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Diedenshausen (Gladenbach)

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Diedenshausen
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(138)&title=Diedenshausen 50° 49′ N, 8° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(138) 50° 49′ 7″ N, 8° 36′ 40″ O
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Höhe: 279 m
Fläche: 4,04 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 138 (31. Dez. 2024)<ref>Einwohnerzahlen In: Webauftritt der Stadt Gladenbach, abgerufen im März 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
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Diedenshausen (mundartlich Denshause<ref>Yumpu.com: In „Denshause“ sprechen noch alle Platt - Dialekt im Hinterland eV. Abgerufen am 26. Oktober 2021.</ref>) ist ein Dorf im Osten des Hessischen Hinterlandes und als solches ein Ortsteil der Stadtgemeinde Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Geschichte

Datei:Kirche Diedenshausen (Gladenbach) 5.jpg
Kirche

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Diedenshausen erfolgte unter dem Namen Didinshusen im Jahr 1237.<ref name="lagis" /> Im 19. Jahrhundert gab es in Diedenshausen drei Mühlen. Zwischen 1796 und 1805 wurde die evangelische Kirche gebaut. Im Jahr 1956 wurden einige Szenen des Heimatfilmes Mein Bruder Josua im Ort gedreht.

In erhaltenen Urkunden wurde Diedenshausen mit den folgenden Ortsnamen erwähnt:<ref name="lagis" />

  • 1338 Dydinshußen/Didenshusen
  • 1502 Diedentzhussen
  • 1630 Dientshausen

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Diedenshausen:

„Dietenshausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialderf; liegt 112 St. von Gladenbach, hat 20 Häuser und 122 evangelische Einwohner. Man findet 2 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist. Der Ort hat viele Waldung, einen guten Viehstand, aber eine unergiebige Feldgemarkung.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz der Zusammenschluss der Stadt Gladenbach mit den Gemeinden Bellnhausen, Diedenshausen, Erdhausen, Friebertshausen, Frohnhausen b. Gladenbach, Kehlnbach, Mornshausen a. S., Rachelshausen, Römershausen, Rüchenbach, Sinkershausen, Weidenhausen und Weitershausen zur heutigen Stadt Gladenbach.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 21 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kernstadt Gladenbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 172 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Gladenmbach, abgerufen im Juli 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Diedenshausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Zugehörigkeit des Amtes Blankenstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>

Gerichte seit 1821

Die Rechtsprechung ging 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war von 1821 bis zur Abtretung an Preußen 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Infolge der Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 15. Oktober 1853<ref>Bekanntmachung vom 4. Oktober 1853,
1) die Aufhebung der Großherzoglichen Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
2) die künftige Zusammensetzung der Landgerichts-Bezirke in der Provinz Oberhessen betreffend. (Hess. Reg.Bl. S. 640–641)</ref> wurde Diedenshausen an das Landgericht Biedenkopf abgetreten.<ref>Bekanntmachung vom 15. April 1853, betreffend:
1) die Aufhebung der Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt, Waldmichelbach, Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
2) die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen. (Hess. Reg.Bl. S. 221–230)</ref>

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 des Großherzogtums Hessen mit dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Biedenkopf preußisch.<ref>Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 (Hess. Reg.Bl. S. 406–407http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510194~SZ%3D412~doppelseitig%3D~LT%3DHess.%20Reg.Bl.%20S.%20406%E2%80%93407~PUR%3D)</ref> Im Juni 1867 regelte eine königliche Verordnung die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu. Die bisherigen Gerichtsbehörden wurden aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103)</ref> Damit wurde am 1. September 1867 das Landgericht in Amtsgericht Biedenkopf umbenannt. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.<ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 218–220http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D234~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20218%E2%80%93220~PUR%3D)</ref> Mit dem Inkrafttreten der Reichsjustizgesetze 1877 war das Landgericht Marburg das Gericht zweiter Instanz. 1944 wurde das Gericht kurzzeitig dem Sprengel des Landgerichts Limburg zugeordnet und kam am 1. Januar 1949 wieder zum Landgericht Marburg.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Diedenshausen 126 Einwohner. Darunter waren 3 (= 2,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 21 Einwohner unter 18 Jahren, 48 zwischen 18 und 49, 30 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 42 Haushalten. Davon waren 6 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 18 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 24 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1502: 010 Männer
• 1577: 009 Hausgesesse
• 1630: 008 Untertanen (8 zweispännige Ackerleute)
• 1742: 019 Haushalte
• 1791: 109 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 117 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 132 Einwohner, 18 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 122 Einwohner, 18 Häuser<ref name="GW" />
Diedenshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
109
1800
  
117
1806
  
132
1829
  
122
1834
  
125
1840
  
131
1846
  
138
1852
  
142
1858
  
144
1864
  
128
1871
  
128
1875
  
142
1885
  
157
1895
  
139
1905
  
139
1910
  
165
1925
  
163
1939
  
136
1946
  
197
1950
  
200
1956
  
144
1961
  
126
1967
  
119
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2004
  
136
2006
  
129
2011
  
126
2013
  
134
2015
  
130
2020
  
128
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS:<ref name="lagis" />; Ab 2000 Stadt Gladenbach (webarchiv)<ref name=EinwZ />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1829: 122 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1885: 157 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1961: 126 evangelische (= 95,24 %), 6 katholische (= 4,76 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

• 1867 Erwerbspersonen: 32 Landwirtschaft, 5 Gewerbe und Industrie<ref name="lagis" />
• 1961: Erwerbspersonen: 57 Land- und Forstwirtschaft, 20 produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und sonstiges.<ref name="lagis" />

Infrastruktur

Im Ort gibt es:

Literatur

Weblinks

Commons: Diedenshausen (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Diedenshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EinwZ"> Einwohnerzahlen aus Webarchiv: 2004, 2006, 2010–2012, ab 2014 </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 188 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 201 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 244 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> </references>

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