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Eckart von Klaeden

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Eckart von Klaeden (2005)

Eckart Peter Hans von Klaeden (* 18. November 1965 in Hannover) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Lobbyist und ehemaliger Politiker (CDU). Er ist Leiter der Abteilung Politik und Außenbeziehungen der Mercedes-Benz AG.

Leben

Herkunft, Ausbildung und Beruf

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Kandidatenplakat zur Bundestagswahl 1994

Eckart von Klaeden wurde als Sohn eines Pfarrers und einer Sozialarbeiterin in Hannover geboren. Die Familie von Klaeden gehörte schon in der Frühen Neuzeit dem altmärkischen Junkerstand an – ihr Herkunftsort ist heute ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) –, ist also kein Personen-, sondern „alter“ Adel. Ansässig waren sie seit 1620 in Gohre in der Altmark. Nach dem Abitur 1985 am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium Hannover leistete er von 1985 bis 1987 als Reserveoffizieranwärter seinen Wehrdienst beim Panzerlehrbataillon 334 in Celle-Scheuen ab. Seine Ausbildung durchlief er u. a. an der Panzertruppenschule in Munster. Nach der Beförderung zum Hauptmann der Reserve wechselte er die Teilstreitkraft und bekleidet heute den Dienstgrad Korvettenkapitän der Reserve.

Ab 1987 absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Georg-August-Universität Göttingen, das er 1993 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen beendete. In Göttingen wurde von Klaeden in der Turnerschaft Gottingo-Normannia aktiv.<ref>Gerald Traufetter, Sven Becker, Philipp Alvares de Souza Soares: (S+) Unter Bundesbrüdern. In: Spiegel Online. 17. November 2013, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> Das Referendariat beendete er 1996 mit dem Zweiten juristischen Staatsexamen. Er ist seitdem als Rechtsanwalt zugelassen.

Am 1. November 2013 wurde er als Nachfolger von Martin Jäger Leiter des Bereichs Politik und Außenbeziehungen der Daimler AG.<ref>spiegel.de: Wechsel zu Daimler: SPD fordert Entlassung von Staatsminister Klaeden</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eckart von Klaeden wird Nachfolger von Martin Jäger (Memento vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive). Pressemitteilung der Daimler AG.</ref>

Parteilaufbahn

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Von Klaeden auf dem CDU-Parteitag im Dezember 2012

Von Klaeden ist seit 1983 Mitglied der Jungen Union und der CDU. Von 1983 bis 1985 war er Landesvorsitzender der Schüler Union Niedersachsen. Von 1987 bis 1992 gehörte er dem JU-Bundesvorstand an und war von 1992 bis 1995 JU-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Von Klaeden war von 1995 bis 2013 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Hildesheim und gehörte seit 2004 dem CDU-Bundesvorstand an. Am 27. November 2006 wurde er zum Bundesschatzmeister der CDU gewählt. Im November 2010 gab er dieses Amt wieder ab und wurde vom 23. Parteitag zum Präsidiumsmitglied gewählt.<ref>Wahlergebnisse des 23. Parteitags der CDU Deutschlands</ref> Am 11. November 2013 legte von Klaeden seinen Sitz im CDU-Präsidium nieder.<ref>Von Klaeden legt Sitz im CDU-Präsidium nieder. Zeit Online, 11. November 2013</ref> Am 8. Dezember 2013 wurde bekannt, dass die Berenberg Bank im August desselben Jahres 15.000 Euro an den CDU-Kreisverband Hildesheim zahlte und von Klaeden wenige Wochen später auf einem Kongress der Bank in München eine Rede hielt sowie anschließend auf deren Einladung das Oktoberfest besuchte.<ref>Parteispende an CDU: Neuer Verdacht gegen Ex-Staatsminister Klaeden. Spiegel Online, 8. Dezember 2013</ref>

Abgeordnetentätigkeit

Von 1994 bis 2013 war von Klaeden Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 2000 bis 2005 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 2005 war er Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Visa-Untersuchungsausschuss. Von 2005 bis 2009 war er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Auswärtiges und damit auch außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Er war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Eckart von Klaeden ist seit seiner ersten Wahl 1994 immer über die Landesliste Niedersachsen in den Deutschen Bundestag eingezogen. Beworben hatte er sich jeweils als Direktkandidat im Wahlkreis Hildesheim, unterlag aber stets dem jeweiligen Kandidaten der SPD, zuletzt Bernhard Brinkmann. Am 28. Mai 2013 wurde bekannt, dass er bei der Bundestagswahl 2013 nicht wieder für den Deutschen Bundestag kandidieren und Ende 2013 zur Daimler AG wechseln würde.<ref>Eckart von Klaeden wechselt zu Daimler</ref>

