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Durian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Durian
Datei:Durian tree.jpg

Durianbaum (Durio zibethinus)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Helicteroideae
Gattung: Durianbäume (Durio)
Art: Durian
Wissenschaftlicher Name
Durio zibethinus
L. ex Murray

Der Durianbaum (Durio zibethinus, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), RTGS-Umschrift Thurian; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), auch Zibetbaum genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie ist ursprünglich in Indonesien und Malaysia beheimatet. Heute wird sie überall in Südostasien und manchen anderen tropischen Gebieten kultiviert. Die Frucht Durian, auch Zibetfrucht genannt, wird als Obst verwendet. Hinsichtlich ihres Geschmacks und Geruchs gibt es unterschiedliche Meinungen. Einige Konsumenten schätzen sie aufgrund ihres vielschichtigen Geschmacks außerordentlich, während andere sich durch ihren Geschmack und Geruch abgestoßen fühlen.<ref>Durian. tropenkost.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2016; abgerufen am 1. Februar 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tropenkost.de</ref><ref>Thomas Fuller, Poypiti Amatatham, Natalia V. Osipova: Travel: The King of Fruits. In: The New York Times. 3. Dezember 2013, abgerufen am 1. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Katy Salter: Durian, the world's smelliest fruit, goes on sale in Britain. In: The Guardian. 3. Februar 2014, abgerufen am 1. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blatt

Der Durianbaum wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreicht. Beste Wuchsleistungen werden auf sehr gut wasserversorgten Schwemmland- oder Lehmböden erreicht. Im Primärwald treten Durianbäume nicht bestandsbildend auf, sondern sind meist nur weit verstreut zu finden (durchschnittlich etwa 1 Baum auf 4 Hektar). Typische Merkmale sind die hervortretenden, steilen Wurzelanläufe, der schlanke, hohe Stamm und die hoch am Stamm ansetzenden, oft nahezu waagerechten, starken Äste. In Plantagen kultivierte Bäume bleiben deutlich kleiner (maximal 10 Meter) und entwickeln eine fast am Stammfuß ansetzende Krone.<ref name="tropen">Walter Kollert: Durio zibethinus. In: Schütt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff (Hrsg.): Bäume der Tropen. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2006, ISBN 978-3-933203-79-3, S. 291–296.</ref>

Die wechselständig und zweizeilig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattspreite und -stiel gegliedert. Der Blattstiel ist 1,5 bis 3 cm lang. Die ledrige, einfache, eiförmige bis verkehrt-eiförmige oder elliptische und bespitzte bis zugespitzte Blattspreite ist ganzrandig. Sie ist 6 bis 25 cm lang und 2,5 bis 9 cm breit, fiedernervig mit gerundeter oder stumpfer Spreitenbasis. Die Blattoberseite ist glänzend, die Blattunterseite ist goldgelb oder silbern und meist dicht mit Schuppen bedeckt. Die 1,5 bis 2 cm langen Nebenblätter fallen früh ab.

Datei:Durio Zibethinus Van Nooten.jpg
Illustration des Durianbaumes (Durio zibethinus)

Blütenstand und Blüte

Drei bis dreißig Blüten stehen in zymösen Blütenständen zusammen, die sich an blattlosen Knoten (Nodien) an den Zweigen befinden. Der Blütenstiel ist 2 bis 4 cm lang.

Der hinfällige, fleischige Nebenkelch ist im knospigen Zustand geschlossen und öffnet sich mit unregelmäßigen Spalten oder ist zwei- bis dreilappig. Die unangenehm nach saurer Milch riechenden Blüten sind zwittrig und öffnen sich am späten Nachmittag für weniger als 24 Stunden. Sie sind nur im Zeitraum von etwa 17:00 Uhr nachmittags bis 6:00 Uhr morgens bestäubungsfähig. Die Blüten werden von verschiedenen Insektenarten (Honigbienen, Käfern und Fliegen) besucht, die jedoch nur zum geringeren Teil an der Bestäubung beteiligt sind. Den Hauptanteil an der Bestäubung hat der nachtaktive langrüsselige Kleine Langzungenflughund (Eonycterus spelaea), der allgemein als wichtiger Bestäuber vieler Waldbaumarten Südostasiens gilt.<ref name="tropen"/>

Die drei bis fünf ledrigen Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen mit ausgeweiteter Kelchbasis und vier bis sechs Kelchzipfeln. Der 2,25 bis 3 cm hohe Kelch ist außen dicht mit Schuppen bedeckt und innen dicht flaumig behaart. Es sind keine, vier bis fünf oder mehr freie Kronblätter vorhanden. Die gelb-weißen Kronblätter sind bei einer Länge von 3,5 bis 5 cm länglich-spatelförmig und am oberen Ende zurückgekrümmt. Es sind viele fertile Staubblätter vorhanden. In vier oder fünf Bündeln stehen jeweils 4 bis 18 Staubfäden zusammen, die auf einer Länge von einem Viertel bis zur Hälfte verwachsen sind. Drei bis sechs Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, drei- bis sechskammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält einige Samenanlagen. Der Griffel ist schmal mit kopfiger Narbe.

