Zum Inhalt springen

Dogaressa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Pietro da Fano, Giovanna Dandolo, Wife of Pasquale Malipiero (reverse), c. 1452-1464, NGA 44557.jpg
Das erste Porträt einer Dogaressa wurde von Pietro da Fano geschaffen, wie erst 1883 erkannt wurde.<ref>Hubert Janitschek (Red.): Repertorium für Kunstwissenschaft, Bd. 10, Berlin/Stuttgart/Wien 1887, Nachdruck Walter de Gruyter, 1968, S. 331. Der Verfasser beruft sich auf Julius Friedländer: Ein Medaillon des Petrus de Domo Fani, in: Zeitschrift für Numismatik 10 (1883) 237–239 (Digitalisat).</ref> Die Medaille aus Bronze mit dem Porträt der über 60 Jahre alten Dogaressa Giovanna Dandolo († 1462) hat einen Durchmesser von 9,28 cm und ein Gewicht von 262,6 g. Die Medaille befindet sich in der Washingtoner National Gallery of Art.
Datei:Niccolò Semitecolo - Crocifissione, Monumento funebre del doge Michele Morosini, 1382 - Basilica dei Santi Giovanni e Paolo, Venezia.jpg
Das um 1382 geschaffene Grabmal Michele Morosinis in der Kirche San Zanipolo (Detail), der Doge (links) und die Dogaressa Cristina Condulmer (rechts) kniend und in Gebetshaltung zu Füßen des gekreuzigten Jesus. Das Grabmal bietet eine der ältesten bildlichen Darstellungen einer Dogaressa, wenn es sich auch weniger um ein Porträt als um eine symbolische Darstellung handelt.
Datei:Andrea Vicentino - Lo sbarco a San Marco della dogaressa Morosina Morosini Grimani.jpg
Die Ausfahrt der Dogaressa Morosina Morosini von San Marco, Andrea Vicentino (ca. 1542–1618)

Dogaressa war der Titel der Ehefrau des jeweils amtierenden venezianischen Dogen. Die erste bekannte Ehefrau eines Dogen war eine „Carola“, die fränkische Frau des Obelerio Antenoreo, im frühen 9. Jahrhundert. Sie kann jedoch kaum als Dogaressa bezeichnet werden, auch ist ihr Name nicht überliefert, er ist eine sehr viel spätere Erfindung. Im Frühmittelalter sollten weibliche Angehörige auswärtiger Mächte, die einen Dogen ehelichten, vorrangig dem Prestige des aufstrebenden Venedig dienen, aber auch Bündnisse festigen. Zugleich bewirkten diejenigen Dogaresse, die aus Byzanz stammten, erhebliche kulturelle Veränderungen, die die venezianische Geschichtsschreibung ignorierte oder als dekadent zu diffamieren suchte.

Die letzte amtierende Dogaressa war gegen Ende der Republik Elisabetta Grimani († 1792). Ähnlich wie der Doge wurde die Dogaressa gekrönt, hatte Anspruch auf einen feierlichen Einzug und einen kleinen Hofstaat. Ihr Symbol war ein goldener Schleier und eine Krone in ähnlicher Form wie die Mütze des Dogen. Für die dominierenden Adelsfamilien, die sich bei den Dogenwahlen nicht hatten durchsetzen können, war die Position einer Dogaressa eine Möglichkeit der informellen Einflussnahme. Diese Möglichkeiten wurden jedoch nach und nach ebenso eingedämmt, wie diejenigen des Dogen.

Titel und frühe Bezeichnungen

Die früh- und hochmittelalterlichen Dogengattinnen wurden als coniunx, dann ducissa, dukissa oder duchessa bezeichnet<ref>Gino Benzoni: I dogi, Electa, 1982, S. 163.</ref>, später auch als Principessa<ref>So etwa bei Francesco Sansovino: Delle cose notabili che sono in Venetia, Francesco Rampazetto, Venedig 1565, S. 9v. Dort erscheinen Doge und Principe, Dogaressa und Principessa.</ref>. Der Chronist Johannes Diaconus nannte Maria, die byzantinische Ehefrau des Dogen um 1000 nur ductrix,<ref>Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200-1500, Springer, 2006, S. 206, Anm. 13.</ref> da sie keine besondere verfassungsmäßige Rolle auszufüllen hatte.

Geschichte, Rechtsrahmen, gesellschaftliche Verankerung

Ab dem Spätmittelalter regelten zunehmend Verbote und Beschränkungen ihren Aufgabenbereich, dann detailreiche Gesetze. Formal hatte die Dogaressa keine politischen Rechte, sondern sie sollte den Ruhm des Staates und seine Tugenden repräsentieren. Daher wurde im Falle der Verwitwung erwartet, dass sie ins Kloster ging. Ab dem 13. Jahrhundert durfte die Dogaressa keine ausländischen Würdenträger mehr empfangen, ähnlich wie der Doge, der diese nur in Gegenwart seiner Berater sprechen durfte. Ab 1342 durfte die Dogaressa keine wirtschaftlichen Geschäfte mehr führen.

Ihr politischer Einfluss und dessen Einhegung

Datei:Palma il Giovane Crociferi endowment.jpg
In einem Gemälde von Jacopo Palma d. J. von 1585 nehmen im Jahr 1268 Doge und Dogaressa (Renier Zen und seine Frau Aluica) an einer Ratssitzung teil, in der das Procedere der Dogenwahl endgültig festgelegt wird; Oratorio dei Crociferi in Santa Maria Assunta.

Die Kinder der Dogaresse stiegen oftmals in die höchsten Staatsämter auf, umgekehrt nutzten die Familien die Verehelichungen zur Einflussnahme auf die Politik. So waren zwei Frauen der Familie Dandolo mit Dogen verheiratet. Giovanna Dandolo, von der das einzige Porträt einer Dogaressa des Mittelalters und der Renaissance überliefert ist,<ref>Peter Humfrey: The Portrait in Fifteenth-Century Venice, in: Dale Tucker, Margret Aspinwall (Hrsg.): The Renaissance Portrait. From Donatello to Bellini, Metropolitan Museum of Art, New York 2011, S. 48–63, hier: S. 61 (Abbildung).</ref> und die als Ehefrau von Pasquale Malipiero Dogaressa von 1457 bis 1462 war, sowie Zilia Dandolo.

Ähnlich wie im Falle des Dogen, wo die Gegner einer Entwicklung zu königgleicher Stellung die Möglichkeit sahen, durch einen Amtseid (promissio) die Macht des Staatsoberhauptes zu kontrollieren, wurden die darin enthaltenen Beschränkungen auch für die Dogaressa festgesetzt. Die promissio des Dogen enthielt seit dem 12. Jahrhundert allerlei Verpflichtungen, aber auch Amtsbeschränkungen. Sie musste seit Enrico Dandolo in schriftlicher Form vorliegen und öffentlich beeidet werden. Offenbar wurde auch die ducissa, die in den Eiden immer mit dem lateinischen Titel angesprochen wird, niemals mit der Bezeichnung mulier oder uxor (Ehefrau), als einzubindender Teil des Machtapparates und als potentielle Gefahr für das fragile Machtgleichgewicht in der Stadt gesehen.

Dies galt vor allem für die Verwandten ausländischer Potentaten, die womöglich noch Inhaber von dortigen Lehen waren. Daher kamen Kandidaten für das Dogenamt ab 1275 nicht mehr in Frage, wenn ihre Frauen Ausländerinnen waren, oder wenn sie Lehen mit in die Ehe gebracht hatten.

