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Daniel Fischer (Rechtsanwalt)

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Vorlage:Hinweisbaustein Daniel Fischer (* 22. Mai 1953 in Bern; † 20. Juni 2015 in Zürich) war ein Schweizer Rechtsanwalt und Professor<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ernennungsurkunde zum Professor für Herrn Dr. Daniel Fischer (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive). In: swiss-advocate-com (PDF; 29 kB).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Praxis und Lehre im perfekten Einklang. Gastprofessoren im Wintersemester 2009/2010 (Memento vom 21. Juni 2010 im Internet Archive). SRH Hochschule Berlin.</ref> für internationales Wirtschaftsrecht an der SRH Hochschule in Berlin. Vorlage:Hinweisbaustein Schweizweit wurde er als Vertreter von sogenannten Lehman-Opfern bekannt, die auf Anraten von Schweizer Banken in Wertpapiere der Lehman Brothers investiert hatten. Unter anderem vertrat er die rund 350<ref>Henning von Boehmer: Bekommen Anleger ihr Geld doch noch zurück? In: Welt am Sonntag. 1. März 2009.</ref> bis 500<ref>«Besondere Risiken im Effektenhandel» – die Informationsbroschüre der Schweizer Bankiersvereinigung taugt wenig. In: anleger-selbsthilfe.ch. 7. Juni 2010.</ref> Mitglieder der Anleger-Selbsthilfe-Gruppe und 50<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lehman-Opfer streiten mit CS um 5 Millionen Franken (Memento vom 28. April 2010 im Internet Archive). In: SRF Tagesschau. 23. April 2010, abgerufen am 2. April 2024.</ref><ref>Boni statt Entschädigung. Abgerufen am 21. Januar 2021. In: SRF Rundschau. 28. April 2010.</ref> weitere Lehman-Opfer der etwa 7'000 sogenannten Lehman-Opfer in der Schweiz.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.cash.chcash.ch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, 14. Januar 2010.</ref> In früheren Jahren ist er im Interesse der Anleger gegen versteckte Retrozessionen<ref>Franco Tonozzi: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Banken behalten Geld, das den Kunden gehört (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive). In: saldo. Nr. 16, 11. Oktober 2006 (PDF; 175 kB).</ref><ref>Lutz Reiche: Vermögensverwalter. «Korrektes Verhalten ist die Ausnahme». In: manager magazin. 4. August 2006.</ref><ref>Vermögensverwalter unter Druck. In: Der Spiegel. Nr. 39, 2007, S. 65 (online24. September 2007).</ref><ref>Vermögensverwalter fürchten Klagewelle. In: Der Spiegel. Nr. 29, 2006, S. 59 (online17. Juli 2006).</ref><ref>Zahltag für Vermögensverwalter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 167, 21. Juli 2006, S. 23.</ref><ref>Daniel Fischer, Enzo Caputo: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tickende Zeitbombe Retrozessionen (Memento vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive). In: Finanz und Wirtschaft. Nr. 51, S. 30 (PDF; 1,3 MB).</ref> aufgetreten.<ref>Urteil 4C.432/2005 vom 22. März 2006.</ref> Seit 2012 ging er gegen Schweizer Banken vor, welche die geschuldeten Retrozessionen nicht zurückvergüten.<ref>Anita Merkt: «Das Urteil betrifft sehr viele Anleger». In: Tages-Anzeiger. 5. November 2012.</ref><ref>Bruno Schletti: Viele Banken geben den Kunden nicht, was ihnen zusteht. In: Tages-Anzeiger. 8. Oktober 2013.</ref>

