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Darwin-Medaille

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Datei:Charles Darwin 1877 (cropped).png
Charles Darwin, nach dem die Darwin-Medaille benannt ist

Die Darwin-Medaille (englisch Darwin Medal) ist eine von der britischen Royal Society verliehene Auszeichnung für Wissenschaftler, die wichtige Beiträge im Bereich der Biologie geleistet haben. Sie wurde nach dem britischen Naturforscher und Mitbegründer der Evolutionstheorie Charles Darwin (1809–1882) benannt und ist mit einem Preisgeld von 1000 Pfund Sterling dotiert.

Hier der englische Wortlaut:

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Die Medaille selbst zeigt auf der einen Seite ein Abbild von Charles Darwin, auf der anderen Seite den Schriftzug „CAROLVS DARWIN“. Die Darwin-Medaille wird seit 1890 in der Regel alle zwei Jahre an einen Wissenschaftler vergeben. 1982 und 2002 wurde die Medaille jeweils einem gemeinsam forschenden Ehepaar verliehen.

Träger der Auszeichnung

In der folgenden Tabelle sind die Träger der seit Anbeginn 1890 verliehenen Auszeichnung vollständig aufgelistet. In der Spalte „Begründung“ sind der englische Originaltext sowie eine deutsche Übersetzung des Begründungstextes vermerkt.