Genetik

Im November 2017 beschrieb ein Autorenteam aus Singapur die Entschlüsselung des kompletten Genoms von Durio zibethinus („Varietät Musang King“). Das Genom enthielt etwa 45.000 Gene (bioinformatisch berechnet), also ungefähr doppelt so viele wie das menschliche Genom, und umfasste 738 Mbp. Die genetische Analyse erbrachte auch neue Erkenntnisse über die Entstehung von Geruch und Geschmack der Durianfrucht. Mehrere Stoffwechselvorgänge, die für die Produktion von schwefelhaltigen chemischen Verbindungen (Thiolen, Disulfiden, Trisulfiden), die für den zwiebelartigen Geruch verantwortlich sind, bzw. Estern, die die süßliche, fruchtige Geruchsnote verursachen, wurden identifiziert.<ref></ref>

Einige Aromastoffe der Durianfrucht
Strukturformel von (S)-2-Methylbuttersäureethylester
(S)-2-Methylbuttersäureethylester
(fruchtig)
Strukturformel von (E)-Zimtsäureethylester
(E)-Zimtsäureethylester
(Honiggeruch)
Strukturformel von 1-Propanthiol
1-Propanthiol
(verfault)
Strukturformel von 3-Methyl-2-buten-1-thiol
3-Methyl-2-buten-1-thiol
(Stinktiergeruch)
Strukturformel von 1-Ethylsulfanyl-ethanthiol
1-Ethylsulfanyl-ethanthiol
(Röstzwiebelgeruch)

Die Durianfrucht

Frucht, Arillus und Samen

Etwa 90 bis 130 Tage (je nach Kulturvarietät) nach Bestäubung der Blüten sind die Früchte erntereif. Die Ernte der Früchte ist aufwändig und bisher nicht mechanisiert möglich. Erntearbeiter müssen auf den Baum klettern und den Reifegrad von Früchten anhand bestimmter Kriterien (Geruch, Farbe, Klopfschall etc.) prüfen. Die reifen Früchte werden anschließend gepflückt und in einem Korb herabgelassen. Dabei soll Bodenkontakt vermieden werden, um leichteren Verderb durch Mikroorganismen zu vermeiden. Spontan vom Baum abgefallene Früchte sind deutlich kürzer haltbar.<ref>Durian Harvesting. The Philippine Council for Agriculture, Forestry and Natural Resources Research and Development (PCARRD), abgerufen am 24. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die reife Frucht ist kokosnuss- bis kopfgroß und wiegt 2 bis 4 Kilogramm. Die Fruchtschale ist bei Reife hellgelb bis grünlich-gelb bzw. graugrün und trägt viele etwa einen Zentimeter lange, harte, holzige Stacheln. Die bei einer Länge von 15 bis 30 cm und einem Durchmesser von 13 bis 15 cm ellipsoide, lokulizidale Kapselfrucht ist durch relativ dicke Wände in drei bis fünf oder manchmal sechs vollkommen getrennte Kammern geteilt. Jede Fruchtkammer enthält bis zu sechs Samen, die von einem weißen bis gelblichen, dicken, fleischigen, schmierigen, stark riechenden Samenmantel (Arillus; daher der Name Stinkfrucht), der auch als Fruchtfleisch bezeichnet wird, umhüllt sind. Die Konsistenz des Fruchtfleisches ist mit faserigem Pudding vergleichbar. Die Samen enthalten Endosperm.

