Darwin-Medaille
Die Darwin-Medaille (englisch Darwin Medal) ist eine von der britischen Royal Society verliehene Auszeichnung für Wissenschaftler, die wichtige Beiträge im Bereich der Biologie geleistet haben. Sie wurde nach dem britischen Naturforscher und Mitbegründer der Evolutionstheorie Charles Darwin (1809–1882) benannt und ist mit einem Preisgeld von 1000 Pfund Sterling dotiert.
Hier der englische Wortlaut:
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Die Medaille selbst zeigt auf der einen Seite ein Abbild von Charles Darwin, auf der anderen Seite den Schriftzug „CAROLVS DARWIN“. Die Darwin-Medaille wird seit 1890 in der Regel alle zwei Jahre an einen Wissenschaftler vergeben. 1982 und 2002 wurde die Medaille jeweils einem gemeinsam forschenden Ehepaar verliehen.
Träger der Auszeichnung
In der folgenden Tabelle sind die Träger der seit Anbeginn 1890 verliehenen Auszeichnung vollständig aufgelistet. In der Spalte „Begründung“ sind der englische Originaltext sowie eine deutsche Übersetzung des Begründungstextes vermerkt.
| Jahr | Wissenschaftler | Begründung |
|---|---|---|
| 1890 | Alfred Russel Wallace | flat}} Für seine unabhängige Schaffung der Theorie zur Entstehung der Arten durch natürliche Selektion. |
| 1892 | Joseph Dalton Hooker | flat}} In Würdigung seiner wichtigen Beiträge zum Fortschritt der Systematischen Botanik, wie in den Werken Genera Plantarum und Flora Indica aufgezeigt; mehr noch in Würdigung seiner engen Verbindung mit Herrn Darwin bei den der Arbeit Origin of Species vorangegangenen Studien. |
| 1894 | Thomas Henry Huxley | flat}} Für seine Forschungen in Vergleichender Anatomie, speziell für seine enge Verbindung mit Herrn Darwin in Bezug auf die Arbeit Origin of Species. |
| 1896 | Giovanni Battista Grassi | flat}} Für seine Forschungen zur Lebensgeschichte und zum Sozialleben der Termitidae sowie zur entwicklungsbiologischen Verwandtschaft zwischen Leptocephalus einerseits und dem Gewöhnlichen Aal und anderen Muraenidae andererseits. |
| 1898 | Karl Pearson | flat}} Für seine Arbeit zur quantitativen Behandlung biologischer Fragestellungen. |
| 1900 | Ernst Haeckel | flat}} Für seine langanhaltende und hochbedeutsame Arbeit in der Zoologie, die allesamt vom Geist des Darwinismus inspiriert ist. |
| 1902 | Francis Galton | flat}} Für seine zahlreichen Beiträge zum exakten Studium der Vererbung und Variation, enthalten in Hereditary Genius, Natural Inheritance und weiteren Schriften. |
| 1904 | William Bateson | flat}} Für seinen wichtigen Beitrag zur Theorie der organischen Evolution durch seine Forschungen über Variation und Vererbung. |
| 1906 | Hugo de Vries | flat}} Gegründet auf Wesentlichkeit und Umfang seiner experimentellen Entdeckungen zur Vererbung und Variation. |
| 1908 | August Weismann | flat}} Gegründet auf seine bedeutenden Dienste für die Unterstützung der Doktrin der Evolution durch natürliche Selektion. |
| 1910 | Roland Trimen | flat}} Gegründet auf seine südafrikanischen bionomischen Forschungen, großenteils als Resultat der Korrespondenz mit Charles Darwin unternommen. |
| 1912 | Francis Darwin | flat}} Gegründet auf seine Arbeit in Verbindung mit Charles Darwin und auf seine Forschungen in der Pflanzenphysiologie. |
| 1914 | Edward Bagnall Poulton | flat}} Gegründet auf seine Forschungen zur Vererbung. |
| 1916 | Yves Delage | flat}} Gegründet auf Forschungen in Zoologie und Biologie. |
| 1918 | Henry Fairfield Osborn | flat}} Für seine wertvollen Forschungen zur Morphologie und Paläontologie der Wirbeltiere. |
| 1920 | Rowland Biffen | flat}} Gegründet auf seine Arbeit zur Anwendung wissenschaftlicher Prinzipien auf die Pflanzenzucht. |
| 1922 | Reginald C. Punnett | flat}} Für seine Forschungen in der Genetik. |
| 1924 | Thomas Hunt Morgan | flat}} Für seine wertvolle Arbeit in der Zoologie und besonders seine Forschungen über Vererbung und Zytologie. |
| 1926 | Dukinfield Henry Scott | flat}} Für seine Beiträge zur Paläophytologie, besonders in Bezug auf das Karbonzeitalter. |
