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Dettingen-Wallhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Dettingen-Wallhausen ist ein Ortsteil der Stadt Konstanz.<ref>Konstanz.de Stadtgliederung</ref>

Wallhausen liegt direkt am Überlinger See, Dettingen zwei Kilometer entfernt auf den Hügeln des Bodanrück.

Am 22. April 1975 wurde die Gemeinde Dettingen, zu der auch der Ort Wallhausen gehörte, im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg eingemeindet.<ref></ref><ref>Landesrecht BW. Abgerufen am 30. März 2026.</ref>

Gebiet

Dettingen-Wallhausen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit einem Ortschaftsrat und einer Ortsverwaltung mit Ortsvorsteher(in).<ref>Verwaltung. Abgerufen am 30. März 2026.</ref>

Das Gebiet entspricht der früheren Gemeinde und Gemarkung Dettingen, die am 22. April 1975 nach Konstanz eingemeindet wurde. Dettingen - Wallhausen ist mit 1.250,87 ha und rd. 4500 Einwohnern der größte Teilort von Konstanz.

Fläche und Bevölkerung von Dettingen-Wallhausen (Stand 2023)

Nr. Stadtteil Fläche<ref>Information des Städtischen Vermessungsamtes am 2. April 2009.</ref><ref>Flaechennutzung_Stadtteile_2015-2022.csv - Flaechennutzung | Offene Daten Konstanz. (Excel) Abgerufen am 23. Juli 2024.</ref>
km²
Bevölkerung
2023<ref>Stadt Konstanz – Wohnbevölkerung in den Stadtteilen seit 2000. (PDF; 25 kB) Abgerufen am 23. Juli 2024.</ref>
ehemalige separate Ortsteile (Gehöfte)<ref>Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Baden: Ortsverzeichnis auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1905. Karlsruhe 1911, S. 68.</ref>
14 Dettingen 10,756934 3420 Dobelmühle (Mühlhalder Mühle), Mühlhalden, Rohnhausen, Weiherhof
15 Wallhausen 1,749133 1130 Burghof, Ziegelhof
  Dettingen-Wallhausen 12,506067 4550  

Geschichte

Dettingen

Datei:Wappen Dettingen (Konstanz).svg
Ehemaliges Gemeindewappen und heutiges Ortschaftswappen

Dettingen liegt etwa fünf Kilometer nordwestlich des Konstanzer Stadtteils Wollmatingen, auf einem Höhenrücken des Bodanrücks umgeben von Drumlins zwischen Unter- und Obersee.

Der zwischen Dettingen und Langenrain gelegene Rohnhauser Hof ist mit 570,3 m ü. NHN der höchste Punkt der Stadt Konstanz.

Auf dem Ameisenberg, einem Teil des Gemeindewaldes in Richtung Allensbach, befindet sich ein Feld aus Grabhügeln aus der Hallstattzeit, was auf eine frühe Besiedlung durch die Kelten schließen lässt.

Der Dorfname Tettingen erscheint erstmals in einer Urkunde des Jahres 730 im Zusammenhang mit der Christianisierung des alemannischen Raumes. Das Dorf Dettingen wurde 839 vom König des Fränkischen Reiches und Kaiser Ludwig dem Frommen dem Kloster Reichenau geschenkt. Zuvor hatte der Ort vermutlich zur karolingischen Königspfalz Bodman, gehört.<ref>www.konstanz.de</ref>

Datei:XIngeram Codex 121c-thettingen.jpg
Wappen der Herren von Dettingen

Es gibt verschiedene mittelalterliche Adelsgeschlechter, die sich von Dettingen (auch Tettingen) nennen. Vermutlich gehen diese auf alemannische Gründung eines Edlen namens „Tetto“ oder „Tato“ zurück. Eine Linie hatte ihren Sitz im Hegau. Ein bekannter Sprössling war Werner von Tettingen. Diese dienten als Ministerialen dem Kloster Reichenau und übten von 1139 bis 1438 die Herrschaft über den Ort aus.

Auf Wallhausener Gemarkung existierte ab 1357 die Turmhügelburg die heute als Ruine Alt-Dettingen bezeichnet wird. Um 1340 wird auch eine Vorburg erwähnt. Beide sind als Burgstall spätestens im 15. Jahrhundert endgültig abgegangen. Es sind nur geringe Mauerreste und ein Trockengraben erhalten. In der Nähe befindet sich zudem das abgegangene Schloss Neu-Dettingen.