In ihrer natürlichen Umgebung wird die Frucht von vielen waldbewohnenden Tierarten verzehrt, darunter Elefanten, Orang-Utans, Ratten etc. Die Tiere sorgen für die Verbreitung der Samen.<ref name="tropen"/>

Geschmack und Geruch

Das Fruchtfleisch ist süß und hat einen unvergleichlichen Geschmack. Da der sorten- und reifeabhängige aromatische Geruch nur ungewöhnlich langsam verfliegt und von manchen als unangenehm empfunden wird, hat er eine polarisierende Wirkung. Der Geschmack wird beschrieben als an Walnuss und Vanille erinnernd, jedoch mit einer kräftig fruchtigen Kopfnote und einem deutlichen zwiebligen Geschmacksanteil. Der Geruch der Durianfrucht wird als lauch- und käseartig beschrieben.<ref name="Griebel 1928">C. Griebel: Zum mikroskopischen Nachweis von Durian und Nillu-Zwiebel (Salpamisri). In: Zeitschrift für Lebensmitteluntersuchung und -Forschung A. 55(5), 1928, 453–459, doi: 10.1007/BF01660443.</ref> Er wird vorwiegend durch Dithiohalbacetale und andere schwefelhaltige Verbindungen verursacht.<ref name="Baldry 1972">J. Baldry et al.: Volatile flavouring constituents of durian. In: Phytochemistry. 11, 1972, 2081–2087. doi: 10.1016/S0031-9422(00)90176-6.</ref><ref>Volker Mrasek: Das Geheimnis der Stinkfrucht – Deutsche Forscher untersuchen die asiatische Durian In: Deutschlandfunk. vom 11. Februar 2013.</ref> Insgesamt wurden bisher ungefähr zweihundert Verbindungen gefunden, die unterschiedlich stark zum Geruch beitragen. Darunter befindet sich die Verbindung 1-Ethylsulfanyl-ethanthiol, deren Geruch an Röstzwiebel erinnert. Sie ist zum Beispiel aus dem Lauch bekannt, wurde aber bisher in keiner anderen Frucht als in der des Durianbaums beobachtet.<ref name="Li 2012">Li, Jia-Xiao. et al.: Characterization of the Major Odor-Active Compounds in Thai Durian (Durio zibethinus L. `Monthong`) by Aroma Extract Dilution Analysis and Headspace Gas Chromatography-Olfactometry. In: Journal of agricultural and food chemistry. Band 60, Nr. 45, 2012, S. 11253–11262, doi:10.1021/jf303881k.</ref>

Konsum und Verarbeitung

Es gibt Verkostungen der unterschiedlichen Sorten und Provenienzen, vergleichbar mit Weinproben im europäischen Raum. Diese Durianverkostungen und die Durianfeste in den Anbauregionen, die alljährlich stattfinden, ziehen aus aller Welt Liebhaber dieses von manchen als „König der Früchte“ bezeichneten Exoten an. In den Hauptanbauländern wie Malaysia oder Thailand gibt es viele unterschiedliche Sorten, die sehr geschätzt werden und entsprechende Preise erzielen. Haupthandelszentrum für Durian-Früchte ist Singapur.

Frische Durian-Früchte findet man in Europa am ehesten in asiatischen Geschäften in Metropolen mit großem asiatischen Bevölkerungsanteil, wie London; ansonsten werden sie in Europa nur selten frisch angeboten, meist nur in großen Feinkostabteilungen. In asiatischen Geschäften finden sich des Öfteren jedoch tiefgefrorene ganze Früchte, Durian-Segmente (Samen mit Fruchtfleisch) sowie gefrorenes Fruchtfleisch.

Zum Verzehr öffnet man die ganze Frucht an den Nähten und entnimmt die vom Fruchtfleisch umhüllten Samen aus den einzelnen Kammern; man trennt das Fruchtfleisch vom Samenkern ab. Die Früchte sollten bei Kauf unversehrt sein; überreife Durianfrüchte öffnen sich von selbst, worunter der Geschmack leidet, auch zieht der dann extreme Duft möglicherweise Insekten an. In Singapur werden nach dem Genuss von Durian häufig Mangostanfrüchte verzehrt, da sie helfen sollen, die etwas schwer bekömmliche Durian besser zu verdauen.

Neben dem Rohverzehr dienen Durianfrüchte zur Herstellung von Marmelade, Kuchen, Speiseeis, Fruchtsaft, Erfrischungsgetränken und Currygerichten. Die Samen werden in den Anbauländern ebenfalls zubereitet, z. B. dünn geschnitten und geröstet als eine Art Chips.

Es wird vor dem Genuss von Alkohol zusammen mit Durian gewarnt, da dies zu krampfartigen Bauchschmerzen führen kann. Medizinische Untersuchungen zu dieser Frage brachten bisher kein eindeutiges Ergebnis, legen aber den Schluss nahe, dass keine schädigende Wechselwirkung zu erwarten ist, die Beschwerden sind vorübergehend.

