David Irving
David John Cawdell Irving (* 24. März 1938 in Brentwood, Grafschaft Essex, England) ist ein britischer Geschichtsrevisionist und Holocaustleugner. Er verfasste etwa 30 Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus, darunter 1963 ein Buch über die Luftangriffe auf Dresden, das ihn bekannt machte.
1977 leugnete er, dass Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg geplant und begonnen sowie den Holocaust gewollt und davon frühzeitig Kenntnis hatte. Dadurch verlor er allmählich sein bisheriges Ansehen als seriöser Sachbuchautor. Seit 1988 bestreitet er öffentlich den Vernichtungszweck der Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz. Er wurde deshalb in mehreren Staaten strafrechtlich verurteilt und erhielt Einreiseverbote.
Ausbildung
Irving ist der jüngste Sohn des britischen Marineoffiziers John Irving (1898–1967) und der Illustratorin Beryl Irene Irving geb. Newington.<ref>[{{#switch: {{#invoke:Str|left|00000010891|2}} |00 |01 |02=https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/_/{{#invoke:Str%7Cleft%7C00000010891%7C2}}/{{#invoke:Str%7Ccropleft%7C00000010891%7C2}} |16=https://www.munzinger.de/register/portrait/klg/_/{{#invoke:Str%7Cleft%7C00000010891%7C2}}/{{#invoke:Str%7Ccropleft%7C00000010891%7C2}} |17=https://www.munzinger.de/register/portrait/kdg/_/{{#invoke:Str%7Cleft%7C00000010891%7C2}}/{{#invoke:Str%7Ccropleft%7C00000010891%7C2}} |18=https://www.munzinger.de/register/portrait/klfg/_/{{#invoke:Str%7Cleft%7C00000010891%7C2}}/{{#invoke:Str%7Ccropleft%7C00000010891%7C2}} |#default=https://online.munzinger.de/document/00000010891 }} {{#if:00000010891| {{#if: David Irving | David Irving | {{#invoke:WLink|getArticleBase}} }}]{{#if: | , | }} im Munzinger-Archiv{{#if: 2025-05-30 |, abgerufen am {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}} | 2025-05-30 }} | }} {{#switch: {{#invoke:Str|left|00000010891|2}} |00 |01 |02=(Artikelanfang frei abrufbar) |16 |17 |18=(Artikelanfang frei abrufbar) |#default=(Zugriff für angemeldete Benutzer) }}|Parameter 1 fehlt}}</ref> Nach einem abgebrochenen Studium der Physik, Wirtschaftswissenschaften und Geschichte an der University of London arbeitete Irving ab 1959 für ein Jahr als Stahlarbeiter bei Thyssen im Ruhrgebiet. Dort lernte er Deutsch. Anschließend verdiente er seinen Lebensunterhalt mit Artikeln zu zeitgeschichtlichen Themen in deutschen Zeitschriften, darunter in der Neuen Illustrierten.
Irving ist verheiratet und hat fünf Kinder.
Veröffentlichungen
1963 erschien Irvings Buch Der Untergang Dresdens, das einige Historiker und Medien zunächst positiv beurteilten, weil Irving darin von ihm selbst aufgefundene neue Dokumente vorlegte und man seiner Forschung vor Ort vertraute. In den Neuauflagen seines Buchs von 1966 und 1967 stellte Irving einen „Tagesbefehl 47“ vom 22. März 1945 vor, der 202.040 bereits gefundene und bis zu 250.000 erwartete Opfer der Luftangriffe nannte. Der SED-Politiker Max Seydewitz hatte das Dokument bereits 1955 als Fälschung zurückgewiesen. Irving hatte 1964 eine Kopie eines Durchschlags davon von dem Dresdner Fotografen Walter Hahn erhalten. Der bei dem Treffen anwesende Stadtarchivar Walter Lange hatte die Kopie als Fälschung bezeichnet. Irving berief sich 1965 öffentlich auf den Dresdner Urologen Max Funfack, von dem Hahn das Dokument seinerseits ohne dessen Wissen kopiert hatte. Funfack schrieb Irving daraufhin, er habe nur mündliche und zudem sehr widersprüchliche Auskünfte über Opferzahlen aus dritter Hand erhalten und sei nicht mit der Bergung der Dresdner Luftkriegstoten befasst gewesen.<ref>Richard J. Evans: Lying About Hitler. Basic Books, 2002, S. 154ff.</ref> Im selben Jahr wurden zwei Originaldokumente der Dresdner Polizei vom Februar und März 1945 entdeckt, die Irvings Kopie als Fälschung erwiesen. Irving räumte am 7. Juli 1966 in einem Leserbrief an die britische Zeitung The Times seinen Irrtum ein.<ref>David Irving: Leserbrief an die Times, 7. Juli 1966</ref> Dennoch stoppte er weder die Auslieferung der Neuauflage seines Buchs noch korrigierte er die falschen Opferzahlen in weiteren Auflagen.