Um die Fokussierung oder öffentliche Verherrlichung auf die Stadt umzulenken, kam es zu weiteren Regulierungen. Dabei kam der Dogaressa im zeremoniellen Rahmen der hochentwickelten Staatsinszenierung im öffentlichen Raum wachsende Bedeutung zu. Dort konnten die sozialen Gruppenzugehörigkeiten, die Hierarchien, aber auch die ästhetische Wirkung einer solchen Veranstaltung in Szene gesetzt werden. Andererseits hing ihre Rolle ausschließlich von der Autorität ihres Ehemannes ab, der sie formal zum Eid veranlasste. Die erste Nennung einer Dogaressa in einem solchen Amtseid erfolgte im Eid Jacopo Tiepolos von 1229, und zwar im Zusammenhang mit Geschenken. Die erste breite Schilderung eines Einzugs in den Dogenpalast erfolgte anlässlich der Zeremonien von 1268, als Marchesina Ghisi ihren feierlichen Einzug hielt.

Zu dieser Zeit durfte sowohl der Doge als auch seine Frau Venedig noch verlassen, ohne vorher um Genehmigung zu fragen. Während jedoch der Doge ab 1289 noch nicht einmal ohne Erlaubnis nach Torcello fahren durfte, geschweige denn das venezianische Herrschaftsgebiet verlassen, durfte die Dogaressa Venedigs Herrschaftsgebiet durchaus verlassen – vielleicht eine Reminiszenz an frühere Dogaresse, die ja vielfach aus dem Ausland stammten und von ihrem Stand her Anspruch auf Geschenke hatten.<ref>Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon, Palgrave MacMillan, 2006, S. 21.</ref>

Geschenke

So hatten seit Doge Renier Zen zwei Paduaner Orte, nämlich Piove di Sacco und Corte, die Pflicht, der Dogaresse Leinen im Wert von 100 Libra zu „schenken“. Spätestens ab 1312 musste die dortige Zunft alljährlich zu Ostern der Dogaressa ‚ein schönes Stück Tuch‘ zukommen lassen. Ab dem 14. Jahrhundert kamen gegerbte Kuh- oder Schafhäute hinzu. Ab 1462 mussten die Stoffhändler der Dogaressa eine in Gold gewirkte Tasche im Wert von vier Dukaten zukommen lassen, in der sich acht Soldi novi zu finden hatten. Die Dogaressa ihrerseits verteilte derartige Taschen an die Ratgeber ihres Mannes und den Großkanzler. Diese vier Geschenke wurden als regalie bezeichnet. Dies spiegelte und förderte zugleich eine enge Beziehung der Dogaressa zu den Zünften und Gilden, insbesondere zu den zahlreichen Zünften der Tuchverarbeitung und des Handels, sowie einigen Orten des Herrschaftsgebietes.

Ähnliches galt innerhalb Venedigs. Das Kloster San Zaccaria, dessen Nonnen immerhin die Dogenmütze herstellten, und das der Doge jedes Jahr zu Ostern besuchte – zumal sein Herrschaftssitz, der Dogenpalast, auf dem Gelände des Klosters stand –, erhielt vergängliche Geschenke, wie man sie vorzog, um keine symbolischen Dauerhaftigkeiten zu schaffen. Zum Fest des hl. Clemens erhielt die Dogaressa von den Nonnen zwei Schalen mit Mandelkuchen. Sie schenkte im Gegenzug Fisch und drei Amphoren Wein. Ab 1275 durfte die Dogaressa, ähnlich wie ihr Gatte, Geschenke nur noch zu Weihnachten und an bestimmte Kreise vergeben.<ref>Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon. Palgrave MacMillan, 2006, S. 24 f.</ref>

Schutzherrin, Förderin

Auf dem Feld der staatlichen Legitimation und der Herleitung der Rechte Venedigs von einem christlichen Urgrund spielte die Ehefrau des Dogen schon sehr früh eine zentrale Rolle. So war Felicitas, die Frau des Dogen Giustiniano Particiaco, nicht nur Nachlassverwalterin und Erbin ihres 829 verstorbenen Mannes, sondern vor allem verantwortlich für die Reliquien des Evangelisten Marcus, des Schutzheiligen Venedigs, die in die Markuskirche gelangt waren.

Im Spätmittelalter war die Dogaressa Schutzherrin verschiedener Scuole, also der geistlichen und karitativen Korporationen, Handwerker- und Händlergilden der Republik Venedig. Für Zilia Dandolo (1556–1559, † 1566), die 1526 Lorenzo Priuli geehelicht hatte, errichtete die ungemein vermögende Arte dei Beccai, die Metzgerzunft, 1557 für ihren Einzug einen Triumphbogen auf der Piazzetta beim Markusdom,<ref>Evelyn Korsch: Bilder der Macht. Venezianische Repräsentationsstrategien beim Staatsbesuch Heinrichs III. (1574), Walter de Gruyter, 2013, S. 51.</ref> wohl der erste jemals in Venedig errichtete Triumphbogen.<ref>Mary E. Frank: A Face in the Crowd: Identifying the Dogaressa at the Ospedale dei Crociferi, in: Katherine A. McIver (Hrsg.): Wives, Widows, Mistresses, and Nuns in Early Modern Italy, Routledge, London 2012, S. 99–118, hier: S. 111; Maximilian L. S. Tondro: The first triumphal arch in Venice, in: James Ronald Mulryne, Elizabeth Goldring (Hrsg.): Court Festivals of the European Renaissance. Art, Politics and Performance, Aldershot/Burlington 2002, S. 335–362.</ref>

Giovanna Dandolo, Dogaressa von 1457 bis 1462, förderte in besonderem Maße die Nadelspitzenindustrie und das Klöppelhandwerk auf der Insel Burano, die dort, ebenso wie auf Pellestrina, noch immer bestehen. Zudem förderte sie den frühen Buchdruck in Venedig, der zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt aufstieg.

Die letzten Dogaresse, Zeremonien

Datei:Dogaressa.jpg
Morosina Morosini, Dogaressa von 1595 bis 1606, porträtiert von Jacopo Tintoretto: la Dogaressa
Datei:Pinacoteca Querini Stampalia - Ritratto della dogaressa Elisabetta Querini Valier, 1694 - Nicolò Cassana.jpg
Niccolò Cassana (1659–1714): Elisabetta Querini, Dogaressa von 1694 bis 1700, 1694, Pinacoteca Querini Stampalia

Die Zeit vom 16. Jahrhundert bis 1797 kannte offiziell nur zehn Dogaresse.<ref>Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon. Palgrave MacMillan, 2006, S. 5.</ref> Ihr Krönungszeremoniell war bald umstritten. So wurde es nach Taddea Michiel (1478) bis Zilia Dandolo (1557) nicht mehr durchgeführt. Nach der Krönung der Morosina Morosini am 4. Mai 1597 wurde die Krönung 1645 m.v. (10. Januar 1646) für bedenklich erachtet und untersagt, mit der Begründung, sie stelle zu sehr Luxus zur Schau. Daher wurden die übrigen Zeremonien ebenfalls drastisch reduziert.<ref>Paula Findlen, Wendy Wassyng Roworth, Catherine M. Sama: Italy’s Eighteenth Century. Gender and Culture in the Age of the Grand Tour, Stanford University Press, 2009, S. 87.</ref> Die letzte gekrönte Dogaressa, Elisabetta Querini, wurde jedoch – unter Umgebung des besagten Verbotes – 1694 feierlich gekrönt. Ab 1700 durfte die Dogaressa auch keine Krone mehr tragen oder Geschenke von Honoratioren entgegennehmen. 1763 erhielt die Dogaressa Pisana Corner als letzte einen feierlichen Einzug. Einen solchen Staatsakt erhielt wohl nicht als erste Dogaressa Marchesina Ghisi im Jahr 1268, doch hinterließ Martino da Canale die erste ausführliche Beschreibung einer solch aufwändigen Inszenierung.

