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Costello-Syndrom

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Das Costello-Syndrom ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit den Hauptmerkmalen Intelligenzminderung, Gedeihstörung, Kleinwuchs, ungewöhnlich flexible Gelenke, weiche Haut (Waschfrauenhände) und ausgeprägte Gesichtszüge. Das Syndrom gehört zu den RASopathien.<ref name="Orpha">{{#ifeq:|ID|3071| Eintrag zu {{#if:Costello-Syndrom|Costello-Syndrom|Costello-Syndrom}}. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum }}</ref>

Synonyme sind: FCS-Syndrom; Fazio-kutano-skelettales Syndrom

Erstmals berichtet wurde 1977 von dieser Erkrankung durch den neuseeländischen Kinderarzt Jack Murray Costello,<ref>J. M. Costello: A new syndrome: mental subnormality and nasal papillomata. In: Australian paediatric journal. Band 13, Nummer 2, Juni 1977, S. 114–118, doi:10.1111/j.1440-1754.1977.tb01135.x, PMID 907573.</ref><ref>Nachruf</ref> das zugrunde liegende Gen wurde erst 2005 entdeckt.<ref>Y. Aoki, T. Niihori, H. Kawame, K. Kurosawa, H. Ohashi, Y. Tanaka, M. Filocamo, K. Kato, Y. Suzuki, S. Kure, Y. Matsubara: Germline mutations in HRAS proto-oncogene cause Costello syndrome. In: Nature genetics. Band 37, Nummer 10, Oktober 2005, S. 1038–1040, doi:10.1038/ng1641, PMID 16170316.</ref>

Verbreitung

Die Häufigkeit wird auf 1 zu 300.000 bis 1 zu 1.250.000 geschätzt, die Vererbung erfolgt teilweise autosomal-dominant.<ref name="Orpha" />

Ursache

Der Erkrankung liegen heterozygote Mutationen im HRAS-Proto-Onkogen auf Chromosom 11 Genort p15.5 zugrunde, das an der Kontrolle des Zellwachstums und der Zellteilung beteiligt ist.<ref name="Orpha" /> Mutationen in diesem Gen liegen auch einer Variante des Costello-Syndroms zugrunde, der Myopathy with muscle spindle excess.<ref name="Omim">{{#ifeq: costello syndrome | kurz | 218040 | Costello syndrome. }}{{#ifeq: costello syndrome | kurz | | In: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. (englisch)}}</ref>

Klinische Erscheinungen

Kinder mit Costello-Syndrom sind bei Geburt vielfach normal groß, aber in der Entwicklung verzögert. Besondere charakteristische äußerliche Kennzeichen sind Kleinwüchsigkeit, ungewöhnlich flexible Gelenke, Falten aus überschüssiger Haut insbesondere an den Händen (Waschfrauenhände) und Füßen, dicke Lippen, Kräuselhaar, mentale Retardierung, craniofaciale, kardiologische und dermatologische Abnormalitäten. Weiters kommt es noch zur verfrühten Alterung und einer erhöhten Prädisposition für eine Vielzahl von Tumoren.

Klinische Kriterien sind:<ref name="Orpha" />

Hinzu kommen oft eine Verkürzung der Achillessehnen, verzögerte Pubertät und häufig Zeichen vorzeitiger Alterung, Osteoporose und Osteopenie. Es besteht ein erhöhtes Risiko von etwa 10–15 % für solide bösartige Tumore im frühen Kindesalter und Urothelkarzinom bei Jugendlichen.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf der Kombination klinischer Befunde und kann bereits vorgeburtlich durch molekulargenetischen Test, beispielsweise durch DNA-Sequenzierung (HRAS_Sequenzanalyse) bestätigt werden.<ref name="Orpha" />

Differentialdiagnostik

Abzugrenzen sind andere RASopathien wie das Kardio-fazio-kutanes Syndrom sowie das Noonan-Syndrom, die beide eine deutliche klinische Überlappung der Symptome aufweisen,<ref name="Omim" /> sowie das Beckwith-Wiedemann-Syndrom, das LEOPARD-Syndrom als Variante des Noonan-Syndromes und das Simpson-Golabi-Behmel-Syndrom.<ref name="Orpha" />

Therapie

Eine kausale Behandlung ist nicht möglich. Ultraschalluntersuchungen als Screening für Neuroblastome und Rhabdomyosarkome bis zum Alter von 8 bis 10 Jahren werden empfohlen.<ref name="Orpha" />

Prognose

Die Aussichten hängen von der genauen Missense-Mutation ab, es sind bereits in der Neugeborenenzeit letale und abgeschwächte Formen beschrieben worden.<ref name="Orpha" />

Literatur

  • Markus Wirtz, Josef Frank: Costello-Syndrom. Eine seltene RASopathie mit kutanen Symptomen. In: Der Hautarzt. 2015, Band 66, Nummer 4, S. 225–228 doi:10.1007/s00105-015-3592-2.
  • M. Zenker, K. Lehmann, A. L. Schulz et al.: Expansion of the genotypic and phenotypic spectrum in patients with KRAS germline mutations. In: Journal of Medical Genetics. Band 44, Nummer 2, Februar 2007, S. 131–135, doi:10.1136/jmg.2006.046300, PMID 17056636, }} PMC 2598066 (freier Volltext{{#if:|, PDF}}).

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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