1977 bewies der Historiker Götz Bergander endgültig die Fälschung des „Tagesbefehls“: Im Propagandaministerium von Joseph Goebbels war an jede Originalzahl zu bereits kremierten (6.865), registrierten (20.204) und erwarteten (25.000) Toten eine Null angehängt und so die Zahlen verzehnfacht worden, um die Luftangriffe in der Auslandspresse als Verbrechen darzustellen.<ref>Götz Bergander: Dresden im Luftkrieg. Flechsig, Würzburg 1998, ISBN 3-88189-239-7, S. 221 und S. 381, Fn. 36; Jürgen Langowski: Luftkrieg: „Der Untergang Dresdens“. David Irving und die Luftangriffe auf Dresden.</ref> Irving behauptete dennoch weiterhin sechsstellige Opferzahlen.<ref>Michael Shermer: Who are the Holocaust Revisionists? In: Michael Shermer: Proving the Holocaust: The Refutation of Revisionism & the Restoration of History. Skeptic, Band 2, Nr. 4, Altadena (Kalifornien) 1994, S. 818; Abdruck auf Nizkor Project</ref> Der britische Historiker Richard J. Evans deckte Irvings fälschenden und verzerrenden Umgang mit Quellen in seinem Dresdenbuch im Irving-Lipstadt-Prozess 2000 ausführlich auf und veröffentlichte sein Prozessgutachten als Buch.<ref>Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher. Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess. Frankfurt am Main 2001, 5. Kapitel</ref>
1964 veröffentlichte Irving eine Artikelserie in der Zeitschrift Neue Illustrierte über alliierte Luftangriffe auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg als Buch mit dem Titel Und Deutschlands Städte starben nicht. Darin übernahm er die Legende von Tieffliegerangriffen auf Flüchtende in Dresden am 13. Februar 1945 von Nachkriegsautoren wie Axel Rodenberger, Max Seydewitz und anderen. Er betonte jedoch, diese angeblichen Angriffe seien von US-amerikanischen Begleitjägern ausgegangen. Sie hätten mit allen Bordwaffen auch auf sichtbar gekennzeichnete Krankenwagen und Flüchtlingstrecks in den Außenbezirken geschossen und seien dazu immer wieder zurückgekehrt. Irving behielt diese Angaben in späteren Auflagen bei, auch nachdem Götz Bergander und Helmut Schnatz sie 1977 widerlegt hatten.<ref>Götz Bergander: Dresden im Luftkrieg. Würzburg 1998, S. 196–207; Helmut Schnatz: Tiefflieger über Dresden? Legenden und Wirklichkeit. Mit einem Vorwort von Götz Bergander. Köln/Weimar/Wien 2000, ISBN 3-412-13699-9</ref>
Der deutsche Dichter Rolf Hochhuth war seit 1966 mit Irving befreundet und nahm seine Holocaustleugnung zumindest bis 1988 nicht wahr (siehe dazu Hochhuth und Irving). Ab 29. Mai 1967 druckte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in fünf Teilen vorab Irvings Buch zum „Traum von der deutschen Atombombe“ in der NS-Zeit ab.<ref>David Irving: „So groß wie eine Ananas …“. Spiegel, 29. Mai 1967</ref>
1977 behauptete Irving in seinem Buch Hitler’s War, Reinhard Heydrich und Heinrich Himmler hätten den Holocaust ohne Hitlers Wissen und Zustimmung angezettelt. Erst 1943 habe dieser davon erfahren. Er berief sich dazu vor allem auf fehlende Dokumente zu einem schriftlichen Befehl Hitlers zur Judenvernichtung und auf einen Eintrag in Himmlers Tagebuch vom 30. Oktober 1941, wonach dieser die Ermordung der ersten aus Berlin deportierten Juden untersagt hatte. Zudem zog er Tagebücher noch lebender ehemaliger Generale und Funktionäre Hitlers heran und gab an, sie hätten ihm diese bei seinen Recherchen für das Buch erstmals zur Verfügung gestellt. Zugleich missachtete er viele Hinweise auf mündliche Befehle Hitlers zur Judenvernichtung, etwa in Himmlers Posener Reden.<ref name="Sp1977-28">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if:| Zitat: {{
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Diese geschichtsrevisionistischen Thesen stehen in der Tradition von Nationalsozialisten und Mitläufern, die seit den Nürnberger Prozessen 1945 behaupteten: „Davon hat der Führer nichts gewusst.“<ref>Ulrich Chaussy, Christoph Püschner: Nachbar Hitler: Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg. Christoph Links, Berlin 2007, ISBN 3-86153-462-2, S. 126</ref> Dem widersprachen besonders britische und deutsche Historiker, deren Forschungen zu den NS-Großverbrechen Hitlers Initiative und Führungsrolle bei der Eskalation der Judenverfolgung zum Holocaust bestätigten. Irvings Thesen wurden bereits 1977 von Allan Bullock, Hugh Trevor-Roper, Eberhard Jäckel und Martin Broszat zurückgewiesen.<ref>Martin Broszat: Hitler und die Genesis der „Endlösung“. Aus Anlaß der Thesen von David Irving. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1977, PDF S. 318, Fn. 5</ref> Gerald Fleming präsentierte 1983 überzeugende Argumente dafür, dass Hitler die „Endlösung“ mitgeplant, persönlich gewollt und befohlen habe.<ref>Marty Bloomberg, Buckley Barry Barrett: The Jewish Holocaust. Borgo Press, San Bernardino (Kalifornien) 1995, ISBN 0-8095-1406-0, S. 83f. (D78)</ref> Richard J. Evans wies 2000 im Detail Irvings manipulativen Umgang mit Quellen in Hitler's War nach.<ref>Richard Evans: Telling Lies About Hitler: The Holocaust, History and the David Irving Trial. London 2002, S. 77–112, besonders S. 84–87</ref>
In seiner Biografie Rommel: The Trail of the Fox (1977; deutsch 1978) stellte Irving Erwin Rommels Nähe zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus als Nachkriegskonstruktion seines Stabschefs Hans Speidel dar und zeichnete diesen als Hauptakteur einer Verschwörung in Frankreich, von der Rommel angeblich nichts gewusst habe. Die Biografie wurde kontrovers diskutiert, besonders unter ehemaligen deutschen Wehrmachtssoldaten.<ref>Peter M. Quadflieg: Gerhard Graf von Schwerin. Wehrmachtgeneral, Kanzlerberater, Lobbyist. Schöningh, Paderborn 2015, ISBN 978-3-506-78229-8, S. 96</ref> Der Spiegel und einige Historiker urteilten, Irving habe das Bild Rommels als Widerstandskämpfer zu Recht korrigiert.<ref>Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44. Oldenbourg, München 2007, S. 88, Fn. 188</ref>
Irvings Werk Der Nürnberger Prozess – Die letzte Schlacht (1979) erschien später stark erweitert im rechtsextremen Grabert Verlag. Nach Eigenangaben im Vorwort hatte er dafür erstmals die Akten der Nürnberger Anklagevertretung und das private Tagebuch Robert H. Jacksons eingesehen. Er bezeichnete den Prozess als „Rachejustiz der Sieger“ und Rechtsbruch und behauptete, Zeugen und Angeklagte seien gefoltert worden. In seinem Werk Goebbels – Macht und Magie (1997) behauptete Irving, Hitler sei von der „Reichskristallnacht“ überrascht worden.