Tod und Beisetzung

Viele der Dogen waren bei ihrem Ableben Witwer, so dass die Zahl der Dogaresse, die während seiner Amtszeit, die oft kurz war, beigesetzt wurden, klein war. Dies geschah 1479 und 1572. Damit wurde gleichsam ein Ritual zur Beendigung ihres Amtes zwingend, während die Dogenwitwen weniger öffentlich beigesetzt wurden, zumal von ihnen lange erwartet wurde, dass sie nach dem Tod des Gatten ins Kloster gingen. Im Staatsritual waren Begräbnisse dennoch von großer Bedeutung. In späterer Zeit wurden die Rituale immer differenzierter.<ref>Holly S. Hurlburt: Death and the Dogaressa, in: Dies.: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wives and Icons, 2006, S. 122–155.</ref>

Links und rechts des Haupteingangs der Markusbasilika befinden sich zwei Nischen, in denen der Doge Vitale Michiel I. und seine Frau Felicia in Gräbern beigesetzt wurden. Es handelt sich damit um das erste Grabmal einer Dogaressa.<ref>Debra Pincus: The Tombs of the Doges of Venice, Cambridge University Press, 2000, S. 168 f.</ref>

Verstarb die Dogaressa, so wurde sie in einen goldenen Mantel gehüllt, ihr wurden weiße Handschuhe angezogen, eine Haube aufgesetzt. Ihr Gesicht wurde mit einem Schleier bedeckt, nämlich mit dem, den sie bei öffentlichen Zeremonien getragen hatte. Dann wurde ihr Leichnam im größten Raum ihres Hauses zwischen vier Fackeln aufgebahrt. Zu ihren Füßen wurde ein Kreuz aufgestellt.

In Begleitung nur eines Priesters und eines Klerikers wurde sie nach Mitternacht nach San Marco gebracht und unter einem Katafalk abgelegt. Am nächsten Tag wurde unter Rezitationen und in Musikbegleitung die Begräbnisfeierlichkeit begangen, um dann in einer feierlichen Prozession die Tote in die Familiengruft zu bringen.<ref>Fabio Mutinelli: Lessico veneto, Venedig 1851 (ND Bologna 1978), S. 129.</ref>

Grabmonumente und bildliche Darstellungen

Datei:Frari (Venice) - Chapter Room - Monument to Doge Francesco Dandolo - Doge Francesco Dandolo and his Wife Presented to the Madonna by Paolo Veneziano.jpg
Die Heiligen Franziskus und Elisabeth präsentieren der Madonna den Dogen Francesco Dandolo und die Dogaressa Elisabetta Contarini; es handelt sich um die älteste bildliche Darstellung einer Dogaressa, sie befindet sich in der Frari-Kirche, genauer in der Lünette oberhalb der Urne. Die Dogaressa und ihre Patronin sind wie franziskanische Tertiarierinnen gewandet.
Datei:Left transept of Santi Giovanni e Paolo (Venice) - Tomb of dogaressa Agnese Venier (†1410).jpg
Grabmal der Agnesina da Mosto Venier (Agnese da Mosto) in San Zanipolo, ebenso wie ihrer Töchter Orsola Venier († 1471) und Petronilla de Toco. Es handelt sich um eine Arbeit des Bildhauers Filippo di Domenico (bl. 1394–1423).

Viele der Dogaresse fanden ihre letzte Ruhestätte in den Grabmonumenten ihrer Ehemänner. Nur zwei von ihnen erhielten ein persönliches Grabmonument, nämlich Felicita, die Ehefrau des Dogen Vitale Michiel I., im Atrium von S. Marco und Agnese da Mosto, die Frau des Antonio Venier, in San Zanipolo.

Für einige wurden einfache Bodengräber errichtet, wie für Marina Gallina, Frau des Dogen Michele Steno (S. Andrea di Zirada), für Dea Morosini (Niccolò Tron) in S. Giobbe, Contarina Contarini (Nicolò Marcello) in Corpus Domini, Regina Gradenigo (Andrea Vendramin) in S. Domenico di Castello, dann für Zilia Dandolo (Lorenzo Priuli) in S. Alvise, sowie für Laura Corner (Giovanni II. Corner) in den Eremite.

Loredana Marcello (Alvise Mocenigo I.), Morosina Morosini (Marino Grimani), Paolina Loredan (Carlo Contarini) und Elisabetta Querini (Silvestro Valier) erhielten Marmorskulpturen in den Grabmälern ihrer Ehemänner.

Elisabetta Contarini erhielt ein Porträt, das sie zusammen mit ihrem Mann Francesco Dandolo darstellt. Es befindet sich in der Lünette oberhalb der Urne. Die Frau des Giovanni Dolfin, eine Giustinian, wurde in Form einer Skulptur zusammen mit ihrem Mann auf der Urne dargestellt. Ebenso gemeinsam mit ihrem Ehemann Michele Morosini erscheint Cristina Condulmer in einem Mosaik oberhalb des Katafalks. Auf den jeweiligen Bögen (arche) erscheinen Jacobina mit Jacopo Contarini und Michele Steno mit seiner Frau Marina Gallina.<ref>Andrea Da Mosto: I dogi di Venezia con particolare riguardo alle loro tombe, Ferdinando Ongania, Venedig [1939], S. 13.</ref>

Historische Arbeiten

Die erste Studie, die sich der Dogaressa widmete, stammt von Giovanni Palazzi (1633–1713) in seinen Fasti ducales von 1696.<ref>Giovanni Palazzi: Fasti ducales ab Anafesto I. ad Silvestrum Valerium Venetorum ducem. Cum eorum Iconibus, Insignibus, Nummismatibus Publicis & Privatis aere sculptis: Inscriptionibus ex Aula M. Consilii, ac Sepulchralibus. Adiectae sunt Adnotationes ad Vitam cuiusque Principis, rerum quae omissae fuerant, Venedig 1696 (Digitalisat).</ref> Schon 1681 hatte er biographische Informationen über dreizehn Dogaresse des 9. bis 16. Jahrhunderts vorgelegt (La virtù in Giocco), die allerdings nicht sehr verlässlich sind.<ref>Giovanni Palazzi: La virtù in gioco ovvero Dame patritie di Venezia famose per nascita per lettere per armi, per costumi, Venedig 1681.</ref>

Datei:The dogaressas of Venice (the wives of the doges) (IA dogaressasofveni01stal).pdf
Edgcumbe Staley: The Dogaressas of Venice (The Wives of the Doges), London 1910, ist nicht zitierfähig

Noch erzählfreudiger, historisch ungenauer und vielfach fehlerbehaftet ist The Dogaressas of Venice von Edgcumbe Staley, das 1910 erschien. Staleys Opus gehört, wie Holly S. Hurlburt 2006 anmerkte, zu einer „tradition of a romanticized, exaggerated, and often outright fabricated treatment of the dogaressa“. Für diese Art von ‚romantisierenden, übertreibenden und oftmals schlicht erfundenen Darstellungen‘ stehe das Fiktionale und Phantasievolle im Vordergrund, dem Geschichtenerzählen werde vielfach die historische Genauigkeit geopfert. Staley überschritt zudem immer wieder die Grenze zwischen Geschichte und Legende.<ref>Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon, Palgrave MacMillan, 2006, S. 7.</ref>

Auch die Überblickswerke von Andrea Da Mosto und Pompeo Molmenti entbehren nicht romantisierender und vorurteilsbeladener Darstellungen, die zahlreiche Elemente aus der venezianischen Tradition als tatsächliche historische Vorgänge unkritisch übernehmen. Zudem transportieren sie Modelle und Beengungen ihrer Epoche, die die Rolle und Möglichkeiten, aber auch die menschliche Natur betrafen. Dennoch sind sie im Faktischen zuverlässig.

Eine systematische Darstellung mit den rechtlichen und sozialen Hintergründen, der Rolle im venezianischen Staatsapparat, des kulturellen Einflusses etc. besteht bis heute nicht, wenn auch Holly S. Hurlburt mit ihrem 2006 erschienenen Werk The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon zumindest das spätere Mittelalter mit den 33 Dogaressa dieser drei Jahrhunderte genauer untersucht hat.

