Die Kullerköpfe
Die Kullerköpfe waren das West-Berliner Puppentheater des Puppenspielers Michael Orth, zu den Gründungsmitgliedern zählte auch Andreas Rothe. Neben Ingrid Riefer, die als Puppenspielerin von Anfang an mitwirkte, gab es auch Gastauftritte bekannter Berliner Schauspieler wie Micaela Pfeiffer oder Peter Schiff.
Bereits Mitte der 1960er Jahre waren die Kullerköpfe auch international präsent. Bei der „Woche Internationalen Puppenspiels“ 1966 in Braunschweig traten sie mit Produktionen für Kinder verschiedener Altersstufen auf, darunter Das Mondkind sowie Paulchen, Annabella und ein fremder Mann. Die Aufführungen verbanden zeitgenössische Themen mit einem interaktiven und pädagogischen Ansatz, bei dem das junge Publikum aktiv in das Spielgeschehen einbezogen wurde.<ref name="zeit1966">Maria von Baranoff: Märchenbärte, Drahtfiguren. In: Die Zeit, Nr. 15/1966.</ref>
Die Inszenierungen zeichneten sich durch eine Verbindung von märchenhaften Elementen und sozialpädagogischen Inhalten aus, die später zu einem zentralen Merkmal der Bühne wurden. Bereits in dieser frühen Phase wurden die Kullerköpfe in Schulen, Kinderheimen und kulturellen Institutionen aufgeführt und fanden auch im internationalen Kontext, etwa im Umfeld von UNESCO-Veranstaltungen, Beachtung.<ref name="zeit1966" />
Die Kullerköpfe (auch bi-ba-bo Theater für Kinder<ref>Die Hörspielforscher: BI-BA-BO Theater für Kinder. Die Hörspielforscher, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref>) gehörten in den 1970er- und 1980er-Jahren zu den renommiertesten Puppentheatern in Deutschland und erlangte vor allem durch seine intensive Hörspielarbeit bundesweite Bekanntheit. Produzent der Produktionen war Kurt Vethake.
Neben Die Kullerköpfe nannte sich die Bühne zeitweise auch Michael Orth und sein Theater für Kinder und bi-ba-bo. Die Arbeit des Theaters endete mit dem Tod Michael Orths um 1997.
Nach dem Tod des Gründers Michael Orth (1932–1997) würdigte der Verband Deutscher Puppentheater sein Werk als wegweisend für ein sozial engagiertes Puppenspiel. Orth gründete die Bühne 1960 in Berlin und entwickelte gemeinsam mit Ingrid Riefer ein Repertoire von rund 20 Inszenierungen, das von Märchenstoffen bis zu präventiven Stücken gegen Gewalt und Kindesmissbrauch reichte.<ref name="vdp1997">P. K. Steinmann / Ingrid Riefer: Nachrufe auf Michael Orth. In: Puppenspiel-Information, Nr. 77 (2/1997), S. 53.</ref>
Im Laufe seiner Tätigkeit wirkte Orth an rund 200 Fernsehproduktionen mit, unter anderem für das Sandmännchen, und prägte auch den Hörspielbereich,<ref name="vdp1997" /> etwa durch die Zusammenarbeit mit Kurt Vethake.
Hörspiele (Auswahl)
Die nachfolgenden Hörspiele sind sowohl auf MC als auch als LP erschienen, meist beim Plattenlabel Maritim:
- Reihe Kinder, seid ihr alle da?
- Kasperle und das Mondkind
- Kasperle und Plim-Plim
- Kasperle und der Räuber Plumps
- Der singende Löwe
- Die Burg der fröhlichen Gespenster
- Hurra, Kasperle ist da!
- Hurra, Kasperle ist wieder da!
- Der Kullerkopfkasper: Ein Riese im Fernsehen
- Der Kasper Kullerkopf: Der Clown im Apfelbaum
- Eine Woche voller Samstage (nach Paul Maar)
- Eine Woche voller Samstage 2 (nach Maar)
- Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (nach den Brüdern Grimm)
- Die Prinzessin und der Schweinehirt (nach Grimm)
- Brüderchen und Schwesterchen (nach Grimm)
- Räuber Rumzeis / Rumzippel, das Räuberkind (nach Václav Čtvrtek)
- Paulchen, Annabella und das Gespensterschloss
- Mit Sarah Kay durch das Jahr: Ein toller Sommer<ref>Amazon: Mit Sarah Kay durch das Jahr: Ein toller Sommer</ref>
- Mit Sarah Kay durch das Jahr: Die Weihnachtsreise<ref>Amazon: Mit Sarah Kay durch das Jahr: Die Weihnachtsreise</ref>
Fernsehen
Die Kullerköpfe spielten 1966 für das Sandmännchen Kurzfilme aus der Serie Zirkus Peppinello nach Karl Heinz Gies ein.
Im Jahr 1976 traten sie in dem Weihnachts-Fernsehspiel Kein Abend wie jeder andere, mit Heinz Rühmann und Peter Ustinov in den Hauptrollen auf.
Einzelnachweise
<references />
- Maria von Baranoff: Märchenbärte, Drahtfiguren. In: Die Zeit, Nr. 15/1966.
- P. K. Steinmann; Ingrid Riefer: Nachrufe auf Michael Orth. In: Puppenspiel-Information, hrsg. vom Verband Deutscher Puppentheater e. V., Nr. 77 (2/1997), S. 53.