1983 bezeichnete Irving die angeblichen, von der Zeitschrift Stern veröffentlichten Hitler-Tagebücher als plumpe Fälschung, bevor diese aufgedeckt wurde. Kurz nachdem der Historiker Eberhard Jäckel die Tagebücher nach anfänglichem Zweifel für echt erklärt hatte, zeigte sich Irving jedoch ebenfalls von deren Echtheit überzeugt.<ref>Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess. Frankfurt am Main 2001, S. 36f.</ref> Später erklärte er diesen Meinungswandel mit seiner Freude daran, Historiker „dumm aus der Wäsche schauen“ zu lassen.<ref name="Sp16Jan2006">Malte Herwig: Der Zocker mit dem Hakenkreuz. Spiegel, 16. Januar 2006</ref>
Bis 1988 betrachteten der Spiegel und andere deutsche Medien Irving als zwar unkonventionellen und provokativen, jedoch ernsthaft forschenden und daher diskussionswürdigen Historiker und förderten ihn, etwa durch Vorabdrucke seiner Werke. Er galt als findiger Rechercheur, dem es gelinge, „die Hohlräume und ungeklärten Fragen aufzuspüren, die manche Fachhistoriker bei der Erforschung der Hitler-Ära zurückgelassen haben […], neue Quellen zu erschließen, bisher unzugängliche Zeugen zum Reden zu bringen, manipulierte Zeugnisse zu korrigieren“.<ref name="Sp1977-28" /> Er sei ein „Meister im Aufspüren bis dahin ungenutzter Quellen“ und ein Autor, „der den Historikern zumindest neue Anstöße gibt“.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if:| Zitat: {{
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Rechtsextreme und holocaustleugnende Aktivitäten
1982 trat Irving erstmals beim geschichtsrevisionistischen Institute for Historical Review in den USA auf und vertrat dort seine Thesen aus Hitler’s War, grenzte sich aber gegen Leugnung des Holocausts ab. Er habe diesen nicht erforscht, fühle aber, dass die Angaben der Historiker dazu wohl richtig seien. In einem offenen Brief warf der französische Holocaustleugner Robert Faurisson ihm daraufhin vor, er müsse als Historiker nach Fakten, nicht Gefühlen urteilen. Dass er keinen Befehl Hitlers zum Holocaust gefunden habe, liege daran, dass es diesen nicht gegeben habe. Irving beantwortete den Brief nicht.<ref>Roni Stauber: From Revisionism to Holocaust Denial – David Irving as a Case Study. H-net, 25. Juli 2000</ref>
Am 5. März 1986 in einem Vortrag in Durban (Südafrika) erklärte Irving zu den Luftangriffen auf Dresden 1945: Dass heute „jedermann über Dresden im gleichen Atemzug wie über Auschwitz und Hiroshima“ spreche, sei das Verdienst seines Werks von 1963. Die Angriffe seien aufgrund sechsstelliger Opferzahlen „etwas …, das wir heute wahrscheinlich als einen Holocaust bezeichnen würden.“<ref>Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher, Frankfurt am Main 2001, S. 234</ref> Darauf bezogen sich die NPD-Politiker Holger Apfel und Jürgen Gansel am 24. Januar 2005 im sächsischen Landtag. Apfel zufolge betonte Irving als „einer der ersten … schon vor Jahrzehnten … das Singuläre des Angriffs vom 13. Februar 1945“. Gansel nannte diesen einen „Bomben-Holocaust“.<ref>Anton Maegerle: Geschichtsfälscher. Blick nach Rechts, 16. Februar 2005</ref>
1988 trat Irving in einem Prozess gegen Ernst Zündel, der in Toronto wegen „falscher Nachrichten“ (Holocaustleugnung) angeklagt worden war, als Sachverständiger der Verteidigung auf. Dabei lernte er Fred A. Leuchter kennen, der mit einem pseudowissenschaftlichen chemischen Gutachten den Vernichtungszweck der Gaskammern von Auschwitz leugnete. Leuchter wurde im Prozess als Hochstapler entlarvt, der nicht als Chemiker qualifiziert war, und sein Gutachten wurde als fachlich untauglich abgelehnt. Irving gab Leuchters Gutachten in seinem Selbstverlag jedoch als „Leuchter-Report“ heraus<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20100406133347
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}}</ref> Damit war er selbst zum Holocaustleugner geworden. Nach dem Zündel-Prozess trat Irving oft zusammen mit Leuchter auf Veranstaltungen von deutschen und US-amerikanischen Neonazis auf, etwa bei der National Alliance.
