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Elisabeth Ettlinger

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Elisabeth Ettlinger (* 14. Juli 1915 in Breslau als Elisabeth Lachmann; † 21. März 2012 in Küsnacht bei Zürich) war eine Schweizer Provinzialrömische Archäologin.

Leben

Sie war das einzige Kind des jung verstorbenen Geologen Richard Lachmann (1885–1916) und seiner Frau Hedwig, geborene Hopf (1893–1953), einer Schwester des Mathematikers Heinz Hopf (1894–1971). Nach der Wiederverheiratung ihrer Mutter zog Elisabeth Ettlinger mit ihr nach Berlin, wo sie 1934 das Abitur ablegte. Da sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft in Deutschland nicht hätte studieren können, emigrierte sie nach einem halbjährigen Aufenthalt in Italien in die Schweiz und studierte ab dem Wintersemester 1934/1935 an der Universität Zürich die Fächer Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte. Im Jahr 1936 wechselte sie an die Universität Basel und war ab demselben Jahr auch an den Ausgrabungen in Augusta Raurica beteiligt. Mit ihrer Dissertation über die 1937/1938 gefundene Keramik der Thermen von Augusta Raurica legte sie 1942 das Doktorexamen ab, wurde wegen Verzögerungen bei der Drucklegung der Arbeit aber erst 1949 offiziell promoviert. 1943 verfasste sie eine Preisarbeit mit dem Titel Über frühkaiserzeitliche Fibeln in der Schweiz.

Im Jahr 1940 heiratete sie den Mikrobiologen Leopold Ettlinger (1914–2008), woraufhin beide wegen der damals geltenden deutschen Rassengesetze die deutsche Staatsbürgerschaft verloren und Staatenlose wurden. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne, Peter und Michael, die 1943 respektive 1946 geboren wurden und die 1951 gemeinsam mit beiden Eltern das Schweizer Bürgerrecht erlangten.

Ab 1946 bearbeitete Elisabeth Ettlinger die Keramik des „Schutthügels“ von Vindonissa und leitete 1948 auch eine dortige Ausgrabung. In den Folgejahren forschte sie weiter zur römischen Archäologie und insbesondere der Keramik, oft auch als Bearbeiterin oder Begutachterin römerzeitlicher Keramik aus unterschiedlichsten Teilen der Schweiz. Im Jahr 1958 zog die Familie in ein Eigenheim in Zürich. 1963/1964 hielt sich Elisabeth Ettlinger für einige Monate am Institute for Advanced Study in Princeton auf. Ab 1964 arbeitete sie als Lehrbeauftragte für provinzialrömische Archäologie an der Universität Bern, wo sie sich auch 1969 mit einer Arbeit über die römischen Fibelfunde der Schweiz habilitierte und ab 1970 als ausserordentliche Professorin tätig war. Sie trat 1980 in den Ruhestand. Leopold und Elisabeth Ettlinger verbrachten ihren Lebensabend in der Altersresidenz Bethesda in Küsnacht, wo sie ihren Mann noch um einige Jahre überlebte.

Werk

Elisabeth Ettlingers Arbeitsgebiet war die provinzialrömische Archäologie der Schweiz, besonders aber die Erforschung der römischen Keramik (Terra Sigillata). Sie veröffentlichte zahlreiche Monografien, Aufsätze und Lexikonartikel auf diesem Gebiet. Ihr Nachlass befindet sich in der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel, die ihn 2009 als Geschenk von Martin Guggisberg erhielt.

Ehrungen und Mitgliedschaften

In Anerkennung ihrer Forschungsleistung wurde Ettlinger 1956 zum ordentlichen Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts gewählt, 1975 des Österreichischen Archäologischen Instituts und 1976 zum Ehrenmitglied der Society of Antiquaries in London.

1957 war sie Mitbegründerin der Rei Cretariae Romanae Fautores, der Vereinigung der Forscher auf dem Gebiet der römischen Keramik. Ab der Gründung amtierte sie zunächst bis 1966 als Sekretärin des Vereins, von 1966 bis 1971 als Vizepräsidentin und anschließend von 1971 bis 1980 als Präsidentin. Zudem engagierte sie sich in der Gesellschaft pro Vindonissa, ab 1961 auch als Vorstandsmitglied und von 1970 bis 1985 als Präsidentin. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand wurde sie zur Ehrenpräsidentin ernannt.

Schriften

  • Die Keramik der Augster Thermen (Insula XVII). Ausgrabung 1937–38 (= Monographien zur Ur- und Frühgeschichte der Schweiz. Band 6). Birkhäuser, Basel 1949 (Dissertation).
  • mit Christoph Simonett: Römische Keramik aus dem Schutthügel von Vindonissa (= Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa. Band 3). Birkhäuser, Basel 1952 (online).
  • Die römischen Fibeln in der Schweiz (Handbuch der Schweiz zur Römer- und Merowingerzeit). Francke, Bern 1973 (Habilitationsschrift).
  • Kleine Schriften: Keramik (= Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta. Supplementband 2). Augst/Kaiseraugst 1977.
  • mit Katrin Roth-Rubi: Helvetische Reliefsigillaten und die Rolle der Werkstatt Bern-Enge (= Acta Bernensia. Band 8). Stämpfli & Cie, Bern 1979, ISBN 3-7272-0512-1.
  • Novaesium IX: Die italische Sigillata von Novaesium (= Limesforschungen. Band 21). Mann, Berlin 1983, ISBN 3-7861-1369-6.
  • mit Bettina Hedinger, Bettina Hoffmann, Philip M. Kenrick, Giuseppe Pucci, Katrin Roth-Rubi, Gerwulf Schneider, Siegmar von Schnurbein, Colin M. Wells und Susanne Zabehlicky-Scheffenegger: Die italische Produktion: Die klassische Zeit. In: Elisabeth Ettlinger u. a.: Conspectus formarum terrae sigillatae Italico modo confectae (= Materialien zur Römisch-Germanischen Keramik. Heft 10). Dr. Rudolf Habelt, Bonn 1990, ISBN 3-7749-2456-2.

Literatur

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Ausgabe 1987, Band 1, S. 969.
  • Katrin Roth-Rubi: Schriftenverzeichnis Elisabeth Ettlinger. In: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 47 (1990), S. 197–200 (online).
  • Neue Zürcher Zeitung vom 27. März 2012, S. 14.
  • Regine Fellmann Brogli, Christine Meyer Freuler: Forschende Frauen und Vindonissa (= Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa. Band 31). Kantonsarchäologie Aargau, Brugg 2025, ISBN 978-3-907662-01-4, S. 52–69 (online).

Weblinks

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