Daneben vertrat er eine Vielzahl geschädigter Anleger unter anderem<ref>Leo Müller: Bank-Räuber. Wie kriminelle Manager und unfähige Politiker uns in den Ruin treiben. Econ Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-430-20092-9, S. 239.</ref> in Sachen Madoff<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />«Ein Kunde von mir hat über 100 Mio. verloren» (Memento vom 25. Februar 2009 im Internet Archive). In: NZZ am Sonntag. 22. Februar 2009.</ref><ref>Madoff-Verluste: Ein Fall für die Schweizer Strafjustiz. In: SonntagsZeitung. 6. Dezember 2009, S. 58.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Madoff: Wenn Recht schnell ist (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive). In: Kriminalistik Schweiz. 10, 2009, S. 573–578.</ref> als Mitglied einer internationalen Anwaltsallianz,<ref>Der Fall Madoff. In: SRF Tagesschau. 17. Februar 2009.</ref> UBS Wealth Management Global Property Fonds,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.fuw.chUBS liquidiert Immobilienfonds (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. In: Finanz und Wirtschaft. Nr. 98, 16. Dezember 2009, S. 19.</ref><ref>Werner Grundlehner: UBS kämpft weiter gegen Geldabflüsse. In: 20 Minuten. 16. Dezember 2009.</ref><ref>Lutz Reiche: Aktionäre verweigern Ex-Management die Entlastung. In: manager magazin. 14. April 2010.</ref> K1,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/service.tamedia.chSchweizer Banken in Hedge-Funds-Betrug verwickelt (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. In: SonntagsZeitung. 1. November 2009, S. 55.</ref><ref>K1-Skandal: Haftung wird geprüft. In: Wirtschaftsblatt. 5. November 2009, S. 13.</ref><ref>K1-Skandal. Anleger ohne Illusionen. In: nt-tv. 3. Februar 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hedge-Fonds-Skandal: Anleger geben Kiener-Geld verloren (Memento vom 5. Februar 2010 im Internet Archive). In: Financial Times Deutschland. 8. Mai 2010.</ref> Auriga Ltd.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/service.tamedia.chBürohr (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. In: SonntagsZeitung. 2. Juli 2009, S. 58.</ref> etc. Zuletzt vertrat er die Swatch Group gegen UBS AG<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Swatch will definitiv gegen UBS klagen (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive). In: cash. 5. Januar 2011, abgerufen am 2. April 2024.</ref><ref>Swatch fordert von der UBS 30 Millionen Franken. In: Tages-Anzeiger. 10. März 2011.</ref> und die INFINA-Geschädigten gegen die St. Galler Kantonalbank.<ref>Werner Grundlehner: Serben zocken Landsleute in der Schweiz ab. In: 20 Minuten. 15. November 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Betrugsskandal Infina (Memento vom 12. Juni 2015 im Internet Archive). In: SRF 10vor10. 25. September 2013.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Infina-Geschädigte demonstrieren (Memento vom 11. Juni 2015 im Internet Archive). In: SRF Tagesschau. 2. November 2013.</ref>

Auf dem Gebiet der Wirtschaftskriminalität befasste er sich neben der Corporate Governance vornehmlich mit der Crime Due Diligence. Er untersuchte zahlreiche Wirtschaftsbetrügereien und legte dar, dass bei allen Wirtschaftsverbrechen bestimmte Verhaltensmuster (Module) immer auftreten und Kriminalität somit leichter erkennbar ist.<ref>Wirtschaftsfahndung Frühjahr 2009. S. 5 (PDF).</ref> Im Rahmen einer Verdachtsschöpfungsstrategie für Wirtschaftsdelikte führte er in diesem Zusammenhang den Begriff «Econ Crime»<ref>Hans Siegwart: Management und Law. Band 10. ISBN 3-7190-2013-4, ISBN 978-3-7190-2013-2, S. 361.</ref> ein, der ergänzend zum White Collar Crime eine Know-how-Kriminalität beschreibt.