Für die Europawahl 1989 unterstützte Irving erstmals die rechtsextreme Deutsche Volksunion, auf deren Parteitagen er bis 1995 oft auftrat. Deren Gründer Gerhard Frey bot Irving ein regelmäßiges Forum in seinem Publikationsorgan National-Zeitung.<ref>Klaus-Henning Rosen (Blick nach Rechts, Nr. 8/19. April 2000): Als Fälscher entlarvt.</ref>
Von Februar bis Juni 1990 reiste Irving durch die noch bestehende DDR und hielt Vorträge in ostdeutschen Städten unter dem Titel „Ein Engländer kämpft für die Ehre der Deutschen“, bei denen er Hitlers Kriegsschuld und Mitschuld am Holocaust leugnete.<ref name="Sp16Jan2006" /> Besonders beachtet wurde sein Auftritt zum Jahrestag der Luftangriffe von 1945 auf Dresden am 13. Februar 1990. Vor etwa 500 Zuhörern stellte er diese als alliierten Völkermord dar und förderte damit rechtsextreme Aktivitäten in Ostdeutschland erheblich.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if:| Zitat: {{
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Am 21. April 1990 trat Irving im Münchner Löwenbräukeller als Hauptredner auf einem Neonazi-Kongress unter dem Motto „Wahrheit macht frei“ auf. Dabei versuchten die Anwesenden in Anlehnung an den Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 einen „Marsch auf die Feldherrnhalle“.<ref>ID Archiv im internationalen Institut für Sozialgeschichte (Hrsg.): Die Drahtzieher im braunen Netz. Amsterdam 1992, S. 20ff.</ref> Unter den 800 Teilnehmern waren u. a. Michael Kühnen, Otto Ernst Remer, Gottfried Küssel, Robert Faurisson, Wilhelm Stäglich und Ahmed Rami.<ref>Wolfgang Benz: Rechtsextremismus in Deutschland. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-12276-7, S. 167</ref>
Ende der 1990er Jahre kaufte Irving von der rechtsterroristischen Vereinigung NSU ein Exemplar des antisemitischen Monopoly-Spiels Pogromly, auf dessen Spielkarten der Holocaust verherrlicht wird.<ref>Frank Jansen: Waffen, Geld und Pässe für den Untergrund. Der Tagesspiegel, 16. Juli 2013</ref>
Straf- und Zivilprozesse
Nach Verleumdungsklagen
In seinem Buch Accident – The Death of General Sikorski von 1967 behauptete Irving, Winston Churchill habe General Władysław Sikorski, den Leiter der polnischen Exilregierung von 1939, ermorden lassen. Rolf Hochhuth griff diese Behauptung in seinem 1967 uraufgeführten Theaterstück Soldaten auf. Dazu veröffentlichte Carlos Thompson 1969 eine ausführliche Widerlegung (The Assassination of Winston Churchill). In seinem Buch The Destruction of Convoy PQ 17 von 1969 behauptete Irving, Kapitän John E. („Jack“) Broome, der Leiter des alliierten Geleitzugs PQ 17 von 1942, habe dessen Entdeckung und Zerstörung durch deutsche U-Boote und Flugzeuge durch Ungehorsam und Desertion verschuldet.
Auf beide Buchveröffentlichungen erfolgten Verleumdungsklagen. Irving verlor die Prozesse in beiden Fällen. Im zweiten Fall hatte er das Manuskript Broome vorgelegt, dieser hatte 30 Falschdarstellungen darin bemängelt und Irving Rechtsschritte angedroht, falls dieser die Stellen unverändert veröffentlichen würde. Daraufhin zog der Verleger seine Zusage zur Veröffentlichung zurück. Irving ließ das Buch jedoch unverändert in einem anderen Verlag veröffentlichen. Deshalb wurde er 1971 wegen vorsätzlicher Verleumdung aus Gewinnstreben zu einer Geldstrafe von etwa 40.000 Dollar verurteilt. Damit war sein Ruf als Sachbuchautor in Großbritannien beschädigt.<ref>Nizkor Project: Shofar FTP Archive File: people/i/irving.david/libel.suit//libel.details</ref>
In seinem Buch Hitler und seine Feldherren von 1975 behauptete Irving erstmals, das Tagebuch der Anne Frank sei eine Fälschung. Nicht sie, sondern ihr Vater habe es verfasst. Dies habe ein New Yorker Drehbuchautor ihm nachgewiesen.<ref>Hermann Kurzke: Was schrieb Anne Frank? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. November 1988</ref> Irvings Behauptung stammte von Holocaustleugnern.<ref>Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust. Zürich 1994, S. 280</ref> Ein Gericht verurteilte Irving später zur Rücknahme des Vorwurfs und zu einer Entschädigungszahlung an die Anne-Frank-Stiftung.<ref name="Zeit17Jul1992">Jürgen Krönig: Genüßliches Gruseln der Geretteten. Die Zeit, 17. Juli 1992</ref> Der Ullstein-Verlag als Herausgeber seines Werks erklärte 1976 im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel: „Der Verlag bedauert dieses Mißverständnis und hat in Abstimmung mit dem Autor den fraglichen Passus aus der neuen Auflage entfernt.“<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if:| Zitat: {{
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Irving gegen Lipstadt
In ihrem Werk Denying the Holocaust (1993) erwähnte die US-amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt Irving als „authentischen Holocaustleugner“. Als eifriger Bewunderer Hitlers habe er behauptet, dieser habe „mehrfach die Hand ausgestreckt, um den Juden zu helfen“, und sei im Dritten Reich ihr „größter Freund“ gewesen. Historiker hätten Irving vorgeworfen, „nach Belieben zu seinem eigenen Vorteil Sachverhalte zu verfälschen und Dokumente zu manipulieren, […] um zu historisch unhaltbaren Schlussfolgerungen gelangen zu können, vor allem, sobald es um eine Entschuldigung Hitlers geht.“ Er empfinde sich als Hitlers persönlichen Erben.<ref>Deborah E. Lipstadt: Betrifft: Leugnen des Holocaust. Rio, Zürich 1994, ISBN 3-907768-10-8, S. 141 und 196f.</ref>
Nachdem Lipstadts Werk 1995 in Großbritannien veröffentlicht worden war, behauptete Irving, er sei darin verleumdet worden, obwohl Lipstadt nur seine eigenen Aussagen und belegte Urteile von Historikern darüber zitiert hatte. Er forderte die Verlagsleitung auf, die Verbreitung des Buches einzustellen. Als diese darauf nicht einging, strengte er 1996 eine Verleumdungsklage gegen die Autorin und ihren Verlag an, um die Weiterverbreitung ihres Buchs gerichtlich zu verhindern.<ref>Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess. Campus, Frankfurt am Main 2001, S. 20</ref> Da in Großbritannien bei Verleumdungsklagen die Beklagten die Beweislast tragen, mussten Lipstadt und ihr Verlag die Richtigkeit ihrer Aussagen über Irving nachweisen.
