geheiratet hatte.<ref name="nicholas64" /> Um seinem Anspruch auf die Anlage Nachdruck zu verleihen, hatte William sie zuvor belagern lassen.<ref name="pettifer93" /> Seine Familie war es, die weitere durchgreifende Veränderung an der Anlage vornehmen ließ. Dem Südbau fügte sie im frühen 15. Jahrhundert<ref name="inventory228" /> an der Westseite eine Kapelle an, die im Laufe des Jahrhunderts noch einmal erhöht wurde. Auch die Vorburg erfuhr eine Umgestaltung. Angelehnt an die südliche Partie der Ringmauer entstand ein großes Stallgebäude, der Zugang zum Vorburgareal wurde durch einen neuen, einfachen Torbau an der Westseite möglich. Den Hauptzugang gewährte ab dem 15. Jahrhundert jedoch der zum Torturm umgestaltete Südturm der Ringmauer.

Datei:Coity Castle Engraving 1853.jpg
Coity Castle Mitte des 19. Jh.

Weitere Veränderungen der Burg in der Tudorzeit – vielleicht unter Sir Thomas Gamage –<ref name="inventory228" /> dienten vor allem zur Verbesserung des Wohnkomforts. Die Gebäude bekamen größere Fenster, und im Großen Saal des Südbaus wurden prachtvoll gestaltete Kamine als Heizmöglichkeit installiert.<ref name="castlewales" /> Zudem erhielt der Keep samt nördlichem Anbau ein drittes Obergeschoss, und wahrscheinlich geschah im 16. Jahrhundert auch die Verfüllung jenes Teils des Burggrabens, der Vor- und Kernburg voneinander trennte<ref name="inventory228" />. John Gamages Erbtochter Barbara heiratete 1584 Sir Robert Sidney, 1. Earl of Leicester und brachte ihm das Anwesen zu. Das Paar lebte auf dem Stammsitz der Sydneys in Kent, Penshurst Place,<ref name="castlewales" /> und so wurde Coity Castle fortan nicht mehr als Wohnsitz genutzt. Die Folge war ein allmählicher Verfall der Anlage. Diese blieb noch bis in das 19. Jahrhundert im Besitz dieser Familie, doch spätestens 1811 war Thomas Wyndham of Dunraven Castle ihr Eigentümer.<ref name="inventory223" /> Dessen Tochter Caroline brachte sie 1833 ihrem Mann, Windham Quin, 2. Earl of Dunraven and Mount-Earl, zu.<ref name="inventory223" /> Zu jener Zeit wurde die Burg bereits als Ruine beschrieben.

Seit 1929<ref name="inventory223" /> steht Coity Castle unter staatlichen Obhut und damit heute in der Pflege von Cadw.

Beschreibung

Datei:Grundriss Coity Castle.jpg
Plan der Burgruine

Coity Castle ist eine zweiteilige Anlage, bestehend aus einer Kernburg sowie einer nordwestlich davon liegenden Vorburg. In beiden Bereichen wurde lokal vorkommender Bruchstein verwendet. Sie ist im Norden, Osten und Süden von einem Trockengraben umgeben, der zwischen vier Metern im Norden und sechs Metern im Süden tief ist.<ref name="inventory228" /> Seine Breite variiert zwischen 90 und 100 Fuß (27,5 bis 30,5 Meter).<ref name="clark488" />

Der Besucher betritt die Anlage heute über einen Torbau der etwa 55 × 39 Meter<ref name="castlefacts" /> messenden Vorburg. Dieser befindet sich im Südteil ihrer etwa 20 Fuß<ref name="clark490" /> (ca. sechs Meter) hohen Ringmauer. Innerhalb des Vorburgareals finden sich die Fundamente eines großen, 29 Meter<ref name="newman327" /> langen Stallgebäudes.

Der Grundriss der runden Hauptburg verdeutlicht gut die Größe und Form ihrer einstigen Vorgängeranlage, eines durch eine Holzpalisade geschützten Ringwalls. Der Durchmesser der Kernburg beträgt 36,6 Meter.<ref name="newman326" /> In ihrem nordwestlichen Bereich steht die Ruine eines viergeschossigen Keeps, dessen erhaltene Bausubstanz mehrheitlich aus dem 14. Jahrhundert stammt und der eine Grundfläche von 12,2 × 10,2 Metern<ref name="inventory230" /> einnimmt. Seine zwei Meter dicken Mauern sind noch bis zu 16,5 Meter hoch.<ref name="inventory232" /> Das Erdgeschoss wird durch einen einzigen Raum eingenommen, dessen Gewölbedecke durch einen zentralen, achteckigen Pfeiler gestützt wurde. Ein solcher Pfeiler steht an genau der gleichen zentralen Stelle auch im ersten Obergeschoss. Der Keep besitzt an seiner Nordseite einen rechteckigen Anbau aus dem 14. Jahrhundert. Auf der Südseite des Turms schließen sich die Reste des ehemaligen Tores zur Vorburg an. Obwohl nur noch fragmentarisch erhalten, lässt sich noch gut der neun Fuß<ref name="clark489" /> (etwa 2,7 Meter) breite Durchgang erkennen.