Jahr Wissenschaftler Begründung
1890 Alfred Russel Wallace flat}}
Für seine unabhängige Schaffung der Theorie zur Entstehung der Arten durch natürliche Selektion.
1892 Joseph Dalton Hooker flat}}
In Würdigung seiner wichtigen Beiträge zum Fortschritt der Systematischen Botanik, wie in den Werken Genera Plantarum und Flora Indica aufgezeigt; mehr noch in Würdigung seiner engen Verbindung mit Herrn Darwin bei den der Arbeit Origin of Species vorangegangenen Studien.
1894 Thomas Henry Huxley flat}}
Für seine Forschungen in Vergleichender Anatomie, speziell für seine enge Verbindung mit Herrn Darwin in Bezug auf die Arbeit Origin of Species.
1896 Giovanni Battista Grassi flat}}
Für seine Forschungen zur Lebensgeschichte und zum Sozialleben der Termitidae sowie zur entwicklungsbiologischen Verwandtschaft zwischen Leptocephalus einerseits und dem Gewöhnlichen Aal und anderen Muraenidae andererseits.
1898 Karl Pearson flat}}
Für seine Arbeit zur quantitativen Behandlung biologischer Fragestellungen.
1900 Ernst Haeckel flat}}
Für seine langanhaltende und hochbedeutsame Arbeit in der Zoologie, die allesamt vom Geist des Darwinismus inspiriert ist.
1902 Francis Galton flat}}
Für seine zahlreichen Beiträge zum exakten Studium der Vererbung und Variation, enthalten in Hereditary Genius, Natural Inheritance und weiteren Schriften.
1904 William Bateson flat}}
Für seinen wichtigen Beitrag zur Theorie der organischen Evolution durch seine Forschungen über Variation und Vererbung.
1906 Hugo de Vries flat}}
Gegründet auf Wesentlichkeit und Umfang seiner experimentellen Entdeckungen zur Vererbung und Variation.
1908 August Weismann flat}}
Gegründet auf seine bedeutenden Dienste für die Unterstützung der Doktrin der Evolution durch natürliche Selektion.
1910 Roland Trimen flat}}
Gegründet auf seine südafrikanischen bionomischen Forschungen, großenteils als Resultat der Korrespondenz mit Charles Darwin unternommen.
1912 Francis Darwin flat}}
Gegründet auf seine Arbeit in Verbindung mit Charles Darwin und auf seine Forschungen in der Pflanzenphysiologie.
1914 Edward Bagnall Poulton flat}}
Gegründet auf seine Forschungen zur Vererbung.
1916 Yves Delage flat}}
Gegründet auf Forschungen in Zoologie und Biologie.
1918 Henry Fairfield Osborn flat}}
Für seine wertvollen Forschungen zur Morphologie und Paläontologie der Wirbeltiere.
1920 Rowland Biffen flat}}
Gegründet auf seine Arbeit zur Anwendung wissenschaftlicher Prinzipien auf die Pflanzenzucht.
1922 Reginald C. Punnett flat}}
Für seine Forschungen in der Genetik.
1924 Thomas Hunt Morgan flat}}
Für seine wertvolle Arbeit in der Zoologie und besonders seine Forschungen über Vererbung und Zytologie.
1926 Dukinfield Henry Scott flat}}
Für seine Beiträge zur Paläophytologie, besonders in Bezug auf das Karbonzeitalter.
1928 Leonard Cockayne flat}}
Für die herausragende Bedeutung seiner Beiträge zur ökologischen Botanik.
1930 Johannes Schmidt flat}}
Für seine Arbeit über ausgedehnte ozeanographische Expeditionen sowie für seine genetischen Studien an Tieren und Pflanzen.
1932 Carl Correns flat}}
Als einer der drei unabhängigen Entdecker von Mendels Veröffentlichungen sowie für seine ausgezeichneten Forschungen in der Genetik.
1934 Albert Charles Seward flat}}
In Anerkennung seiner Arbeit als Paläobotaniker.
1936 Edgar Johnson Allen flat}}
In Anerkennung seiner langanhaltenden Arbeit zur Vorantreibung der Meeresbiologie, nicht nur durch eigene Forschungen, sondern auch durch den großen Einfluss, den er auf sehr zahlreiche Entdeckungen in Plymouth ausübte.
1938 Frederick Orpen Bower flat}}
In Anerkennung seiner erwiesenermaßen vorzüglichen Arbeit auf dem Gebiet, in dem Darwin selbst arbeitete.
1940 James Peter Hill flat}}
Für seine Beiträge zur Lösung von Problemen in Bezug auf die wechselseitigen Verwandtschaften zwischen den Hauptgruppen der Mammalia sowie zur phylogenetischen Geschichte der Primaten, einem Gebiet, mit dem Darwin selbst sich intensiv beschäftigt hatte.
1942 D. M. S. Watson flat}}
In Anerkennung seiner Forschungen über primitive Fische und Amphibien, die das Wissen über die Evolution dieser Tiergruppen stark voranbrachten.
1944 John Stanley Gardiner flat}}
In Anerkennung seiner Arbeit über Korallenriffe und die dort lebenden Organismen.
1946 D’Arcy Wentworth Thompson flat}}
In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Beiträge zur Entwicklung der Biologie.
1948 Ronald Aylmer Fisher flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur Theorie der natürlichen Selektion, dem Konzept des Gen-Komplexes und der Evolution der Dominanz.
1950 Felix Eugen Fritsch flat}}
Für seine vorzüglichen Beiträge zur Erforschung der Algologie.
1952 J. B. S. Haldane flat}}
In Anerkennung seiner Initiierung der modernen Phase im Studium der Evolution lebender Populationen.
1954 Edmund Brisco Ford flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur genetischen Theorie der Evolution durch natürliche Selektion, besonders bei natürlichen Populationen.
1956 Julian Huxley flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zum Studium und zur Theorie der Evolution.
1958 Gavin Rylands de Beer flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur Evolutionsbiologie.
1960 Edred John Henry Corner flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen und herausragenden botanischen Arbeit in tropischen Wäldern.
1962 George Gaylord Simpson flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur allgemeinen Evolutionstheorie, gestützt auf ein fundiertes Studium der Paläontologie, besonders der Wirbeltiere.
1964 Kenneth Mather flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge auf dem Gebiet der Zytologie und Genetik.
1966 Harold Munro Fox flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen und umfangreichen Beiträge zur Zoologie der Wirbellosen und zu unserem Verständnis allgemeiner biologischer Phänomene.
1968 Maurice Yonge flat}}
In Anerkennung seiner vielen vorzüglichen Beiträge zur Evolutionsbiologie, besonders der Mollusken.
