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Einspelzige Sumpfbinse

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Einspelzige Sumpfbinse
Datei:EleocharisUniglumis.jpg

Einspelzige Sumpfbinse (Eleocharis uniglumis)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Sumpfbinsen (Eleocharis)
Art: Einspelzige Sumpfbinse
Wissenschaftlicher Name
Eleocharis uniglumis
(Link) Schult.

Die Einspelzige Sumpfbinse (Eleocharis uniglumis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sumpfbinsen (Eleocharis) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung

Datei:Eleocharis uniglumis.jpeg
Blütenstand mit dem einzigen Ährchen
Datei:Eleocharis uniglumis sl11.jpg
Stängelgrund mit Ausläufern
Datei:Eleocharis uniglumis sl14.jpg
Ährchen
Datei:Eleocharis uniglumis sl19.jpg
Blüte mit Perigonborsten und Fruchtknoten mit Griffel
Datei:Eleocharis uniglumis sl16.jpg
Ährchen, die untersten Deckblätter sind steril und umfassen den Grund des Ährchens fast ganz.

Vegetative Merkmale

Die Einspelzige Sumpfbinse wächst als überwinternd grüne, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 60 Zentimetern.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Sie besitzt einen Wurzelstock mit unterirdisch kriechenden Ausläufern.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Sie bildet dunkle, blaugrüne Stängel aus, die nicht leicht zusammendrückbar sind. Sie sind aufrecht, schlank, glatt und bis 1,5 Millimeter dick.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Im trockenen Zustand weisen sie dünne Furchen auf. Ein Stängelquerschnitt hat etwa 15 bis 20 Leitbündel.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die unteren Blattscheiden sind gelb- oder rotbraun gefärbt. Die oberste Blattscheide ist an der Spitze etwas schief abgeschnitten.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Endständig auf dem Stängel befindet sich ein einziges Ährchen. Das Ährchen ist bei einer Länge von 3 bis 12 Millimetern und einer Breite von bis zu 3 Millimetern länglich spitz und enthält 10 bis 30 Blüten.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Spelzen stehen locker, fallen nicht ab, sind 3 bis 5 Millimeter lang, sind länglich eiförmig und spitz, dunkelbraun mit grünem Mittelstreifen und schmalem hyalinem Rand.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Eine Blüte besitzt meist vier, rückwärts raue, manchmal rudimentäre Perigonborsten.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Der Griffel ist am Grund verdickt und endet in zwei Narben. Jede Blüte hat 3 Staubblätter.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Griffelbasis ist deutlich von der Frucht abgesetzt; sie ist im Umriss abgerundet dreieckig, meist breiter als hoch und bis 0,6 Millimeter hoch.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Frucht ist linsenförmig zusammengedrückt mit abgerundeten Kanten; sie ist (ohne Griffelbasis) bis 1,8 Millimeter lang und bis 1,3 Millimeter breit, gelb bis hellbraun und glänzend.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46, aber auch 40, 42, 50, 54, 56 oder 74 bis 82.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="Schultze-Motel1980" />

Ökologie

Bei der Einspelzigen Sumpfbinse handelt es sich um einen helomorphen Hydrophyten.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet von Eleocharis uniglumis reicht von Europa bis zum fernöstlichen asiatischen Russland und bis Nepal, südlich bis Nordafrika und der Aerabischen Halbinsel und vom subarktischen Nordamerika und Grönland bis zu den nördlichen Vereinigten Staaten.<ref name="WCSP" /><ref name="POWO" /> Sie steigt in den Bayerischen Alpen bis 1200 Meter, im Kanton Wallis bei La Barma im Val des Dix bis 2000 Meter und in Graubünden bei im Münstertal bis 2090 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Einspelzige Sumpfbinse wächst in feuchten bis nassen, teils überfluteten Großseggenrieden, Röhrichten, Quell- und Niedermooren und oft auch ruderal. Sie ist zudem leicht salztolerant. An den Küsten ist sie relativ zerstreut, im Binnenland etwas häufiger. Ihre Bestände sind derzeit durch die Trockenlegung von Feuchtwiesen bedroht. Die Einspelzige Sumpfbinse hat ihr Hauptvorkommen in der Pflanzenformation der Kriech- und Trittrasen, der nährstoffarmen Moore und Moorwälder und der nährstoffreiche Gewässer. Sie ist eine Charakterart des Eleocharitetum uniglumis aus dem Verband Phragmition, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstbeschreibung erfolgte 1820 unter dem Namen (Basionym) Scirpus uniglumis durch Johann Heinrich Friedrich Link in den Jahrbüchern der Gewächskunde, Band 1 (3), S. 77 als Scirpus uniglumis. Die Neukombination zu Eleocharis uniglumis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Link) Schult. wurde 1824 durch Joseph August Schultes in Mantissa in Volumen Secundum Systematis Vegetabilium Caroli a Linne ex Editione Joan. Jac. Roemer..., Band 2, S. 88 veröffentlicht. Eleocharis uniglumis gehört zusammen mit beispielsweise der Gewöhnlichen Sumpfbinse (Eleocharis palustris) und weiteren Arten zur weit verbreiteten Sammelartengruppe Eleocharis palustris agg.

Bei der Art Eleocharis uniglumis kann man folgende Unterarten unterscheiden<ref name="WCSP" />:

  • Eleocharis uniglumis subsp. septentrionalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Zinserl.) T.V.Egorova: Sie kommt in Norwegen, Finnland und im nördlichen europäischen Russland vor.<ref name="WCSP" /> Sie wird von manchen Autoren auch als Synonym zu Eleocharis uniglumis subsp. uniglumis gestellt.<ref name="Euro+Med" />
  • Eleocharis uniglumis subsp. sterneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Strandh.: Sie kommt in Tschechien, Österreich, Ungarn, Kroatien, in der Slowakei<ref name="POWO" /> und auf den schwedischen Inseln Gotland und Öland vor.<ref name="WCSP" /> Die Chromosomenzahl ist 2n = 74 bis 82.<ref name="Schultze-Motel1980" />
  • Eleocharis uniglumis subsp. uniglumis: Sie kommt von Europa bis zum fernöstlichen asiatischen Russland und bis ins westliche Nepal vor und vom subarktischen Nordamerika mit Grönland bis zu den nördlichen Vereinigten Staaten.<ref name="WCSP" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Schultze-Motel1980">Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1, S. 64. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4.</ref> <ref name="InfoFlora"> Eleocharis uniglumis (Link) Schult. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Eleocharis uniglumis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías & M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Eleocharis uniglumis subsp. uniglumis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks