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Die fabelhaften Baker Boys

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die fabelhaften Baker Boys (Originaltitel: The Fabulous Baker Boys) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1989.

Handlung

Das Klavierduo mit den Barpianisten Frank und Jack Baker tritt seit fünfzehn Jahren in Hotels und Lounges von Seattle auf. Früher waren die Brüder sehr erfolgreich, doch mittlerweile wirkt ihre Show ziemlich angestaubt: Abend für Abend die gleichen Schlager, die gleichen Witze. Für Jazztalent Jack ist dieses Leben, das er an der Seite seines biederen, nur mittelmäßig begabten Bruders führt, unerträglich geworden, so dass er versucht, sein Leben mit Whisky und One-Night-Stands etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

Als der Barbesitzer Charlie ihnen eines Abends wegen des flauen Geschäfts kündigt, beschließt Frank, eine Sängerin zu engagieren. Nach einem frustrierenden Casting finden sie schließlich in der arbeitslosen Escort-Dame Susie Diamond die Richtige. Sie ist nicht nur attraktiv, sondern verfügt auch über eine samtig verführerische Stimme, und so verhilft sie dem Duo rasch zu neuem Aufschwung und steigenden Einnahmen. Allerdings sorgt sie auch bald für Spannungen, denn ihre unkonventionelle Art und ihre innovativen Ideen stoßen bei dem konservativen Frank auf wenig Gegenliebe. Andererseits ist unverkennbar, dass es zwischen ihr und Jack knistert.

Als die Band zwischen Weihnachten und Neujahr von einem kalifornischen Nobelhotel gebucht wird, beobachtet Frank die beiden voller Misstrauen. Er kann sie jedoch nicht lange unter seiner Kontrolle halten, da er plötzlich wegen eines Unfalls seines kleinen Sohns nach Hause zurückkehren muss. Susie und Jack bestreiten die Silvestershow allein und verbringen eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Beide sind jedoch nicht in der Lage, einander einzugestehen, dass nun tiefere Gefühle im Spiel sind; aus falschem Stolz und Angst vor zu viel Nähe weichen sie fortan einander aus.

Frank sieht sein langjähriges Projekt und die Beziehung zu seinem Bruder Jack gefährdet; er beginnt Susie zu mobben. Die hält schließlich den Druck nicht mehr aus und verlässt die Combo, jedoch nicht ohne Jack an den Kopf zu werfen, wie feige es von ihm sei, sein Talent so zu verschleudern. Die Baker Boys sind nun wieder ohne Sängerin und erfolgloser denn je. Eines Abends kommt es zum Eklat zwischen den Brüdern, der in einer Schlägerei gipfelt. Im Zorn wirft Jack seinem Bruder seinen Ausstieg aus dem Projekt vor die Füße. Er versucht, seine One-Night-Stands wieder aufzunehmen, stellt aber fest, dass er Susie nicht vergessen kann. Schließlich erkennt er, dass er sein Leben selbst in die Hand nehmen und darin „aufräumen“ muss. Er beschließt, das Angebot eines Jazzclub-Besitzers anzunehmen, um endlich seine eigene Musik machen zu können. Er versöhnt sich mit Frank, und beide beenden die Zusammenarbeit in gegenseitigem Einvernehmen. Zuletzt sucht er Susie auf; es kommt zu einer zaghaften Annäherung.

Soundtrack

Im Film erklingen folgende Instrumentalstücke und Songs:

  1. Main Title – Jack’s Theme (Dave Grusin) - 6:40
  2. Welcome to the Road (Dave Grusin) - 5:33
  3. Makin’ Whoopee (Walter Donaldson, Gus Kahn) - 3:09
  4. Suzie and Jack (Dave Grusin) - 5:00
  5. Shop Till You Bop (Dave Grusin) - 4:35
  6. Soft on Me (Dave Grusin) - 2:30
  7. Do Nothing till You Hear from Me (Duke Ellington, Bob Russell) - 3:26
  8. The Moment of Truth (Dave Grusin) - 3:55
  9. Moonglow (Irving Mills, Eddie DeLange) - 3:25
  10. Lullaby of Birdland (George Shearing, George David Weiss) - 2:32
  11. My Funny Valentine (Richard Rodgers, Lorenz Hart) - 3:02

Mehrere Songs werden von Michelle Pfeiffer selbst gesungen. Der gesamte Soundtrack erschien beim Label GRP Records von Dave Grusin.

Hintergrund

Die Hotelszenen wurden im ehemaligen Ambassador Hotel in Los Angeles gedreht, das als Kulisse vieler Filme diente, zum Beispiel für Die Reifeprüfung und Catch Me If You Can. Am 6. Juni 1968 wurde in diesem Hotel Robert F. Kennedy ermordet.

In dem Film ist auch der berühmte Ballhaus-Kreisel zu sehen. Michelle Pfeiffer singt, vor Jeff Bridges auf einem Flügel liegend, den Song Makin’ Whoopee, während die Kamera die beiden umrundet.

In der Szene, in der die Gebrüder Baker in der örtlichen Benefiz-Fernsehsendung zugunsten des Baus einer Turnhalle auftreten, wirft der dortige Telefonist „Earl the Pearl“, verkörpert von Bradford English, den Pianisten Jack Baker, nachdem dieser den TV-Moderator tätlich angegriffen hat, aus dem Fernsehstudio und fragt ihn provokativ: „Für wen hältst du dich eigentlich, du Arschloch, für Horowitz?“ Damit ist der berühmte russische Pianist Vladimir Horowitz gemeint, einen der bedeutendsten Klaviervirtuosen des 20. Jahrhunderts. Im englischsprachigen Original spricht er von Liberace.<ref>THE FABULOUS BAKER BOYS. Abgerufen am 3. März 2024.</ref>

Synchronisation

Rolle Darsteller Sprecher<ref>Die fabelhaften Baker Boys. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 2. März 2017.</ref>
Jack Baker Jeff Bridges Joachim Tennstedt
Susie Diamond Michelle Pfeiffer Katja Nottke
Frank Baker Beau Bridges Norbert Gescher
Lloyd Xander Berkeley Michael Pan
Charlie Dakin Matthews Hans Nitschke
Ray Ken Lerner Bernd Rumpf
Henry Albert Hall Jörg Döring
Theo Todd Jeffries Klaus Lochthove
Monica Noran Jennifer Tilly Janina Richter

Kritiken

„Hervorragend fotografierter und überzeugend gespielter Film, ebenso altmodisch wie zeitlos erzählt; eine tiefgründige Kinounterhaltung im besten Sinne“, urteilte das Lexikon des internationalen Films.<ref>Die fabelhaften Baker Boys. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref>

Roger Ebert von der Chicago Sun-Times meinte, dass der Film einer alten, bereits mehrfach benutzten Formel folge, aber dafür „interessant besetzt“ und mit „sicherer Hand für das Material“ inszeniert worden sei. Michelle Pfeiffer blühe förmlich auf – und das nicht nur als Frau, sondern auch als Schauspielerin, in die man sich hineinversetzen könne. Ihren Auftritt zu dem Song Makin’ Whoopee verglich Ebert mit den Showeinlagen von Rita Hayworth in Gilda (1946) und Marilyn Monroe in Manche mögen’s heiß (1959).<ref>Kritik auf rogerebert.com, 13. Oktober 1989.</ref>

Auszeichnungen

  • Golden Globe Award in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin – Drama für Michelle Pfeiffer
  • Golden-Globe-Nominierung in der Kategorie Musik für Dave Grusin

Weblinks

Einzelnachweise

<references />