Zum Inhalt springen

Endobronchial

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der medizinische Begriff endobronchial (e. b.) bedeutet wörtlich „in den Bronchus“, „im Lumen des Bronchus“. Oft wird er zur Beschreibung einer Applikationsform von Medikamenten benutzt. Darunter versteht man die Gabe von Medikamenten über einen Tubus nach einer endotrachealen Intubation. In der Notfallmedizin wurden z. B. Adrenalin (erstmals<ref>U. Hörnchen, J. Schüttler, H. Stoeckel: Tierexperimentelle Untersuchungen zur hämodynamischen Wirkung von Adrenalin nach intravenöser und endobronachialer Applikation. In: Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin. Band 20, Nr. 2, 1985, S. 84–88, hier: S. 84.</ref> beschrieben 1967<ref>J. S. Redding, J. S. Asuncion, J. W. Pearson: Effective Routes of Drug Administration During Cardiac Arrest. In: Anesth. Analg. Band 46, 1967, S. 253 ff.</ref>) sowie Lidocain und Atropin<ref>J. O. Elam: The Intrapulmonary Route for CPR Drugs. In: Peter Safar, J. Elam (Hrsg.): Advances in Cardiopulmonary Resuscitation. Springer, New York 1977.</ref> im Rahmen einer Reanimation endobronchial verabreicht, wenn noch kein venöser Zugang vorhanden war. Dabei wird im Vergleich zur intravenösen Gabe (mindestens) die zwei- bis dreifache Menge verabreicht, die zudem mit Kochsalzlösung verdünnt wird.<ref name="schutt">J. Schüttler et al.: Endobronchial administration of adrenaline in preclinical cardiopulmonary resuscitation. In: Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin. Band 22, Nr. 2, 1987, S. 63–68, PMID 3300406.</ref>

Der Vorteil der (etwa im Rahmen von Reanimationen) heute nicht mehr empfohlenen<ref>Vgl. etwa www.reanimation-online.de.</ref> Methode ist eine einfache und schnelle Applikation der Substanzen. Als Nachteil kann eine unsichere und unregelmäßige Verteilung und Resorption der Medikamente in der Lunge gelten. Aus diesem Grund wird in den Reanimationsrichtlinien des European Resuscitation Council von 2005 die intravenöse (oder intraossäre) Gabe von Medikamenten der nicht mehr empfohlenen endobronchialen Gabe vorgezogen.<ref name="ACLS">J. P. Nolan, C. D. Deakin, J. Soar et al.: European Resuscitation Council guidelines for resuscitation 2005. Section 4. Adult advanced life support. In: Resuscitation. Band 67, Supplement 1, 2005, S. 39–86, PMID 16321716.</ref>

Quellen

<references />