Von Dezember 2023 bis Mai 2024 fand im Palazzo Vescovile von Portogruaro die Ausstellung zum Thema La dogaressa tra storia e mito. Venezianità al femminile dal Medioevo al Novecento statt.<ref>Samantha De Martin: La dogaressa, tra storia e mito, si racconta in una mostra, arte.it, 15. Februar 2024.</ref>

Liste der überlieferten Namen von Ehefrauen amtierender Dogen

Die folgende Liste weist, da vielfach die Lebensdaten nicht bekannt sind, die Namen der Dogenfrauen auf, dann Namen und Regierungszeit der Ehemänner, also der Dogen, und damit die tatsächliche Amtszeit und maximale Amtsdauer der jeweiligen Dogaressa, zudem, wo möglich, die Lebensdaten. Dabei können viele der rund 90 Ehefrauen möglicherweise nicht als Dogaresse angesprochen werden (als gesichert können in dieser Hinsicht nur die Dogaresse der Zeit ab 1229 gelten).<ref>Die Liste richtete sich in einem ersten Entwurf nach der fehlerbehafteten Liste bei Edgcumbe Staley: The Dogaressas of Venice (The Wives of the Doges), T. Werner Laurie, London 1910, S. 315–317 (Digitalisat), korrigiert durch Angaben von Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon, Palgrave MacMillan, 2006, S. 187–192 (bis Lucia Ruzzini Barbarigo).</ref>

Ohne klare Kriterien, insbesondere für die frühmittelalterlichen Dogengattinnen, führte Marcello Brusegan im Jahr 2006 insgesamt 62 Dogaresse auf. Dabei weist seine Liste auch für die frühe Neuzeit immer noch Lücken auf.<ref>Marcello Brusegan: I personaggi che hanno fatto grande Venezia, Newton Compton, 2006, S. 457 f.</ref> Pompeo Molmenti führte 1887 gleichfalls 62 Dogen auf, bei denen jedoch zehn Ehefrauen hinzukamen, da manche Dogen mehr als einmal verheiratet waren. Zudem stimmen die aufgeführten Dogaresse nicht alle mit denen von Brusegan überein.<ref>Pompeo Molmenti: La dogaressa di Venezia, 2. Aufl., Turin/Neapel 1887, S. 407–409. Der Verfasser beruft sich explizit auf ein Manuskript im Museo Correr, wie er auf S. 407 anführt, das aus dem 18. Jahrhundert stammt („Le donne veneziane. Mss. Dolfin Gradenigo, n. 66“). Lakonisch merkt Molmenti an: „Non abbiamo voluto toglierne gli errori e le ommissioni, che potranno facilmente essere corretti dal lettore, che ci ha seguito nell’opera nostra.“ Er wollte also die Irrtümer und Auslassungen nicht entfernen, da die Korrekturen für den aufmerksamen Leser seines Werkes ein Leichtes wären.</ref>

Für einige der Ehefrauen des Frühmittelalters wurden im Laufe der Zeit Namen erfunden oder gemutmaßt. Sie erscheinen hier in Anführungszeichen. In mindestens einem Fall, dem der Polissena Contarini, fand in der Literatur eine Verwechslung ihres Ehemanns mit dem amtierenden Dogen statt, der jedoch der Schwiegervater war. Sie wird hier aufgeführt, um eine „Rückkehr“ als Dogaressa zu verhindern. Traditionell behalten die Dogaresse ihren Geburtsnamen, nehmen also nicht den Namen des jeweiligen Dogen an, obwohl sie in den zeitnahen Quellen oftmals unter den Familiennamen ihrer Ehemänner erscheinen. Die Nummerierung erfolgt in dieser Tabelle nach den (nicht immer zuverlässigen) Angaben von Marcello Brusegan und kann daher nur vorläufig sein.

