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Dämpfigkeit

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Dämpfigkeit (genannt auch Dampf) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Lungenemphyseme bei Pferden, die aus einer chronischen Erkrankung der Lungen oder des Herzens entstehen. Bis 1. Januar 2002 war Dämpfigkeit ein Gewährsmangel im Pferdehandel. Das Adjektiv dazu lautet dämpfig (früher auch bauchschlägig; im Mittelalter auch „herzschlechtig“<ref>Vgl. dazu Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 401 (zu hertzslechtig, gemäß Max Höfler so genannt, da das sichtbare Flankenschlagen des Pferdes (Bauchatmen) in der Herzgegend als Herzschlag gedeutete wurde) und 473 (zu tempfig: ‚bauchschlägig, dämpfig‘, mittellateinisch asthmaticus).</ref> genannt).<ref>Madeline Düwert: Wenn das Pferd hustet: Was Sie gegen Atemwegserkrankungen tun können, 20. Mai 2025, auf www.landundforst.de</ref>

Ursache

Wird eine Erkrankung des Bronchialsystems, meist verbunden mit Husten, nicht rechtzeitig behandelt und hält über mehrere Wochen an, geht der zu Anfang feuchte Husten in einen trockenen Husten über. Dieser kann schnell chronisch werden und führt in der Folge zum Auftreten der Dämpfigkeit.

Symptome

Dämpfige Pferde atmen bereits bei geringer Anstrengung schwer und unregelmäßig, häufig kommt auch Husten dazu. Bei Dämpfigkeit zeichnet sich meist auch die sogenannte Dampfrinne ab, eine Einkerbung des Leibes zwischen Bauchmuskeln und Rippenbogen. Zu Anfang ist in der Regel noch keine Verminderung der Leistungsfähigkeit des Pferdes zu bemerken, da es dem durch die Unterstützung des Ausatmens mit Hilfe der Bauchmuskulatur und eine Erhöhung der Atemfrequenz noch entgegenwirken kann.

Eine vollständige Heilung ist nach heutigem Stand der Medizin nicht möglich, jedoch kann mit Langzeitpräparaten den Symptomen entgegengewirkt werden. Auch ist eine der geringeren Belastbarkeit der Pferde angemessene Arbeit sowie das Vermeiden von Faktoren, welche die Atemwege und die Lunge reizen könnten, angebracht.

Siehe auch

Literatur

  • Lars Thiele, Anett Thiele: Pferdekrankheiten – Ursachen und Lösungen. Neobooks.com, 2013, ISBN 978-3-8476-3780-6.
  • W. Brehm, H. Gehlen, B. Ohnesorge und andere (Hrsg.): Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-13-219611-7.
  • Cecilie M. Mejdell, Knut Egil Bøe, Grete H.M. Jørgensen: Caring for the horse in a cold climate – Reviewing principles for thermoregulation and horse preferences. In: Applied Animal Behaviour Science. Band 231, Oktober 2020, 105071, doi:10.1016/j.applanim.2020.105071.
  • N. F. Cymbaluk, G. I. Christison: Effects of diet and climate on growing horses. In: Journal of Animal Science. 1989.

Anmerkungen

<references />

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