Im Zusammenhang mit der Finanzkrise entwickelte er eine Streitbeilegungsform, das «Swiss Banking Medarp» System, eine Kombination von Mediation und Arbitration. Die Schweizer Banken sollen damit Vertrauen zurückgewinnen.<ref>Neustart: 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz. ISBN 978-3-03823-589-7: Wie Banken durch neue Konfliktlösungswege Vertrauen zurückgewinnen können.</ref> Daneben trat er häufig öffentlich für den Anlageschutz auf, insbesondere befürwortete er die Einführung der Gruppenklage und die Strafbarkeit gewisser Anlageberatungsformen der Banken.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sammelklage light in der Schweiz? (Memento vom 31. August 2013 im Internet Archive). In: Beobachter. 26. Juli 2013.</ref><ref>Jeremias Büchel: Sonova drohen weitere Millionenklagen. In: 20 Minuten. 17. April 2013.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />«Rechtssicherheit ist nicht gewährleistet» (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.beobachter.ch. In: Beobachter. 25. Februar 2013.</ref><ref>Bruno Schletti: Kein Gesetz schützt Bankkunden vor schlitzohrigen Beratern. In: Tages-Anzeiger. 14. Oktober 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wenn sich Banken verspekulieren (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. Februar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.beobachter.ch. In: Beobachter. 1. September 2011.</ref> Auch diese Entwicklung soll letztendlich dem Anleger dienen.

Er war Experte der Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht UNCITRAL. Er trug im Weiteren den Titel Certified Fraud Examiner (CFE) und war Vorstandsmitglied sowie Trainings-Direktor<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Daniel Fischer auf der Website der Association of Certified Fraud Examiners – Local Chapter (Memento vom 20. September 2010 im Internet Archive). ACFE, abgerufen am 2. April 2024.</ref> der «Association of Certified Fraud Examiners» des Central & Northern European Chapters sowie der Schweiz.

Neben seinen juristischen Aktivitäten war er Mitherausgeber des Musical-Onlinemagazins «imScheinwerfer» und moderierte Beiträge über Musicals auf Radio Top.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Patienten – das neue Musical von Marco Rima (inkl. Bilderstrecke und Podcast) (Memento vom 30. August 2011 im Internet Archive). In: imScheinwerfer.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die kleine Niederdorfoper – Sie kommt (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive). In: imScheinwerfer. Abgerufen am 2. April 2024.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tell – Das Musical (Bericht inkl. Podcast) (Memento vom 26. April 2012 im Internet Archive). In: imScheinwerfer.</ref> Zuletzt schrieb er an einer Serie über die Geschichte des Schweizer Musicals.<ref>Schweizer Musical, ein Sonderfall? <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teil 1 (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive) <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teil 2 (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive) <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teil 3 (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive).</ref><ref>Der Jurist, der auch ein Journalist ist. In: Tages-Anzeiger. 9. Juni 2009 (Interview).</ref>

Werke

  • Die Banken sollten ihren Kunden im Streitfall fairere Lösungen anbieten. Plädoyer für ein neues Rechts-Werkzeug. In: Claude Baumann, Ralph Pöhner (Hrsg.): Neustart: 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2010, ISBN 978-3-03823-589-7, S. 137 ff.
  • Corporate Governance und der Sarbanes-Oxley Act aus strafrechtlicher Sicht. Stämpfli Verlag, Bern 2008, ISBN 978-3-7272-0013-7 (= Abhandlungen zum schweizerischen Recht. Heft 751).
  • Die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Gutachters. In: Adrian Siegel, Daniel Fischer (Hrsg.): Die neurologische Begutachtung. Orell Füssli, Zürich 2004, ISBN 3-280-07047-3 (= Schweizerisches medico-legales Handbuch. Bd. 1). S. 57 ff.
  • New Ecocrime und New Economy. In: Hans Siegwart, Julian Mahari (Hrsg.): Meilensteine im Management. Band X. Management & Law, Helbing & Lichtenhahn, Basel 2003, ISBN 978-3-7190-2013-2, S. 361 ff.
  • Die Gefährdung der Unternehmensfinanzen durch New Econ-Crime. In: H. Siegwart (Hrsg.): Finanz- und Rechnungswesen: Jahrbuch 2003. WEKA-Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-297-14100-X, S. 205 ff.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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