1970 Charles Sutherland Elton flat}}
In Anerkennung der von ihm beigetragenen grundlegenden Konzepte für das Studium der Tierökologie, die – zusammen mit seiner Gründung des Büros für Tierpopulationen – internationale Aufmerksamkeit erlangten.
1972 David Lack flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen und zahlreichen Beiträge zur Ornithologie und zu unserem Verständnis von evolutionären Mechanismen.
1974 Philip Sheppard flat}}
In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Arbeit über natürliche Populationen von Schmetterlingen, mit der er die Funktionsweise der natürlichen Selektion beschrieb und erklärte und die genetische Basis aufzeigte, auf der die Selektion agiert.
1976 Charlotte Auerbach flat}}
In Anerkennung ihrer Entdeckung der chemische Mutagenese und ihrer anhaltenden Arbeit daran.
1978 Guido Pontecorvo flat}}
In Anerkennung seiner Entdeckung der somatischen Rekombination bei Pilzen, die zur Aufklärung eines bedeutenden Typs der genetischen Variation führte.
1980 Sewall Wright flat}}
In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Beiträge zur Genetik und Evolutionstheorie.
1982 John Heslop-Harrison; Yolande Heslop-Harrison flat}}
In Anerkennung ihrer großen Beiträge zur Pflanzenphysiologie einschließlich grundlegender Studien zu fleischfressenden Pflanzen, von denen die beiden große Teile gemeinsam durchführten.
1984 Ernst Mayr flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur Evolutionsbiologie.
1986 John Maynard Smith flat}}
In Anerkennung seines außergewöhnlichen Erfolges bei der Kombination der Mathematik mit der Biologie zur Verbesserung unseres Verständnisses der Evolution, besonders der Evolution der Geschlechter.
1988 William D. Hamilton flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Arbeit zur Evolutionstheorie. Seine Beiträge beinhalten die Theorie der Verwandtenselektion zur Erklärung von altruistischem Verhalten und die theoretische Aufzeigung einer Verbindung zwischen Krankheitsresistenz und der Evolution der Geschlechter.
1990 John L. Harper flat}}
Für seine Forschungen zur Populationsbiologie und der Evolution der Pflanzen, die das Verständnis der Anpassung von Pflanzen an ihre Umwelt deutlich verbesserten.
1992 Motoo Kimura flat}}
Für seine vorzügliche Arbeit über molekulare Evolution, besonders zur Rolle stochastischer Ereignisse bei der Bestimmung der Evolutionsgeschwindigkeit.
1994 Peter Anthony Lawrence flat}}
In Anerkennung seiner Analyse der Musterbildung während der Segmentation der Insekten sowie seines Beitrags zum Verständnis, wie genetische Prozesse räumliche Informationen generieren.
1996 John E. Sulston flat}}
In Anerkennung seiner Führerschaft beim Studium der Genomanalyse, die das Potential besitzt, die gesamte Biologie umzuwälzen.
1998 Michael Gale und Graham Moore flat}}
In Anerkennung ihrer Arbeit zur Struktur und Evolution der Getreide-Genome, die die Genetik der Getreidepflanzen revolutioniert hat, indem aufgezeigt wurde, dass die Genetik aller verschiedenen Getreidearten in einem gemeinsamen Rahmen betrachtet werden können.
2000 Brian Charlesworth flat}}
In Anerkennung seiner vorzüglichen Arbeit zur Selektion bei altersstrukturierten Populationen, die die Theorie um die Evolution des Alterns erweiterte, sowie seiner Tests zur Mutations-Akkumulations-Theorie und der Pleiotropie, Entwicklung von Modellen für die Evolution genetischer Systeme einschließlich Fortpflanzung und Rekombination, Inzucht und Hybridisierung, verschiedene Geschlechter und Geschlechtschromosomen, Segregationsstörung und repetitive DNA.
2002 Peter Grant und Rosemary Grant flat}}
Für ihre grundlegende Arbeit zur Ökologie, Brutpflege und Evolution der Darwinfinken auf den Galapagos-Inseln. Diese Arbeit wurde das klassische Beispiel der Darwin’schen Evolution in der freien Natur.
2004 Enrico Coen und Rosemary Carpenter flat}}
Für ihre bahnbrechenden Entdeckungen zur Kontrolle der Blütenentwicklung. Die beiden kombinierten molekulare und genetische Methoden, um eine von Darwins Schlüsselfragen über die natürliche Variation der Blütenform und die Evolution der Blütenentwicklung zu beantworten.
2006 Nick Barton flat}}
Für seine bedeutenden und umfangreichen Beiträge zur Evolutionsbiologie, charakterisiert durch die Anwendung komplizierter mathematischer Analyse, und dennoch fokussiert auf die Entwicklung des biologischen Verständnisses statt mathematischer Schönheit.
2008 Geoff Parker flat}}
Für sein Lebenswerk an Beiträgen zu den Grundlagen und der Weiterentwicklung der Verhaltensökologie, besonders für das Verständnis von evolutionären Anpassungen und ihren Folgen für natürliche Populationen.
2010 Bryan Clarke flat}}
Für seine selbstentwickelten und einflussreichen Beiträge zum Verständnis der genetischen Grundlage der Evolution.
2012 Timothy Clutton-Brock flat}}
Für seine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Vielfalt der Tiergemeinschaften und der Demonstration ihrer Einflussnahme auf die Evolution von Fortpflanzungsstrategien, auf die Durchführung der Selektion und auf die Dynamik der Populationen.
2014 John Sutherland flat}}
Für seine neuartigen und überzeugenden Arbeiten zur präbiotischen Chemie, insbesondere zur Lösung des Problems der Synthese der Nukleoside.
2016 Caroline Dean flat}}
Für ihre grundlegenden Arbeiten zum Temperaturempfinden und welche Rolle epigenetische Faktoren bei der Anpassung spielen.
2018 William George Hill flat}}
Für seine Beiträge zum Verständnis der Genetik quantitativer Merkmale und der Antwort auf Selektion.
2019 Peter Holland flat}}
Für seine Arbeiten mit vielen Organismen und Genen, die zur Aufklärung wichtiger Aspekte des Einflusses von Änderungen des Genoms auf die Evolution der Tierentwicklung beitrugen.
2020 Robert Martienssen “For outstanding contributions to genetics and epigenetics, including defining the role of RNA interference in inherited gene silencing and in genomic stability in the germ line.”