Der Prozess vor dem Londoner High Court benötigte 32 Verhandlungstage. Die Verteidigung zog Gutachter für drei Themenbereiche heran. Im ersten Bereich zeigten die Historiker Christopher Browning und Peter Longerich nochmals die Tatsachen des Holocaust auf.<ref>Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Endlösung. Piper, München 2001</ref> Der niederländische Architekturexperte Robert Jan van Pelt legte erneut Beweise für die (historisch unstrittige) Existenz der Gaskammern in Auschwitz vor.<ref>Robert Jan van Pelt: The Case for Auschwitz: Evidence from the Irving Trial. Indiana University Press, Bloomington 2002, ISBN 0-253-34016-0</ref> Der Politologe Hajo Funke begutachtete Irvings Vernetzung in der geschichtsrevisionistischen und neonazistischen Szene.<ref>Hajo Funke: David Irving, Holocaust Denial, and his Connections to Right Wing Extremists and Neo-National Socialism (Neo-Nazism) in Germany: Electronic Edition. Auf: Hdot.org, 13. Juli 2007; Nizkor Project</ref> Der Historiker Richard J. Evans untersuchte Irvings Quellengebrauch und wies nach, dass Irving eindeutige Quellen ignorierte, andere hingegen entstellte oder fehldeutete, um seine Thesen zu untermauern.<ref>Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher. Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess. Frankfurt am Main 2001</ref> Evans durfte nach britischem Recht sämtliche Unterlagen, Korrespondenzen und Vorentwürfe Irvings aus dessen Privatarchiv anfordern und damit Irvings Umgang mit den Quellen prüfen. So konnte Evans Irvings Auslassungen, falsche Übersetzungen und Datierungen, Kontextmissachtungen, willkürliche Kombinationen von Textteilen und Fehldeutungen im Detail nachweisen.<ref>Friedrich Paul Heller (Blick nach Rechts, 11. August 2005): Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess 2001. (Rezension zur Veröffentlichung des Gutachtens von Richard Evans)</ref> In diesem Zusammenhang wurden auch Irvings Veröffentlichungen zu den Luftangriffen auf Dresden erneut geprüft und Fälschungen darin aufgedeckt.<ref name=DLDI><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20100105033656
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Weitere Zeugen der Verteidigung waren der Militärhistoriker John Keegan und der israelische Holocaustforscher Yehuda Bauer. Irving, der sich ohne Anwalt selbst vertrat, beschimpfte beide im Prozess als Lügner und behauptete, es seien „auf der Rückbank von Edward Kennedys Auto in Chappaquiddick mehr Menschen gestorben als in Auschwitz“.<ref name="bnr">Klaus-Henning Rosen (Blick nach Rechts Nr. 8/19. April 2000): Als Fälscher entlarvt.</ref>
Zu den Dokumenten der Verteidigung gehörten auch Tagebuchnotizen Adolf Eichmanns aus dem Staatsarchiv Israels, deren Einsicht Irving jahrelang verlangt hatte, um zu beweisen, dass Hitler den Holocaust nicht befohlen habe. Sie bestätigten jedoch Eichmanns Aussage im Eichmann-Prozess von 1961, Heydrich habe ihm Ende 1941 einen mündlichen Führerbefehl zur Judenvernichtung weitergegeben.<ref>Heiner Lichtenstein (Blick nach Rechts, 9. März 2000): Kronzeuge Eichmann.</ref>
Am 11. April 2000 wies der Londoner High Court Irvings Klage endgültig ab. In der Urteilsbegründung sah Richter Charles Gray den Vorwurf der Fälschung gegen Irving in 19 Fällen als bewiesen an und fasste zusammen:<ref name="bnr" />
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Der Film Verleugnung (USA/GB 2016) behandelt den Prozess David Irvings gegen Lipstadt.
