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Limonen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Dipenten)

{{#if: beschreibt die chemische Verbindung. Für die Zitrusfrüchte siehe unter Limone.

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}} Vorlage:Infobox Chemikalie

Limonen [[[:Vorlage:IPA]]] ist ein Naturstoff aus der Gruppe der Terpene (monocyclisches Monoterpen).

Struktur

Limonen kommt in Form zweier Enantiomere vor, dem (R)-(+)-Limonen [auch als D-(+)-Limonen oder kurz (+)-Limonen bezeichnet] und dem (S)-(−)-Limonen [auch als L-(−)-Limonen oder kurz (−)-Limonen bezeichnet]. Das Racemat der beiden Enantiomere wird auch Dipenten genannt.

Limonen
Name (R)-Limonen (S)-Limonen
Andere Namen (+)-Limonen
D-Limonen
(−)-Limonen
L-Limonen
Strukturformel Datei:Chemical structural formula of (R)-Limonene.svg Datei:Chemical structural formula of (S)-Limonene.svg
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
Vorlage:CASRN (unspez.)
EG-Nummer 227-813-5 227-815-6
205-341-0 (unspez.)
ECHA-Infocard Vorlage:ECHA Vorlage:ECHA
Vorlage:ECHA (unspez.)
PubChem Vorlage:PubChem Vorlage:PubChem
Vorlage:PubChem (unspez.)
FL-Nummer 01.045 01.046
Wikidata Q27888324 Q27089405
Q278809 (unspez.)

Geschichte

Limonen wurde erstmals 1878 von Gustave Bouchardat durch Erhitzen von Isopren hergestellt.

Vorkommen

Limonen ist das in Pflanzen am häufigsten vorkommende Monoterpen. (R)-(+)-Limonen ist vor allem in Pomeranzenschalenöl, in Kümmelöl, in Dill,<ref name="FFJ1997-305" /> in Grünem Kardamom,<ref name="Dr. Duke +" /> in Sellerie,<ref name="Dr. Duke +" /> in Korianderöl, in Krauseminzöl,<ref name="AJ_2010_129" /> in Lorbeer,<ref name="Dr. Duke +" /> in Muskatnuss,<ref name="Dr. Duke +" /> in Petersilie,<ref name="Dr. Duke +" /> in Teebaumöl,<ref name="Dr. Duke +" /> in Zitronenöl (ca. 65 %)<ref>Vorlage:RömppOnline</ref> und in Orangenöl (meist >90 %)<ref>Vorlage:RömppOnline</ref> enthalten. Es weist einen orangenartigen Geruch auf. Dagegen ist (S)-(−)-Limonen in Minzölen<ref name="Ullmann" /> (wie Pfefferminze, Acker-Minze,<ref name="Dr. Duke -" /> Speer-Minze,<ref name="Dr. Duke -" /> Polei-Minze<ref name="Dr. Duke -" /> und Wasserminze<ref name="Dr. Duke -" />) sowie in Baldrian (Valeriana officinalis),<ref name="Dr. Duke -" /> Edeltannen- und Koniferenöl<ref name="Ullmann" /> und in Hanf (Cannabis sativa L.)<ref>Vorlage:Literatur</ref> enthalten und riecht nach Terpentin. Das racemische Limonen kommt unter anderem im Kienöl, im sibirischen Bayöl,<ref name="FFJ1995" /> Fichtennadelöl, Neroliöl, Muskatnussöl<ref name="Dr. Duke +-" /> und Campheröl, im Basilikum,<ref name="Dr. Duke" /> Wacholder<ref name="FFJ_1995_203" /> und in Waldkiefern<ref name="FFJ_1995_203" /> vor.

Gewinnung/Darstellung

Limonen wird in erster Linie durch Naturstoffextraktion gewonnen. (R)-(+)-Limonen fällt in großen Mengen als Nebenprodukt bei der Orangensaftproduktion an und wird durch Wasserdampfdestillation der dabei anfallenden Schalen gewonnen.<ref name="Ciriminna">Rosaria Ciriminna, Monica Lomeli-Rodriguez, Piera Demma Carà, Jose A. Lopez-Sanchez und Mario Pagliaro: Limonene: a versatile chemical of the bioeconomy, Chem. Comm., 2014, 50, S. 15288–15296, doi:10.1039/c4cc06147k.</ref> (S)-(−)-Limonen wird in verhältnismäßig kleinen Mengen aus den entsprechenden Ölen extrahiert. Das racemische Limonen fällt als Nebenprodukt bei der säurekatalysierten Isomerisierung von α- und β-Pinen an.

Biosynthese

Die Biosynthese von Limonen geht von Geranylpyrophosphat (GPP) aus.

Biosynthese aus Geranylpyrophosphat (GPP)
Biosynthese aus Geranylpyrophosphat (GPP)

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Der spezifische Drehwinkel beträgt [α]20D +126,3° [D-Limonen] bzw. −126,3° [(S)-Limonen].<ref name="Surburg2016">Vorlage:Literatur</ref>

Chemische Eigenschaften

Limonen ist licht-, luft-, wärme-, alkali- und säureempfindlich und autoxidiert zu Carvon.