Medizinisch liegt der Grund für die Alkoholunverträglichkeit in der Hemmung des zum Abbau von Alkohol notwendigen Enzyms Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH) (Hemmung der Enzymaktivität um 81,5 %). Dabei wird der Trinkalkohol (Ethanol) zunächst zu giftigem Acetaldehyd abgebaut. Hierzu werden Alkoholdehydrogenasen (ADH) benötigt. Im zweiten Schritt wird das Acetaldehyd durch ALDH zu Essigsäure oxidiert.<ref>R. Swift, D. Davidson: Alcohol Hangover: Mechanism and Mediators. In: Alcohol Health & Research World. 22(1), 1998, 54–60, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(PDF) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pubs.niaaa.nih.gov.</ref> Wird das Enzym ALDH gehemmt, wie z. B. durch den Genuss von Durian (oder, mit noch stärkerem Effekt, durch manche Pilze), werden diese Giftstoffe nicht oder nur verzögert abgebaut, wodurch die entsprechenden Beschwerden erklärt werden können. Im Fall der Durianfrucht sind Schwefelverbindungen für die Hemmung verantwortlich.<ref>John S. Maninang, Ma. Concepcion C. Lizada, Hiroshi Gemma: Inhibition of Aldehyde Dehydrogenase Enzyme by Durian (Durio zibethinus Murray) Fruit Extract. In: Food Chemistry. 117(2), 2009, 352–355, doi:10.1016/j.foodchem.2009.03.106.</ref>

Holz

Das Holz des Durianbaumes hat eine mittlere Rohdichte (r15) von 0,69 g/cm³ und wird zu den leichteren Harthölzern Südostasiens gerechnet. Das Holz ist mäßig bis gut physikalisch belastbar, aber wenig dauerhaft, sowie wenig resistent gegen Holzschädlinge. Es ist leicht zu bearbeiten und wird unter anderem zur Herstellung von Tür- und Fensterrahmen, Fußböden usw. verwendet.<ref name="tropen"/> Unter anderem dient es auch zur Herstellung von Spielzeug.<ref name="GRIN" />

Verwendung in der Heilkunst

In der Volksmedizin werden Blätter, Früchte, Rinde und Wurzeln des Durianbaumes bei Fieber und Hepatitis verwendet, die Früchte als Stärkungs- und Potenzmittel (Aphrodisiakum).<ref>Barbara Simonsohn: Heilkraft aus den Tropen: Die süße Medizin exotischer Früchte. Integral, 2009, ISBN 978-3-641-01991-4 (google.de).</ref>

Datei:Singapore MRT Fines.jpg
No durians, Verbotsschild in der Metro von Singapur

Durian-Frucht im Hotel und in öffentlichen Verkehrsmitteln

Aufgrund der Geruchsbelästigung ist die Mitnahme von Durianfrüchten in Hotels oder Flugzeugen meist nicht gestattet. Setzt sich der Geruch erst einmal fest, ist es schwierig, ihn wieder loszuwerden. Deshalb ist es in Hotels üblich, bei Verstoß gegen das Durian-Verbot das Zimmer für eine weitere Woche bezahlen zu müssen. In Singapur ist auch das Mitführen von Durians in der MRT (U-Bahn) untersagt, worauf entsprechende Schilder hinweisen; auf eine Strafe wird allerdings verzichtet. In Malaysia ist das Mitführen dieser Frucht in Zügen und Flugzeugen ebenfalls untersagt.

Im November 2018 sorgten im indonesischen Jakarta mehrere Tonnen Durian, die im Frachtraum einer Maschine der Sriwijaya Air verstaut worden waren, für Tumulte unter den aufgebrachten Passagieren. Das Flugzeug konnte erst mit einstündiger Verspätung starten, nachdem die Früchte wieder ausgeladen worden waren.<ref>Nicola Smith: Indonesian passenger plane grounded after two tonnes of pungent durian fruit triggers revolt In: The Telegraph. 7. November 2018.</ref><ref>Indonesian plane grounded after passengers complain about stinky durian In: British Broadcasting Corporation, 7. November 2018.</ref>

Evakuierungen wegen Durian-Früchten

Die in der Frucht („Stinkfrucht“) enthaltene Aminosäure Ethionin führt zur Freisetzung der Verbindung Ethanthiol, die aufgrund ihres auch in geringen Konzentrationen wahrnehmbaren unangenehmen Geruchs zur Odorierung von Flüssiggas verwendet wird. Daher lösen Durianfrüchte gelegentlich Fehlalarme wegen vermeintlicher Gaslecks aus:

