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Dimethyltryptamin

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Vorlage:Infobox Chemikalie

N,N-Dimethyltryptamin, kurz DMT, ist ein halluzinogenes Tryptamin-Alkaloid. Es wird als Psychedelikum bzw. Entheogen geraucht (als freie Base oder aufgebracht auf Kräuter mit MAO-Hemmern als sogenanntes Changa), geschnupft (als Yopo und als Kristalle der freien Base) oder injiziert (als Fumaratsalz).<ref name="Strassman">Rick Strassman: DMT, Das Molekül des Bewusstseins, AT Verlag, Baden 2004, ISBN 3-85502-967-9.</ref> Peroral (etwa als Ayahuasca) wirkt es nur bei gleichzeitiger bzw. vorheriger Einnahme von Monoaminooxidase-Hemmern (kurz MAOH oder MAOI), da DMT sehr rasch (First-Pass-Effekt) vom körpereigenen Enzym Monoaminooxidase (Typ A) abgebaut wird.<ref name="Strassman" /><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Dimethyltryptamin wurde erstmals im Jahre 1931 von dem deutsch-kanadischen Chemiker Richard Helmuth Fredrick Manske (1901–1977) synthetisiert.

Wirkungen

DMT wirkt intensiv auf den visuellen Cortex des Gehirns ein und führt zu einer ausgeprägten Veränderung des visuellen Erlebens. Der Konsument bleibt sich in der Regel der Tatsache bewusst, dass er berauscht ist, und unterliegt im strengeren Sinn keinen Sinnestäuschungen, sondern extremen Formen von Pseudohalluzinationen. Höhere Dosierungen führen teils zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität. Der Konsum kann zu Erlebnissen führen, die einer Nahtoderfahrung ähnlich sind.<ref>DMT Models the Near-Death Experience. Front. Psychol., 15. August 2018, abgerufen am 1. September 2018. doi:10.3389/fpsyg.2018.01424</ref> Orale Einnahme, kombiniert mit MAO-Hemmern, führt meist zu Erbrechen, Durchfall und einer generell längeren Wirkungsdauer von 4–6 Stunden.

Pharmakologie

DMT wirkt als Voll-Agonist am 5-HT2A-Rezeptor<ref>Vorlage:Cite journal</ref> und bindet sich nicht selektiv mit Bindungsaffinitäten < 0,6 μM an folgende Serotonin-Rezeptoren: 5-HT1A, 5-HT1B, 5-HT1D, 5-HT2A, 5-HT2B, 5-HT2C, 5-HT6 und 5-HT7.<ref name="pmid19881490">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="pmid1828347">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="pmid2540505">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="pmid9768567">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="pmid20126400">T. S. Ray: Psychedelics and the human receptorome. In: PloS one. Band 5, Nummer 2, 2010, S. e9019, doi:10.1371/journal.pone.0009019. PMID 20126400, Vorlage:PMC.</ref> Auch bindet sich DMT an den Sigma-1-Rezeptor, was als Hinweis für seine Rolle als endogener Neurotransmitter gedeutet wird.<ref name="pmid19213917">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="pmid19278957">Vorlage:Cite journal</ref> Das Gehirn von Ratten ist in der Lage, DMT zu synthetisieren und auszuschütten in Konzentrationen, die vergleichbar mit bekannten Neurotransmittern sind.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Im Gegensatz zu typverwandten Halluzinogenen wie LSD, Psilocin und Meskalin bildet DMT keine Toleranz aus, der Grund dafür ist unklar.<ref name="PMID14761703">D. E. Nichols: Hallucinogens. In: Pharmacology & Therapeutics. Band 101, Nummer 2, Februar 2004, S. 131–181, doi:10.1016/j.pharmthera.2003.11.002. PMID 14761703.</ref> Untersuchungen an Ratten und Fliegen deuten darauf hin, dass DMT neuronale Plastizität fördert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Verwendung und Vorkommen

