Desomorphin
Desomorphin, in der Drogenszene auch Krokodil oder kurz Krok genannt, ist ein stark potentes Opioid, das erstmals 1932 in den Vereinigten Staaten synthetisiert wurde.<ref>Vorlage:Patent</ref> Desomorphin gehört in Deutschland und Österreich zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln.<ref>Anlage I (zu § 1 Abs. 1), Liste der nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel, veröffentlicht im Bundesgesetzblatt I 2001, 1180–1186 des Bundesministeriums der Justiz (D).</ref><ref>Vorlage:BGBl (PDF), Anhang I, S. 13.</ref> Entdeckt und patentiert wurde es erstmals im Jahr 1920 von der deutschen Firma Knoll AG.<ref>DE Patent 414598C 'Verfahren zur Herstellung von Dihydrodesoxymorphin und Dihydrodesoxycodein'</ref> Die ursprüngliche Verwendung umfasste die Schmerztherapie und die Sedierung<ref>Vorlage:Cite journal</ref>.
Gebrauch als illegale Droge
Krokodil findet als „Droge des armen Menschen“ eine weite Verbreitung innerhalb Russlands.<ref>Vorlage:Webarchiv, Russische Informations- und Nachrichtenagentur NOVOSTI vom 4. Juni 2011.</ref><ref>Rauschgift-Apokalypse in Russland. blogs.taz.de vom 4. Januar 2011.</ref><ref name="ZDF auslandsjournal">Vorlage:ZDFmediathek</ref><ref>Krokodil: The drug that eats junkies. In: The Independent. 22. Juni 2011 (englisch).</ref><ref>Neue Billigdroge „Krokodil“: Der Stoff, der Junkies verfaulen lässt. In: Spiegel Online. 9. Juli 2011.</ref> Im September 2013 tauchte die Droge erstmals in Phoenix in den Vereinigten Staaten auf, im Oktober kam die Droge im Raum Chicago auf.<ref>Sy Mukherjee: Flesh-Rotting Drug Makes Its Way To The U.S. For The First Time, Health Officials Are ‘Frightened’. auf: thinkprogress.org, 26. September 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013.</ref><ref>Mike Parker: Flesh-Eating Street Drug ‘Krokodil’ Hits Chicago Area. auf: chicago.cbslocal.com, 9. Oktober 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013.</ref> Eine Klinik in Joliet im Bundesstaat Illinois behandelte im Oktober 2013 drei Konsumenten von Krokodil.<ref>Rex Robinson: Three being treated at area hospital after taking flesh-eating drug. auf: thetimesweekly.com, 8. Oktober 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013.</ref>
Durch die illegale Herstellung über Codein, Iod, Benzin oder Farbverdünner und rotem Phosphor in einem ähnlichen Prozess wie zur Herstellung von Methamphetamin auf Basis von Pseudoephedrin wird das Endprodukt unrein und reich an stark toxischen Nebenprodukten. Bei Injektion führen diese Nebenprodukte zu schweren Gewebeschäden, Venenentzündungen und Nekrose bis zur Gangrän oder Organversagen. Irreversible Schädigungen (neurologische Veränderungen, Nierenschäden, Gefäßschäden) können bereits bei der ersten Verwendung entstehen. Laut Aussage der Anti-Drogen-Initiative Stadt ohne Drogen in Jekaterinburg ist Krok so aggressiv toxisch, dass die durchschnittliche Überlebensdauer von Konsumenten nach Beginn des regelmäßigen intravenösen Konsums gerade noch ein Jahr betrage. Die Droge wird in Russland Krokodil genannt, da an der Injektionsstelle die Haut oft Falten wirft und eine grünliche Verfärbung auftritt, was an Krokodilhäute erinnert.
Analytik
Die zuverlässige qualitative und quantitative Bestimmung von Desomorphin in biologischem Material gelingt nach adäquater Probenvorbereitung durch Kopplung der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit der Massenspektrometrie (LC-MS/MS).<ref>K. Karthikeyan, M. Y. Mahat, S. Chandrasekaran, K. Gopal, P. X. Franklin, B. J. Sivakumar, G. Singh, S. Narayanan, B. Gopalan, A. A. Khan: Bioanalytical method development, validation and quantification of dorsomorphin in rat plasma by LC-MS/MS. In: Biomed Chromatogr. 27, 2013, S. 1018–1026. PMID 23526253.</ref>
Handelsnamen
- Permonid (Schweiz; 1940–1951 von Roche hergestellt)
Literatur
- Eberhard Hackenthal: Desomorphin. In: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 4, 5. Auflage. Berlin 1998, Vorlage:Google Buch.
Weblinks
Einzelnachweise
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