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Departement des Harzes

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Vorlage:Infobox Departement Königreich Westphalen

Das Departement des Harzes (franz.: Département du Harz) war von 1807 bis 1813/1814 eine Verwaltungseinheit des Königreichs Westphalen. Dieses Departement blieb bis zu seiner Auflösung weitgehend unverändert.

Geschichte

Das Departement des Harzes wurde am 24. Dezember 1807 aus Territorien gebildet, die bis zum Tilsiter Frieden zu Preußen und den von Napoleon aufgelösten Staaten Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und Kurfürstentum Hessen gehört hatten, nämlich den preußischen Besitzungen Fürstentum Eichsfeld, der Nordteil der Ganerbschaft Treffurt mit Treffurt, Vogtei Dorla, Grafschaft Hohenstein, Mühlhausen, Nordhausen und Benneckenstein, dem braunschweigischen Fürstentum Grubenhagen mit dem Stiftsamt Walkenried und aus hessischen Gebieten. Hauptort bzw. Hauptstadt des Departements war Heiligenstadt.<ref>Vgl. Kgl. Dekret, wodurch die Einteilung des Königreich in acht Départements angeordnet wird. Cassel, 24. Dezember 1807, in: Bulletin des lois I, Kassel 1807, S. 112 f.</ref>

Das Departement des Harzes grenzte im Norden an das westphälische Departements der Oker, im Osten an das Saaledepartement, das Fürstentum Schwarzburg und die Länder des Königs und der Herzöge von Sachsen. Südlich grenzte es an herzoglich sächsische Länder und das Werradepartement sowie westlich an das Departement der Leine.

Zustand 1811:

Das Departement des Harzes umfasste etwa 58 Quadratmeilen, oder 160 Lieues (franz. Wegstunde), oder 1.967.343 Braunschweigische Morgen. Rechnet man die Quadratmeile zu 56 km², so ergibt sich eine Gesamtfläche von 3248 km².

Die Einwohnerzahl wurde zum 31. Dezember 1810 mit 201.031 angegeben. Sie lebten in 20 Städten, zwölf Marktflecken, drei Vororten, 290 Dörfern, 59 Weilern und 111 Einzelgebäuden mit insgesamt 34.081 Feuerstellen. Den 77.228 Stadtbewohnern standen 123.803 Landbewohner gegenüber.

Das Departement bestand aus vier Distrikten, 37 Kantonen, 286 Gemeinden, 36 Mairien und 37 Friedensgerichten. Der Appellationshof war in Cassel.

Das Königreich Westphalen war in Departements, die Departments in Distrikte, diese in Kantone und diese in Municipalitäten eingeteilt.<ref>Helmut Berding: Napoleonische Herrschafts- und Gesellschaftspolitik im Königreich Westphalen 1807 bis 1813 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 7). Göttingen 1973, S. 18.</ref>

Distrikt Kantone
Heiligenstadt Heiligenstadt, Allendorf, Dachrieden, Dingelstädt, Dörna, Dorla, Ershausen, Gerbershausen, Großbartloff, Mühlhausen, Treffurt, Udra (Uder) und Wanfried.
Duderstadt Duderstadt, Beuren, Gieboldehausen, Niederorschel, Seulingen, Teistungen, Weißenborn und Worbis.
Nordhausen Nordhausen, Benneckenstein, Bleicherode, Wechsungen, Ellrich, Neustadt, Pützlingen, Pustleben und Sachsa.
Osterode Osterode, Andreasberg, Clausthal, Herzberg, Lauterberg, Lindau und Zellerfeld.

Präfektur

Datei:Heilbad Heiligenstadt Friedensplatz 8 Kurmainzisches Schloss und ehemaliges Oberamtshaus 1.jpg
Der ehemalige Sitz der Präfektur; das um 1738 erbaute Kurmainzer Schloss in Heiligenstadt

Die Präfektur des Departements des Harzes befand sich in Heiligenstadt. Der erste Präfekt des Harzdepartements, Samuel Gottfried Borsche, war der vormalige Direktor der Kriegs- und Domänenkammer des Eichsfelds zu Heiligenstadt und ging nach Entlassungsgesuch im August 1809 in preußische Staatsdienste zurück. Sein Nachfolger, der Präfekt Burchhard von Bülow, wurde unterstützt durch den Generalsekretär Sombart(ehemaliger preußischer Kriegs- und Domänenrat zu Heiligenstadt) und dem Präfekturrat. Ihm gehörten die Herren Anton von Bodungen, von Flotho, Otto und Trümper (zugleich Friedensrichter zu Udra) an, 1811 schied Trümper aus. Auf Vorschlag des Finanzministers bekleidete Sombart ab 1809/1810 den Posten eines Generalinspekteurs der indirekten Steuern.<ref>Vgl. Friedrich Thimme: Die inneren Zustände des Kurfürstentums Hannover unter der französisch-westfälischen Herrschaft, Bd. II. Hannover/Leipzig 1895, S. 395 </ref> Zudem tauchte ab 1808 ein Ludwig Doebel als Sekretär der Präfektur auf. Mitte August 1813 erschien der Unterpräfekt zu Osterode, August Heinrich Kuhlmeyer, aktenkundlich als neuer Präfekt zu Heiligenstadt.<ref>LhA Sachsen-Anhalt, B 35, II a, Nr. 2/Nr. 5 (Personalsachen)</ref>

Dem Departementsrat gehörten die Herren Ahrens, von Arnstedt, Stecker, Montag, Lamprecht, Koch, von Steinmetzen, Weber und von Wintzingerode an.

Unterpräfekten gab es in

  • Duderstadt: der Präfekt Ernst Friedrich Wilhelm Kramer mit seinem Sekretär Haber,
  • Osterode: der Präfekt August Heinrich Kuhlmeyer mit seinem Sekretär Kast(Dast), 1813 August Wilhelm Francke mit dem Sekretär Neuhaus und
  • Nordhausen: der Präfekt von Georg Christian von Steinmetzen mit seinem Sekretär Cämmerer.<ref name="arw"> Georg Hassel: Hof= und Staatshandbuch des Königreichs Westphalen. Hannover 1811, S. 164–167.</ref>

Literatur

Überblick

  • Frank Boblenz: Das Königreich Westphalen sowie die Provinzen Erfurt und Fulda. Zum Umfang des „französischen“ Thüringen 1806/07–1813/14. In: „Ältestes bewahrt mit Treue, freundlich aufgefaßtes Neue.“ Festschrift für Volker Wahl zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Beger K. u. a., Rudolstadt 2008, S. 333–348.
  • Wilhelm Kohl: Die Verwaltung der östlichen Departements des Königreichs Westphalen 1807–1814 (= Historische Studien, Bd. 323), Berlin 1937.
  • Ulrich Hussong: Die Einteilung des Eichsfelds in Landkreise zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Mit einem Ausblick über die Kreiseinteilung in der Gegenwart, in: Eichsfeld Jahrbuch, Bd. 7 (1999), S. 185–222.
  • Hans Tümmler: Die Zeit Carl Augusts von Weimar 1775–1828, in: Geschichte Thüringens, Bd. V. Politische Geschichte der Neuzeit T. 1.2 (= Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 48), Köln/Weimar/Wien 1984, S. 615–781.

Distrikte im Einzelnen

Weblinks

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Einzelnachweise

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