Durch zwei aufeinander folgende Reaktionen mit Sauerstoff und Kohlendioxid entsteht Polylimonencarbonat, ein Stoff mit Polystyrol-ähnlichen Eigenschaften. Es ist Ausgangsstoff zur Synthese des β-Selinen, wobei es im ersten Schritt mit Diboran reagiert und dann mit Wasserstoffperoxid oxidiert wird.

Sicherheitstechnische Kenngrößen

Limonen bildet bei höherer Temperatur entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 50 °C.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes" /> Der Explosionsbereich liegt zwischen 0,7 Vol.‑% (39 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 6,1 Vol.‑% (345 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes" /> Die Grenzspaltweite wurde mit 1,14 mm bestimmt.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes" /> Es resultiert damit eine Zuordnung in die Explosionsgruppe IIA.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes" /> Die Zündtemperatur beträgt 255 °C.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes">E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen. Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase. Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft, Bremerhaven 2003.</ref> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.

Geruch

Reines (R)-Limonen riecht höchstens schwach nach Orange. Der Orangengeruch von (R)-Limonen wird größtenteils von Verunreinigungen aus dem Ausgangsprodukt Orangenöl erzeugt. (S)-Limonen hingegen riecht nicht nach Zitrusfrüchten, sondern terpentinartig.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Verwendung

Datei:Rückseite Dontodent-Zahnpasta.jpg
INCI-konforme Deklaration der Inhaltsstoffe einer Zahnpasta

Traditionell wird Limonen als preiswerter Duftstoff eingesetzt.<ref name="Weber">Juliane Daphi-Weber, Heike Raddatz, Rainer Müller: Untersuchung von Riechstoffen – Kontrollierte Düfte, S. 94–95, in Band V der Reihe HighChem hautnah – Aktuelles aus der Lebensmittelchemie (Herausgegeben von der Gesellschaft Deutscher Chemiker) 2010, ISBN 978-3-936028-64-5.</ref> Es ist als Aromastoff in Lebensmitteln zugelassen.<ref>Vorlage:EU Food Flavourings DB</ref>

Das gramnegative Bakterium Pseudomonas putida DSM 12264 vermag R-(+)-Limonen regioselektiv zur R-(+)-Perillasäure zu oxidieren, einem natürlichen Konservierungsmittel für Kosmetika.<ref name="Eckermann" /> Die biotechnologische Herstellung von R-(+)-Perillasäure aus R-(+)-Limonen im Labormaßstab wurde im Jahr 2010 verbessert. Der entwickelte Bioprozess stellt eine vielversprechende Option für eine industrielle Anwendung dar.<ref>M. A. Mirata et al.: Integrierte Bioproduktion und selektive Aufreinigung von Perillasäure, Chemie Ingenieur Technik. 82, 2010, S. 101–109.</ref>

Das R-(+)-Limonen wird als pflanzliches Insektizid verwendet.

Auch dient es als Ausgangsstoff für die Synthese von synthetischem THC (Dronabinol).<ref>ApSimon: "The Total Synthesis of Natural Products" Vol. 4 John Wiley & Sons, New York Chichester Brisbane Toronto, S. 233.</ref> In neueren Prozessen dient Limonen auch als Ausgangsprodukt für Biokunststoffe.<ref>Bähr, M.; Bitto, A.; Mühlhaupt, R.: Cyclic limonene dicarbonate as a new monomer for non-isocyanate oligo- and polyurethanes (NIPU) based upon terpenes. In: Green Chemistry 14 (1012), S. 1447–1454, doi:10.1039/C2GC35099H.</ref><ref>Firdaus, M.; Meier, M.A.R.: Renewable polyamides and polyurethanes derived from limonene. In: Green Chemistry 15 (1013), S. 370–380, doi:10.1039/C2GC36557J.</ref>

Heute wird es vorwiegend als biogenes Lösungsmittel verwendet und dient als Reiniger und Verdünnungsmittel, beispielsweise in der Lackindustrie.

Biologische Bedeutung

Beim Metabolismus des Limonens entsteht hauptsächlich Perillasäure, Dihydroperillinsäure, Limonen-1,2-diol und Uroterpenol. Limonen wirkt reizend. Seine Oxidationsprodukte D-(−)-Carvon und mehrere Isomere des Limonenoxid, die aus Limonen an der Luft entstehen, sind allergieauslösend.<ref>A.T. Karlberg et al. (1992): Air oxidation of d-limonene (the citrus solvent) creates potent allergens. In: Contact Dermatitis. Bd. 26, S. 332–340, PMID 1395597.</ref>

Sicherheitshinweise

R-(+)-Limonen wurde als für den Menschen nicht karzinogen eingestuft.<ref>Vorlage:HSDB</ref>

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references> <ref name="Eckermann"> Vorlage:Literatur
Für die biotechnologische Herstellung von Perillasäure verlieh die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ (AiF) den Otto von Guericke-Preis 2011 an Jens Schrader vom Karl-Winnacker-Institut (heute DECHEMA-Forschungsinstitut). </ref> <ref name="FFJ_1995_203"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="FFJ1995"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Ullmann"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="FFJ1997-305"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="AJ_2010_129"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Dr. Duke"> Vorlage:DrDukesDB </ref> <ref name="Dr. Duke +"> Vorlage:DrDukesDB </ref> <ref name="Dr. Duke -"> Vorlage:DrDukesDB </ref> <ref name="Dr. Duke +-"> Vorlage:DrDukesDB </ref> </references>