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Cromlech

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Datei:Mulfraquoitborlase.jpg
Mulfra Cromlech (Zeichnung von William Borlase 1769)
Datei:Cromeleque dos Almendres1341.JPG
Cromlech von Almendres, Portugal

Ein Cromlech (veraltet Cromleh, bretonisch Cromlec’h, irisch Leacht) ist eine Bezeichnung für verschiedene Arten von Megalithbauwerken. Die Bezeichnung fand Verwendung für Anlagen in Irland, Großbritannien, Frankreich, Portugal und Spanien (Cromlechs von Errenga). In der wissenschaftlichen Literatur wird sie nur noch selten verwendet.

Wortbedeutung

Cromlech hat mehrere Bedeutungen:

  1. Jede Art eines prähistorischen aufgerichteten unbearbeiteten Steins<ref>T. F. Hoad (Hrsg.): The Concise Oxford Dictionary of English Etymology.Oxford University Press, Oxford 1996, ISBN 978-0-19-283098-2.</ref>
  2. Steinkreis<ref>Dictionary of Architecture and Construction. McGraw-Hill Companies Inc. 2000.</ref>
  3. Dolmen<ref>Dictionary of Architecture and Construction. McGraw-Hill Companies Inc. 2000; Michael Clarke and Deborah Clarke: The Concise Oxford Dictionary of Art Terms. 2. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2010, ISBN 978-0-19-956992-2.</ref>
  4. ein Megalithgrab<ref>Timothy Darvill: The Concise Oxford Dictionary of Archaeology. 2. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2008, ISBN 978-0-19-953404-3.</ref>

Welche Bedeutung das Wort besitzt, ist also von der Region und Zeitpunkt der Publikation abhängig.

Wortherkunft

Das Wort Cromlech stammt aus dem Walisischen und setzt sich zusammen aus den Wörtern Crom und Llech. Crom (crwm) bedeutet krumm, gebogen, konkav und Llech ist die Bezeichnung für einen flachen, glatten Stein.<ref>Douglas Harper: Etymology Dictionary. 2001. T. F. Hoad (Hrsg.): The Concise Oxford Dictionary of English Etymology. Oxford University Press 1996, ISBN 978-0-19-283098-2.</ref>

H. Martin nahm an, dass der Cromlech ein Symbol des irischen Gottes „Crom“ sei und den kosmischen Zirkel sowie die Schlange der Unendlichkeit und Ewigkeit (Ourobouros) symbolisiere.<ref>Salomon Reinach: terminologie des monuments mégalithiques. In: Revue archéologique, Troisième Série, 1893, 22, 47; {{#invoke:JSTOR|f|1=41729742}}{{#if:

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Wortgebrauch

Die älteste bekannte Verwendung des Wortes erfolgte 1588 bei der Übersetzung der Bibel ins Walisische durch William Morgan, dem Bischof von Llandaff und St Asaph. Als Bezeichnung für ein prähistorisches Grabmal in Form eines Dolmens wurde es erstmals 1650 von Reverend John Griffith aus Llanddyfnan gebraucht, der damit mehrere senkrecht stehende Monolithe beschrieb, die einen waagrecht aufliegenden Deckstein trugen.<ref>Classic Encyclopaedia. Love To Know Corp., 2000.</ref> Henry Rowlands verwendete den Begriff in seiner vielgelesenen „Mona Antiqua Restaurata“ (Dublin 1723), ohne jedoch eine genaue Definition zu geben.<ref>David McGuinness: Druids’ altars, Carrowmore and the birth of Irish archaeology. In: Journal of Irish Archaeology, 2010, 19, 30; {{#invoke:JSTOR|f|1=41478738}}{{#if:

 | {{#ifeq: 0 | 0
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}}</ref> 1769 bezeichnete William Borlase in seiner Abhandlung über Megalithanlagen in Cornwall alle Portalgräber der Gegend als Cromlechs.<ref>William Borlase: Antiquities Historical and Monumental of the County of Cornwall. Bowyer and Nichols, London 1769.</ref> Bald wurden auf den britischen Inseln auch Monumente wie Stonehenge als Cromlech bezeichnet.<ref>Webster’s Revised Unabridged Dictionary. 1913.</ref> William Cotton verwendete den Begriff für Steinkisten.<ref>William Cotton: Stone Circles, Cromlehs and other remains of the aboriginal Britons in the West of Cornwall. Eigenverlag, London 1827; hier nach einem Zitat aus: A. J. Kempe: The Gentleman’s Magazine and historical chronicle, Januar 1833, S. 11.</ref> Die Bezeichnung wurde auf den britischen Inseln auch für die Steinkränze von Hügelgräbern verwendet, wenn diese annähernd kreisförmig sind.<ref>American Heritage Dictionary of the English Language. Houghton Mifflin Company, Middletown 2003.</ref> Aufgrund dieser inhaltlichen Unschärfe ist Cromlech als Fachausdruck nicht mehr in Gebrauch und wird heute nur noch als Eigenname verwendet.<ref>Random House Unabridged Dictionary. Random House Inc. 2006.</ref> In neuerer Zeit verwendete lediglich Aubrey Burl den Ausdruck Cromlech als Synonym für Steinkreis.<ref>Aubrey Burl: A Guide to the Stone Circles of Britain, Ireland and Brittany. Yale University Press, New Haven 2006, ISBN 0-300-11406-0.</ref>

In Frankreich wurde das Wort Cromlech aus dem Englischen übernommen und ist seit dem 18. Jahrhundert in Gebrauch. Alexandre Bertrand verwendete es als Synonym für Dolmen.<ref>Alexandre Bertrand: Sur les origines indo-européennes (suite). In: Bulletins de la Société d’anthropologie de Paris, I° Série, 1864, Band 5/1, S. 374 (persee.fr).</ref> Später wurden vor allem kreisförmige Anordnungen von Steinen so bezeichnet. 1865 bezeichnete Gabriel de Mortillet die Steinsetzungen der Golasecca-Kultur von Sesto Calende in Italien als Cromlechs oder enceintes de grosses pierres brutes.<ref>Gabriel de Mortillet: Sur les monuments de Sesto-Calende, près le lac Majeur. In: Bulletins de la Société d’anthropologie de Paris, I° Série, 1865, Band 6, S. 375; doi:10.3406/bmsap.1865.9493</ref> Er beschränkte den Begriff also nicht auf runde oder neolithische Befunde. Nach Gabriel de Mortillet handelt es sich bei den meisten Cromlechs um Grabeinfassungen.<ref>Gabriel de Mortillet: Cromlech In: Ad. Bertillon, Coudereau, A. Hovelacque et al. (Hrsg.): Dictionnaire des sciences anthropologiques: anatomie, crâniologie, archéologie préhistorique, ethnographie (moeurs, arts, industrie), démographie, langues, religions. Marpon et Flammarion, Paris 1884–1895.</ref> Paul Cazalis de Fondouce nennt jedoch auch Cromlechs, die Dolmen umgeben.<ref>Cazalis de Fondouce: Les Cromlechs de la Can de Ceyrac (Gard). In: Bulletin de la Société préhistorique de France, 1904, 1/2, 56-58 (persee.fr). Dieser Artikel gibt auch einen Überblick über den damaligen Forschungsstand.</ref>

Literatur

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Einzelnachweise

<references />