Nach Irvings Holocaustleugnungen
Am 8. November 1989 stellte das Landesgericht für Strafsachen Wien gegen Irving einen Haftbefehl wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Verbot der NS-Wiederbetätigung aus. Grund war laut Anklage Irvings Leugnung der Existenz von Gaskammern in den nationalsozialistischen Lagern bei Vorträgen in Wien und der Steiermark. Irving entzog sich der Verhaftung durch die Ausreise aus Österreich.<ref name="Sp21Dez2006">Österreich schiebt Holocaust-Leugner Irving ab. In: Spiegel Online – Politik, 21. Dezember 2006</ref>
1993 behauptete Irving bei einem Treffen von Geschichtsrevisionisten in München, „dass die den Touristen in Auschwitz gezeigte Gaskammer eine Attrappe ist, die nach dem Kriegsende von den Polen gebaut wurde“. Dafür verurteilte das Landgericht München I ihn rechtskräftig wegen Beleidigung und Verunglimpfung des Ansehens Verstorbener zu einer Geldstrafe von 30.000 DM.<ref>Frank Jansen: Schriftsteller Hochhuth lobt Leugner des Holocaust. Tagesspiegel, 19. Februar 2005</ref> Die Münchner Ausländerbehörde wies ihn unbefristet aus der Bundesrepublik Deutschland aus. Dies wurde 1996 vom Verwaltungsgericht München bestätigt.
Am 11. November 2005 wurde Irving auf dem Weg nach Wien zu einer Veranstaltung der Wiener akademischen Burschenschaft Olympia aufgrund des noch bestehenden Haftbefehls von 1989 festgenommen. Am 20. Februar 2006 verurteilte das Wiener Landesgericht für Strafsachen ihn wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu drei Jahren Haft ohne Bewährung.<ref name="ntv4Sep2006"/>
Irving legte Berufung ein. Während des Berufungsverfahrens entschuldigte er sich für seine Äußerungen über Holocaustüberlebende und erklärte, er zweifle nicht mehr an der Tatsache des NS-Massenmords an Juden durch Giftgas.<ref>Irving sieht sich nicht als Holocaust-Leugner. Spiegel, 20. Februar 2006</ref> Diese Erklärung werteten Beobachter als Zwecklüge zur Vermeidung eines harten Urteils.<ref>Anna Reimann: Mitleid mit Irving ist verfehlt. Interview mit Hans-Ulrich Wehler. Spiegel, 21. Februar 2006</ref> Tatsächlich leugnete Irving im März 2007 in Budapest den Holocaust erneut.<ref>Eva Menasse: Mehr als ein Spinner. Zeit, 22. März 2007</ref>
Am 4. September 2006 bestätigte der Oberste Gerichtshof Österreichs den Schuldspruch, der somit rechtskräftig wurde.<ref name="ntv4Sep2006">Gericht bestätigt Urteil. n-tv, 4. September 2006</ref> Am 20. Dezember 2006 wurden zwei Drittel der Haftstrafe Irvings zur Bewährung ausgesetzt. Da er bereits 13 Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde er am 21. Dezember nach Großbritannien abgeschoben. Gleichzeitig wurde gegen ihn ein unbefristetes Aufenthaltsverbot für Österreich verhängt.<ref name="Sp21Dez2006" /> Irving hat außerdem in Australien, Italien, Kanada, Neuseeland und Südafrika Einreiseverbot.<ref name="bnr" />
Gegenwart
Nach seiner Haftentlassung lebte Irving in Key West, Florida, mittlerweile lebt er im schottischen Nairn. Er geht von dort aus auf Vortragsreisen und verkauft dabei seine Bücher.<ref>Anthony Man: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20180328165135
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}} Sun Sentinel, 12. Juli 2005</ref><ref name="Hrld12Feb2017">Paul Hutcheon: Hate at the Hilton: outcry as Holocaust denier David Irving gives secret Glasgow talk. Herald Scotland, 12. Februar 2017</ref> Zudem verkauft er Hitler-Devotionalien.<ref>Alex Preston: The man who sleeps in Hitler’s bed. The Guardian, 24. Juni 2015; Matthew Bell: Booming trade in Hitler memorabilia. New Zealand Herald, 12. März 2012</ref>
Am 5. September 2009 veröffentlichte die zweitgrößte Tageszeitung Spaniens, El Mundo, ein Interview mit Irving. Darin erklärte er den Ausdruck „Holocaust“ zu einem kommerziellen Werbeslogan, den Juden seit den 1970ern erfunden und mit derselben Propagandatechnik wie Goebbels zu einer Mode gemacht hätten. Nach den Opferzahlen des Holocaust gefragt, erklärte er, er sei nicht an Zahlen und überhaupt nicht am Holocaust interessiert. Dieser sei nur eine „Marginalie“ des Zweiten Weltkriegs gewesen, den Hitler nicht gewollt habe. Churchill sei in der Hand der Juden gewesen, habe den Krieg gewollt und ebenfalls viele unschuldige Menschen getötet.<ref name="independent">Elizabeth Nash: David Irving sparks row over Holocaust 'propaganda'. The Independent, 6. September 2009 (englisch)</ref>
Das Interview war Teil einer Serie der Zeitung zum 70. Jahrestag des Zweiten Weltkriegs, für die auch der Historiker Ian Kershaw und Avner Schalev, Direktor der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, interviewt wurden. Diese erklärten, sie hätten nicht teilgenommen, wenn sie vorher von Irvings Teilnahme gewusst hätten. Diese löste erhebliche internationale Proteste aus. Auch spanische Regierungsvertreter kritisierten, die Zeitung habe unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit einem bekannten Holocaustleugner eine Plattform geboten.<ref name="independent"/> Das spanische Verfassungsgericht hatte 2008 ein Gesetz, das Holocaustleugnung in Spanien unter Strafe stellte, aufgehoben.