| 1928 | Leonard Cockayne | flat}} Für die herausragende Bedeutung seiner Beiträge zur ökologischen Botanik. |
| 1930 | Johannes Schmidt | flat}} Für seine Arbeit über ausgedehnte ozeanographische Expeditionen sowie für seine genetischen Studien an Tieren und Pflanzen. |
| 1932 | Carl Correns | flat}} Als einer der drei unabhängigen Entdecker von Mendels Veröffentlichungen sowie für seine ausgezeichneten Forschungen in der Genetik. |
| 1934 | Albert Charles Seward | flat}} In Anerkennung seiner Arbeit als Paläobotaniker. |
| 1936 | Edgar Johnson Allen | flat}} In Anerkennung seiner langanhaltenden Arbeit zur Vorantreibung der Meeresbiologie, nicht nur durch eigene Forschungen, sondern auch durch den großen Einfluss, den er auf sehr zahlreiche Entdeckungen in Plymouth ausübte. |
| 1938 | Frederick Orpen Bower | flat}} In Anerkennung seiner erwiesenermaßen vorzüglichen Arbeit auf dem Gebiet, in dem Darwin selbst arbeitete. |
| 1940 | James Peter Hill | flat}} Für seine Beiträge zur Lösung von Problemen in Bezug auf die wechselseitigen Verwandtschaften zwischen den Hauptgruppen der Mammalia sowie zur phylogenetischen Geschichte der Primaten, einem Gebiet, mit dem Darwin selbst sich intensiv beschäftigt hatte. |
| 1942 | D. M. S. Watson | flat}} In Anerkennung seiner Forschungen über primitive Fische und Amphibien, die das Wissen über die Evolution dieser Tiergruppen stark voranbrachten. |
| 1944 | John Stanley Gardiner | flat}} In Anerkennung seiner Arbeit über Korallenriffe und die dort lebenden Organismen. |
| 1946 | D’Arcy Wentworth Thompson | flat}} In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Beiträge zur Entwicklung der Biologie. |
| 1948 | Ronald Aylmer Fisher | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur Theorie der natürlichen Selektion, dem Konzept des Gen-Komplexes und der Evolution der Dominanz. |
| 1950 | Felix Eugen Fritsch | flat}} Für seine vorzüglichen Beiträge zur Erforschung der Algologie. |
| 1952 | J. B. S. Haldane | flat}} In Anerkennung seiner Initiierung der modernen Phase im Studium der Evolution lebender Populationen. |
| 1954 | Edmund Brisco Ford | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur genetischen Theorie der Evolution durch natürliche Selektion, besonders bei natürlichen Populationen. |
| 1956 | Julian Huxley | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zum Studium und zur Theorie der Evolution. |
| 1958 | Gavin Rylands de Beer | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur Evolutionsbiologie. |
| 1960 | Edred John Henry Corner | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen und herausragenden botanischen Arbeit in tropischen Wäldern. |
| 1962 | George Gaylord Simpson | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur allgemeinen Evolutionstheorie, gestützt auf ein fundiertes Studium der Paläontologie, besonders der Wirbeltiere. |
| 1964 | Kenneth Mather | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge auf dem Gebiet der Zytologie und Genetik. |
| 1966 | Harold Munro Fox | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen und umfangreichen Beiträge zur Zoologie der Wirbellosen und zu unserem Verständnis allgemeiner biologischer Phänomene. |
| 1968 | Maurice Yonge | flat}} In Anerkennung seiner vielen vorzüglichen Beiträge zur Evolutionsbiologie, besonders der Mollusken. |
| 1970 | Charles Sutherland Elton | flat}} In Anerkennung der von ihm beigetragenen grundlegenden Konzepte für das Studium der Tierökologie, die – zusammen mit seiner Gründung des Büros für Tierpopulationen – internationale Aufmerksamkeit erlangten. |
| 1972 | David Lack | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen und zahlreichen Beiträge zur Ornithologie und zu unserem Verständnis von evolutionären Mechanismen. |
