Dahn (Adelsgeschlecht)
{{#if: erläutert eine pfälzische Adelsfamilie; für weitere Adelsfamilien siehe Thann (Adelsgeschlecht) und Tann (Adelsgeschlecht).
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Dahn, auch Tan, Tann oder Thann, ist der Name eines ausgestorbenen pfälzischen Adelsgeschlechts.
Name
Der Name Dahn, Tan, Tann oder Thann kommt mit diesen Variationen als Familienname wie als Ortsname häufiger vor. Die älteren Schreibweisen für die pfälzische Stadt Dahn, die unterelsässische Deutschordenskommende Dahn und die oberelsässische Stadt Thann überlappen sich. Der in der Literatur häufig als der Stammvater der Herren von Dahn genannte Anshelmus de Tannicka gehörte offenkundig nicht zu den Pfälzer Dahnern.
Ministeriale der Bischöfe von Speyer
Die im südlichen Pfälzerwald ansässigen Dahner traten Ende des 12. Jahrhunderts mehrfach als Reichsministeriale auf, fungierten jedoch in der Folgezeit zunehmend als Ministeriale des Bischofs von Speyer. „Ministeriale“ waren die Dienstleute bedeutender kirchlicher oder weltlicher Herren. Sie waren ursprünglich Unfreie, die von ihren Herren in der Güterverwaltung eingesetzt wurden. Einzelne von ihnen machten Karriere in der Verwaltungsadministration ihrer Herren und erlangten gesellschaftlichen Aufstieg, der ihre frühere Unfreiheit kaschierte.
Dahner Burgengruppe
Stammsitz des Geschlechts war wahrscheinlich die Burg Altdahn. Die Ersterwähnung eines Burgbesitzes vom 3. Mai 1285 bezieht sich auf Burg Neudahn, die ebenfalls Speyerische Lehensburg war, wie es sich aus der Aufzählung der Güter ergibt. Die drei Burgen der Dahner Burgengruppe – vor allem Altdahn und Tanstein – wurden mutmaßlich vorher errichtet.<ref name="Grathoff">Grathoff 2003 S. 6</ref> Bis 1327 wurden alle Burgen auf dem Dahner Schlossberg als Burg Than bezeichnet, danach etablierten sich separate Namen. Vereinzelt wurde Tanstein weiterhin als Alt-Than bezeichnet. 1288 wurden in einer Urkunde vier Dahner Ritter auf der burg zu tan erwähnt: Konrad III. Mursel, Johann I., Heinrich IV. Sumer und Konrad IV. von Dahn. Der Raumbedarf war hoch, weshalb eine Bebauung aller fünf Burgfelsen angenommen wird, wobei Alt-Dahn und Tanstein aufgrund der wenigen Zeugnisse mutmaßlich als älteste Teile gelten.
Neudahn, abseits der Burgengruppe gelegen, wurde erstmals 1340 als nuwenburg zu Than erwähnt.<ref name="Grathoff"/> Insgesamt ist die frühe Geschichte der Ministerialen von Dahn aufgrund komplexer Besitz- und Familienverhältnisse weitgehend unklar.<ref>Thon 2005 S. 113.</ref>
Als erster Inhaber des Dahner Lehens ist Friedrich I. von Dahn zwischen 1198 und 1236 urkundlich belegt. Zu dieser Zeit war die Burg bereits bischöfliches Lehen. Von der nahen Burg Berwartstein ist bekannt, dass Kaiser Friedrich I. sie 1152 dem Hochstift Speyer zum Dank für dessen Unterstützung schenkte.<ref>Thon 2005 S. 31.</ref> Aus dieser Reichsburg wurde dadurch eine bischöfliche Lehensburg der dort sitzenden Reichsministerialen, Ministerialen des Bischofs. Eine ähnliche Entwicklung wird für die Dahner Lehen vermutet.<ref>Grathoff 2003 S. 4.</ref>
Mit dem Tod Johanns I. von Dahn 1319 verlor die Familie die Kontrolle über die zwischen Alt-Dahn und Tanstein gelegene dritte Burg Grafendahn. Nach einer Fehde um das Erbe vergab der Speyerer Bischof das Lehen neu und es gelangte an die Grafen von Sponheim.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts gerieten die Dahner Ritter in Schwierigkeiten. Johann VII. und sein Bruder Heinrich X. von Dahn weigerten sich 1399, mit Pfalzgraf Ruprecht III. die Burg Tannenberg anzugreifen, da sich Mitglieder der Familie in der Burg aufhielten. Der König ließ Burg Neudahn beschlagnahmen. Sie wurde später zurückgegeben. Heinrich XIII. von Dahn zu Tanstein war ein Anhänger Franz von Sickingens. Im Zuge der Sickingischen Fehde wurde Tanstein von kurtrierischen Soldaten besetzt und von ihnen bis 1544 gehalten.
Mit dem ausgehenden Mittelalter hatten die Dahner Burgen einen Bedeutungsverlust erlitten und verfielen. Ludwig II. von Dahn ließ in Burrweiler ein Schlösschen errichten, das erstmals 1571 erwähnt wurde. Von der Anlage ist lediglich ein Torbogen erhalten.<ref>www.burrweiler.de, Historisches</ref> Das Geschlecht starb mit Ludwig II. von Dahn, der 1603 in Burrweiler verstorben war, aus. Die speyerischen Lehen fielen an das Hochstift Speyer zurück.
Wappen
Das Familienwappen derer von Tann sind drei silberne Adler (2:1) auf rotem Grund.<ref> Hans Ammerich: Das Bistum Speyer und seine Geschichte, Band 2: Von der Stauferzeit (1125) bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts; Kehl am Rhein 1999; ISBN 3-927095-44-3. S. 4–6. </ref> Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein Affe, der einen Spiegel in der Rechten hält.
Davon abweichend, zeigt die Helmzier derer von Than in der Hyghalmen-Rolle aus dem späten 15. Jahrhundert einen offenen roten Adlerflug, je belegt mit einem silbernen Adler. Auch ist die (außen) rot-(innen) silberne Helmdecke zwischen den beiden Flügeln mit einem silbernen Adler belegt.
Wappen des Bischofs Konrad IV. von Tann
Das fürstbischöfliche Wappen von Konrad IV. von Tann als Bischof von Speyer (1233–1236) ist üblicherweise geviert. Die Felder des Wappenschildes führen im Wechsel das Familienwappen derer von Tann und das Wappen des Bistums Speyer, ein silbernes Kreuz auf blauem Grund.
Literatur
- Stefan Grathoff: Die Dahner Burgen. Alt-Dahn – Grafendahn – Tanstein. Führungsheft 21. Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Schnell und Steiner, Regensburg 2003. ISBN 3-7954-1461-X
- Alexander Thon (Hrsg.): ...wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2., verb. Aufl. Schnell + Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1570-5, S. 19–25, 31, 113.
Weblinks
- Stefan Grathoff: Burg Alt-Dahn im Burgenlexikon
Einzelnachweise
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