Der Kurier
{{#if: erläutert die ehemalige Tageszeitung „Der Kurier“. Zu den heute existierenden Tageszeitungen siehe „Berliner Kurier“ sowie dem österreichischen Kurier (Tageszeitung), zu weiteren Bedeutungen siehe Der Kurier (Begriffsklärung).
| Vorlage:Hinweisbaustein | {{#ifeq: 0 | 0 |}}
}}
Der Kurier war eine von der französischen Besatzungsmacht im Jahr 1945 geförderte lizenzierte Tageszeitung mit liberalem Einschlag im Berlin der Nachkriegsjahre. Im Erscheinungsbild kam die Zeitung zuerst im Boulevardstil als erste Abendzeitung in Berlin heraus.<ref>Peter de Mendelssohn, Zeitungsstadt Berlin, Berlin 1982, S. 547–550</ref> Eine Besonderheit war anfangs, dass es eine Wochenausgabe der Zeitung für deutsche Kriegsgefangene in Frankreich gab.
Zu den Gründungsmitgliedern des Kurier gehörten Margret Boveri, Carl Linfert und Eberhard Schulz. Carl Helfrich war der erste Chefredakteur, der aber bald durch Paul Bourdin abgelöst wurde.<ref>Peter Köpf, Schreiben nach jeder Richtung – Goebbels-Propagandisten in der westdeutschen Nachkriegspresse, Berlin 1995, S. 48 und 192</ref> Die Wirtschaftsredaktion übernahm Hans Otto Wesemann, der vorher für die Frankfurter Zeitung (FZ) und Das Reich Artikel schrieb. Von der FZ kamen auch die Redakteure Kurt Balzer und Eberhard Schulz. Im Feuilleton der bis 1965 von Johann Baptist Gradl<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 398.</ref> verlegten Tageszeitung arbeitete neben Boveri Karl Korn, der vorher bei der FZ und Das Reich tätig war. Auch Christa Rotzoll kam von Das Reich zum Kurier wie ebenfalls Peter Bamm.<ref>Peter Köpf. ebenda, S. 50</ref>
Die Zeitung wurde von dem Verlag Neue Verlagsgesellschaft Der Kurier mbH mit Sitz in der Reinickendorfer Straße 3 herausgegeben. Gedruckt wurde Der Kurier in Berlin-Gesundbrunnen in der Schulzendorfer Straße 26 durch die Hentschel, Heidrich & Co. GmbH.<ref>Institut für Publizistik an der Freien Universität Berlin, Die Deutsche Presse 1954, Berlin 1954, S. 11</ref>
Sie erschien anfangs dreimal wöchentlich mit dem Untertitel „die Berliner Abendzeitung“ am Montag, Mittwoch und Freitag.<ref>Susanne Grebner: Der Telegraf: Entstehung einer SPD-nahen Lizenzzeitung in Berlin 1946 bis 1950, Münster 2002, S. 65</ref> Schon nach sechs Monaten konnte die Zeitung sechsmal wöchentlich erscheinen,<ref>Peter der Mendelssohn, ebenda, S. 550</ref> später wurde die Zeitung täglich zweimal (wöchentlich zwölfmal) mittags und nachmittags gedruckt. Der Verkauf erfolgte zuerst nur im Straßenvertrieb.
Der Kurier erschien vom 12. November 1945 bis zum 31. Dezember 1966, dann wurde ihr Erscheinen aus Mangel an Abonnenten eingestellt. Der Kurier wurde in seiner Endphase bis zur Einstellung im Druckhaus Tempelhof gedruckt.
Einzelnachweise
<references/>