| 1974 | Philip Sheppard | flat}} In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Arbeit über natürliche Populationen von Schmetterlingen, mit der er die Funktionsweise der natürlichen Selektion beschrieb und erklärte und die genetische Basis aufzeigte, auf der die Selektion agiert. |
| 1976 | Charlotte Auerbach | flat}} In Anerkennung ihrer Entdeckung der chemische Mutagenese und ihrer anhaltenden Arbeit daran. |
| 1978 | Guido Pontecorvo | flat}} In Anerkennung seiner Entdeckung der somatischen Rekombination bei Pilzen, die zur Aufklärung eines bedeutenden Typs der genetischen Variation führte. |
| 1980 | Sewall Wright | flat}} In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Beiträge zur Genetik und Evolutionstheorie. |
| 1982 | John Heslop-Harrison; Yolande Heslop-Harrison | flat}} In Anerkennung ihrer großen Beiträge zur Pflanzenphysiologie einschließlich grundlegender Studien zu fleischfressenden Pflanzen, von denen die beiden große Teile gemeinsam durchführten. |
| 1984 | Ernst Mayr | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Beiträge zur Evolutionsbiologie. |
| 1986 | John Maynard Smith | flat}} In Anerkennung seines außergewöhnlichen Erfolges bei der Kombination der Mathematik mit der Biologie zur Verbesserung unseres Verständnisses der Evolution, besonders der Evolution der Geschlechter. |
| 1988 | William D. Hamilton | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Arbeit zur Evolutionstheorie. Seine Beiträge beinhalten die Theorie der Verwandtenselektion zur Erklärung von altruistischem Verhalten und die theoretische Aufzeigung einer Verbindung zwischen Krankheitsresistenz und der Evolution der Geschlechter. |
| 1990 | John L. Harper | flat}} Für seine Forschungen zur Populationsbiologie und der Evolution der Pflanzen, die das Verständnis der Anpassung von Pflanzen an ihre Umwelt deutlich verbesserten. |
| 1992 | Motoo Kimura | flat}} Für seine vorzügliche Arbeit über molekulare Evolution, besonders zur Rolle stochastischer Ereignisse bei der Bestimmung der Evolutionsgeschwindigkeit. |
| 1994 | Peter Anthony Lawrence | flat}} In Anerkennung seiner Analyse der Musterbildung während der Segmentation der Insekten sowie seines Beitrags zum Verständnis, wie genetische Prozesse räumliche Informationen generieren. |
| 1996 | John E. Sulston | flat}} In Anerkennung seiner Führerschaft beim Studium der Genomanalyse, die das Potential besitzt, die gesamte Biologie umzuwälzen. |
| 1998 | Michael Gale und Graham Moore | flat}} In Anerkennung ihrer Arbeit zur Struktur und Evolution der Getreide-Genome, die die Genetik der Getreidepflanzen revolutioniert hat, indem aufgezeigt wurde, dass die Genetik aller verschiedenen Getreidearten in einem gemeinsamen Rahmen betrachtet werden können. |
| 2000 | Brian Charlesworth | flat}} In Anerkennung seiner vorzüglichen Arbeit zur Selektion bei altersstrukturierten Populationen, die die Theorie um die Evolution des Alterns erweiterte, sowie seiner Tests zur Mutations-Akkumulations-Theorie und der Pleiotropie, Entwicklung von Modellen für die Evolution genetischer Systeme einschließlich Fortpflanzung und Rekombination, Inzucht und Hybridisierung, verschiedene Geschlechter und Geschlechtschromosomen, Segregationsstörung und repetitive DNA. |
| 2002 | Peter Grant und Rosemary Grant | flat}} Für ihre grundlegende Arbeit zur Ökologie, Brutpflege und Evolution der Darwinfinken auf den Galapagos-Inseln. Diese Arbeit wurde das klassische Beispiel der Darwin’schen Evolution in der freien Natur. |
| 2004 | Enrico Coen und Rosemary Carpenter | flat}} Für ihre bahnbrechenden Entdeckungen zur Kontrolle der Blütenentwicklung. Die beiden kombinierten molekulare und genetische Methoden, um eine von Darwins Schlüsselfragen über die natürliche Variation der Blütenform und die Evolution der Blütenentwicklung zu beantworten. |
| 2006 | Nick Barton | flat}} Für seine bedeutenden und umfangreichen Beiträge zur Evolutionsbiologie, charakterisiert durch die Anwendung komplizierter mathematischer Analyse, und dennoch fokussiert auf die Entwicklung des biologischen Verständnisses statt mathematischer Schönheit. |