Nr. Name Lebensdaten Doge Herrschaftszeit
des Dogen
Familie/Eltern
der Dogaressa
Kinder Bemerkungen
„Eufrasia“. Orso Ipato 726–737 (fiktive) Figur in der italienischen jakobinischen Tragödie<ref>Paolo Bosisio: Le héros dans la tragédie jacobine italienne. Dramaturgie et interprétation, in: Arzanà 14 (2012) 131–146 (online).</ref>.
„Martia d’Este“<ref>Mit dieser Namensform bereits in der Discendenza de Principi di Este in Giovanni Battista Pigna: Historia de Principi di Este, Francesco Rossi, Ferrara 1570, o. S. (Digitalisat); nicht bei Marcello Brusegan.</ref> ? Obelerio Antenoreo 804–810 ? angebliche Ehefrau des Obelerio Antenoreo, erscheint in der Literatur wohl erst im 16. Jahrhundert
1 Carola“<ref>Diesen Namen führt noch Marcello Brusegan: I personaggi che hanno fatto grande Venezia, Newton Compton, 2006, S. 457 an.</ref> bl. 805, 811 Obelerio Antenoreo 804–810 Fränkin Die Hofdame soll Obelerius am Hof Karls des Großen 805 kennengelernt haben, ihr Name ist aber keinesfalls überliefert.
„Elena“<ref>Bei Brusegan, S. 457 f. nicht aufgeführt. Unter diesem Namen bei Staley, S. 16–19 und 315. Er behauptet ohne Quellenangaben, sie habe sich mit Blumen beschäftigt und sei fromm gewesen, der Zeitpunkt ihres Todes sei unbekannt (Digitalisat).</ref> ? Agnello Particiaco 810–827
2 Felicitas<ref>Bei Brusegan, S. 457 f. als „Felicita“.</ref> ? Giustiniano Particiaco 827–829 Agnellus (II.) erste namentlich in einer zeitnahen Quelle, dem Testament ihres Ehemanns, überlieferte Ehefrau eines Dogen
3 „Angela Sanudo“<ref>Agnella heißt seine Mutter in der zeitlich nächsten Quelle, der Istoria Veneticorum, III, 35 (Textedition). Bei Brusegan, S. 457 f. heißt es, der Doge sei ‚wahrscheinlich‘ mit einer Frau des Namens „Angela Sanudo“ verheiratet gewesen (Claudio Rendina: I dogi. Storia e segreti, Newton Compton, 1984, S. 60, Nummer 3).</ref> ? Pietro Tribuno 888–911 Dominicus, Patriarch von Grado, und Petrus, Vater des gleichnamigen Bischofs von Olivolo
4 Richelda<ref>Bei Brusegan, S. 457 als „Richelda“, bei Staley, S. 315 „Arcielda“.</ref> Pietro III. Candiano 942–959 wohl Langobardin Pietro IV, Vitale, Dominicus, Bischof von Torcello, Hugo
5 Johanna<ref>Bei Brusegan, S. 457 als „Giovanna“, bei Staley, S. 315 „Giovanniccia“.</ref> 959–963/966 Pietro IV. Candiano 959–976 Marina Candiano, Vitalis IV. Candiano, Patriarch von Grado von 967–1018 von ihrem Mann, dessen 1. Ehefrau sie war, vielleicht 966 ins Kloster San Zaccaria ‚gezwungen‘
6 Waldrada von Tuszien<ref>Bei Brusegan, S. 457 als „Waldrada“.</ref> 963/966–976 Pietro IV. Candiano 959–976 Walafried, Pietro (976 als Säugling zusammen mit seinem Vater ermordet) 2. Ehefrau Pietros IV. Candiano
7 Felicia Malipiero<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Felicia Malipiero (o Badoer)“, bei Staley, S. 315 „Felicita Malipiero“.</ref> Pietro Orseolo 976–978 Eine Tochter unbekannten Namens und den späteren Dogen Pietro II. Orseolo
8 Marina Candiano<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Marina Candiano“, bei Staley, S. 315 als „Marina“.</ref> Tribuno Memmo 979–991 Tochter Pietros IV. Candiano und seiner Frau Johanna (Giovanna)
9 Maria Candiano<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Maria“.</ref> Pietro II. Orseolo 991–1009 Giovanni (Mitdoge), Orso und Vitale (Kleriker), Ottone (Doge), Enrico (nichts weiter bekannt); Hicela (Icella, mit König von Kroatien als Joscella verheiratet), Felicita (Äbtissin von S. Giovanni Evangelista di Torcello), zwei weitere Töchter (Nonnen) Nur ihr Name Maria und die Namen ihrer fünf Söhne und zweier ihrer vier Töchter sind überliefert.
Maria<ref>Johannes Diaconus nennt sie „domna (vero) Maria greca ductrix“. Die Bezeichnung „ductrix“ kommt in seiner Istoria Veneticorum (IV, 73 und 75) nur an zwei Stellen vor, beide Male verleiht der Autor Maria diese Bezeichnung.</ref> Giovanni Orseolo 1004–1007 eine Tochter der Kaiserschwester Basileios II. und des Patricius Argyropoulos Basilios († 1007) † 1007; byzantinische Ehefrau des Mitdogen; das Paar fiel einer Epidemie ebenso zum Opfer, wie ihr gemeinsamer Sohn Basilios; zusammen mit ihrem Ehemann in San Zaccaria beerdigt, wird als „ductrix“ bezeichnet
10 „Elena“<ref>Als „Grimelda d‘Ungheria“ wohl eine Erfindung von Staley (S. 315). Bei Brusegan, S. 458 als „Elena“. Ansonsten auch als „Geiza“ bezeichnet, wohl in Verwechslung mit dem Namen ihres Vaters Géza.</ref> † 1026 Ottone Orseolo 1009–1026 eine der Töchter des Königs von Ungarn Géza In der Literatur erscheinen die Namen Elena und Gisela/Gisele. Ihr Name ist nicht überliefert.
11 Theodora Anna Doukaina<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Teodora“, bei Staley, S. 315 „Theodora Commeno“.</ref> verh. um 1075–1083 Domenico Silvo 1071–1084 Konstantin X. die letzte byzantinische Kaisertochter, die einen venezianischen Dogen heiratete
12 „Cornelia Bembo“<ref>Andrea Da Mosto: I dogi di Venezia nella vita pubblica e privata, Martello, 1983, S. 56. Bei Brusegan, S. 458 als „Cornelia Bembo“.</ref> Vitale Falier 1084–1096 Tochter unbekannten Namens, von Kaiser Heinrich IV. aus der Taufe gehoben
13 Felicita Corner<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Felicita Corner“, bei Staley, S. 315 „Felicia“.</ref> † 1102 (?) Vitale Michiel I. 1096–1102 beigesetzt in San Marco
14 Matilde<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Matilde“, bei Staley, S. 315 als „Matelda“.</ref> † nach 1128 Ordelaffo Falier 1102–1116
Victa<ref>Bei Staley, S. 315 als „Alicia“.</ref> Domenico Michiel 1118–1130 die gemeinsame Tochter Adelasa heiratet Pietro Polani, Leachim vertritt seinen Vater als „vice-dux“ sie erscheint in dieser Namensform bei Andrea Dandolo, zuständig für das Grabmonument<ref>Digitalisat, S. 237, Z. 11.</ref>
15 Adelasa<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Adelasa Michiel“.</ref> 1130–1144 Pietro Polani 1130–1148 Tochter des Vorgängers Domenico Michiel und der Victa Guido und Naimerio wird als „ducatrix“ bezeichnet
16 Sofia<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Sofia“, ebenso bei Staley, S. 315.</ref> Domenico Morosini 1148–1156 außer dem Namen und der gemeinsamen Begräbnisstätte ist über sie nichts bekannt
17 Felicia Maria di Boemondo<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Felice Maria“, bei Staley, S. 315 als „Felicia Maria di Boemondo“.</ref> Vitale Michiel II. 1156–1172
18 Froyza<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Troila“, bei Staley, S. 315 „Cecilia“.</ref> Sebastiano Ziani 1172–1178 2. Ehefrau des Dogen
19 Contessa Enrico Dandolo 1192–1205 Minotto? Ranieri Dandolo
„Felicita“<ref>bei Staley, S. 315 als „Felicita Bembo“</ref> Enrico Dandolo 1192–1205 angebliche Ehefrau Enrico Dandolos, erscheint noch im Lexikon des Mittelalters
20 Maria Basilio<ref>Historia ducum, ed. Berto, S. 80 f.</ref><ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Maria Basegio“, bei Staley, S. 315 als „Marina Baseggio“ 2. Ehefrau Pietro Zianis.</ref> † 1213 Pietro Ziani 1205–1229 keine 1. Ehefrau Pietro Zianis
21 Constanze Hauteville<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Costanza“ aufgeführt, bei Staley, S. 315 als „Costanza di Sicilia“.</ref> (1231) Pietro Ziani 1205–1229 Marco (* um 1230; † Februar 1254), Maria († vor 1254), Marchesina († Anfg. 14. Jh.) 2. Ehefrau Pietro Zianis, Dogaressa von 1213 bis 1229
„Sabba Minotto“<ref>Nur bei Staley, S. 315 als „Sabba Minotto“.</ref> Pietro Ziani 1205–1229 angebliche 3. Ehefrau Pietro Zianis (wohl Erfindung Staleys)
22 Maria Storlato<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Maria Storlado“.</ref> † vor 1242 Jacopo Tiepolo 1229–1249 1. Ehefrau Jacopo Tiepolos
23 Valdrada Hauteville (Altavilla)<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Valdrada“, bei Staley, S. 315 als „Valdrada di Sicilia“.</ref> Jacopo Tiepolo 1229–1249 Tankred von Hauteville, König von Sizilien 2. Ehefrau Jacopo Tiepolos, Schwester der Konstanze
24 Romerica<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Romerica“, fehlt bei Staley.</ref> (1260) Marino Morosini 1249–1253 kinderlos verheiratet spätestens 1233, gestorben nach 1260