Öffentliche Ämter

Von Klaeden wurde am 28. Oktober 2009 von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Staatsminister des Bundeskanzleramts als Koordinator der Bundesregierung für Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung ernannt (entspricht einem Parlamentarischen Staatssekretär),<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitteilung auf der persönlichen Homepage von Klaedens am 28. Oktober 2009 (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> nachdem der zuvor für dieses Amt vorgesehene Peter Hintze um einen Verbleib im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gebeten hatte.<ref>Neun „Enttäuschte“ stimmen gegen die Kanzlerin - FAZ Online, 28. Oktober 2009</ref> Aufgrund der Umstände seines Wechsels aus dem Bundeskanzleramt zur Daimler AG leitete die Staatsanwaltschaft Berlin gegen von Klaeden ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme ein.<ref>Wechsel zu Daimler: Staatsanwalt leitet Verfahren gegen Klaeden ein. Spiegel Online, 3. November 2013</ref><ref>Klaedens Wechsel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Daimler-Vorstand. Spiegel Online, 8. November 2013</ref> Dieses Verfahren ist am 26. Januar 2015 von der Berliner Staatsanwaltschaft eingestellt worden.<ref>Ex-Kanzleramtschef: Ermittlungen gegen Daimler-Lobbyist Klaeden eingestellt. Spiegel online vom 10. Februar 2015, abgerufen am 10. Februar 2015</ref>

Als Lobbyist

Nach Informationen des Spiegel zum Abgasskandal wandte sich Von Klaeden im März 2015 an den Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik im Kanzleramt, um sich gegen das von der EU-Kommission geplante RDE-Testverfahren einzusetzen.<ref>Kai Biermann:"Das Kanzleramt tut, was Autobauer fordern" Die Zeit vom 5. August 2017</ref>

Bereits während seiner Zeit als Staatsminister des Bundeskanzleramts konnte die Autolobby ihre Position zur EU-CO2-Richtlinie ihm gegenüber verdeutlichen, woraufhin jene Richtlinie von der Bundesregierung verhindert wurde.<ref>Marco Bülow: Lobbyland. Das Neue Berlin Auflage. S. 132.</ref>

Von Klaeden wurde 2013 zum Leiter der Abteilung Politik und Außenbeziehungen der Daimler AG ernannt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wirbel um von Klaeden.] Stuttgarter Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Oktober 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Staatsminister wird Daimler-Lobbyist.] Die Zeit, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Oktober 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Persönliches

Von Klaeden ist evangelisch, verheiratet und Vater von drei Töchtern. Er ist der Bruder von Dietrich von Klaeden, ehemaliger Leiter für Public Affairs beim Axel Springer Verlag<ref>Dietrich von Klaeden übergibt die Leitung Public Affairs von Axel Springer an Amelia Wang Binder. Abgerufen am 12. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und somit Schwager von Sandra von Klaeden.<ref>Reimar Paul: Die Karriereleiter-Erklimmerin. In: Die Tageszeitung: taz. 11. März 2016, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. Februar 2026]).</ref>

Mitgliedschaften

Von Klaeden ist Mitglied der Göttinger Turnerschaft Gottingo-Normannia.

Von 2005 bis 2011 war er Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Er ist Mitglied des Vorstands der Atlantik-Brücke, Mitglied im Beirat der Atlantischen Initiative sowie im Beirat (International Leadership Council) der US-amerikanischen Denkfabrik Center for European Policy Analysis (CEPA) in Washington, D.C.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />atlantik-bruecke.org (Memento vom 22. September 2012 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />atlantische-initiative.org (Memento vom 9. November 2014 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung der Axel Springer AG vom 19. Dezember 2008 (Memento vom 20. Oktober 2012 im Internet Archive).</ref><ref>Cepa. International leadership council (zuletzt aufgerufen am 15. August 2022; englisch)</ref>

Kabinette

Veröffentlichungen

  • Kein Sonderzug nach Moskau. Deutsche Russlandpolitik muss europäisch sein; ein Standpunkt. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2008, ISBN 978-3-89684-135-3.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Eckart von Klaeden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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