Wallhausen

Im Gebiet des heutigen Wallhausen ist bereits eine steinzeitliche Besiedelung durch Pfahlbausiedlungen am Ufer des Sees nachgewiesen.

Seine erste urkundliche Erwähnung erfuhr der Ort Wallhausen als Villa Walarhusin im Jahre 1187. Kaiser Barbarossa unterzeichnete dort eine Bestätigungsurkunde. Daran erinnert heute ein Denkmal in der Wallhausener Ortsmitte an der Bushaltestelle Linzgaublick.

Burkhardt von Tettingen übertrug sein Erbe an seine Frau und seine Töchter, die 16 Jahre später die Burg Wallhausen an die Kommende Mainau verkauften und damit in den Besitz des Deutschen Ordens überging. Wie viele Orte am Bodensee wurde auch Wallhausen im Jahr 1632 während des Dreißigjährigen Krieges geplündert und die Bewohnerzahl dezimiert. An ihrem jetzigen Ort wurde die Burg 1661 wiederaufgebaut. 1805 wurde der gesamte Besitz Mainaus, einschließlich Wallhausens, im Rahmen des Friedens von Pressburg an das Großherzogtum Baden übereignet.

Wirtschaft

Wallhausens Hafen war bis in die 1950er Jahre Umschlagort für Holz und Granit, speziell der Andeerer grüne Orthogneis aus dem Hinterland. Die Bevölkerung lebte lange Zeit auch von der Bodenseefischerei und der Landwirtschaft. Mit verstärktem Aufkommen der Tourismusindustrie wurde der Güterhafen zum Sportboothafen umgebaut, an dem sich auch eine Seetankstelle, eine Segelschule und eine Werft befinden.

Datei:Yachthafen KN-Wallhausen.JPG
Der Yachthafen in Wallhausen

An der Außenmole des Hafens befindet sich außerdem die Anlegestelle des Kursschiffs nach Überlingen. Dettingen-Wallhausen erhielt 1988 das Prädikat Erholungsort und Teile der Bevölkerung leben vom Fremdenverkehr.

Der Ortsteil Dettingen verfügt über eine an der Einwohnerzahl gemessen überdurchschnittliche Infrastruktur mit traditionsreichen Kaufmanns- und Handwerksbetrieben. Darüber hinaus existiert in Dettingen ein kleines Industriegebiet. Der Großteil der Bewohner arbeitet jedoch in der Kernstadt Konstanz. In Wallhausen, das nach der Schließung des letzten Nahversorgers 2007 über keinen Einzelhandel mehr verfügte, hat sich im Mai 2008 ein Arbeitskreis zur Einrichtung eines genossenschaftlich organisierten Dorfladens gegründet.

Die Postleitzahl Dettingen-Wallhausens lautet 78465, die Telefonvorwahl 07533 (Ortsnetz Allensbach, trotz Zugehörigkeit zur Stadt Konstanz mit Vorwahl 07531). Seit 2006 sind DSL-Anschlüsse verfügbar.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Wallhausen, St. Leonhardts Kapelle.jpg
St. Leonhard-Kapelle Wallhausen

Dettingen

Wallhausen

Datei:Konstanz - Dettingen - Konstanzer Str v N, St Verena.jpg
Dettingen - Ortsmitte von Norden

Persönlichkeiten

Literatur

  • Helmut Gloger: Festschrift und Orts-Chronik anläßlich der 1250-Jahr-Feier Dettingen-Wallhausen. 730-1982. Dettingen-Wallhausen 1982.
  • Albert Griesmeier: Dettingen-Wallhausen, Stadt Konstanz. Ein Beitrag zur Ortsgeschichte. 3 Bände. 1. Auflage. Konstanz 2006–2009, ISBN 978-3-86628-287-2.
  • Raphael Leonhardt: Chronik von Dettingen - Wallhausen, erschienen zur 800-Jahr-Feier von Wallhausen 1987 (Primo Druck, Stockach)
  • Helmut Maurer: Aus der Vergangenheit von Dettingen-Wallhausen. In: Konstanzer Almanach. 30, 1984, S. 50–59.

Weblinks

Commons: Dettingen-Wallhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 44′ N, 9° 7′ O

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