Irving bestreitet weiterhin die Massenvernichtungsaktionen während der NS-Zeit, auch im Rahmen von heimlich organisierten Vortragsreisen durch viele Staaten. 2009 stellte er Anhängern bei einer solchen Reise durch die USA seine Thesen vor. Bei einem Auftritt in Manalapan bei Palm Beach kam es zu einer Messerstecherei unter Irving-Anhängern.<ref name="DailyMail28Okt2009">Paul Thompson: White supremacists’ stabbed at talk by Holocaust denier David Irving. Daily Mail, 28. Oktober 2009</ref> Im August 2010 trat Irving in Belgien mit derartigen Vorträgen auf.<ref>Anton Maegerle: Fälscher historischer Tatsachen. Blick nach Rechts, 17. August 2010</ref> Am 21. September 2010 begann er eine geplante neuntägige Vortragsreise durch Polen, bei der er zum Pro-Kopf-Preis von 2900 Dollar mit einer Reisegruppe (darunter Neonazis) Schauplätze des Zweiten Weltkriegs wie Hitlers „Wolfsschanze“ und der Judenverfolgung wie das Vernichtungslager Treblinka besuchte. Proteste und Klagen von Holocaustüberlebenden und antirassistischen Organisationen aus Polen und Großbritannien im Vorfeld missachtete er.<ref>Gerhard Gnauck: Reise eines Demagogen nach Polen. In: Die Welt, 22. September 2010</ref> Die Organisation „Otwarta Rzeczpospolita. Stowarzyszenie przeciw Antysemityzmowi i Ksenofobii“ (Offene Republik. Vereinigung gegen Antisemitismus und Xenophobie) informierte die polnischen Behörden, dass Irving mit seinen im Internet verbreiteten holocaustleugnenden Thesen gegen polnisches Recht verstoße, und reichte Klage ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20100925034956
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}}</ref> 2016 bot Irving diese Reise durch Polen erneut an.<ref>Holocaust-denying UK historian David Irving goes on lecture tour. i24News, 20. November 2016</ref> Im Rahmen einer Vortragsreise, bei der die Veranstaltungen ohne Nennung von Irvings Namen angekündigt wurden, verbreitete er Anfang 2017 in Glasgow erneut revisionistische und antisemitische Thesen: Hitler sei an Juden nicht interessiert gewesen und habe antijüdische Aktionen immer wieder gebremst. Rudolf Heß sei in einer Friedensmission nach Großbritannien geflogen und habe nicht Selbstmord begangen, sondern sei von einem schwarzen US-Soldaten getötet worden. Juden hätten nach 1938 Großbritannien „übernommen“ und hätten 50 Jahre lang versucht, ihn und seine Familie zu „zerstören“. Da es an diesem Abend keine Störungen gegeben habe, frage er sich, ob „die Juden“ ihm aufgrund seines Alters mittlerweile einen Blankoscheck ausgestellt hätten. Zur Wahl seines Wohnortes im Norden Schottlands sagte Irving, dieser erinnere ihn an das England seiner Kindheit, das damals noch „weiß“ gewesen sei.<ref name="Hrld12Feb2017" />
Ebenfalls 2017 sagte Irving, dass das Interesse an seiner Arbeit in den vergangenen Jahren merklich zugenommen habe. Vor allem von jungen Menschen, die sein Werk über das Internet und die sozialen Medien kennengelernt hätten, bekäme er „täglich 300 bis 400 E-Mails“, die er alle beantworte. Die Wahrheit über den Holocaust käme „nach und nach heraus“. Die Menschen, so Irving, vertrauten nicht mehr darauf, was Regierungen und Zeitungen ihnen erzählten, da sie spürten, dass man sie in die Irre führe. Die „Leute“, die er „the traditional enemy“ nenne (so Irvings Bezeichnung für Juden), seien darüber sehr besorgt. Mit den eingegangenen Spenden könne er sich einen Rolls-Royce leisten, obwohl Geld ihm nichts bedeute. Weiter äußerte Irving, er glaube, dass Donald Trump einen guten US-Präsidenten abgeben werde und „das Herz am rechten Fleck“ habe. Auch von Jeremy Corbyn, dem Chef der Labour Party, sei er „beeindruckt“. Die Partei allerdings, so Irving, zerfleische sich selbst wegen „dieser Antisemitismus-Anschuldigungen“.<ref>Carole Cadwalladr: Antisemite, Holocaust denier … yet David Irving claims fresh support I: theguardian.com, 15. Januar 2017</ref>
Im Oktober 2012 entschied das Münchner Verwaltungsgericht in erster Instanz, das seit 1993 gültige Einreiseverbot Irvings für Deutschland ab 21. März 2013 zu beenden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20121028085148
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}}</ref> Die Stadt München dagegen wollte das Einreiseverbot bis 2022 verlängern lassen, weil keine Gesinnungsänderung Irvings ersichtlich sei und er weiterhin die öffentliche Sicherheit gefährde. Nach einer Beschwerde der Stadtverwaltung blieb das Einreiseverbot bis zur Gerichtsentscheidung in zweiter Instanz in Kraft. Deshalb musste Irving einen für den 10. September 2013 in Berlin geplanten Vortrag absagen. Der Berliner Verfassungsschutz beobachtet, ob Irving weitere Einreiseversuche unternimmt. Ein Protestbündnis, zu dem auch der Hotel- und Gaststättenverband gehörte, hatte angekündigt, Vorträge Irvings in Berlin zu verhindern.<ref>Konrad Litschko (taz, 6. September 2013): Holocaustleugner darf nicht einreisen: Kein Vortrag zu „Meinungsfreiheit“.</ref> Im Oktober 2014 entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, keine Berufung gegen das Urteil vom Oktober 2012 zuzulassen. Das Einreiseverbot sei rechtmäßig bis zum 21. März 2013 befristet worden.<ref>Bayerischer VGH, Beschluss vom 8. Oktober 2014, Az. 10 ZB 12.2742 (10 ZB 12.2742)</ref>