Ein weiteres Tor befindet sich im nordöstlichen Teil der acht Fuß<ref name="clark488" /> (ca. 2,5 Meter) dicken Kernburgringmauer und bietet einen bequemen Zugang zum Kirchhof der benachbarten St Mary’s Church. Das ehemals dreigeschossige Torhaus besitzt einen 20×24 Fuß<ref name="clark488" /> (rund  Meter) messenden Grundriss, sein zweites Obergeschoss ist nur noch teilweise existent. Eine feststehende Holzbrücke ersetzt heute die früher vorhandene Zugbrücke, deren Kettenlöcher und Blendnische noch erhalten sind. Das sechs Fuß<ref name="clark488" /> (1,8 Meter) breite Tor besaß früher ein Fallgatter, das vom einzigen Raum des ersten Obergeschosses bedient werden konnte. Das Zimmer ist über eine steinerne Wendeltreppe erreichbar und besaß als Heizmöglichkeit einen Kamin.

An die südliche Ringmauer der Hauptburg lehnt sich von innen ein 26×19 Fuß<ref name="clark490" /> (etwa 7,9 × 5,8 Meter) großer Bau an. Über seinem Gewölbekeller befand sich im Erdgeschoss ein Saal, dessen Gewölbedecke von zwei Pfeilern getragen wurde. Der Raum war früher mit aufwändigen Steinmetzarbeiten verziert.<ref name="burgen.de" /> Die Obergeschosse des Baus dienten zu Wohnzwecken. Das zeigt auch der dem Wohnbau auf der Außenseite der Ringmauer vorgesetzte viergeschossige Latrinenturm aus Sandstein<ref name="clark490" />. Bei der erhaltenen Bausubstanz östlich des Baus handelt es sich um Reste von Wirtschaftsräumen und Bedienstetenunterkünften. Die Fundamente im Westen sind hingegen die Relikte der einstigen Burgkapelle aus dem 15. Jahrhundert.

Literatur

  • George Thomas Clark: Mediæval military architecture in England. Band 1. Wyman & Sons, London 1884, S. 364–377 (Digitalisat).
  • John R. Kenyon, Clifford Jack Spurgeon: Coity Castle, Ogmore Castle, Newcastle. Cadw: Welsh Historic Monuments, Cardiff 2001, ISBN 1857601122.
  • John Newman: Glamorgan: (Mid Glamorgan, South Glamorgan and West Glamorgan) (= Buildings of Walses. Band 3). 2. Auflage. Penguin, London 2001, ISBN 0-140710566, S. 326–328 (Digitalisat).
  • Adrian Pettifer: Welsh Castles. A Guide by Counties. Boydell & Brewer, Woodbridge 2000, ISBN 0-85115-778-5, S. 93–94 (Digitalisat).
  • Courtenay Arthur Ralegh Radford: Coity Castle. Official Guide. HMSO, Cardiff 1946.
  • Royal Commission on Ancient and Historical Monuments in Wales (Hrsg.): The early castles. From the Norman Conquest to 1217 (= An inventory of the ancient monuments in Glamorgan. Band 3, Teil 1,a). HMSO, Cardiff 1991, ISBN 0-11-300035-9, S. 47, 218–258 (Auszug).

Weblinks

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Einzelnachweise

<references> <ref name="cadw1">Listed Building Report auf der Website von Cadw, Zugriff am 5. Januar 2017.</ref>^ <ref name="cadw2">Scheduled Monument Report auf der Website von Cadw, Zugriff am 5. Januar 2017.</ref> <ref name="inventory226">Royal Commission on Ancient and Historical Monuments in Wales: The early castles. From the Norman Conquest to 1217. 1991, S. 226.</ref> <ref name="nicholas64">Thomas Nicholas: The History and Antiquities of Glamorganshire and its families. Longmans, Green & Co., London 1874, S. 64 (Digitalisat).</ref> <ref name="inventory228">Royal Commission on Ancient and Historical Monuments in Wales: The early castles. From the Norman Conquest to 1217. 1991, S. 228.</ref> <ref name="pettifer93">A. Pettifer: Welsh Castles. A Guide by Counties. 2000, S. 93.</ref> <ref name="castlewales">Coity Castle auf castlewales.com, Zugriff am 22. August 2013.</ref> <ref name="inventory223">Royal Commission on Ancient and Historical Monuments in Wales: The early castles. From the Norman Conquest to 1217. 1991, S. 223.</ref> <ref name="clark488">G. T. Clark: Mediæval military architecture in England. 1884, S. 488.</ref> <ref name="castlefacts">Informationen zu Coity Castle auf castlefacts.info , Zugriff am 22. August 2013.</ref> <ref name="clark490">G. T. Clark: Mediæval military architecture in England. 1884, S. 490.</ref> <ref name="newman327">J. Newman: Glamorgan: (Mid Glamorgan, South Glamorgan and West Glamorgan). 2001, S. 327.</ref> <ref name="newman326">J. Newman: Glamorgan: (Mid Glamorgan, South Glamorgan and West Glamorgan). 2001, S. 326.</ref> <ref name="inventory230">Royal Commission on Ancient and Historical Monuments in Wales: The early castles. From the Norman Conquest to 1217. 1991, S. 230.</ref> <ref name="inventory232">Royal Commission on Ancient and Historical Monuments in Wales: The early castles. From the Norman Conquest to 1217. 1991, S. 232.</ref> <ref name="clark489">G. T. Clark: Mediæval military architecture in England. 1884, S. 489.</ref> <ref name="burgen.de">Informationen zu Coity Castle auf burgen.de, Zugriff am 22. August 2013.</ref> </references>

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