Heimat und Anbaugebiete

Hauptproduzenten (1996)<ref name="production">Production and Marketing Situation: World durian situation. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. April 2016; abgerufen am 30. Januar 2016.</ref>
Rang Land Jahres-
produktion (t)
1 ThailandDatei:Flag of Thailand.svg Thailand 950.000
2 MalaysiaDatei:Flag of Malaysia.svg Malaysia 400.000
3 IndonesienDatei:Flag of Indonesia.svg Indonesien 200.000
Datei:Durian native and exotic range map.svg
Ursprüngliches Herkunftsgebiet der Durian
Anbau später eingeführt
Datei:Durian Lai Mas (Durio zibethinus).JPG
Habitus des Durianbaumes in einer Plantage

Die natürliche Heimat von Durio zibethinus sind wohl die Malaiische Halbinsel sowie die Inseln Borneo und Sumatra.<ref>Durio zibethinus. (PDF) worldagroforestry.org, abgerufen am 30. Januar 2016.</ref>

Es werden Ausleseformen in vielen Gebieten der Tropen angebaut, besonders auf dem Indischen Subkontinent, in Indochina und Malesien.<ref name="GRIN" /> Man findet den Durianbaum beispielsweise in Thailand, Vietnam, auf den Philippinen, aber auch in den tropischen Ländern Afrikas und sogar in Queensland in Australien. Hauptproduzentenländer sind Thailand, gefolgt von Malaysia und Indonesien.<ref>Durian Fruiting Seasons Worldwide. The Archives of the Rare Fruit Council of Australia, abgerufen am 30. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Durian. TFNet – International Tropical Fruits Network, abgerufen am 30. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die meisten Durians werden für den lokalen frischen Konsum angebaut. Thailand ist der größte Exporteur. Etwa 10 % (80.000 t) des thailändischen Anbaus gingen im Jahr 1996 in den Export. Hauptabnehmerländer waren Taiwan, das benachbarte Malaysia, die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten, Hongkong, Singapur. In die Nachbarländer wurden überwiegend frische Durians exportiert, in die Vereinigten Staaten gefrorene Früchte.<ref name="production"/>

Namensgebung

Der Name der stacheligen Durian-Frucht wird vom malaiischen Wort duri, das „Stachel“ oder „Dorn“ bedeutet, abgeleitet.<ref name="D-Abr">Michael J. Brown: Durio – A Bibliographic Review. International Plant Genetic Resources Institute, 1997, ISBN 92-9043-318-3, S. 2.</ref>

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Durio zibethinus erfolgte 1774 durch Carl von Linné in Johan Andreas Murray (Hrsg.): Systema Vegetabilium Secundum Classes Ordines Genera Species cum Characteribus et Differentiis. Editio decima tertia … Gottingae. S. 581; Murray schreibt im Vorwort, dass alle Namen von Linné stammen.<ref name="IPNI" /> Ein Homonym ist Durio zibethinus <templatestyles src="Person/styles.css" />Moon (veröffentlicht in Alexander Moon: A Catalogue of the Indigenous and Exotic Plants Growing in Ceylon 1824, S. 56.)<ref name="GRIN" /><ref name="tropicos" />

Quellen

Literatur

  • Brigitte Kranz: Das große Buch der Früchte: exotische und einheimische Arten. Südwest-Verlag, München 1981, ISBN 3-517-00732-3.
  • Nadja Biedinger: Die Welt der Tropenpflanzen. DuMont, Köln 2000, ISBN 3-7701-5294-8.
  • Roland Hanewald: Essbare Früchte Asiens. Reise Know-How, Bielefeld, ISBN 3-89416-771-8.
  • Rolf Blancke: Farbatlas exotische Früchte: Obst und Gemüse der Tropen und Subtropen. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3520-5.
  • Wilhelm Lötschert, Gerhard Beese: Pflanzen der Tropen: 323 Zier- und Nutzpflanzen. 4. überarbeitete Auflage. BLV, München 1992, ISBN 3-405-14448-5. (Bestimmungsbuch, das mit guten Fotos über die exotischen Früchte auf dem einheimischen Markt aufklären hilft).
  • Christa Weil: Cuisine Fatale: ein Potpourri aus der internationalen Extremküche. Ullstein, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-36923-5. (Buch über kuriose Speisen mit Informationen zum kulturellen Hintergrund und mit besonderem Fokus auf die Besonderheiten beim Versuch des Verzehrs).
  • Michael J. Brown: Durio – A Bibliographic Review. International Plant Genetic Resources Institute, 1997, ISBN 92-9043-318-3 (online).

Weblinks

Commons: Durianbaum (Durio zibethinus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="tropicos">Durio zibethinus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="IPNI"> IPNI zum Werk der Erstveröffentlichung. </ref> </references>

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