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Emil von Förster

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Datei:Emil Förster Litho.jpg
Emil Ritter von Förster, Lithographie von Adolf Dauthage

Emil Förster, seit 1863 Ritter von Förster (* 18. Oktober 1838 in Wien; † 14. Februar 1909 ebenda), war ein österreichischer Architekt des Historismus.

Leben

Emil Förster war der Sohn des 1863 geadelten Architekten Ludwig von Förster, der die Allgemeine Bauzeitung begründet hatte. Er maturierte zunächst am Akademischen Gymnasium in Wien, ehe er zum Architekturstudium nach Berlin ging. 1860 trat er in das Atelier seines Vaters ein und stellte nach dessen Tod 1863 dessen begonnene Bauten fertig. Die beabsichtigte Publikation eines Werkes über die toskanische Architektur veranlasste Förster zu einer Studienreise nach Italien. Das Projekt kam aber mangels Publikumsinteresses über die Anfänge nicht hinaus.

1866 kehrte Emil Förster nach Wien zurück und gab gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich die Allgemeine Bauzeitung weiter heraus. 1884 wurde er zum Baurat ernannt.<ref name="nfp|15|02|1909|09" /> Er begann eine äußerst produktive Bautätigkeit als Architekt, ehe er am 3. Februar 1895<ref name="nfp|15|02|1909|09" /> vom Kaiser zum Vorstand des Departements für Hochbau im Ministerium des Inneren berufen wurde. Zugleich trat er in das k.k. Hofbaukomitee ein und wurde Mitglied in der Stadterweiterungskommission. Förster gründete innerhalb des Departements ein Architekturatelier, in dem nicht nur wichtige Bauprojekte ausgearbeitet, sondern auch andere staatliche Projekte hinsichtlich ihrer Einbindung in die Umgebung überwacht wurden. Dadurch hatte er großen Einfluss auf die Bautätigkeit innerhalb der Monarchie um 1900. Er war aber trotz seiner arbeitsintensiven staatlichen Stellung weiterhin auch als selbstständiger Architekt tätig. 1897 wurde er mit dem Ritterkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet.<ref>Vermischtes. Personalnachricht. In: Paul Kortz (Red.): Zeitschrift des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines. Band 49.1897, Heft 47. Österreichischer Ingenieur- und Architektenverein, Wien 1897, ZDB-ID 2534647-7, S. 638. – Volltext online (PDF; 12,6 MB).</ref>

Emil von Förster verstarb am 14. Februar 1909 in seiner Wohnung Maximilianplatz 15 (heute: Rooseveltplatz 15–17) in dem von ihm 1876/77 erbauten Palais Angerer an einer Herzlähmung.<ref name="nfp|15|02|1909|09">† Ministerialrat Emil Ritter v. Förster. In: Neue Freie Presse, Nachmittagblatt (Nr. 15980/1909), 15. Februar 1909, S. 9, oben links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref> Er wurde zunächst auf dem Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf bestattet<ref>Kleine Chronik. (…) Ministerialrat Emil Ritter v. Förster. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 15983/1909), 18. Februar 1909, S. 8, Mitte unten. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref>, 1918 aber nach Purkersdorf umgebettet.

Der Verstorbene hinterließ eine Witwe, Amalie (geborene Braun), zwei Söhne, Max, Linienschiffsleutnant, und Emil (1877–1944), Ingenieur, sowie eine Tochter, Marie.<ref name="nfp|15|02|1909|09" /> Da Förster, nach eigener Aussage, aber nicht skrupellos genug bei der Verfolgung geschäftlicher Gewinnchancen war, fiel sein Nachlass relativ bescheiden aus.

Sein Bruder Heinrich Förster war ebenfalls Architekt. Seine Schwester Sophie war mit Theophil von Hansen verheiratet. Emil war der Großvater von Heinz von Foerster und Uzzi Förster.

Werk

Datei:Wien 1 Franzensring 20.jpg
Zinshaus Universitätsring 10 (1964 abgerissen)
Datei:Ringtheater vor1881.jpg
Ringtheater Schottenring 7 (1881 abgebrannt)
Datei:Wien 9 Währinger Straße 6-8.jpg
Maximilianhof Währinger Straße 6–8 (1950 umgebaut)

Emil von Förster schuf private Wohnbauten wie auch öffentliche Gebäude in großer Zahl. Charakteristisch für ihn sind monumentale und repräsentative Gestaltung, aber auch eine durchdachte Raumanordnung und vornehme Innenraumgestaltungen. Stilistisch bevorzugte er die Neorenaissance nach italienischem Vorbild, von der er nur selten abwich. Zu seinen bekanntesten Gebäuden zählen das Ringtheater und das Dorotheum in Wien.

von 1887 bis 1908 Sitz der k.u.k. Marinesektion des Kriegsministeriums.<ref>Uschi Rischanek: Meine Stadtspaziergänge Teil 16 – Fassadendetails Währingerstraße – Alsergrund. In: meinbezirk.at. 22. Februar 2018, abgerufen am 25. Februar 2024.</ref> (nach 1950 Kuppeln abgerissen und Fassade verändert)<ref>Der Maximilian-Hof in Wien. (Text). In: Allgemeine Bauzeitung, Jahrgang 1890, (LV. Jahrgang), S. 7. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/abz sowie
Der Maximilian-Hof in Wien. (Plan-, Bildtafeln). In: Allgemeine Bauzeitung, Jahrgang 1890, (LV. Jahrgang), S. (Tafeln) 2 ff. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/abz</ref>

Publikationen

  • Über die architektonischen Schätze Toscanas, 1864<ref>Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, S. 333.</ref>
  • Julius Raschdorff (Hrsg.), — (Fotogr.): Palast-Architektur von Ober-Italien und Toscana vom XV. bis XVII. Jahrhundert. Wasmuth, Berlin 1888, OBV.
  • Die Durchquerung der inneren Stadt und der Engpass in der Bogner- und Naglergasse am Graben. Mechitharisten-Buchdruckerei, Wien 1894, OBV.

Literatur

Weblinks

Commons: Emil Förster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Anmerkungen

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