25 Aluica da Prata<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Aluica di Prata“, bei Staley, S. 316 „Aloicia di Prata“.</ref> Renier Zen 1253–1268 kinderlos
Agnese<ref>Bei Staley, S. 316 „Agnese Ghisi“.</ref> † vor 1262 Lorenzo Tiepolo 1268–1275 1. Ehefrau des Dogen Lorenzo Tiepolo, nie Dogaressa
26 Marchesina Ghisi<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Marchesina“, bei Staley „Marchesina di Bienne“.</ref> † vor 1297 Lorenzo Tiepolo 1268–1275 Giacomo und Pietro, Angioleta (?) 2. Ehefrau des Dogen Lorenzo Tiepolo, erster feierlicher Einzug einer Dogaressa
27 Jacobina<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Jacobina“.</ref> Jacopo Contarini 1275–1280 drei Söhne: Giovanni, Pietro und Marino nichts weiter bekannt, außer, dass sie lt. Andrea Da Mosto (S. 13) auf einem Bogen, einem arco, dargestellt ist
28 Caterina<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Caterina“.</ref> Giovanni Dandolo 1280–1289 Andrea, Giovanni und Marco (ein weiterer Sohn namens Enrico und eine Tochter namens Maria nur in späteren Quellen) Der Name ihrer Herkunftsfamilie ist nicht überliefert
29 Tommasina Morosini<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Tommasina Morosini“.</ref> † vor 1309 Pietro Gradenigo 1289–1311 Bertucci, Giacomo, Paolo, Marco und Nicolò, als Töchter Belluzza, Beriola, Engoldisa, Caterina und Isabetta spätere Genealogen schrieben ihm eine zweite Ehe mit Agnese Zantani zu
„Agnese Zantani“<ref>Bei Staley, S. 316 als „Agnese Zantani“.</ref> Pietro Gradenigo 1289–1311 spätere Genealogen schrieben Pietro Gradenigo eine zweite Ehe mit „Agnese Zantani“ zu
30 Agnese<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Agnese Querini“.</ref> oder Agneta<ref>Claudio Rendina: I dogi. Storia e segreti, Rom 1984, S. 176.</ref> † nach 1322 Marino Zorzi 1311–1312 Querini? Elena, stirbt vor dem Vater beerdigt in San Zanipolo
31 Francesca da Molin<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Francesca Molin“.</ref> (1350) Giovanni Soranzo 1312–1328 Marino, Nicolò, Antonio, genannt „Belello“; Soranza, Elena, Fontana
32 Elisabetta Contarini<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Elisabetta Contarini“, bei Staley, wie so häufig, ohne Familiennamen, also „Elisabetta“.</ref> (1348) Francesco Dandolo 1329–1339
33 Maddalena<ref>Bei Brusegan, S. 458 erscheint die erste Frau des Dogen namens Giustina Cappello nicht. Als Ehefrau Gradenigos erscheint bei ihm unter Nummer 33 Maddalena Contarini, die zweite Ehefrau. Staley hingegen ordnet Giustina Cappello als 37. Dogaressa ein (S. 316).</ref> † 1373 Bartolomeo Gradenigo 1339–1342 die Zugehörigkeit zu den Contarini ist ungewiss
34 Francesca Morosini<ref>Bei Brusegan, S. 458 trägt sie die Nummer 34 als „Francesca Morosini“. Bei Staley, S. 316 erscheint Andrea Dandolos Ehefrau als „Isabella de‘Fieschi“.</ref> (1373) Andrea Dandolo 1343–1354 Fantino († um 1356), Leonardo († 1406), Zanetta
33 Maddalena Contarini, auch Tommasina Contarini wurde vermutet<ref>Bei Brusegan, S. 458 trägt sie die Nummer 33 als „Felice Maria“.</ref> * um 1320; (1373) Marino Falier 1354–1355 Tochter namens Lucia angebliche 1. Ehefrau Marino Faliers, Testament v. 1372, nie Dogaressa gewesen, dennoch als Maddalena in den Listen
35 Aluica Gradenigo<ref>Die Namensversion „Alcuina Gradenigo“ führt Marcello Brusegan auf S. 458 an. Auch „Aluicha“ und „Alicia“ erscheinen in der Literatur, gelegentlich als Namensvariante von „Luigia“ genannt. Bei Staley, S. 316 erscheint sie als 41. Dogaressa unter dem Namen „Aluycia Gradenigo“.</ref> * vor 1310; † 1387 Marino Falier 1354–1355 keine Kinder 2. Ehefrau Marino Faliers ab 1335
36 Felipa<ref>Bei Marcello Brusegan: I personaggi che hanno fatto grande Venezia, Newton Compton, 2006, S. 458 trägt sie die Nummer 36 der Dogaresse als „Felipa“. Bei Staley, S. 316 erscheint eine „Adriana Borromeo“ als angebliche erste Ehefrau des Dogen Giovanni Gradenigo, als zweite eine „Marina Cappello“.</ref> † 1370 Giovanni Gradenigo 1355–1356 1. Ehefrau Giovanni Gradenigos
37 Caterina Giustinian<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Caterina Giustinian“.</ref> * vor 1315; † wohl 1359 oder 1360 Giovanni Dolfin 1356–1360 Piero, Franceschina, Costanza, Lucia wohl nicht weit in den Vierzigern, als die Dogenwahl stattfand.<ref>Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200-1500. Wife and Icon, Palgrave Macmillan, 2005, S. 280.</ref>
38 Maria Celsi<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Maria“; bei Staley, S. 316 erscheint „Marchesina Ghisi“ als Ehefrau Lorenzo Celsis und 44. Dogaressa.</ref> (1370) Lorenzo Celsi 1361–1365 Anna und Orsa (die Tradition behauptet weitere Kinder)
39 Caterina<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Caterina“, Staley, S. 316 nennt als erste Ehefrau (und nach seiner Deutung damit auch Dogaressa) eine „Giovanna“.</ref> (1408) Marco Corner 1365–1367 Francesco, Andrea und Maddelena 2. Ehefrau Marco Corners
40 Costanza Morosini<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Costanza“; nicht bei Staley.</ref> † 1380 Andrea Contarini 1368–1382 überliefert sind Paolo, Bertucci, Antonia (Ehe mit Tommaso Giustiniani) und Contarina (Ehe mit Maffeo Gradenigo) Dogaressa von 1368 bis 1380, stirbt während ihrer Amtszeit, womit das Begräbnisritual, seit einem Jahrhundert ohne Vorbild, neu entwickelt werden musste
41 Cristina Condulmer<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Cristina Condulmer (o Bondumier)“, bei Staley, S. 316 als „Cristina Condulmiero“.</ref> † nach 1390 Michele Morosini 1382 Giovanni
42 Agnese da Mosto<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Agnese Da Mosto“, bei Staley, S. 316 als „Agnese“.</ref> † 1410 Antonio Venier 1382–1400 mindestens sieben Kinder: Alvise, Giacomo, Nicolò, Alessandro, Chiara, Franceschina, Valvina
43 Marina Gallina<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Maria Gallina“.</ref> † 4. Mai 1422 Michele Steno 1400–1413 keine ab 1362 mit Steno verheiratet
44 Marina Nani<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Maria Nani“; Staley, S. 316 führt Maria Priuli als 1. Ehefrau des Dogen ein, zählt sie als 51. Dogaressa.</ref> † 1473 Francesco Foscari 1423–1457 11 Kinder (?) 2. Ehefrau des Fr. Foscari ab 1415
45 Giovanna Dandolo<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Giovanna Dandolo“.</ref> (1462) Pasquale Malipiero 1457–1462 Lorenzo, Antonio und Polo, Maddalena
46 Cristina Sanudo<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Cristina Memmo“, Staley, S. 316 führt eine „Letizia“ als erste Ehefrau Moros ein und zählt sie als 54. Dogaressa, „Cristina Sanudo“ als 55.</ref> (1471) Cristoforo Moro 1462–1471 Nicolò (stirbt noch vor seinen Eltern) Ehe ab 1412, setzt 1471 Testament auf
47 Dea Morosini<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Dea Morosini“, bei Staley, S. 316 „Aloidea Morosini“.</ref> † 1478 Niccolò Tron 1471–1473 Filippo und Giovanni, Franceschina, Cassandra, Cecilia, Lucia und Orsa verh. seit 1424<ref>Emmanuele Antonio Cicogna: La chiesa di Santo Giobbe in Venezia illustrata nei sovi monumenti, Andreola, 1861, S. 645.</ref>
48 Contarina Contarini<ref>Bei Staley, S. 316 „Contarina Contarini Morosini“; er führt als 1. Ehefrau Marcellos eine „Elena Barbarigo“ ein.</ref> * 1410er; † nach 1497 Nicolò Marcello 1473–1474 kein männlicher Erbe, Tochter Maria (Nonne) beide in 2. Ehe ab 1438 verheiratet
Laura Zorzi Pietro Mocenigo 1474–1476 keine verheiratet seit 1429, wohl vor 1474 gestorben
49 Regina Gradenigo<ref>Bei Brusegan, S. 458 „Regina Gradenigo“, bei Staley, S. 316 die 60. Dogaressa.</ref> * vor 1419; † nach 1479 Andrea Vendramin 1476–1478 Ehe ab 1426
50 Taddea Michiel<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Taddea Michel“, bei Staley, S. 317 als „Taddea Michiel“ und 61. Dogaressa.</ref> † 23. Oktober 1479 Giovanni Mocenigo 1478–1485 Leonardo und Luchina die erste Dogaressa, die noch zu Amtszeiten ihres Mannes starb, nämlich an der Pest<ref>Giambattista Gallicciolli: Risposta all’Osservazioni del Signor Abbade Tentori sulle Memorie Venete Antiche Profane ed Ecclesiastiche raccolte da Giambattista Gallicciolli, Venedig 1797, S. 59.</ref>