Schriften (Auswahl)
- Und Deutschlands Städte starben nicht. Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich 1964
- Die Geheimwaffen des Dritten Reiches. Mohn, Gütersloh 1965
- Der Untergang Dresdens. Reinbek 1967
- Der Traum von der deutschen Atombombe. Mohn, Gütersloh 1967
- Die Tragödie der Deutschen Luftwaffe. Aus den Akten und Erinnerungen von Feldmarschall Erhard Milch. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin / Wien 1970
- Rommel. Eine Biographie. Hoffmann und Campe, Hamburg 1978
- Der Nürnberger Prozeß – Die letzte Schlacht. Heyne, München 1979, ISBN 3-453-01051-5
- Mord aus Staatsräson. Roman. Heyne, München 1981, ISBN 3-453-00978-9
- Hitler und seine Feldherren. (1975) Ullstein, München 1982, ISBN 3-550-07308-9
- Uprising! Hungary 1956: One Nation's Nightmare. London 1981; Nachdruck: Focal Point Publications, Dorney (England) 2010, ISBN 978-1-872197-26-5 (deutschsprachige Vorabdrucke unter dem Titel Der kopflose Aufstand im Spiegel: {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if:| Zitat: {{
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- Von Guernica bis Vietnam. Die Leiden der Zivilbevölkerung im modernen Krieg. Heyne, München 1982, ISBN 3-453-01479-0
- Schlacht im Eismeer. Die Vernichtung des Geleitzuges PQ 17. Heyne, München 1984, ISBN 3-453-01956-3
- Göring. Knaus, München und Hamburg 1987, ISBN 978-3-8135-0557-3
- Hitlers Krieg, Die Siege 1939–1942. Pawlak, Herrsching 1988, ISBN 3-88199-458-0
- Das Reich hört mit – Görings “Forschungsamt”: Der geheimste Nachrichtendienst des Dritten Reiches. (PDF) Arndt-Verlag, Kiel 1989, ISBN 3-88741-135-8
- Hitlers Krieg, Götterdämmerung 1942–1945. Pawlak, Herrsching 1991
- Churchill. Kampf um die Macht. Herbig, München 1996, ISBN 3-7766-1646-6
- Nürnberg – Die letzte Schlacht. Grabert, Tübingen 1996, ISBN 3-87847-156-4
- Führer und Reichskanzler. Adolf Hitler 1933–1945. Druffel-Verlag, Berg/Starnberger See 1997, ISBN 3-8061-1118-9
- Goebbels. Macht und Magie. Arndt, Kiel 1997, ISBN 3-88741-168-4
- Schlacht um Europa. Mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Invasion 1944. Druckschriften- und Zeitungsverlags GmbH, München 2004, ISBN 978-3-925924-24-8
- Meine Gefängnisse. Erlebnisse und Gedanken in österreichischen Kerkern. FZ-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-924309-83-1
- Schlachtführer gegen das Reich. Churchills Krieg 1941–1942. Arndt, Kiel 2007, ISBN 978-3-88741-082-7
- Schlachten aus Blut und Haß. Churchills Krieg 1942–1943. Arndt, Kiel 2010, ISBN 978-3-88741-098-8
Literatur
- Zu Irvings Hitler-Büchern
- Martin Broszat: Hitler und die Genesis der „Endlösung“. Aus Anlaß der Thesen von David Irving. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Jahrgang 25 (1977), Heft 4, ISBN 978-3-339-12326-8, S. 739–775
- Jobst C. Knigge: David Irving. Vom Bestseller-Autor zum Holocaust-Leugner. Dr. Kovac, Hamburg 2021, ISBN 978-3-339-12326-8
- Zum Londoner Irving-Prozess
- Richard J. Evans: Der Geschichtsfälscher. Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess. Campus, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-593-36770-X
- Don D. Guttenplan: Der Holocaust-Prozess. Die Hintergründe der ‚Auschwitz-Lüge‘. Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-15123-6
- Deborah E. Lipstadt: History on trial: My day in court with David Irving. Ecco, New York 2005, ISBN 0-06-059376-8
- Peter Longerich: Auschwitz-Leugnen. Das Verfahren Irving gegen Lipstadt vor dem Londoner High Court. In: Klaus-Dietmar Henke (Hrsg.): Auschwitz. Sechs Essays zu Geschehen und Vergegenwärtigung. Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Dresden 2001, ISBN 978-3-931648-35-0, S. 53–64 (PDF)
- Eva Menasse: Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving. Siedler, Berlin 2000, ISBN 3-88680-713-4
- Robert Jan van Pelt: The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial. Indiana University Press, Bloomington 2002, ISBN 0-253-34016-0
- Heinrich Zankl: Streitsüchtiger Rechtsextremist – Der Prozess um den Holocaust. In: Heinrich Zank: Wissenschaft im Kreuzverhör. Wissenschaft im Kreuzverhör. 25 spektakuläre Fälle von Galilei bis Guttenberg. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-86312-325-3, S. 26–35
Weblinks
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- Vorlage:IMDb
- Neal Ascherson: David Irving – die Auschwitzlüge. Shoa.de
- Deborah Lipstadt: Holocaust Denial on Trial. Emory University 2016
- Anthony DeV. Phillips: Law and History: a commentary on David Irving v Penguin Books and Professor Deborah Lipstadt. Oxford University, 20. April 2001
- Anti-Defamation-League: David Irving
- Wahrheit macht Frei – Neonazis in Deutschland. Dokumentarfilm, 21. Dezember 2008
Einzelbelege
<references />
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