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Diisobutylaluminiumhydrid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Diisobutylaluminiumhydrid (Dimer)
Allgemeines
Name Diisobutylaluminiumhydrid
Andere Namen
  • DIBAL
  • DIBAL-H
  • DIBAH
Summenformel C8H19Al
Kurzbeschreibung

an Luft selbstentzündliche, farblose Flüssigkeit<ref name=roempp>Eintrag zu DIBAL. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref><ref name="Nouryon"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 214-729-9
ECHA-InfoCard 100.013.391
PubChem 14487
ChemSpider 10430352
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 142,22 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,79 g·cm−3<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.</ref><ref name="Nouryon"/>

Schmelzpunkt

−80 °C<ref name="HoWi"/><ref name="Nouryon"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Product Data Sheet Nouryon (Memento vom 25. Juli 2019 im Internet Archive).</ref>

Siedepunkt

114 °C (bei 1 hPa)<ref name="HoWi"/>

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 250​‐​260​‐​314
EUH: 014
P: 210​‐​222​‐​231+232​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Diisobutylaluminiumhydrid (Abk. DIBAL, DIBAL-H, DIBALH, DIBAH) ist ein Reduktionsmittel mit der chemischen Formel (i-Bu)2AlH (i-Bu = Isobutyl).

Herstellung

DIBAL ist sowohl in Substanz, komfortabler jedoch in Lösung (z. B. in Toluol) kommerziell erhältlich. Es kann durch β-Hydrideliminierung aus Triisobutylaluminium synthetisiert werden.

Eigenschaften

DIBAL ist luft- und feuchtigkeitsempfindlich und reagiert heftig mit Wasser.<ref name="Nouryon" />

Verwendung

DIBAL wird vor allem in der organischen Synthese für verschiedene Reduktionen verwendet (siehe: Hydroaluminierung) und liegt in der Reaktivität zwischen Lithiumaluminiumhydrid (LiAlH4) und Natriumborhydrid (NaBH4).

Ein typisches Einsatzgebiet von DIBAL ist die direkte Reduktion von Estern zu Aldehyden. Um eine konsekutive Reduktion der gebildeten Aldehyde zu Alkoholen zu verhindern wird die Reaktion bei −78 °C durchgeführt.<ref>Ekkehard Winterfeldt: Applications of Diisobutylaluminium Hydride (DIBAH) and Triisobutylaluminium (TIBA) as Reducing Agents in Organic Synthesis. In: Synthesis. Band 1975, Nr. 09, 1975, S. 617–630, doi:10.1055/s-1975-34049.</ref> Bei der Verwendung von LiAlH4 beispielsweise werden die Ester stets zu Alkoholen weiterreduziert, während NaBH4 kaum Reaktivität (substituentenabhängig) gegenüber Estern besitzt.

Auch zur Reduktion von Nitrilen zu Aldehyden wird DIBAL häufig eingesetzt. Damit lässt sich die Reaktion so steuern, dass ein Molekül DIBAL-H immer nur ein Hydrid-Ion überträgt. Wegen der sperrigen iso-Butyl-Gruppen werden sterisch leicht zugängliche, elektrophile Zentren bevorzugt angegriffen.

DIBAL ist ein elektrophiles Reduktionsmittel, das gut mit elektronenreichen Verbindungen reagiert, während die Reaktivität gegenüber elektronenarmen Substraten eher gering ist.

Einzelnachweise

<references/>