51 Lucia Ruzzini<ref>Bei Brusegan, S. 458 trägt sie die Nummer 51 als „Lucia Ruzzini“.</ref> 1430er – 30. Juli 1496 Marco Barbarigo 1485–1486 mind. fünf Söhne und vier Töchter, darunter Margherita
Isabetta Soranzo di Andrea<ref>Bei Staley, S. 317 als „Elisabetta Soranzo“ und 63. Dogaressa.</ref> Agostino Barbarigo 1486–1501 seine zweite Frau war eine Tochter aus dem Haus Michiel, mit der er einen Sohn und fünf Töchter hatte
Morosina Giustinian di Pancrazio di Marco<ref>Bei Staley, S. 317 als „Giustina Giustiniani“ die 64. Dogaressa.</ref> † 1501 Leonardo Loredan 1501–1521 fünf Söhne, vier Töchter: Lorenzo, Girolamo, Alvise, Vincenzo, Bernardo; Donata, Maria, Paola, Elisabetta verheiratet ab 1461
Caterina Loredan di Domenico<ref>Bei Staley, S. 317 als „Caterina Loredan“ und als 65. Dogaressa.</ref> Antonio Grimani 1521–1523 fünf Söhne: Girolamo (bl. 1478–1514), Marino (bl. 1478–1523), Domenico (bl. 1480–1523), Vincenzo (bl. 1482–1535) und Pietro (bl. 1484–1516). heiraten 1458
Benedetta di Luca Vendramin<ref>Bei Staley, S. 317 als „Benedetta Vendramin“ und als 66. Dogaressa.</ref> † 1477 Andrea Gritti 1523–1538 Francesco verh. spätestens seit 1476
Maria Pasqualigo di Cosimo da S. Giuliano<ref>Bei Staley, S. 317 als „Maria Pasqualigo“ und als 67. Dogaressa.</ref> Pietro Lando 1538–1545 zwei Söhne namens Francesco und Giovanni
Giovanna da Mula<ref>Bei Staley, S. 317 als „Giovanna da Mula“ und als 68. Dogaressa.</ref> Francesco Donà 1545–1553 1494 möglicherweise 1. Ehefrau des Dogen Francesco Donà
Maria Giustinian di Antonio di Nicolò<ref>Bei Staley, S. 317 erscheint eine „Alicia Giustiniani“ und als 69. Dogaressa, als 2. Ehefrau Francesco Donatos.</ref> Francesco Donà 1545–1553 Vittoria (lebte als Nonne), Alvise (lebte als Eremit) ab 1496 (2.) Ehefrau des Dogen Francesco Donà
52 Zilia Dandolo<ref>Auch Cecilia Dandolo. Bei Brusegan, S. 458 als „Zilia Dandolo“. Die Ehefrauen der Dogen von Agostino Barbarigo bis Francesco Donà fehlen, die von 1486 bis 1553 Dogen waren.</ref> † 13. Oktober 1566 Lorenzo Priuli 1556–1559 Giovanni, drei Töchter: Adriana, Chiara, Paola ab 1526 Ehefrau Lorenzo Priulis, „Principessa“
Elena Diedo Gerolamo Priuli 1559–1567 einziges Kind: Lodovico (1526–1571) ab Januar 1525 Ehefrau Gerolamo Priulis
Maria Pasqualigo<ref>Bei Staley, S. 317 als „Maria Pasqualigo“ und als 71. Dogaressa in erster Ehe mit Pietro Loredan.</ref> Pietro Loredan 1567–1570 1. Ehefrau des Dogen Pietro Loredan
Lucrezia di Lorenzo Cappello<ref>Bei Staley, S. 317 als „Maria Capello“ und als 72. Dogaressa in zweiter Ehe mit Pietro Loredan.</ref> Pietro Loredan 1567–1570 2. Ehefrau des Dogen Pietro Loredan, seit 1517
53 Loredana Marcello<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Loredana Marcello“, ebenso bei Staley, S. 317. Auch hier entfällt bei Brusegan die Zeit zwischen Gerolamo Priuli und Pietro Loredan, also zwischen 1559 und 1570.</ref> † 11. Dezember 1572 Alvise Mocenigo I. 1570–1577 Dogaressa vom 15. Mai 1570 bis zu ihrem Tod am 11. Dezember 1572, Palliativmedizin
54 Cecilia Contarini<ref>Bei Brusegan, S. 458 als „Cecilia Contarini“, bei Staley, S. 317 zugleich als 75. Dogaressa.</ref> Sebastiano Venier 1577–1578 überlebte ihren Mann
Arcangela Canal<ref>Bei Staley, S. 317 als „Arcangela Canali“ und als 76. Dogaressa.</ref> Nicolò da Ponte 1578–1585 lt. Giuseppe Gullino zwei Kinder: Antonio († 1558) und Paolina heirateten 1520, als ihr Mann Doge wurde, war sie bereits verstorben, sie war also nie Dogaressa
Laura Morosini<ref>Bei Staley, S. 317 als „Laura Morosini“ und als 77. Dogaressa.</ref> † um 1570 Pasquale Cicogna 1585–1595 heirateten 1548, Laura starb während seiner Zeit auf Kreta, war also nie Dogaressa
55 Morosina Morosini<ref>Brusegan, S. 458; wieder eine zeitliche Lücke zwischen 1578 und 1595.</ref> * 1545; † 22. Januar 1614 Marino Grimani 1595–1606 Ehe ab 1560
Elena Barbarigo<ref>Bei Staley, S. 317 als 77. Dogaressa.</ref> † 12. November 1614<ref>Andrea Da Mosto: I dogi di Venezia con particolare riguardo alle loro tombe, Ferdinando Ongania, Venedig [1939], S. 224 (Digitalisat, PDF).</ref> Antonio Priuli 1618–1623 sechs Söhne, acht Töchter; Andriana heiratete den späteren Dogen Francesco Corner Ehe bestand seit 1580; sie starb jedoch vor seiner Wahl zum Dogen und war dementsprechend nie Dogaressa
Chiara DolfinElena Barbarigo<ref>Bei Staley, S. 317 als „Chiara Delfino“ und als 80. Dogaressa.</ref> 1548–1623 Giovanni I. Corner 1625–1629 sieben Söhne, sechs Töchter: Marcantonio Lorenzo, die früh starben, Federico, Marcantonio, Francesco, Alvise und Giorgio, dann Cornelia und ihre Schwestern, die ins Kloster gingen, nämlich Bianca, Aurora, Cristina, Maffiola, Chiaretta Heirat am 10. Februar 1578; nach den Lebensdaten nie Dogaressa gewesen, obwohl vielfach so bezeichnet, da sie zu früh starb
56 Paolina Loredan<ref>Brusegan, S. 458, Nummer 56; wieder eine zeitliche Lücke zw. 1618 und 1629.</ref> † 1660 Carlo Contarini 1655–1656 Heirat am 20. Februar 1601
Andreana Priuli<ref>Bei Staley, S. 317 als „Andrea Priuli“ und als 82. Dogaressa.</ref> Francesco Corner 17. Mai – 5. Juni 1656 wohl nichts weiter bekannt
Elisabetta Pisani<ref>Bei Staley, S. 317 als 83. Dogaressa.</ref> Bertuccio Valier 15. Juni 1656 – 29. März 1658 wohl nichts weiter bekannt
Lucia Barbarigo<ref>Bei Staley, S. 317 als 84. Dogaressa.</ref> Giovanni Pesaro Andrea Barbarigo, ramo di S. Trovaso
Francesca Bernardo (S. Tomà); Schwester des Prokuratoren von San Marco Giovanni
keine
57 Elisabetta Querini<ref>Brusegan, S. 458, wieder Auslassungen.</ref> * 1628; † 1709 Silvestro Valier 1694–1700 Paolo Querini, Bianca Ruzzini keine seit 1649 Ehefrau des Dogen
58 Laura Corner<ref>Brusegan, S. 458 als „Laura Corner“; bei Staley, S. 317 als „Laura Cornaro“ und als 86. Dogaressa.</ref> Giovanni II. Corner 1709–1722 sechs Söhne und eine Tochter Ehe ab 1667
59 Elena Badoer<ref>Brusegan, S. 458.</ref> Alvise Pisani 1735–1741 vier Söhne: Almorò I. bis IV. Ehe ab 1683
60 Pisana Corner<ref>Brusegan, S. 458.</ref> † 10. März 1769 Alvise Mocenigo IV. 1763–1778 Cecilia und Maria, dazu sechs Söhne namens Alvise, jew. mit Beinamen feierlicher Einzug am 22. April 1763, verh. 5. Okt. 1739
Polissena Contarini Da Mula<ref>Bei Staley, S. 317 als „Polissena Mocenigo“ und als 89. Dogaressa.</ref> † Mai 1833 Alvise Mocenigo IV. 1771–1778 auch Polyxena usw., mitunter fälschlich für die 2. Ehefrau des Alvise Mocenigo IV. gehalten, jedoch verh. ab 5. Juni 1771 mit dessen ältestem gleichnamigen Sohn Alvise (Aloysius), sie war also die Schwiegertochter des Dogen.<ref>Gottlob Friedrich Krebel: Jährliches Genealogisches Handbuch, in welchem die neuesten Nachrichten von allen Häusern itztregierender Europäischer Kayser und Könige, und aller geist- und weltlichen Chur- und Fürsten, wie auch Grafen des Heiligen Römischen Reichs, ingleichen von den Cardinälen, Mitgliedern der Ritter-Orden, auch Dom- und Capitular-Herren der Ertz- und Hoch-Stifter in Deutschland befindlich, nebst einer zuverlässigen Beschreibung aller jetzigen Kaiserl.König!. und Chur-Fürstl Hof-Civil- und Militair-Stats, der Reichstags-Versammlung in Regensburg, und des Commerz-Gerichtes zu Wetzlar, des Hofgerichtes zu Rothweil, der an den europäischen dermalen anwesenden Gesandten und Minister, wie auch der unmittelbaren Reichis-Ritterschaft, Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1780, S. 169 („Polyxena Contarini“) (Digitalisat).</ref>
61 Margherita Dalmet (Dalmaz);<ref>Brusegan, S. 458 als „Giovanna Margherita Dalmet“; bei Staley, S. 317 eine „Giustina Donato“ als erste Ehefrau († 1751), wohl nicht als Dogaressa gezähtl.</ref> vertreten durch Giustina Renier Michiel * 1745; † 11. Januar 1817 Paolo Renier 1779–1789 2. Ehefrau des Paolo Renier ab dem 7. Oktober 1776
62 Elisabetta Grimani<ref>Brusegan, S. 458 als „Elisabetta Grimani“, bei Staley, S. 317 als 91. und letzte Dogaressa.</ref> † 31. August 1792 Ludovico Manin 1789–1792 Giannantonio Grimani verh. seit dem 14. Sept. 1748

Die Dogaressa in der Kunst

Datei:Frari (Venice) - Chapter Room - Monument to Doge Francesco Dandolo.jpg
Die Heiligen Franziskus und Elisabeth präsentieren der Muttergottes den Dogen Francesco Dandolo und die Dogaressa Isabetta Contarini, Paolo Veneziano 1339, Frari-Kirche, Venedig
Datei:Habito della principessa o dogaressa di Venetia - Vecellio Cesare - 1860.jpg
Darstellung des späten 16. Jahrhunderts von Cesare Vecellio: Costumes anciens et modernes – Habiti antichi et moderni di tutto il Mondo, Firmin Didot Frères Fils & Cie, Paris 1859 (Digitalisat)
Datei:Frauen-Trachtenbuch 102.jpg
Die Hertzogin von Venedig, aus dem Frauen-Trachtenbuch des Jodocus Amman (1539–1591), Sigmund Feyrabends, Frankfurt 1586 („Man findt in Teutscher Nation / Kein so wol geziert Weibs person“)
Datei:Ensemble de gravures de costumes vénitiens du XVIe siècle.f04.jpg
Abbildung einer Dogaressa (16. Jahrhundert) aus der Sammlung Roger de Gaignières (1642–1715)<ref>online bei Gallica.</ref>

In zahlreichen Werken der Kunst taucht die Dogaressa auf, vor allem in der Malerei und in der Musik. Der Historienmaler José Villegas Cordero schuf das Gemälde Triumph der Dogaressa Foscari 1424, Carl Wilhelm Kolbe der Ältere 1816 Doge und Dogaressa. Leandro Bassano um 1595–1596 das Bildnis der Dogaressa Morosina Morosini, das heute in Dresden hängt. In der venezianischen Frari-Kirche befindet sich ein Meisterwerk von Paolo Veneziano, ein Votivbild des Dogen Francesco Dandolo und der Dogaressa Isabetta Contarini mit ihren Schutzheiligen Franziskus und Elisabeth von 1339.

E. T. A. Hoffmann schrieb 1817 die Erzählung Doge und Dogaressa, die sich um die junge Frau des Marino Falier dreht, die nach dem Aufstand von 1355 und der Hinrichtung ihres Gatten mit ihrem Geliebten flieht, jedoch mit diesem zu Tode kommt.

In das Venedig des Jahres 1321 versetzte Jacques Offenbach seine Operette Le pont des soupirs (die Seufzerbrücke), in der Catarina als Dogaressa des Dogen Cornarini auftritt. Ludwig Roselius führte 1928 erstmals Doge und Dogaressa auf, Ignaz Michael Welleminsky schuf das Libretto Die Locke der Dogaressa. Der Komponist August Reuß schuf nach Robert Laurency mit Glasbläser und Dogaressa, op. 46 (1926 München), eine weniger romantische Ballettpantomime.

Quellen

  • Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon, Palgrave Macmillan, 2005, Appendix II: Ceremonial Protocols, S. 193–195; darin: I. Liber Promissionum, election ritual for Doge Francesco Dandolo (14th c), II. Liber Promissionum iuramento and entrata of Dogaressa Dea Morosini Tron (1472) und III. Liber Promissionum funeral for Dogaressa Taddea Michiel Mocenigo (1479).

Literatur

  • Giovanni Distefano, Letizia Lanza, Daniela Zamburlin: Ducisse veneziane, Supernova, 2010 (populärwissenschaftlich).
  • Holly S. Hurlburt: The Dogaressa of Venice, 1200–1500. Wife and Icon, Palgrave Macmillan, 2005.<ref>Curriculum vitae, academia.edu.</ref>
  • Pompeo Gherardo Molmenti: La dogaressa di Venezia, Turin 1884 (Digitalisat).
  • Fabio Mutinelli: Lessico veneto, Venedig 1851 (Nachdruck Bologna 1978), S. 128 f.
  • Edgcumbe Staley: The Dogaressas of Venice (The Wives of the Doges), T. Werner Laurie, London 1910, S. 315–317 (Digitalisat). (erfindungsreich, fehlerbehaftet, nicht zitierfähig)
  • Giovanni Scarabello: Le dogaresse, in: Gino Benzoni (Hrsg.): I dogi, Mailand 1982, S. 172.
  • Bronwen Wilson: „il bel sesso, e l’austero Senato“: The Coronation of Dogaressa Morosina Morosini Grimani, in: Renaissance Quarterly 52 (1999) 73–139.
  • Maximilian Lloyd Stueland Tondro: Memory and Tradition. The Ephemeral Architecture for the Triumphal Entries of the Dogaresse of Venice in 1557 and 1597, Dissertation, 2 Bde., Cambridge University, 2001.
  • Federica Molin: Morosini o Dandolo? Confusione tra dogaresse in un ritratto del Museo Correr, in: Arte e Documento (2016) 179–181. (academia.edu)

Weblinks

Anmerkungen

<references />