Datei:Bufo marinus from Australia.JPG
Aga-Kröte (Bufo marinus)
Datei:Mimosa tenuiflora — João de Deus Medeiros 003.jpg
Mimosa tenuiflora syn. Mimosa hostilis

In Südamerika wird DMT seit Jahrtausenden verwendet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Es ist der Hauptwirkstoff von Ayahuasca, einem zu Heilzwecken verwendeten Gebräu indigener Kulturen Südamerikas. Ayahuasca besteht aus einer DMT-Quelle (meist Psychotria viridis oder Diplopterys cabrerana) sowie monoaminooxidasehemmender Zutaten (meist Banisteriopsis caapi, eine Lianenart).<ref name="DOI10.1016/0378-8741(84)90003-5">Dennis J. McKenna, G.H.N. Towers et al.: Monoamine oxidase inhibitors in South American hallucinogenic plants: Tryptamine and β-carboline constituents of Ayahuasca. In: Journal of Ethnopharmacology. 10, 1984, S. 195–223, doi:10.1016/0378-8741(84)90003-5.</ref>

Weitere Pflanzen, in denen DMT mit erhöhtem Anteil enthalten ist, sind Mimosa hostilis, Anadenanthera peregrina, Codariocalyx motorius (Telegrafenpflanze), Schilfrohr (Phragmites australis), Phalaris arundinacea (Rohrglanzgras) und andere Unterarten, viele Arten der Gattung Acacia sowie weiteren Pflanzen. Das strukturell nah verwandte 5-Methoxy-N,N-dimethyltryptamin kommt in den Hautdrüsensekreten der Aga-Kröte vor.<ref name="pmid6792104">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="pmid18805646">Vorlage:Cite journal</ref><ref name="DOI10.1074/jbc.273.51.34502">M. A. Thompson: Rabbit Lung Indolethylamine N-Methyltransferase. cDNA AND GENE CLONING AND CHARACTERIZATION. In: Journal of Biological Chemistry. 273, S. 34502–34510, doi:10.1074/jbc.273.51.34502.</ref> Ob DMT in einigen Geweben, auch des menschlichen Organismus, als „endogenes Dimethyltryptamin“ produziert wird, ist noch nicht abschließend wissenschaftlich bewiesen, dennoch legen einige Untersuchungen diese Annahme nahe.<ref>Steven A. Barker, Ethan H. McIlhenny, Rick Strassman: A critical review of reports of endogenous psychedelic N,N-dimethyltryptamines in humans: 1955–2010. In: Drug Testing and Analysis. 4, 2012, S. 617–635, doi:10.1002/dta.422.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Rechtsstatus

Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland ist DMT auf Grund seiner Aufführung in der Vorlage:§§ des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Dasselbe gilt für DMT-haltige Pflanzen oder Stoffgemische, die für den Missbrauch zu Rauschzwecken vorgesehen sind. Der Umgang ohne Erlaubnis ist grundsätzlich strafbar.

Österreich

In Österreich ist DMT im Suchtmittelgesetz (SMG) erfasst. Der Erwerb, der Besitz, die Ein- und Ausfuhr, die Überlassung an und Verschaffung für andere (Weitergabe und Verkauf) sind strafbar. DMT-haltige Pflanzen sind nicht im Suchtmittelgesetz erfasst. Wenn Pflanzen für die Herstellung von DMT gezogen werden, ist das aber strafbar.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Kanada

Seit 2023 ist in der kanadischen Provinz Alberta die Nutzung von DMT zu medizinischen Zwecken im Rahmen der Psychotherapie mit Psychedelika legal.<ref>Vorlage:Cite news</ref>

Trivia

Die Berliner Band Knorkator widmeten dem Wirkstoff den Song «DMT», der als Single aus dem im September 2025 erschienenen Album Weltherrschaft für alle ausgekoppelt wurde.

Publikationen

Weblinks

Einzelnachweise

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