Für herausragende Beiträge zu Genetik und Epigenetik, darunter die Bestimmung der Rolle der RNA-Interferenz beim ererbten Gen-Silencing und bei der Genstabilität in der Keimbahn.

2021 Dolph Schluter “For major and fundamental contributions to the understanding of the how species originate, adaptive radiations develop, and geographical patterns of biodiversity emerge and are maintained.”
2022 Martin Embley “For his fundamental, paradigm-changing contributions to the understanding of mitochondrial endosymbiosis and the origins of eukaryotes in a new two-domain tree of life.”
2023 Peter T. Campbell “For his pioneering contributions to somatic evolution, including some of the most creative and influential studies of evolution in cancer and normal tissues.”
2024 Paul Sharp “For his work addressing the origins and evolution of HIV and the malaria parasite Plasmodium.”
2025 Andrew Rambaut “For the development of the state-of-the-art methodologies for tracking the epidemiology and evolution of viruses, and their application to the west African Ebola outbreak, and the COVID-19 pandemic.”

Sonstiges

Die Leopoldina, in der Charles Darwin Mitglied war, vergab 1959 zum 100. Gedenktag des Erscheinens seines Werkes On the Origin of Species by Means of Natural Selection eine Darwin-Plakette an 18 Evolutionsbiologen und Genetiker.<ref>Michael Kaasch, Joachim Kaasch, Uwe Hossfeld: Für besondere Verdienste um Evolutionsforschung und Genetik. Die Darwin-Plakette der Leopoldina 1959. In: Acta Historica Leopoldina. Band 46, 2006, S. 333–427 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20070221113129

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            }} 
       }}
  }}).</ref> Die Linnean Society of London verlieh bereits 1958 zum gleichen Anlass 20 Silberne Darwin-Wallace-Medaillen an 20 Wissenschaftler.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks