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Dorothee Rätsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Dorothee Rätsch.JPG
Dorothee Rätsch 2010
Datei:Kindergärtnerin am Nesselpfuhl.JPG
Kindergärtnerin am Nesselpfuhl in Lychen

Dorothee Rätsch (geb. Neumann; * 25. November 1940 in Heilsberg)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kulturportal Mecklenburg-Vorpommern, Künstlerhomepage (Memento vom 28. März 2014 im Internet Archive) abgerufen am 12. November 2010.</ref> ist eine deutsche Bildhauerin und Grafikerin.

Leben und Werk

Dorothee Rätsch ist die Tochter der Schriftstellerin Margarete Neumann und Schwester des Schriftstellers Gert Neumann. 1945, mit Vorrücken der Front verließ die Mutter mit den Kindern Heilsberg westwärts und kam über Halle (Saale) nach Mecklenburg. Schon im Alter von neun Jahren begann Dorothee Neumann, sich in Kinder- und Jugendzirkeln mit plastischem Gestalten zu beschäftigen. Sie absolvierte von 1956 bis 1958 eine Lehre als Gärtnerin und arbeitete dann in ihrem Beruf. Von 1958 bis 1960 besuchte sie den Plastikzirkel der Humboldt-Universität zu Berlin und von 1962 bis 1971 den Plastik-Zirkel von Karl Rätsch im Haus der Kultur und Bildung Neubrandenburg. Sie heiratete Rätsch. Die Ehe ging später auseinander. Dorothee Rätsch war als Autodidaktin so erfolgreich, dass sie 1969 als Kandidatin und 1971 als Mitglied in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen wurde. Ab 1972 arbeitete sie in Lychen als freischaffende Bildhauerin. Besonders wichtig war und ist ihr die Arbeit als Kursleiterin mit Kindern und Jugendlichen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />MOZ vom 1. April 2007 Eva-Martina Weyer: Mut zu Rundung und Fülle (Memento vom 24. November 2010 im Internet Archive)</ref> Sie schuf u. a. Großplastiken für den öffentlichen Raum, u. a. in der Stadt Neubrandenburg<ref>Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Neubrandenburg, abgerufen am 8. Juni 2014.</ref>,Kleinplastiken, Medaillen und figurative Plastiken, Skulpturen und Reliefs<ref>Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler: Deutschland, Österreich, Schweiz, Band 2. 2. Auflage. De Gruyter Saur, 2007, ISBN 3-598-24737-0, S. 844.</ref> und Holzschnitte. Der Kunsthistoriker Kuhirt rechnete ihre Büste Genossenschaftsbäuerin damals zu den „wichtigsten Leistungen der Porträtplastik“ in der DDR.<ref>Ulrich Kuhirt (Hrsg.): Kunst der DDR. 1960-1980. E. A. Seemann Verlag Leipzig, 1983, S. 286</ref>

Als sie nach der deutschen Wiedervereinigung als Bildhauerin arbeitslos wurde, arbeitete sie ab 1991 in einer ABM-Stelle im Kulturbereich und baute von 1994 bis 1999 das Archäologische Freilichtmuseum Slawendorf Passentin als mittelalterlichen Lern- und Erlebnisort mit auf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />D. Rätsch in einer Radiosendung (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mmv-mediathek.de auf NB 88 (Reihe Stine und Malte vom 14. Juni 2014), abgerufen am 2. Juli 2014.</ref>

Seit 2000 ist Dorothee Rätsch wieder freischaffend als Bildhauerin tätig. Sie lebt in Passentin, wo auf ihrem Grundstück ein Skulpturengarten entstand.

Von ihren vier Kindern haben zwei eine künstlerische Laufbahn eingeschlagen: Maria (jetzt Wawra), fertigt kunstvolle Keramik (in Ballwitz)<ref>Webseite der Tochter Maria, abgerufen am 20. Juli 2016.</ref> und Stephan Rätsch ist Puppenspieler (in Passentin).<ref>Stephan Rätsch – Der Poppenspöler von der Wilhelmshöhe, abgerufen am 20. Juli 2016.</ref>

Ehrungen

Rezeption

Werkbeispiele

Architektur, Landschaftsarchitektur

Datei:Slawendorf Passentin, Lern- und Erlebnisort.JPG
Portal des Slawendorfes Passentin
  • seit 1989 Errichtung und Weiterentwicklung des Skulpturengartens Passentin-Terrakottafiguren in Harmonie mit der Natur- wie dort gewachsen. Zu besichtigen gelegentlich der jährlich in Mecklenburg-Vorpommern stattfindenden landesweiten Aktionen KUNST OFFEN und OFFENE GÄRTEN täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, sonst ganzjährig nach telefonischer Absprache Eintritt frei.
  • 1994–1999 Aufbau des Slawendorfes Passentin (Idee, Entwurf, Baubegleitung)
  • 2005 Schaffung eines Mandalas im interkulturellen Garten des Soziokulturellen Bildungszentrum Neubrandenburg e. V. Neubrandenburg / Reitbahnviertel<ref>HP des Soziokulturellen Bildungszentrum Neubrandenburg e. V. Abgerufen am 12. November 2010.</ref>

Plastiken

  • Mädchen in der Sonne (1978, Bronze)<ref>Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 12/1979, S. 593</ref>

Ausstellungen (unvollständig)

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

  • 1967/1968 und 1977/1978: Dresden, VI. Deutsche Kunstausstellung und VIII. Kunstausstellung der DDR
  • 1968: Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg („Sieger der Geschichte. Die Arbeiterpersönlichkeit in der bildenden Kunst der Deutschen Demokratischen Republik“)
  • 1972, 1974, 1979 und 1984: Neubrandenburg, Bezirkskunstausstellungen
  • 1975: Wanderausstellung „Kleinplastik und Grafik“
  • 1976: Karl-Marx-Stadt, Städtische Museen („Jugend und Jugendobjekte im Sozialismus“)
  • 1981: Dresden, Ausstellungszentrum am Fučík-Platz („25 Jahre NVA“)
  • 1982: Fürstenwalde, Altes Rathaus („Miniatur in der bildenden Kunst der DDR“)

Außerdem Auslands-Ausstellungen in Petrosawodsk, Sofia, Budapest und Mexiko.

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung

Literatur (chronologisch)

  • Herbert Schirmer: Stadt, Land, Wasser. Künstler und Kunsthandwerker im Müritzkreis – Ein kulturhistorischer und touristischer Reiseführer. Findling-Verlag, 2006, ISBN 3-933603-37-4.
  • Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler: Deutschland, Österreich, Schweiz, Band 2. 2. Auflage. De Gruyter Saur, Berlin 2007, ISBN 3-598-24737-0, S. 844.
  • Rätsch, Dorothee. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 737/738

Weblinks

Commons: Dorothee Raetsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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