| 2008 | Geoff Parker | flat}} Für sein Lebenswerk an Beiträgen zu den Grundlagen und der Weiterentwicklung der Verhaltensökologie, besonders für das Verständnis von evolutionären Anpassungen und ihren Folgen für natürliche Populationen. |
| 2010 | Bryan Clarke | flat}} Für seine selbstentwickelten und einflussreichen Beiträge zum Verständnis der genetischen Grundlage der Evolution. |
| 2012 | Timothy Clutton-Brock | flat}} Für seine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Vielfalt der Tiergemeinschaften und der Demonstration ihrer Einflussnahme auf die Evolution von Fortpflanzungsstrategien, auf die Durchführung der Selektion und auf die Dynamik der Populationen. |
| 2014 | John Sutherland | flat}} Für seine neuartigen und überzeugenden Arbeiten zur präbiotischen Chemie, insbesondere zur Lösung des Problems der Synthese der Nukleoside. |
| 2016 | Caroline Dean | flat}} Für ihre grundlegenden Arbeiten zum Temperaturempfinden und welche Rolle epigenetische Faktoren bei der Anpassung spielen. |
| 2018 | William George Hill | flat}} Für seine Beiträge zum Verständnis der Genetik quantitativer Merkmale und der Antwort auf Selektion. |
| 2019 | Peter Holland | flat}} Für seine Arbeiten mit vielen Organismen und Genen, die zur Aufklärung wichtiger Aspekte des Einflusses von Änderungen des Genoms auf die Evolution der Tierentwicklung beitrugen. |
| 2020 | Robert Martienssen | “For outstanding contributions to genetics and epigenetics, including defining the role of RNA interference in inherited gene silencing and in genomic stability in the germ line.”
Für herausragende Beiträge zu Genetik und Epigenetik, darunter die Bestimmung der Rolle der RNA-Interferenz beim ererbten Gen-Silencing und bei der Genstabilität in der Keimbahn. |
| 2021 | Dolph Schluter | “For major and fundamental contributions to the understanding of the how species originate, adaptive radiations develop, and geographical patterns of biodiversity emerge and are maintained.” |
| 2022 | Martin Embley | “For his fundamental, paradigm-changing contributions to the understanding of mitochondrial endosymbiosis and the origins of eukaryotes in a new two-domain tree of life.” |
| 2023 | Peter T. Campbell | “For his pioneering contributions to somatic evolution, including some of the most creative and influential studies of evolution in cancer and normal tissues.” |
| 2024 | Paul Sharp | “For his work addressing the origins and evolution of HIV and the malaria parasite Plasmodium.” |
| 2025 | Andrew Rambaut | “For the development of the state-of-the-art methodologies for tracking the epidemiology and evolution of viruses, and their application to the west African Ebola outbreak, and the COVID-19 pandemic.” |
Sonstiges
Die Leopoldina, in der Charles Darwin Mitglied war, vergab 1959 zum 100. Gedenktag des Erscheinens seines Werkes On the Origin of Species by Means of Natural Selection eine Darwin-Plakette an 18 Evolutionsbiologen und Genetiker.<ref>Michael Kaasch, Joachim Kaasch, Uwe Hossfeld: Für besondere Verdienste um Evolutionsforschung und Genetik. Die Darwin-Plakette der Leopoldina 1959. In: Acta Historica Leopoldina. Band 46, 2006, S. 333–427 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20070221113129
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}}
}}
}}).</ref> Die Linnean Society of London verlieh bereits 1958 zum gleichen Anlass 20 Silberne Darwin-Wallace-Medaillen an 20 Wissenschaftler.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- The Darwin Medal (1890) auf der Website der Royal Society (englisch)
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv/Archiv-URL
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:URL
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Linktext
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv/Linktext fehlt
- Auszeichnung der Royal Society
- Medaille
- Biologiegeschichte
- Charles Darwin als Namensgeber
- Biologiepreis
- Erstverleihung 1890