Deutsche Reiter
Die Deutschen Reiter oder, am bekanntesten „Schwarze Reiter“, waren eine Truppengattung, die noch vor der Zeit des des Schmalkaldischen Krieges vor allen in Sachsen gebildet wurde. Sie war leicht geharnischt und mit wendigen neuen Kriegspferden ausgerüstet. Ihre Spezialisierung lag im Scharmützel, ab ca. 1547 mit Einsatz der Radschlosspistole.
Vorher hatten die gemischten Reiterstandarten aus Lanzierern, Kyrissern und Karabiniers bestanden.
Die Deutschen Reiter ritten leichtere, wendigere Pferde als die Lanzierer und Kyrisser und wurden insbesondere in Sachsen und auch in der norddeutschen Ebene westlich von der Oder angeworben. Man nannte ihre Pferde auch Ringerpferde, weil sie geringer, d.h. leichter waren, und sie trugen offene Eisenhüte („Hundskappen“), leichte Trabharnische (corselets) oder Koller mit eiserner Halsberge anstatt der geschlossenen Helme und schweren Eisenpanzer der vorhergehenden, schweren Kavallerie.
Wegen ihres schwarz angestrichenen Eisenzeuges nannte man sie die „Schwarzen Reiter“.
Die Bewaffnung der Reiter bestand aus Schwertern und ab ca. 1547 (Schlacht von Mühlberg) aus Radschlosspistolen. Sie pflegten in einer speziellen Übung in geordneten Gruppen bis auf Pistolenschussweite an den Feind heranzutraben, gliederweise zu feuern und sich schwenkend um die Flügel hinter den Haufen zurückzuziehen, so dass ihre Front ein unaufhörliches Feuer unterhielt. Diese Taktik nannte man Caracolla oder 'Caracolle' (= Schnecke, benannt nach einem Volten-Erweitern der neu aus Italien in Sachsen eingeführten Reitkunst).
Ihre große Beweglichkeit erleichterte ihre Verpflegung und befähigte sie zugleich auch zu selbständigen Unternehmungen. In ihnen entwickelte sich erstmals der Reitergeist im Sinne der späteren Kavallerie. Sie konnten ohne Fußvolk weite Feldzüge unternehmen, waren geschickt im Scharmützel/ Kleinen Krieg und lieferten selbständige Schlachten, z. B. in der Schlacht bei Sievershausen.
Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach und Kurfürst Moritz von Sachsen förderten die Ausbildung der Schwarzen Reiter. Im Ausland waren sie bald gefürchtet, aber auch aufgrund ihres Rufes als Söldner angeworben. Während der Hugenottenkriege kämpften sie auf beiden Seiten.
Der Name der Schwarzen Reiter hat sich später noch im Französischen erhalten in dem Ausdruck C'est un vieux reitre. Im Polnischen nannte man sie rajtaria, im Italienischen Raitri und im Englischen reiters.
Bekannte Kommandeure der Schwarzen Reiter:
Die Schwarzen Reiter sind in vielen Darstellungen der Dresdner Inventionsparaden der Renaissance zu sehen. Christian I., Neffe Moritz' von Sachsens, liess Figurinen von ihnen im Dresdner Kurfürstlichen Stall, dem ersten Museum der Neuzeit (1586) ausstellen.
Siehe auch
Weblinks
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